
Kommunikationswissenschaftlerin, Ideenmacherin und Kreativdirektorin für die taz
Sie ist so alt wie die taz. Aber nicht mit ihr aufgewachsen. Als Nina Schoenian die taz zum ersten Mal bewusst registrierte, standen die Deutschen gegen Italien im WM-Halbfinale. Die taz rief dazu auf, pünktlich zum Anpfiff beim Italiener um die Ecke Pizza zu bestellen, und druckte eine lange Liste mit „Call-a-Pizza“-Diensten. „Mit dieser kreativen Mannschaft müsste doch was gehen“, dachte sich die Marketingexpertin Schoenian in München und zog mit Mischlingshündin Ronja als neue Kreativdirektorin der taz nach Berlin.
Es ging dann sehr viel sehr gut: Bei ihrer „Danke“-Kampagne schrieben die 195 tazler per Hand Postkarten an 50.000 AbonnentInnen. Im von Schoenian initiierten „Hausblog“ berichten heute regelmäßig tazler über ihre Projekte. „Ich lief mit dem Kescher durch den Verlag“, erinnert sie sich, „und fing die freischwebenden Kräfte ein.“ Will sagen: Ihre meist preisgekrönten taz-Kampagnen setzte Nina Schoenian „inhouse“ um. 2009 kündigte sie, ohne die taz zu verlassen: Als freie Projektleiterin steuert sie nun das zukunftswichtige KITT-Projekt: Aus dem Online-Ableger taz.de soll das Unternehmensportal der taz werden. Damit auch die, die so alt sind wie die taz, aber nicht mehr mit der gedruckten Zeitung aufgewachsen sind, das „Besondere der Marke taz“ bewusst registrieren. Und auch online dafür gerne zahlen.
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