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Bürgerkrieg in MyanmarViele Tote bei Luftangriff auf Krankenhaus

Im nordwestlichen Rakhine-Staat in Myanmar, der weitgehend unter Kontrolle ethnischer Rebellen ist, treffen zwei Bomben eines Militärjets ein Krankenhaus.

Das bei dem Luftangriff durch zwei Bomben zerstörte Krankenhaus in Mrauk U Foto: STR/afp

In der Stadt Mrauk U in Myanmars Rakhine-Staat an der Grenze zu Bangladesch sind bei einem Luftangriff des Militärs auf ein Krankenhaus nach Rebellenangaben am Mittwoch 33 Personen getötet und 76 verletzt worden. Unter den Opfern sollen zahlreiche Patienten, aber auch Gesundheitsarbeitende gewesen sein. Das Krankenhaus wurde stark zerstört, wie Bilder in birmesischen Exilmedien zeigen.

Von der Junta gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Angriff. Er erfolgte ausgerechnt am internationalen Tag der Menschenrechte. Das getroffene Krankenhaus war von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen über viele Jahre unterstützt worden.

„Es ist schwierig auszudrücken, wie entsetzt Ärzte ohne Grenzen über diesem Angriff auf eine der wenigen noch verbliebenen medizinischen Einrichtungen in der Gegend ist. Eine Gesundheitseinrichtung zu bombardieren, Patienten in ihren Betten zu töten – das kann man nicht als Kollateralschaden in einem Konflikt abtun. Krankenhäuser müssen sichere Orte für Menschen sein, die medizinische Hilfe benötigen“, erklärte der für Myanmar Programmverantwortliche Paul Brockmann von Ärzte ohne Grenzen am Donnerstag,

Myanmars nordwestlicher Rakhine-Staat an der Grenze zu Bangladesch ist die Hochburg der Arakan-Armee (AA), einer der stärksten ethnischen Rebellengruppen des Landes. Die AA kontrolliert nach eigenen Angaben 14 der 17 dortigen Verwaltungseinheiten und kämpft für Autonomie.

Luftangriffe des Militärs nehmen zu

Die 2021 durch einen Putsch an die Macht gekommene Militärjunta will sich durch Wahlen ohne Beteiligung der Opposion ab dem 28. Dezember legitimieren und ist seit einigen Monaten militärisch in der Offensive. Derzeit kontrolliert die Junta wieder geschätzte 60 Prozent des Landes. Einige der aufständischen ethnischen Armeen konnten in den vergangenen Monaten zurückgedrängt werden.

Das Militär hat die Lufthoheit und fliegt in wachsender Zahl Luftangriffe, um verlustreiche Bodenkämpfe zu vermeiden. In diesem Jahr hat es laut dem Armed Conflict Data Location Event Data Project rund 30 Prozent mehr Luft- und Drohnenangriffe des Regimes gegeben. Allein in den ersten 11 Monaten dieses Jahres hat es mehr als 13.700 Tote gegeben. Laut UNO wurden seit dem Putsch 3,5 Millionen Menschen vertrieben.

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