Was einen Landeschef der Partei „Die Freiheit“ umtreibt

Rechts und links war gestern

Von Erfolgen, wie sie einst die „Schill-Partei“ einfuhr, träumt Jens Eckleben schon jetzt: Fast 20 Prozent der Stimmen hatte die Partei um den sogenannten „Richter Gnadenlos“ 2001 bei den Wahlen zur Hamburgischen Bürgerschaft erzielt – aus dem Stand. Aber auch daraus will Eckleben lernen: „Wir wollen erst einmal eine Parteibasis aufbauen, um später zu Wahlen anzutreten.“

Dass rechts von der CDU Wählerpotenzial schlummere, besagen auch diverse Studien zum Rechtspopulismus. Umso plakativer positioniert sich so einer wie Eckleben: gegen den EU-„Einheitsstaat“, gegen Religionsfreiheit oder auch die derzeitige Einwanderungs- und Asylpolitik. Seit dem 10. Juni ist der 46-Jährige der Vorsitzende des zeitgleich ins Leben gerufenen Hamburger Landesverbandes der Partei „Die Freiheit“. Gewählt wurde er einstimmig und im Beisein des Bundesvorsitzenden René Stadtkewitz, früher für die CDU im Berliner Abgeordnetenhaus.

80 Mitglieder hat der Landesverband, ordentliche Bürger, sagt Eckleben, die nur Gutes für Deutschland wollten. Es gehe nicht um „rechts oder links“, sondern um „frei oder unfrei“, sagt der Betriebswirt.

„Ich habe Muslime als Freunde, die haben sich aber integriert und arbeiten“, führt er aus, um gleich darauf zu warnen vor einer Islamisierung unter dem „Deckmantel der Religionsfreiheit“. Die Einwanderung habe sich nach dem Arbeitsmarkt zu richten. Wer nur Asyl beantrage, weil er hier besser leben wolle, sei unerwünscht.

Die Hamburger „Freiheit“ trifft sich in einem nach dem niederdeutschen Dichter Fritz Stavenhagen benannten, städtisch bewirtschafteten Kulturhaus im Stadtteil Groß Borstel. Für das nächste Treffen am 8. Juli hat Wolf Wieters draußen eine Mahnwache angemeldet. „Gegen diese Rechten“, sagt der Vorsitzender des Groß Borsteler Kommunal-Vereins, „muss man doch was tun.“Hinweis: ANDREAS SPEIT arbeitet als freier Journalist und Autor über die rechte Szene nicht nur in Norddeutschland