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Ex-Mitglied kritisiert die GrünenAufrüsten bis zum Weltkrieg?

Gastkommentar von

Tom Bschor

Nach über 25 Jahren Mitgliedschaft kehrt der Autor den Grünen den Rücken. Ihre Kernaufgabe nehme die Partei nicht mehr wahr – ein Abschiedsbrief.

Pazifistische Wurzeln: Antimilitaristisches Transparent zum Wahlakmpfauftakt von Bündnis 90/Die Grünen in Kassel, Juni 1990 Foto: WEREK/imago

E ine enttäuschte Liebe schmerzt. Im Februar 1997 bei den Grünen eingetreten, habe ich nach langem Ringen nun meinen Austritt erklärt. Die Außenpolitik von B90/Grüne ist illusorisch, gefährlich und macht mir Angst.

Kritik an einer auf militärische Eskalation setzenden Ukraine-Politik birgt die Gefahr, als Putinfreund verunglimpft zu werden. Daher sei – aber auch nur einmal – klargestellt: Es gibt keinen Zweifel daran, wer Aggressor ist, den Krieg begonnen, das Völkerrecht gebrochen und ungezählte Verbrechen begangen hat. Und ja, ohne militärische Unterstützung wäre die Ukraine wohl an Russland gefallen.

Grüne, Union und Teile der SPD beschränken sich aber weitgehend auf eine militärische Antwort. Trotz der Milliardenausgaben wurde dabei nie eine strategische Erfolgsabschätzung vorgelegt. Tatsächlich war ein Sieg der Ukraine von Beginn an unrealistisch, selbst bei noch höherem Engagement. Dieses einzufordern, verkennt nicht nur die Kapazitätsgrenzen von Rüstungsindustrie, ukrainischer Armee und Geberländern, sondern insbesondere das Reaktionspotenzial und die Ressourcen der Putin-Diktatur.

Tom Bschor

Tom Bschor ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, arbeitete als Chefarzt in Berlin und leitete in der letzten Legislaturperiode die Regierungskommission Krankenhäuser, die das grundlegende Konzept für die große Krankenhausreform ausarbeitete.

Unklar bleibt das eigentliche Ziel der Ukraine-Aufrüstung – oder wissen es die Akteure selbst nicht? Mit „Die Ukraine muss den Krieg gewinnen“ setzte sich Grünen-Außenministerin Baerbock in Abgrenzung zu Kanzler Scholz („… darf den Krieg nicht verlieren“) in Szene. Aber was heißt das? Eine Rückkehr zu den Grenzen von vor 2022? Die vollständige Befreiung der Ostukraine? Oder der Krim? Den Sturz Putins? Keines der Ziele war je realistisch – ohne direktes Eingreifen von Deutschland und Nato. Warum schweigen Baerbock, Habeck und Hofreiter zu dieser sich angesichts ihrer beneidenswert selbstgewiss vorgetragenen Analyse eigentlich logisch ergebenden Konsequenz?

Die Grünen haben verpasst, gleichzeitig Putin als Aggressor und die Gefahren der Hochrüstung zu benennen

Die einseitige Militarisierung scheitert seit vier Jahren und verlängert Sterben und Zerstörung, um am Ende ukrainische Gebietsverluste doch nicht zu verhindern. Eine gleichermaßen energische diplomatische Strategie fehlt. Außenminister wie Genscher hätten vermutlich rastlos in der Welt nach Auswegen aus den Kriegshandlungen gesucht. Diplomatische Vorstöße wurden jedoch zweifelhaften Akteuren wie Saudi-Arabien, der Türkei und Donald Trump überlassen. Der bloße Verweis, Putin wolle ja nicht, greift viel zu kurz. Politiker mit Putin-Verbindung wie Schröder und Orbán hätten als nützliche Idioten eingesetzt statt diskreditiert werden sollen.

Genauso fatal ist die Ausgrenzung der russischen Zivilgesellschaft. Die kulturelle und wissenschaftliche Elite Russlands wird boykottiert, dabei liegt die einzige reale Chance auf Wandel in Russland in der russischen Opposition. Statt der Avantgarde ein freies Land zu zeigen, wird Putins Narrativ vom Hass des Westens auf alles Russische bedient.

Die Gefahren einer einseitigen militärischen Außenpolitik werden von den Grünen so wenig diskutiert wie von CDU/CSU und Regierungs-SPD. Nicht die gescheiterte Chamberlain’sche Appeasement-Politik prägt die Geschichte, sondern die Katastrophen, zu denen ungebremste Aufrüstung und waffenstrotzende Nationen führten. Der Erste Weltkrieg ist Mahnung.

Auch die innergesellschaftlichen Konsequenzen werden kaum diskutiert, und dies wäre zuallererst eine Grünen-Aufgabe. Schulunterricht zum Kriegsfall, Musterung aller jungen Männer (aktueller Parteitagsbeschluss der Grünen) und Vorbereitung der Krankenhäuser auf den „Krisen- und Kriegsfall“, als ob Krieg nicht menschengemacht wäre, sondern so schicksalhaft wie Pandemien oder Erdbeben. Stück für Stück wird Krieg in den Bereich des Denkbaren verschoben. Die Gefahr, die von Worten ausgehen kann, scheint genauso vergessen wie die Eigendynamik, die eine Kriegslogik entfaltet.

75 Jahre deutscher Politik der militärischen Zurückhaltung unter der Maxime „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ – die mit einer langen Friedenszeit einherging – wurden von Grünen, Union und Pistorius-SPD über Nacht mit der „Zeitenwende“ über Bord geworfen. Dieser 180°-Kurswechsel hätte breite Debatten und gesellschaftlichen Konsens erfordert, und gerade die Grünen wären hier gefordert gewesen. Stattdessen zeigt sich bei ihnen ein trauriger antiintellektueller und letztlich autoritärer Mangel an Debattenkultur, obwohl für sie einmal der diskursive gesellschaftliche Aushandlungsprozess identitätsstiftend war.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Ein kritisches Bewusstsein für die Rolle der Rüstungslobby fehlt. Forderungen nach Transparenz sucht man vergeblich. Die simple ökonomische Logik, dass ein nach oben offener Militäretat die Rüstungspreise entgrenzt, wird nicht verstanden. Auch die Fixierung auf einen prozentualen BIP-Anteil der Militärausgaben ist abwegig. Fünf Prozent lassen sich auch durch höhere Waffenpreise und Offizierskorpsbesoldung erreichen. Richtig wäre, ein vorab definiertes Zielbild möglichst kostensparend anzustreben.

Warum konnte die Bundeswehr mit bisher (bis 2022) bereits 50 Millariden Euro pro Jahr keine Sicherheit gewährleisten? Verfilzung mit der Rüstungsindustrie, Bürokratie und Ineffizienz prägen sie, und lediglich mehr Geld hineinzuschütten verfestigt die maroden Strukturen. Warum fordern die Grünen nicht die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit durch mehr Effizienz und eine grundlegende Strukturreform der Bundeswehr?

Zuletzt: Die Grünen sind mit Babyboomern und der Friedensbewegung in den 1980er Jahren groß geworden. Wie sie diese pazifistischen Wurzeln nun verleugnen, ist genauso bemerkenswert wie das Fehlen der Frage, ob bei den vergangenen Wahlen nicht gerade die Kreuze dieser stimmstarken Generation fehlten.

Bei den letzten Wahlen legten Linke, AfD und BSW zu, also jene Parteien, die das Primat des Militärischen infrage stellen; leider teilweise unter Verharmlosung der russischen Aggression. Die Grünen haben ihre Chance verpasst: gleichermaßen klar den Aggressor und die Gefahren einer immer weiter eskalierenden Aufrüstung zu benennen. Die anstehenden Landtagswahlen werden für die Grünen bitter – und das tut mir trotz allem immer noch weh.

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43 Kommentare

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  • ""Warum konnte die Bundeswehr mit bisher (bis 2022) bereits 50 Millariden Euro pro Jahr keine Sicherheit gewährleisten?""



    ==



    Im Verteidigungshaushalt 2021 (50 Milliarden) sind die Betriebsausgaben mit rund 25,8 Milliarden Euro (54,9 Prozent) der größte Posten. Dazu gehören Personalausgaben, Ausgaben für Materialerhaltung sowie sonstige Betriebsausgaben – etwa Bewirtschaftung der Liegenschaften, Betriebsstoff, Geschäftsbedarf. Die Personalkosten sind mit 13,2 Milliarden Euro der größte Posten bei den Betriebsausgaben, gefolgt von "sonstigen Betriebsausgaben" (8,02 Milliarden Euro).

    Das bedeutet:



    Da Amerika aus der Verteidigung Europas aussteigt und der Bundeswehr die notwendige Hard - & Software fehlt um sich verteidigen zu können ist es logisch das die restlichen 20 Milliarden nicht ausreichen um auch nur den Mindestbedarf decken zu können.

    Hinzu kommt:



    Russland stärkt seine militärischen Fähigkeiten. Die russischen Rüstungsbetriebe produzieren dort bereits mehr Waffensysteme und Munition, als die Streitkräfte für den Angriffskrieg gegen die Ukraine benötigen..

    Klartext:



    Die Bundesrepublik hat seit 1990 die militärischen Möglichkeiten abgebaut. -

  • Weil immer so gerne der Nationalsozialismus herangezogen wird: hätten die BrittenFranzi Franzosen -wie eigentlich vertraglich zugesichert - beim Überfall auf Polen im Westen losgeschlagen, wer weiß, vielleicht wäre der Welt viel Leid erspart geblieben. Und so sehe ich das auch in der Ukraine. Hätte man Putin und seinen Proxys in der Ostukraine 2014 unter Druck gesetzt, dann hätte das alles bestimmt anderes ausgesehen. So gab es northstream 2 als Geschenk dazu.



    Jetzt wieder einen schlanken Fuß zu machen würde Putin signalisieren das er noch mehr bekommen kann, er muß nur schwer genug draufschlagen. Und auch in Fernost sieht man das sich die Unterstützung westlicher Demokratien endlich und rhetorisch ist.

  • Wenn ich das so lese, ist es für die Grünen vermutlich besser nun um ein Mitglied ärmer zu sein. Gibt andere Parteien die diesen Positionen näher stehen, allen voran die am Ende benannten.

  • Ich kann dem Autor fast gänzlich zustimmen, nur mit dem Unterschied, dass ich 1998 das letzte Mal die Grünen gewählt habe. Bei den Entgegnungen im Kommentarteil scheinen mir oft zwei Dinge miteinander vermischt zu werden. Das eine ist die Haltung zum Krieg in der Ukraine selbst. Da kann man m.E. - anders als der Autor - die Ansicht vertreten, dass Waffenlieferungen in größerem Ausmaß sinnvoll sind, selbst wenn sie den Krieg verlängern. Um letzlich doch den Status Quo Ante wiederherzustellen und deutlich zu machen, dass gewaltsame Grenzverschiebungen nicht gehen. Ich teile diese Ansicht so nicht, aber ich verstehe, dass man sie vertreten kann, ohne eine grundsätzlich antimilitaristische Haltung aufzugeben.

    Etwas anderes ist m.E. aber die weit darüber hinaus gehende Aufrüstungs- und Kriegsertüchtigungswelle, der der räumlich (und hoffentlich auch zeitlich) begrenzte Ukrainekrieg nur als Vorwand dient. Solcher "Zeitenwende" müsste eine antimilitaristische und sozial verantwortliche Kraft sich in jedem Fall entgegenstellen, ganz gleich wie die Haltung zu temporären Waffenlieferungen ist. Zumal angesichts der (auch finanziellen) Herausforderungen im Bereich Gesundheit, Pflege etc.

  • RIP Antje Vollmer



    Antje Vollmer:



    Was ich noch zu sagen hätte



    Vermächtnis einer Pazifistin



    www.antje-vollmer....aechtnis%20PDF.pdf

    • @Ratio:

      Danke für den Link! Selten so eine Bankrotterklärung gelesen...

  • "Bei den letzten Wahlen legten Linke, AfD und BSW zu, also jene Parteien, die das Primat des Militärischen infrage stellen..."

    Diese Parteien gestehen bestimmten Staaten das Recht zu, nach Belieben andere Staaten mit Krieg zu überziehen...

  • Eine Prise Realität



    =



    Putin und andere Kremlbeamte haben wiederholt bekräftigt, dass der Kreml an seinen ursprünglichen Kriegsforderungen festhält und seine Ziele militärisch erreichen will, falls dies auf diplomatischem Wege nicht möglich ist.



    =



    Kremlbeamte haben im Rahmen von Verhandlungen, darunter nach dem US-russischen Gipfeltreffen in Alaska im August 25 und den jüngsten trilateralen Gesprächen in Abu Dhabi vom 23. /24. 1. , oft ihr Bekenntnis zu Russlands Forderungen betont.



    =



    Seit Trump sein Amt antrat und im Sommer/Herbst 25 begann, den New-START-Vertrag für diese Bemühungen zu nutzen, versucht der Kreml, die Aussicht auf verbesserte bilaterale Beziehungen zwischen den USA--RU zu nutzen, um die USA von ihren Ukraine-Bemühungen abzulenken.



    =



    Putin möchte die USA zu Zugeständnissen an RU - Forderungen zur Ukraine zu bewegen, im Gegenzug für verbesserte Beziehungen zwischen den USA--RU und um die USA zu drängen, den Friedensprozess in der Ukraine ohne Abschluss einer Friedensvereinbarung zu belassen um den Krieg



    fortsetzen zu können.



    =



    Klartext : Aber warum möchte Bschor die Bundesrepublik in einem Zustand der Verteidigungsunfähigkeit belassen?

  • Ein erfrischender kämpferischer Text, der bei den Grünen leider nicht mehr diskussionsfähig ist. Ich denke da an die einsamen Friedenskämpfer aus der Eifel bei den Parteitagen Grünen. Sie stellten als einsame Warner die Hochrüstung infrage, auch weil in Ihrem Kreis die Atomwaffen lagern. Erstschlagsziel! Doch ihre Anträge wurden niedergestimmt, sie als Exoten bestaunt.

    Da die UNO aufgrund Trumps Politik erodiert, erscheint der Einsatz dieser Waffen wieder möglich. Doch kein Diskurs dazu bei den Grünen, die davon profitieren, dass kritische Intellektuelle wie Bschor keinen Widerhall bei den Grünen und den Medien finden, wo es von den immer gleichen "Experten" nur so wimmelt.

    Die Grünen stimmten in der EU gegen Mercosur. Dieser Fehler dürfe nicht mehr passieren kasteien sie sich. In Punkto Mercosur wollen sie laut Brantner "nicht mehr auf jedes Komma achten", was nichts anderes heißt, als das die Grünen neben dem Pfeiler Friedenspolitik auch den Pfeiler Umweltpolitik zum Globalen Süden einreißen.



    Der Kollaps des Regenwaldes durch mehr Sojaanbau schert sie nicht! Stattdessen Geopolitik und Wachstumspolitik pur. Diskurs über die Grenzen des Wachstums passe. Nach mir die Sinnflut!

  • Die entscheidende Frage kann niemand beantworten, alle glauben irgendetwas.



    Und diese Frage lautet, ob man Putin dazu bewegen kann, den Vernichtungskrieg gegen die Ukraine zu beenden.



    Meiner Ansicht nach gibt es dafür keinerlei Hinweise. Russland hat kein einziges Zugeständnis gemacht, keine einzige seiner zu Beginn des Überfalls dargelegten Positionen geändert.



    Desweiteren ist die Frage zu stellen, was Vereinbarungen mit Putins Russland wert sind. Guckt man sich das Budapester Memorandum an, kann man eigentlich nur zu einem Schluss kommen: Gar nichts.



    Und ein IMO relevanter Faktor in diesem Kontext wird nie diskutiert: Wenn der Krieg gegen die Ukraine enden würde, würden hunderttausende russische Soldaten nach Russland und in ein ziviles Leben zurückkehren, und die Wahrheit erzählen. Diese Zahl ist selbst für einen Diktator wie Putin nicht zu kontrollieren.

  • "75 Jahre deutscher Politik der militärischen Zurückhaltung unter der Maxime „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ – die mit einer langen Friedenszeit einherging"

    Frieden für wen? In Europa war Stabilität durch kalten Krieg und klar definierte Machtblöcke. Wobei das heute im Nachgang wie die schöne Friedenszeit wirkt, damals hatten alle Angst vorm Atomkrieg.

  • Aus exakt gegenteiligen Gründen denke ich ebenfalls über einen Austritt bei den Grünen nach, weil deren Unterstützungsarbeit für die Ukraine m.E. viel zu gering ist. Wer den Widerstand als zwecklos darstellt und den Sieg Russlands als sicher ansieht, ist der russischen Propaganda schon voll auf dem Leim gegangen. Der Widerstand der Ulraine verlängert auch nicht das Leid. Manchmal ist Besatzung schlimmer als Krieg. Fragen Sie mal unsere europäischen Nachbarn. Warum sind die Länder, die bereits russische Besatzung und Krieg erlebt haben, diejenigen, die sich am wehrhaftesten geben?



    Die Gleichung "mehr Waffen = mehr Krieg" ist ähnlich falsch wie "Wandel durch Handel".



    Dass Sie die pazifistischen Wurzeln der Grünen aus den 80ern vermissen, wundert mich ein wenig, da es damit -kurz nach ihrem Eintritt- mit der Unterstützung des NATO-Einsatzes gegen Serbien im Grunde vorbei war. Völkermord ist halt schlimmer als Krieg. Seitdem wähle ich die Partei und bin ihr wenig später beigetreten. Dass sich darin heute immer noch 80er-Jahre-Pazifisten tummeln, nervt mich sehr. Ihren Austritt halte ich für richtig und arg verspätet.

  • Der Autor macht viele Worte um Dinge, die nicht neu sind.



    Aber kein einziges, mit dem er eine brauchbare Alternative aufzeigt.



    Mir kommt es so vor, als hätte dieser Text besser direkt an die Partei geschickt werden sollen. So ist es nur Meckern.



    Man könnte auch sagen, dass manche Leute einfach stehen bleiben und nicht sehen, dass sich die Welt verändert hat.



    Ich frage mich auch, ob er den Text schon vor Grönland-Trump-Ansinnen geschrieben hat? Wenn nicht, wenn also mit dem Wissen, dann klingt es mir einfach ziemlich naiv, was er schreibt.

  • Was wie so oft in den aufrüstungskritischen Beiträgen fehlt, ist ein Lösungsansatz ohne Aufrüstung, der die globalen politischen Realitäten berücksichtigt.

    Putin sagt offen, dass er Europa in Duginscher Denkweise russisch sieht.

    Trump agiert mit militärischer Gewalt wo immer er möchte.

    Verhandlungsbereit sind die modernen Autokraten nur, wenn ihre Maximalforderungen akzeptiert werden.

    Wie also umgehen mit dieser neuen globalen politischen Lage?

    Ob Ansätze aus den 70ern hier weiterhelfen bzw. es sinnvoll ist, die Augen vor der Realität zu verschließen und zu hoffen, dass das schon alles irgendwie wieder anders wird, wage ich zu bezweifeln.

    Es ist unbenommen, dass sich jeder Frieden wünscht, egal wo und so schnell wie möglich. Dafür aber die Welt den Autokraten zum Fraß vorzuwerfen wird am Ende das Töten nicht beenden. Im Gegenteil.

    Pazifismus funktioniert leider nur, wenn alle mitmachen und ist deshalb eine Utopie.

    • @Gnutellabrot Merz:

      Im Gegenteil - was so oft in den aufrüstungs-befürwortenden Beiträgen fehlt, ist ein damit verbundener Lösungsansatz.



      Die Fälle, in denen Auf- und Wettrüsten historisch zu Frieden geführt haben sind erwiesenermaßen die absoluten Ausnahmen.



      In den meisten Fällen war der Effekt ein gegenteiliger (1. Weltkrieg, 30 Jähriger Krieg, Punische Kriege,,,, usw.)

      • @T-Rom:

        Ihre Auflistung am Ende wirkt sehr beliebig.



        Und wie Sie so pauschal zu der Erkenntnis kommen, "Auf- und Wettrüsten" hätte historisch nur in Ausnahmefällen zu Frieden geführt bleibt überaus unklar. Unlogisch ist diese Aussage allemal. So ist doch eher im Gegenteil anzunehmen, dass als "zu hoch" eigeschätzte Kosten im Sinne von potenziellen eigenen toten Kämpfern und vernichtetem Material manch einen Krieg eher verhindert haben.



        Sie können nun mal schlecht messen wenn etwas wegen Abschreckung nicht passiert ist.



        Übrigens: Fälle in denen ein kriegerischer Angriff erfolgte und auf keine oder zu wenig Gegenwehr stieß, endeten historisch meist keineswegs in Frieden, sondern in Unterwerfung oder gar Vernichtung. Anders als mancher glaubt ist Frieden nämlich nicht die Abwesenheit von Krieg.

      • @T-Rom:

        Faschisten wollen Krieg und sind nur mittels Krieg zu besiegen. Da gibts nichts zu Deuteln. Bitter das, aber nicht zu ändern.

      • @T-Rom:

        Och da gibt es schon einige Beispiele wo das geklappt hat.

        Was aber erwiesenermaßen nie geklappt hat ist eine einseitige Aufrüstungspolitik eines Aggressors ohne eigener militärischer Gegenmaßnahmen zu beantworten.

        Zumal es ja auch nicht nur darum geht Frieden zu sichern, sondern im Falle eines Angriffs diesen abwehren zu können. Hätte man die Ukraine schon früher aufgerüstet, dann hätte man die seit bald 2 Jahren existierende Pattlinie vlt direkt an der Ukrainischen Grenze halten können. Durch Aufrüstung konnten die Vietnamesen die USA abwehren im Vietnamkrieg.



        Aber militärisch nichts tun ist keine Lösung, denn dann ist die Niederlage gewiss.

        Krieg ist etwas, welches einseitig einer anderen Partei aufgezwungen werden kann, gegen ihren Willen, wo man nicht den Standpunkt vertreten kann "Da mache ich nicht mit"



        Flucht ist auch nur dann eine Möglichkeit, solange es noch einen Ort gibt, wohin man fliehen kann.

  • Ich bin sehr froh, dass der Autor nicht schon 1939 in einem Land der Allierten in der gleichen Weise für Appeasement, Zugehen auf die deutsche Zivilbevölkerung und "militärische Alternativen" argumentiert hat und wünsche ihm viel Erfolg in seinem Beruf, wo er sicher kompetenter, menschlicher und erfogreicher auftreten kann.

  • Hrn. Bschor ist 1998f. und die damalige Veränderung der Grünen oben wie unten offensichtlich entgangen.

    Beides ist wichtig:



    Kein schlichter Bittebittepazifismus gegenüber Machtpolitikern, den auch Gandhi oder Kelly nie predigte.



    Und eben auch die Verbindung über die Grenzen hinweg, der engagierten Menschen hie wie dort, gegen alle Widerstände, sofern es geht. Eine Absage an Dämonisierung als Mittel, sondern sich auch so zusammenfinden.



    Selbst Clausewitz wusste, dass Kriege nur anderspolitische Wege zum späteren Frieden sein sollten, nicht selbst ein Zweck.

    • @Janix:

      Nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz. Joschka Fischer hatte Recht.

    • @Janix:

      Ich habe in den 80er-Jahren von der westdeutschen Friedensbewegung nur Proteste gegen US-Raketen und deren Nach(!!!)-Rüstung gehört. Es kann keiner abstreiten, dass diese Bewegung massiv von DDR und UdSSR beeinflusst und viele der zugehörigen Gruppen unterwandert waren.







      Petra Kelly war ein Lichtblick, forderte sie doch glatt, dass auch der Osten abrüsten möge und unterstütze die ostdeutsche Friedensbewgung ."Schwerter zu Pflugscharen".

      • @KaosKatte:

        Die Grünen waren die einzigen inner BRD, die Solidarnosc, die DDR-Bürgerrechtsbewegung oder Sacharow ernst nahmen und aktiv unterstützten. Sie waren und sind gegen Despoten jeglicher Couleur. Drum wähle ich sie...

      • @KaosKatte:

        Diese abgelutsche Platte - wird nicht dadurch richtiger - daßse hier dreist 🔂 & a gähn wieder aufgelegt wird.



        War nicht nur in Westfälisch Sibirien damals quer durch die BRD gut vernetzt einschl. KOFAZ. Woll



        🗝️🗝️🇷🇺 bei meinen Mitstreitern - und die waren querbeet durch alle Schichten - hab ich nicht entdecken können.



        Und als ich im VG Arnsberg Klinken putzte für “Juristen für den Frieden“



        Unterschrieben mehr als die der ferngesteuerten Kollegen einschl. eines Vorsitzen.



        (Der komplett übergeraschte Kollege Behördeiter Präsi - hatte so auf ehra Linie - “…hat wohl seinen Laden nicht in Ordnung!“ - alle Mühe sich im 🎾 Club zu rechtfertigen.



        Ja Ja die Unterwanderstiefel! Gell🙀



        & die stell ich ehna gern hin! Wollnich



        Dieter Süverkrüp Erschröckliche Moritat vom Kryptokommunisten LIVE im Fernsehen 1968



        www.youtube.com/watch?v=FfHxD5VNqwM



        🤖 “…jedoch die Stationierung der Raketen durch den Bundestag nicht verhindern konnte, und in der DDR mit dem Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ auch die SED-Diktatur herausforderte, wobei auch sowjetische Geheimdienste versuchten, die Bewegung zu beeinflussen.“



        Na logo. Kongenial mit BRD-Schlapphüten - aufs Maul



        Versucht! Jung - immer!

        • @Lowandorder:

          Sorry - Fingersalat 🙀🧐

          “…Unterschrieben mehr als die HÄLFTE der ferngesteuerten Kollegen einschl. eines Vorsitzenden

          (und dieses Gericht ist bis heute eher als satt konservativ eingeschätzt! Woll)

      • @KaosKatte:

        Es gab die Personen, die nachweislich ihre Marsch-Ruta aus dem Politbüro bekamen, aber eben auch andere. Ob West oder Ost, auf Raketen muss Rost, um einen vor 40 Jahren verstorbenen Hutträger zu zitieren. Die Grünen waren wohl tatsächlich auch die Partei, die den Kontakt über die Mauer zu den Menschen immer wieder suchte.

        Die angebliche allgemeine sowjetische Übermacht war keine, doch auch die Doppellösung hatte ihren Punkt.



        Diese Doppellösung kann heute heißen, für (wahrscheinlich erst) die Zeit nach Putin die Hand auszustrecken, doch die andere wehrend auch noch zu haben,

      • @KaosKatte:

        Petra Kelly war integraler Bestandteil der Friedensbewegung, und das vor allem von Konservativen verbreitete Märchen, die Friedensbewegung sei nur für Abrüstung im Westen eingetreten, ist schlicht Quatsch.



        Es gab eine Unterwanderung von Teilen der Friedensbewegung, vor allem der K-Gruppen, aber keineswegs gab es eine allumfassende Unterwanderung. Das ist schlicht Springer-Desinformation



        Als Kelly im Herbst 81 im Bonner Hofgarten sprach, sprach sie vom Ziel einer atomwaffenfreien Welt, und das war weitgehend Konsens damals (abgesehen vermutlich von den vorgenannten K-Gruppen). Eppler, Albertz und wie sie alle hießen, sahen das nicht anders.

  • Wer keine Bereitschaft zeigt, seine Werte und Ideale notfalls auch mit Gewalt zu verteidigen, akzeptiert dadurch Unrecht und Barbarei!



    Und hat offenbar auch keinerlei Werte, die es Wert sind, verteidigt zu werden.

    • @DenkeDran:

      Dazu passt auch eine Aussage des Bundespräsidenten:



      "Pazifismus ist ehrenvoll, führt aber nicht zum Guten. Er zementiert nur die Dominanz der Bösen, der Unmenschlichen und der Verbrecher."

    • @DenkeDran:

      Ghandi oder etwa die baltische "singende" Revolution sind nicht bekannt?

      • @T-Rom:

        Doch ist bekannt, aber nur weil es in dem Einzelfall geklappt hat, lässt sich daraus keine Strategie entwickeln, denn der Agressor hätte auch sie auch einfach Niederschießen können (Hätte auch beim Fall der Mauer passieren können).

  • war und bin kein grünes Parteimitglied, aber seit ca 1990 überzeugter Wähler (gewesen?) - der Antrieb war auch "die Grenzen des Wachstums" des CoR und die auch aktuell weiterhin bestehende Ignoranz des größten menschengemachten Problems, der Umwelt- und Klimaveränderungen - des Weges in die endgültigen Katastrophe. Auch bei den Gründen erscheint- wohl mit Blick auf Wahlen,Zustimmungswerte ect - dieses Thema zu einem Randthema verkommen zu sein. Natürlich sind auch die Friedens- , derzeit wohl eher Kriegsbemühungen wichtig. Ich stimme dem Autor in seiner Analyse zu. Nur was mir fehlt, auch bei mir, ist ein umsetzbarer Lösungsansatz. Die Menschen in Ukraine, Palästina, Kongo ihrem Schicksal überlassen? Den geldgeilen, machtbesessenen Autokraten von Putin über Netanjahu, Trump u.a. ihren fatale Agendas ausleben lassen? Gesprächsbereitschaft ist nicht zu erkennen, "vernünftigen" bzw humane Lösungsansätzen sind diesen neuzeitlichen Monstern fremd. Und in der derzeitigen Parteienlandschaft sind mir die Grünen immer noch die glaubwürdigsten, trotz des elitären Gehabe.

  • Ich bin kein Freund einer Partei die immer links blinkt um dann rechts abzubiegen. Deswegen ist mir egal, was der Autor über die Grünen schreibt. Nun zum Rest. Ein Sieg der Ukraine war nie unrealistisch, hätte man die richtigen Waffen geliefert um den Krieg in das Hinterland des Aggressors zu tragen. So ist die Niederlage natürlich unausweichlich. Die Ressourcen Russlands sind noch beschränkter als die des "Westens", etwas anderes zu behaupten ist schlicht falsch. Daß die Ukraine vollständig befreit werden muß ist ebenfalls klar, sonst haben wir mindestens für die nächsten fünfzig Jahre einen dauernden Krisenherd mit immer wieder aufflammenden Krieg mitten in Europa. Zudem wären dann die osteuropäischen Länder einer andauernden Kriegsbedrohung ausgesetzt. Mahnung ist der WK II mit seinem industrialisierten Massenmord. Wäre man Hitler entschieden entgegen getreten, wäre der WK II nie ausgebrochen. Was der Autor will ist die Niederlage der Ukraine mit allen ihren Konsequenzen, Gebietsabtretung von ca. einem Drittel des Staatsgebietes, Russifizierung der Restrukraine und andauernde Bedrohung der osteuropäischen und nordeuropäischen Staaten.

    • @Alberta Cuon:

      Ich stimme Ihnen vollkommen zu und habe die Geschichte weiter gesponnen. Endet der Konflikt mit Gebietsverlust, fürchte ich, dass viele Menschen verständlicherweise diese Orte verlassen werden. Da es nur ein Frage weniger Jahre sein dürfte, bis Russland die Rest-Ukraine weiter drangsaliert, werden sie weiter nach Westen ziehen und ihr Heimatland verlassen wollen. Wasser auf die Mühlen der Rechten in Europa. Die EU zersplittert. Dann können die Grünen endgültig einpacken.

  • Ich kann dem Autor nur aus ganzem Herzen beipflichten. Seit 2022 konnte mir keiner erklären, wie der Ukraine-Krieg "gewonnen" werden soll. Zumal ja Tschetschenien gezeigt hat, dass die Russen auch wieder kommen, selbst wenn man sie kurzfristig militärisch zum abziehen zwingt.



    Auch der Wandel der Grünen zu den "Oliv-Grünen" gibt mir schwer zu denken. Eine Partei, die im wesentlichen von Wehrdienstverweigerern und Frauen getragen wurde, kann auf einmal nicht militlärisch genug sein. Das kann nicht gut gehen.

    • @Sybille Bergi:

      Tja, was heisst gewinnen? Dem russischen Faschismus bald vier Jahre massiv entgegen getreten zu sein, mit Hunderttausenden toten Vernichtungskriegskriegern halte ich schon für einen Sieg.



      Nur mal daran erinnert: laut Putlers fabelhaften Plan sollte seine militärische Spezialoperation binnen ein paar Tagen mit der bedingungslosen Kapitulation der überfallenen Ukraine geendet haben. Russland pfeift auf dem letzten Loch, erinnert fatal an das Afghanistanabenteuer 1979 ff.

  • ""Die einseitige Militarisierung scheitert seit 4 Jahren und verlängert Sterben und Zerstörung, .....""



    ==



    Das Völkerrecht, die jahrzehntelang stabile internationale Ordnung und der Multilateralismus sind massiven Attacken ausgesetzt. Statt auf Kooperation zu setzen, verschieben verschiedene Akteure aktuell die Grundpfeiler dieser Welt. Gemeinsame Regeln werden gebrochen, die Willkür der Skrupellosen wird zum dominierenden Prinzip.

    Putin zeigt der Welt, wie er die europäische Friedensordnung durch seine imperialistische Ideologie ersetzen will. Die Volksrepublik China verfolgt eine langfristige, gegen Demokratien und Menschenrechte gerichtete Strategie der wirtschaftlichen Macht, um die Weltordnung nach ihren Interessen umzugestalten.

    Die EU ist in dieser Zeit die globale Macht, die das Interesse an Regeln und Zusammenarbeit am besten verteidigt. Gerade jetzt käme der EU die Aufgabe zu, ein Bündnis all derjenigen Länder auf der Welt zu schaffen, die um eine an Regeln, Werten und Vertrauen orientierte Weltordnung kämpfen wollen.

    Ein Psychotherapeut sollte niemals vergessen, das Schwäche eine Einladung für Imperialisten ist anzugreifen.

  • Wenn die Vorfahren des Autors auch so unsolidarische Schönwetterdemokraten gewesen wären, die immer nur zuschauen wie in Nachbarländern die Demokratie im Blut ersäuft wird und es nie so etwas wie echte länderübergreifende Bewegungen gegeben hätte, dann wäre er vermutlich heute noch ein Leibeigener einer brutalen Herrscherkaste.

    Die Politik der Grünen ist eine realistische und notwendige Reaktion auf den brutalen Angriff reaktionärer Kräfte, die uns wieder in dunkelste Zeiten zurückführen, wenn WIR das zulassen. Die einzige Sprache, did Putin versteht ist STÄRKE.

    Das ist Realpolitik.

  • Anders als der Autor war ich nie Mitglied der Grünen, aber die Fragen die er stellt, beschäftigten auch mich.... bis vor einiger Zeit.

    Inzwischen habe ich es aufgegeben nach Erklärungen zu suchen.

    So wie die Sozialdemokraten sich vom traditionellen "linken Geist" und den Interessen der Durchschnittsbevölkerung entfernt haben,



    sind bei der "Führungsspitze" der Grünen kaum noch Spuren von ehemals vorhandener pazifistischer Haltung zu finden.

    Von linken Positionen ganz zu schweigen.



    Vor der Wahl in BaWü wird besonders deutlich, dass sich die Partei inzwischen zur "grün lackierten FDP" entwickelt hat.

  • "Die einseitige Militarisierung scheitert seit vier Jahren und verlängert Sterben und Zerstörung, um am Ende ukrainische Gebietsverluste doch nicht zu verhindern."

    Es ist natürlich ein Blick in die Glaskugel, aber ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass die Gebietsverluste der Ukraine im Falle einer Nichtunterstützung seit 2022 erheblich größer wären als das, was heute Putins utopische Forderungen sind. Abgesehen davon muss man davon ausgehen, dass es noch deutlich mehr Butchas gegeben hätte.

    "Genauso fatal ist die Ausgrenzung der russischen Zivilgesellschaft."

    Da würde ich durchaus mitgehen. Dass man vehemente Putin-Unterstützer boykottiert finde ich in Ordnung. Gleichzeitig hätte man deutlicher machen sollen, dass sich, von Putin aufgezwungene, Feindschaft nicht auf alle Russen beziehen darf.

    "gescheiterte Chamberlain’sche Appeasement-Politik"

    Die Politik Chamberlains wird noch immer von vielen unterschätzt. Ihm war bewusst, dass der Krieg nicht verhindert werden konnte, weil Hitler diesen unbedingt wollte. Chamberlain hat dem UK Zeit erkauft.

    • @Katharina Reichenhall:

      "Chamberlain hat dem UK Zeit erkauft."

      Wenn er das gewollt hätte, hätte er die Zeit genutzt. Hat er aber nicht.

  • Lieber Tom Bschor, nur wenn Sie Parteimitglied bleiben, können Sie in der Partei mitreden und mit Ihren Argumenten Parteibeschlüsse erwirken, die dann in den Fraktionen angepackt und umgesetzt werden müssen - sofern es die Mehrheiten erlauben. Mit dem Verlassen der Grünen haben Sie sich dagegen entschieden.

    Aber ketzt hier öffentlich in der taz lamentieren? Das hätten Sie sich und uns ersparen können. Warum bleiben Sie nicht bei Ihrem Thema: "Schuster bleib bei Deinen Leisten"! Die Krankenhausreform wird von vielen Seiten kritisiert. Da ist noch viel Luft nach oben und eine Lösung im Gesundheitsbereich für die vielen Probleme noch in weiter Ferne. Offenbar war Ihre Arbeit in diesem Bereich wenig zielführend. Also kümmern Sie sich!

  • Die Grünen im Wandel,



    von der Anti-Krieg und Anti-Aufrüstungspartei "Frieden schaffen ohne Waffen", zur "alternativen Wohlstandspartei" mit Lasten-EBike und Zustimmung zur Militäreinsätzen, Wehrpflicht und Aufrüstung.



    Jetzt brechen sie sogar in Brüssel die Brandmauer mit den Rechten. Es widert mich nur noch an, und die habe ich früher mal gewählt und unterstützt.