Gareth Joswig über teures Sitzfleisch

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4.700 Euro im Monat verdient Patrick Öztürk als Bürgerschafts-Abgeordneter der SPD derzeit. Ein fürstliches Gehalt im Vergleich zu dem, wovon einige bulgarische Familien leben mussten, die er mit seinem Vater zusammen nach allem, was bekannt ist, systematisch ausbeutetete. Viele nämlich lebten lediglich von Kindergeld: Eine fünfköpfige Familie musste also im Monat mit 588 Euro auskommen. Noch weniger als die Alterspauschale von 750 Euro im Monat, die Öztürk monatlich noch zusätzlich kassiert.

Dass Patrick Öztürk angesichts der durch den Untersuchungsausschuss zu Tage geförderten Erkenntnisse noch immer nicht sein Mandat zurückgegeben hat, verdeutlicht noch einmal die kriminelle Energie und Rückgratlosigkeit eines Mannes, dem wirklich alles egal zu sein scheint. Dass der 31-Jährige noch immer in der Bürgerschaft sitzt, um vermeintlich die Bevölkerung zu vertreten, ist, gelinde gesagt, Verarschung.

Seit zwei Jahren versucht Öztürk mit Hinweis auf sein Zeugnisverweigerungsrecht, diese Affäre auszusitzen, nachdem er Menschen mit einem System ausgeplündert hat, gegen das er als Sozialdemokrat hätte ankämpfen müssen. Vor der Bürgerschaft log er einmal 2016, dass er nichts mit den Betrügereien seines Vaters zu tun gehabt habe und schweigt seitdem zu den Vorwürfen – weswegen auch ein Parteiauschlussverfahren scheiterte.

Der Untersuchungsausschuss arbeitete auf, dass er Wahlkampfmaterialien mithilfe seiner dubiosen Vereine bezahlt hat, Tankrechnungen über sie umgelegte, als Abgeordneter in Schulen vorsprach, um für Nachhilfestunden über seine Vereine zu werben, also zusammen mit seinem Vater und weiteren den Sozialbetrug organisierte.

Antje Grotheer aus der Bremerhavener SPD sagte angesichts des mangelnden Aufklärungswillens Öztürks bei der Präsentation des Abschlussberichtes: „Dass ich Öztürk noch ein SPD-Mitglied nennen muss, widert mich am meisten an – ich bin ziemlich angepisst.“ Dem kann man sich durchaus anschließen.