Das war

Milliarden für sinkende schiffe

Mit 3,5 Milliarden Euro wollen die Anteilseigner der NordLB, vor allem das Land Niedersachsen, faule Schiffskredite absichern. Klang es 2016 so, dass nur die „Bremer“ Schiffskredite notleidend seien, so verhageln jetzt offenbar die in Hannover verantworteten Anleihen die Bilanz: Für das Geschäftsjahr 2018 schreibt die NordLB ein Minus von 2,35 Milliarden Euro. Und was ist, wenn die Finanzhilfe als „Beihilfe“ gewertet und von der EU nicht genehmigt wird? Darüber schweigen die Akteure in Hannover.

„Glück gehabt“, könnte die Bremer Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) sagen, oder „gut verhandelt“: Noch 2016 hatte sie der NordLB die Bremer Anteile an der Tochter Bremer Landesbank für rund 160 Millionen Euro verkauft, plus Bremer Firmenanteile mit einem rechnerischen Buchwert von 82 Millionen Euro. Allein der Anteil an der Wohnungsbaugesellschaft Brebau hat, wie man inzwischen weiß, einen Verkaufswert von fast 200 Millionen Euro. Damit war das Land Bremen raus aus der Nummer – und ist nicht mehr beteiligt an der derzeitigen Rettungsaktion.

Die Konsequenz der Krise: Das Schiffsgeschäft soll ganz gestrichen werden. Das, was in früheren Jahren immer als die große regionale Verantwortung herausgestrichen wurde, fällt nun dem Rotstift zum Opfer. Schon klagt der Verband deutscher Reeder, dass auch die mittelständischen Betriebe die Folgen zu spüren bekommen werden.

Bei der NordLB soll der Arbeitsplatzabbau indes weitergehen. Von einst 5.500 Stellen soll es bis auf 3.250 Stellen gehen, bisher sind erst 823 Stellen abgebaut. Die Bilanzsumme – derzeit 160 Millionen Euro – wird den Prognosen entsprechend auf 95 Millionen Euro sinken.

Wie sehr die Standorte Oldenburg und Bremen schrumpfen müssen, ist vorerst offen. „Darüber haben wir uns noch nicht dezidiert unterhalten“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhold Hilbers (CDU), Niedersachsens Finanzminister. Die große Frage ist, ob diese Entscheidung fachlich in der NordLB fällt. Wenn die Nähe zum Kunden ein Argument ist, dann müsste der Bremer Standort erhalten bleiben. Wenn es eine landespolitisch gefärbte Entscheidung für Hannover (und Oldenburg) gibt, dann könnte Bremen das Opfer sein. „Die Befreiung von Altlasten aus der Schiffsfinanzierung ermöglicht uns einen Neustart“, philosophiert NordLB-Vorstandschef Thomas Bürkle.

Im Jahre 2020 will die Bank dann wieder Gewinne ausschütten. Aus solchen Gewinnen solle sich die derzeitige Kapitalhilfe refinanzieren, verspricht Finanzminister Hilbers. Klaus Wolschner