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Irland vor EU-Brexit-GipfelIrische Regierung vor dem Scheitern

Ministerpräsident Varadkar ist auf die Partei Fianna Fail angewiesen. Die will jetzt ein Misstrauensvotum gegen seine Stellvertreterin aussprechen.

rtr | Die Regierung in Irland steht vor dem Scheitern. Die Partei Fianna Fail, auf deren Stimmen Ministerpräsident Leo Varadkar angewiesen ist, kündigte am Donnerstagabend ein Misstrauensvotum gegen die stellvetretende Ministerpräsidentin Frances Fitzgerald an. Hintergrund ist der Vorwurf, Fitzgerald habe sich im Fall eines Polizisten falsch verhalten, der Missstände bei den Behörden öffentlich machte.

Mit ihrem Schritt bricht die Fianna Fail eine Kooperations-Vereinbarung mit der Varadkars Partei Fine Gael. Der Misstrauensantrag soll am Dienstag gestellt werden. Ein ranghoher Fianna Fail-Abgeordneter sagte, damit steuere Irland nun auf Neuwahlen zu.

Käme es so, würde dies auch die Verhandlungen über das geplante Ausscheiden Großbritanniens aus der EU erschweren. In drei Wochen ist dazu ein EU-Gipfel geplant. Eine der Streitfragen beim Brexit ist der künftige Grenz-Status zwischen der britischen Provinz Nordirland und dem EU-Mitglied Irland. Bislang gibt es dort eine offene Staatsgrenze. London will dies auch nach dem geplanten EU-Austritt 2019 beibehalten.

Zugleich verlangt die britische Regierung aber auch die vollständige Kontrolle über die Einwanderung nach Großbritannien. Die EU hat indes mehrfach gewarnt, das Land könne nach einem Austritt nicht mehr die Vorteile eines grenzenlosen Binnenmarktes genießen. Die EU will diesen Punkt zumindest allgemein geklärt wissen, bevor sie auf dem Gipfel entscheidet, ob die Brexit-Gespräche in die nächste Phase treten.

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