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Medien müssen Allianzen bilden

„Wir werden hier ganz anders aussehen als der Rest“, sagt mein Kollege. Mit diesen Worten betreten er und ich vergangene Woche die Saarländische Landesvertretung in Berlin. Wir besuchen eine Veranstaltung zum Thema „Finanzierung publizistischer Inhalte“. Dabei soll es auch um die Sicherung von Pluralismus in der Medienlandschaft gehen. Ein Thema, das auch für die taz wichtig ist.

In den Podiumsdiskussionen wird schnell klar: Sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Medien kämpfen gegen die Auswirkungen von Netflix, Google, YouTube und Facebook. Das Mediennutzungsverhalten junger Menschen hat sich stark verändert. Klassische Medien fürchten, diese nicht mehr erreichen zu können.

Während man über den Medienkonsum der Jungen verklausuliert fachsimpelt und dabei auf seine Kinder oder Enkel verweist, wird deutlich, dass die, die die Debatten führen, selbst ganz weit weg sind von denen, die sie erreichen wollen. Auch Ideen zur Erhaltung des Pluralismus in der Medienlandschaft fehlen leider.

Jedoch herrscht Einigkeit, dass man gegen die Verdrängung Allianzen bilden muss und dass die Rechtsverstöße von Facebook und Co. nach politischen Maßnahmen schreien. Die Meinung, dass Medienpolitik viel mehr Gewicht haben müsse, teile ich. Ansonsten habe ich aber sehr wenig gemein mit den hauptsächlich männlichen Titel- und Anzugträgern. Mein Kollege hatte recht. Wir sehen ganz anders aus. Immerhin passen meine Haarfarbe und sein grünes Hemd gut zusammen.

Desiree Fischbach