Atomfrachter im Hafen

GEFAHRGUT Der russische Frachter „Sheksna“ ist nach Hamburg zurückgekehrt

Der russische Frachter „Sheksna“ ist am Mittwochmorgen in Hamburg eingetroffen. Das Schiff, das regelmäßig atomaren Müll nach Hamburg bringt, nahm allerdings die längere Route um Dänemark herum. Verzichtet wurde somit auf die Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal – was die Aktivisten des am Kanal gelegenen Anti-Atom-Camps als Erfolg ihrer oftmaligen Proteste verbuchen. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die „Sheksna“ auch dieses Mal mit radioaktiver Fracht unterwegs ist, ist aus Anti-Atom-Kreisen zu hören.

Nach Angaben der Anti-Atom-Initiative „umweltfairaendern.de“ befinden sich an Bord der „Sheksna“ 18 Container mit Radioaktivzeichen und der Nummer UN 2912. Auf Anfrage der Linken hatte der Hamburger Senat kürzlich eingeräumt, dass die „Sheksna“ regelmäßig Atomfracht in die Hansestadt bringt und dabei häufig Sicherheitsmängel festgestellt wurden. Von 2012 bis 2014 wurde fast die Hälfte (elf von 24) der kontrollierten Transporte auf der „Sheksna“ beanstandet.

Einen Zwischenfall hatte es zuletzt Mitte Juli gegeben. Beim Verladen von 17 Containern mit Urankonzentrat aus Kasachstan von der „Sheksna“ auf die Schiene hatte die Wasserschutzpolizei vier Boxen gestoppt, weil die Sicherheitsplaketten der Container abgelaufen waren. Erst nach Verzögerungen konnte der Transport fortgesetzt werden. Das Amt für Arbeitsschutz untersuchte die Container nach Beulen und Rissen. Gegen die einmalige Weiterfahrt hatte das Amt keine Bedenken – sofern die Behälter anschließend ein neues Sicherheitssiegel bekämen. Eben das wäre jetzt zu überprüfen.

„Atomtransporte sind eine Gefahr“, sagt der hafenpolitische Sprecher der Grünen, Anjes Tjarks. Während er an die Hafenbetriebe appelliert, keine Atomfrachten mehr umzuschlagen, möchte die linke Fraktionsvorsitzende in der Bürgerschaft, Dora Heyenn, den Hafen dafür gesperrt sehen. Angesichts der häufigen Beanstandungen und des laxen Umgangs damit bekräftigte sie die Forderung nach einem Ende der Atomtransporte durch Hamburg. Diese könnten verhindert werden, sagt sie, „wenn die anderen Fraktionen willens wären“.