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„Alien“ als SerieKinder, Konzerne, Körper

Die Disney-Serie „Alien: Earth“ gewinnt dem alten Horror noch mal ganz neue Seiten ab. Und wir sind gespannt auf die Experimente.

Die „Alien“-Filmreihe hat endlich eine Serie. Das war dringend nötig. Wir brauchen mehr feministische, antikapitalistische Erzählungen aus dem All, der Zukunft, vom Horror. Der stand schon im ersten Film 1979 nicht nur für die Lebensumstände der Menschen, für ausbeuterischen Kapitalismus, den zerstörerischen Umgang miteinander und insbesondere mit Frauen: Horror war vor allem das Alien, die Körper gewordene sexualisierte Gewalt.

Und dieser Körper kommt nun auf die Erde. Schuld ist wie immer ein profitgeiler Konzern, der das Alien gefunden hat und zu Forschungszwecken auf die Erde bringen will. Verschlimmert wird die Sache dann durch einen weiteren profitgeilen Konzern.

Der liefert allerdings auch unsere Prot­ago­nis­t*in­nen, allen voran die 11-jährige Wendy. Die war todkrank, aber ein Tech-Wunderknabe transferierte ihren Geist in einen künstlichen Körper – den einer Erwachsenen. Nicht aus Mitleid, sondern als Experiment. Klingt nach „Poor Things“.

Zumindest der Konzernansatz

Alien: Earth“ sexualisiert das Kind allerdings zum Glück nicht. Stattdessen problematisiert die Serie. Regisseur Noah Hawley stellt dabei nicht nur eine Frage, die auch in den Filmen immer wieder angeschnitten wurde: Wann ist ein Mensch kein Mensch mehr? Er fragt auch: Wie gehen wir mit Kindern um? Befehligen, bevormunden, betrügen. Das ist zumindest der Konzernansatz.

„Alien: Earth“

jeden Mittwoch neue Folgen bei Disney+

Direkt nach ihrer Schöpfung wird Wendy ausgenutzt, um andere Kinder in die gleiche Falle zu locken. Immer wieder hadern sie mit sich, mit den Geschlechtsmerkmalen, in die sie nicht hineinpubertieren durften, mit ihrer Unfähigkeit, psychisch heranzuwachsen, mit ihrem Status. Und Wendy vermisst ihren Bruder.

Aus ihrem Bedürfnis nach Nähe entsteht der Plot. Der Bruder hetzt als unterjochter Konzernsanitäter zur Absturzstelle des Aliens und Wendy – hochintelligentes und manipulatives Kind, kampfbereite Supermaschine darf nun mit den anderen Kindern hinreisen, den Bruder retten (und treffen!), herausfinden, dass das Alien alles frisst oder befruchtet, was Puls hat, und eine mysteriöse Beziehung zu ihm aufbauen. Dann beginnen die Experimente.

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