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Kosten der Klimakrise in DeutschlandBis zu 900 Milliarden Euro Schäden

Die Schäden durch den Klimawandel sind immens, rechnet eine Studie vor. Doch konsequente Politik könnte die hohen Kosten dämpfen.

Hannes Koch

Aus Berlin

Hannes Koch

Viele Leute denken, Klimapolitik sei teuer. Tatsächlich kosten Windräder, E-Autos, Ladesäulen und neue Heizungen Milliarden. Andererseits helfen sie aber auch, viel Geld zu sparen. Denn sie tragen dazu bei, zumindest einige Folgen des Klimawandels zu vermeiden.

Steigen die Temperaturen in Deutschland bis 2050 stark, verursacht der Klimawandel laut einer neuen Studie gesamtgesellschaftliche Schäden von bis zu 900 Milliarden Euro. Das haben das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung und die Beratungsfirma Prognos im Auftrag der Bundesministerien für Umwelt und Wirtschaft errechnet. Die danach 30 Milliarden Euro pro Jahr fallen für die Beseitigung der Schäden an und reduzieren den Wohlstand, heißt es in der Untersuchung.

Diese gigantische Summe markiert das teuerste der drei Szenarien, in dem von nun an keine konsequente Klimapolitik stattfinden würde. Hitzeperioden, Dürren und katastrophale Überschwemmungen nähmen dann deutlich zu. Die Folgen wären zum Beispiel große Schäden an Gebäuden wie etwa durch die Flut an der Ahr 2021, Produktionsausfälle in der Landwirtschaft und eine höhere Übersterblichkeit.

In einem mittleren Szenario entstehen Schäden von gut 500 Milliarden Euro. Wird dagegen der Kohlendioxidausstoß schnell verringert, halten sich die Folgekosten den Berechnungen zufolge mit nur knapp 300 Milliarden Euro bis 2050 einigermaßen in Grenzen.

Klimaschäden lassen sich ausgleichen

Die Untersuchung zeige, „dass wir ambitionierten Klimaschutz ernst nehmen müssen“, sagte Stefan Wenzel (Grüne), Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Sonst bestehe die Gefahr, „künftigen Generationen hohe Schadenskosten aufzubürden“.

In der positivsten der drei Varianten lassen sich die Klimaschäden ausgleichen. Dafür müssten verstärkt Wälder und Moore geschützt werden, die Kohlendioxid speichern. Die Landwirtschaft sollte rechtzeitig neue Pflanzensorten einführen, die mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen. In Städten helfen begrünte Quartiere, die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels für die Bevölkerung einzudämmen.

Die vorbeugenden Investitionen, um den Klimawandel in Grenzen zu halten, hat die Studie nicht betrachtet – und damit auch nicht die Frage, wie sie sich auf Staat, Unternehmen und Privathaushalte aufteilen. Wohlhabende können sich E-Autos, Ökostrom und neue Heizungen besser leisten als Niedrigverdiener. Klimapolitik tangiert also auch Verteilungsfragen.

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7 Kommentare

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  • Die Studie basiert auf dem IPCC-Szenario RCP 8.5 (jetzt SSP5-8.5 genannt), das nicht nur von bekannten Klimawissenschaftlern wie Zeke Hausfather und Peters aufgrund der viel zu hoch angesetzten maximalen CO2-Emissionen als falsch bezeichnet wird, sondern inzwischen auch vom IPCC im neusten Bericht AR6 als wenig wahrscheinlich eingestuft wird. Außerdem unterschätzt die Studie wohl den menschlichen Erfindergeist und die technischen Möglichkeiten, um dem Klimawandel aktiv zu begegnen.

    • @H2Wirtschaft:

      Ergänzung: die Biden-Regierung (USA) hat das Szenario RCP8.5 aufgrund der Unwahrscheinlichkeit seines Eintretens "gestrichen", d.h. es soll in den USA nicht für Zukunftsbetrachtungen herangezogen werden.

  • mehr nicht ... !

    geschenkt !

    eine grippewelle verursacht durchschnittlich 35 milliarden eur schaden in der deutschen volkswirtschaft.

  • 9G
    95820 (Profil gelöscht)

    Meine Schätzung belief sich sogar auf 901 Mrd.

  • Klimapolitik /ist/ eine Verteilungsfrage schlechthin [1]. Das erklärt auch, warum die 1-Promille-Partei so virulent dagegen Lobby macht.

    [1] www.theguardian.co...iversity-chief-aoe

  • Da auch die aktuelle Bundesregierung die Bekämpfung des Klimawandels etwas versteckter zwar aber weiterhin erfolgreich hintertreibt, sollten wir uns schon mal auf das teurere Szenario einstellen.

    Und das liegt nicht nur an der F.D.P. sondern auch am Kanzler selbst.