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Forscher über AfD in Baden-Württemberg„Starke Kontinuität extrem rechten und nationalen Denkens“

Reich und extrem rechts: Warum liegt die AfD in Baden-Württemberg bei 20 Prozent? Rolf Frankenberger hat sich mit rechten Hotspots beschäftigt.

Überschneidungen mit Verschwörungsideologen, Russlandfreunden und Völkischen: Parteitag der AfD Baden-Württemberg im November 2025 Foto: Bernd Weißbrod/picture alliance/dpa
Gareth Joswig

Interview von

Gareth Joswig

taz: Herr Frankenberger, Sie haben zur Sozialstruktur mit Blick auf Anfälligkeit gegenüber extrem rechten Einstellungen geforscht. Vor der Landtagswahl liegt die AfD bei rund 20 Prozent in Baden-Württemberg. Warum ist das so?

Rolf Frankenberger: Die AfD kann hier an vieles anknüpfen. Trotz derzeit noch grün geführter Landesregierung kann man sagen, dass Baden-Württemberg jenseits der großen Städte strukturell konservativ ist. Die AfD gibt sich einen konservativen Anstrich und versucht gezielt, Anklang im ländlichen Raum und in den Ballungsräumen zu finden. Sie spricht eine konservative Klientel an und kommt in einigen Städten wie Heilbronn, Mannheim und Pforzheim auch in konservativ geprägten migrantischen Gruppen gut an.

Im Interview: Rolf Frankenberger

Rolf Frankenberger, Jahrgang 1974, ist Politologe und Geschäftsführer Forschung am Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) an der Uni Tübingen. Derzeit arbeitet er mit einem Team an der Forschungsplattform „Extreme Rechte“, die Umfragewerte mit Sozialstrukturdaten korreliert. Er forscht zu politischer Kultur und Lebenswelten und der Veralltäglichung extrem rechter Ideologien.

taz: Die Zustimmungswerte zur AfD widersprechen deutlich der These, dass die AfD zuvorderst ein Problem des Ostens und in einigen strukturschwachen Regionen in NRW sei.

Frankenberger: Richtig. Baden-Württemberg ist im Vergleich relativ reich, wobei es trotzdem auch hier in den Städten sichtbare und versteckte Armut gibt – der Reichtum ist ungleich verteilt. Dennoch ist die Zustimmung zur AfD hier eher durch Zukunftsperspektiven bedingt. Einerseits gibt es auch hier eine Modernisierungs- und Zukunftsangst in Regionen, die sehr von der Autoindustrie abhängen. Andererseits gibt es eine gefühlte individuelle und soziale Deprivation – die Wahrnehmung einer sozialen Herabsetzung des Eigenen, die in der Politik zu wenig adressiert wird.

taz: Was genau meinen Sie damit?

Frankenberger: Es geht hier um wahrgenommene Widersprüche: Was gelten meine eigenen Werte noch in der Gesellschaft? Nach dem Motto: In meinem lokalen Umfeld teilen viele meine Einstellungen und zum Beispiel mein christlich geprägtes Familienbild, gesamtgesellschaftlich spielt es aber nicht mehr die zentrale Rolle. Ebenso schwinden scheinbar oder gefühlt Recht und Ordnung. Und nicht zuletzt die Wahrnehmung, die eigenen Wünsche und Zukunftsperspektiven würden nicht ausreichend berücksichtigt. Das hat auch mit Identitätspolitik zu tun. Die AfD greift das polarisierend auf und fragt weiter: Wer gehört zu Deutschland und wer nicht? Das ist anschlussfähig an viele Narrative, die es gerade in Baden-Württemberg in ländlichen, traditionellen und auch in religiösen Kontexten gibt.

taz: Welche Unterschiede gibt es zur Zustimmung im Osten?

Frankenberger: Im Osten gab es natürlich die politischen und auch biografischen Brüche durch die Transformationen nach der Wiedervereinigung. Diese Brüche und damit verbundene Ängste wurden systematisch auch von Rechtsextremisten aus dem Westen bewirtschaftet, die sich dort nach der Wende organisierten. Hinzu kommt, dass ganze Regionen sozioökonomisch peripher geworden sind. Und es gibt eine Staatsferne, die sich auch über die Erfahrungen mit dem SED-Regime erklären lässt.

taz: Wie läuft es im Unterschied dazu im Südwesten?

Frankenberger: In Baden-Württemberg sind die Mechanismen anders: Hier gibt es eine starke Kontinuität extrem rechten und nationalen Denkens. Diese Einstellungen konnten von der CDU lange absorbiert werden, wenn es eben keine Krisen oder Herausforderungen gab. Die Narrative waren aber immer schon da, sie waren halt politisch mal mehr und mal weniger virulent – wie die Zustimmung zu den „Republikanern“ in den Neunzigern, aber auch die hohen NPD-Wahlergebnisse in den Sechzigern gezeigt haben.

taz: Wo liegen die extrem rechten Hotspots in Baden-Württemberg?

Frankenberger: Zum einen gibt es urbane Hotspots: In Pforzheim, Heilbronn und teils auch Mannheim gibt es stark fragmentierte Stadtgesellschaften – einerseits eine gut organisierte Zivilgesellschaft, aber auch starke ökonomische, soziale und Bildungsunterschiede. Pforzheim und Mannheim kämpfen mit dem Strukturwandel und sind sehr stark migrantisch geprägt. Die AfD macht neben ihrem völkisch-nationalistischen Standardprogramm hier in migrantischen Milieus gezielt Wahlwerbung mit kyrillischer Schrift für Menschen mit einem Migrationshintergrund in der ehemaligen Sowjetunion und versucht auch, Potenziale türkeistämmiger Konservativer abzugreifen, die die AfD wählen, unabhängig von der Position zu Migration.

Heilbronn wiederum ist eine prosperierende Stadt, etwa mit großen Investitionen in die Hochschule und die Stadt durch die Schwarz-Gruppe und Dieter Schwarz. Allerdings profitieren hier nicht alle in der Stadt gleichermaßen von der so entstehenden Dienstleistungs- und Wissensökonomie. Das ökonomische Auseinanderdriften und die Größe der auch davon betroffenen konservativ geprägten Wählergruppen erklären in solchen Städten gute Teile der Zustimmung zur AfD – im Gegensatz zu urban geprägten Ballungszentren wie Freiburg, Konstanz, Tübingen, Stuttgart, Karlsruhe und Heidelberg.

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taz: Wo im ländlichen Raum ist die AfD erfolgreich?

Frankenberger: Der Neckar-Odenwald-Kreis, der Schwäbische Wald, Hohenlohe, der Zollernalbkreis und Teile der Schwäbischen Alb sind Regionen, die strukturell konservativ-christlich geprägt sind. Hier haben sich historisch rechte und konservative Narrative stark gehalten, entsprechend haben über Jahrzehnte hinweg extrem rechte Parteien immer wieder Erfolge erzielt. In Teilen des Nordschwarzwaldes und im Schwäbischen Wald wurde in den Sechzigern NPD gewählt, in den Achtzigern und Neunzigern „Republikaner“ und jetzt AfD.

Im ländlichen Raum war die CDU im letzten Jahrzehnt generell im Abschwung, weil die eher konservativen Grünen um den derzeitigen Ministerpräsidenten Kretschmann einen Teil der Wählerschaft abgegriffen haben. Im Moment gibt es hier einen Umschwung. Allerdings verliert die Union nun auf der anderen Seite an die AfD, weil vor allem in realen und gefühlten Krisenzeiten völkisch-nationale Erzählungen gut funktionieren: Wir hier – unsere Gemeinschaft, unsere Werte – sind vermeintlich bedroht durch die linken Eliten aus den Städten und Berlin.

taz: Wie sind diese Regionen strukturiert?

Frankenberger: Es gibt neben dem demokratischen Konservatismus eben auch erzkonservative, christlich-fundamentalistische, nationale oder auch völkisch geprägte Subkulturen. Manche Hotspots sind stark pietistisch geprägt, zum Teil auch erzkatholisch. Laut unseren Forschungsdaten bieten diese Milieus ein Umfeld, in dem rechte Parteien erfolgreich sein können, ohne dass sie offensichtlich direkte Einflussfaktoren sein müssen. Und zwar unabhängig davon, ob diese Regionen ökonomisch oder infrastrukturell marginalisiert sind. Die Zustimmung zur AfD erklärt sich hier weniger auf der ökonomischen als auf der kulturellen Ebene. Es geht auch darum, wie die Leute und vor allem die Meinungsführer vor Ort ticken.

taz: Wie bildet sich das im Kleinen ab?

Frankenberger: Es gibt etwa Bürgerinitiativen gegen Infrastrukturprojekte, wenn es um Solarparks oder Windkraftanlagen geht, ebenso Mobilisierungen gegen Flüchtlingsunterkünfte. Diese Potenziale mobilisiert auch nicht immer die AfD selbst, aber sie kann daran anknüpfen, wenn Bürgerinitiativen Stimmung machen und mit Ängsten arbeiten. Hinzu kommen Mischszenen, in denen es auch Überschneidungen mit Reichsbürgern und Querdenkern, aber auch Bauern gibt.

taz: Querdenken konnte während der Pandemie Tausende nach Stuttgart mobilisieren.

Frankenberger: Ja, und die Auswirkungen der Mobilisierungsfähigkeit dieser Mischszene sind weiter situationsabhängig groß. Das hat man auch vor zwei Jahren in Biberach gesehen, als der politische Aschermittwoch der Grünen nach gewaltsamen Protesten unter anderem von Landwirten abgesagt werden musste. Hier hat sich gezeigt, wie einflussreich Landwirte in manchen Regionen sind. Populistische Narrative gab es schon immer an Stammtischen – in einigen Regionen, etwa Oberschwaben, hat sich das zum Teil stark verdichtet. Dort finden Sie von Verschwörungsideologen über Russlandfreunde bis zu Völkischen und AfD alle möglichen Überschneidungen.

taz: Wie nehmen Sie die Wahlkampagne der AfD wahr?

Frankenberger: Widersprüchlich: Spitzenkandidat Markus Frohnmaier ist durchaus radikal, will sich aber als Macher mit eher konservativem Anstrich inszenieren – tritt aber selbst nicht einmal an für einen Landtagssitz. Fraglich, ob das verfängt: Dass er dann in Berlin bleiben will, kann distanziert und karrieristisch wirken. Ansonsten ist die AfD präsent in allen Formaten – macht beispielsweise auch Stände und Bürgerdialoge. Aber so richtig heißgelaufen scheint mir ihr Wahlkampf noch nicht. Bei den Transformationsherausforderungen der Autoindustrie setzt sie auf Verbrenner und überkommene Mobilitätsstrategien. Die Frage bleibt, inwiefern gerade in der Wählerschaft kulturelle Faktoren rationale Motive ausstechen und ob der AfD etwa die Nähe zu Trump und dessen für Baden-Württemberg verheerende Wirtschaftspolitik schadet.

taz: Welche Themen spricht die AfD noch an?

Frankenberger: Inhaltlich spricht sie viele Themen an, die gar nicht auf Landesebene entschieden werden, EU-Finanzpolitik etwa. Zudem versucht die AfD natürlich, zu polarisieren und Familien gegen Migranten auszuspielen mit Slogans wie „Die Zukunft unserer Heimat liegt in deutschen Kinderzimmern, nicht im Asylzentrum“. Allerdings spielt Migration bislang keine übergeordnete Rolle im Wahlkampf. Mit Slogans wie „Willkommenskultur für Neugeborene und Ungeborene“ versucht die AfD, auch an bestehende Ressentiments und evangelikale Abtreibungsdiskurse anzuknüpfen.

Sie versucht aber auch, mit Forderungen nach einer Stärkung des ländlichen Raumes gezielt Landwirte anzusprechen. Und sie verfolgt vielfach eine Strategie der Vagheit – nicht wirklich etwas sagen, damit die Wäh­le­r:in­nen die Slogans auch als Projektionsfläche für das Eigene nutzen können. Der Spruch „Es sind zu viele“ ist da ein gutes Beispiel. Zu viele was denn eigentlich? Das kann zur Chiffre für Migrant:innen, Windräder, queere Menschen oder auch Steuern werden. Beliebigkeit ist manchmal eben auch eine Strategie, die verfängt.

taz: Gibt es etwas, was Regionen resilient dagegen macht?

Frankenberger: Man sollte vor allem nicht diejenigen aus dem Blick verlieren, die nicht die AfD wählen. Selbst wenn es mittlerweile einzelne Regionen in Baden-Württemberg gibt, die in Ortsteilen und Wohngebieten sogar Wahlergebnisse jenseits der 30 Prozent haben, wählen dort 60 bis 70 Prozent nicht diese Partei.

Wichtig ist, wie sich Vereine, Kirchen, Zivilgesellschaft und Unternehmen vor Ort positionieren und vernetzen. Resilient sind vor allem Gemeinden, in denen es breite Bündnisse gibt, in denen auch demokratisch-christlich-konservative und bürgerliche Kräfte eingebunden sind. Vor allem müssen Konservative die Gefahr erkennen, dass ihre Marginalisierung das erklärte Ziel der AfD ist, die christlich-konservative Werte durch völkisch-nationalistische ersetzen will.

taz: Wie vermittelt man das gerade in Regionen, wo der Kampf für Demokratie als linkes Elitenprojekt wahrgenommen wird?

Frankenberger: Der christlich-demokratische Konservatismus war ein Motor der Demokratisierung nach 1945. Auch die bürgerlichen Kräfte und Parteien haben hier eine Verantwortung: Demokratie ist kein linkes Projekt. Es ist ein gesellschaftliches Projekt, bei dem es darum geht, wie wir friedlich zusammenleben wollen und wie wir das Zusammenleben verbessern können. Plurale Bündnisse dafür zu bilden, ist aber harte Arbeit und Auseinandersetzung.

Dennoch sind große Zusammenschlüsse mit einem gemeinsamen Fokus unbedingt notwendig. Unabhängig von Parteibindungen muss klar sein, worum es hier geht: die liberale Demokratie, die ihre Schwächen hat, aber die halt unbestritten unglaubliche Stärken hat, wenn es darum geht, dass Menschen in Frieden und mit möglichst großen Lebenschancen zusammenleben können.

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15 Kommentare

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  • Indem sie nach Art von Duckmäusern sich durchdrücken, im Winkel sitzen, im Schatten schattenhaft dahinleben, machen sie sich eine Pflicht daraus: als Pflicht erscheint ihr Leben als Demut, als Demut ist es ein Beweis mehr für Frömmigkeit … (Friedrich Nietzsche, Der Antichrist)

  • AfD und die letzten 80 Jahre demokratische Zivilisation wären für die Katz.



    Sicherlich sollten wir den Sorgen & Problemen der deklasierten AfD Wähler annehmen und nicht einfach Ausblenden.



    Nur leider dringen demokratische Argumente nicht bei dieser deklasierten Gesellschaftsschicht der AfD Wähler vor, so müssen wir Demokraten, die Verantwortung zur Aufrechterhaltung unseres Rechtsstaat übernehmen und diese fehlgeleteten Wähler vor sich selbst schützen. Dazu gehört es unabdinglich ihnen ihre Grenzen, sowohl im privaten wie auch beruflichen Alltag aufzuzeigen. Keine Aufträge mehr an Handwerksbetriebe und Unternehmen vergeben, wo Inhaber der AfD Idiologie verfallen sind. Keine AfD Wähler mehr in Sporvereinen und Clubs dulden. Die Konsequenzen ihres handeln müssen für AfD Wähler spürbar werden, nur dann können wir auf eine Einsicht dieser deklasierten Menschen hoffen und sie wieder an unserer Gesellschaft teilhaben lassen.

  • Wenn man vorsichtig unter der linken Kuschel- und Selbstversicherungsdecke hervorlugt stellt man fest, dass es ausserhalb der Decke nur noch Nazis gibt. Viel Feind viel Ehr!



    Das erhöht natürlich das eigene Bewusstseinslevel enorm.

  • Es ist schon erstaunlich, wie diese komplett inhaltsleere Lügenshow einfach so weiterläuft, offenbar unaufhaltsam.



    Wo das Ganze endet? Man will es sich nicht ausmalen.

  • Nach Heitmeyer und Strenger gibt es überall auf der Welt autoritär sozialisierte Menschen, die oft in Folge zu nationalistisch-autoritären Haltungen neigen. Dem gilt es permanent gelebte Demokratie entgegenzusetzen.



    Deshalb ist es auch falsch von der CD/SU die Meinung von der AfD zu übernehmen, denn damit gibt sie den hetzerischen Inhalten Recht. Aber viele Inhalte sind bereits falsch oder genannte Missstände müssen praktisch angegangen werden.



    Z.Zt. sehe ich allerding die Rechtskonservativen selber als Hetzer - immer vorn dabei: Ulf "Joseph G." Poschardt - ohne Lösungen für die breite Bevölkerung. Dass sie selber nur sich und die finanziellen Eliten pämpern, soll mit dem populistischen Lärm verdeckt werden ...

  • Schon erstaunlich. Bisher dachte man ja, die demokratieerfahrenen Menschen der BRD seien - anders als ihre geistig etwas trägen Vettern im Osten - gegen autoritäre Verlockungen gefeit. How the turn tables.

  • Viele Worte nur um zu sagen was jeder wissen kann wenn er es denn will. Er muß sich nur die damaligen Wahlergebnisse der NSDAP anschauen. Das ist die konservative/christliche Kontinuität ...

    • @Alberta Cuon:

      "Widerstand gegen den Nationalsozialismus entstand kaum. Auch in Baden und Württemberg lassen sich nur vereinzelt widerständige Aktivitäten feststellen." (Landeskunde BW)



      Mein Eindruck ist, dass die Vertreter der katholischen Kirche sich eher gegen die Nazis stemmten, als die Vertreter der evangelischen Kirche. Vertreter beider Kirchen hatten aber wohl wenig Bedenken, was die Kommunisten oder Juden anging, wohl aber wandten sie sich gegen die Gleichschaltung.

    • @Alberta Cuon:

      Ganz so einfach ist es nicht. Einige erzkatholische Gegenden hatten deutlich unterdurchschnittliche Ergebnisse.

  • "Diese Einstellungen konnten von der CDU lange absorbiert werden, wenn es eben keine Krisen oder Herausforderungen gab."

    Eben nicht "absorbiert". Ein treffenderer Ausdruck wäre "aufgegriffen und multipliziert":

    de.wikipedia.org/w...entrum_Weikersheim

  • Was unterschätzt wird, ist die RATLOSIGKEIT der Wissenschaft und der Politik gegenüber den besonders in Deutschland als früher einmal kreativem Wirtschaftsraum ökonomischen Rückschlägen in der so exportabhängigen Wirtschaft. Sie schürt -berechtigt (?)- Zukunftsängste und Ohnmacht, insbesondere, wenn es (CDU-) Politiker gibt, die die Leistungen eines Sozialstaates infrage stellen. In der Tat stellt sich die Frage, wie lange 'wir' uns das leisten können, im Wettbewerb mit anderen Märkten, die günstigere Rohstoffkosten, durch enorme Staatsverschuldung eine höhere Produktivität und weniger Rücksicht auf den eigenen Binnenmarkt und Klima mithalten zu wollen und dabei dazu beitragen, die nationalen Existenzbedingungen zu vernachlässigen. Die drohende Deindustrialisierung und Vernachlässigung heimischer Produktivität gefährdet den Wohlstand und damit unsere Demokratie. Wer diese Umstände mit ökonomischen Durchhalteparolen verleugnet und gleichzeitig zuläßt, dass die Reichen sich 'neuen' Märkten zuwenden, darf sich nicht wundern, wenn rechte Schwurbler bei uns Auftrieb bekommen. Das gilt ganz besonders im Südwesten !

  • "Wer gehört zu Deutschland und wer nicht?"

    Es ist schrecklich, dass so ein Diskurs im Südwesten verfängt. Aber vielleicht sieht es am Ende des Wahltags doch noch anders aus. Immerhin scheinen die Grünen ein wenig sich zu bewegen.



    Ansonsten zeigt die Analyse, dass es die vielen Kleinstädte und ruralen Gebiete sind, die der AfD helfen. Oftmals fehlen Investitionen, Infrastruktur und andere Dinge, das Gefühl, dort nicht richtig versorgt zu sein, ist schon klar erkennbar, darauf setzt die AfD dann ihre Angst- und Panikpropaganda.

    • @Andreas_2020:

      Die AfD ist überall da erfolgreich wo es Abwanderung, viele Abgehängte und große wirtschaftliche Probleme gibt. Unterschiede zwischen Ost und West gibt es bei gleicher Ausgangsposition so gut wie keine. Das ist wissenschaftlich recht gut erforscht inzwischen. Eigentlich schulden uns im Osten eine Menge Leute eine Entschuldigung, die uns als notorische Nazis verschrieben haben, aber das wird natürlich niemals passieren. Nach meiner Erfahrung nach wird ja immer dann mit der Problemlösung begonnen sobald auch der Westen betroffen ist. Bis dahin machen wir das Popcorn bereit und schauen der Deindustrialisierung im Westen mit großen Interesse zu. Mal sehen wieviel zu retten ist von Besserdeutschland.

      • @Šarru-kīnu:

        Gerade in Baden-Württemberg stimmt diese These nicht. Hier wählt man die AfD nicht weil man angehängt ist, sondern weil man fürchtet bei der derzeitigen Politik den eigenen Wohlstand zu verlieren. Ob das sinnvoll ist, mag man bezweifeln...

      • @Šarru-kīnu:

        Mensch kann auch hier im "Osten" mal so das Wahlverhalten des ersten deutschen Demokratieversuchs und dem ab 1990 auseinanderklamüssrn, das wurde wohl tatsächlich auch schon gemacht, bin jetzt zu müde zum Suchen. Jedenfalls gibts auch hier genau die gleichen Ecken wie im Interview ausgewerteten Baden-Württemberg, die "früher" schon Faschohochburgen waren.