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Gestoppte IntegrationskurseMitschwimmen im rechtspopulistischen Strom

Gastkommentar von

Leo Lührs

Das Bamf zahlt nicht mehr für freiwillige Integrationskurse. Das trifft nicht nur Geflüchtete und Vereine, es geht auch zulasten der Sozialstruktur.

Integrationskurs der Vokshochschule Oberhausen, Mai 2018: Kursleiterin Doris Könnings-Schmidt erklärt die Tücken der deutschen Grammatik Foto: Gerd Wallhorn/Funke Foto Services/imago

O hne transparente Kommunikation hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) Integrationskurse für bestimmte Zugewanderte gestoppt. Das betrifft Asylbewerber:innen, Geduldete, Ukrainer:innen, Unionsbürger:innen, die nicht verpflichtet sind, einen solchen Kurs zu besuchen. Ihre Kurse will das Bamf nicht mehr bezahlen. An der Sprache hängen aber Teilhabe an der Gesellschaft, Bleibeperspektive, Mitbestimmung. Rund um die Sprachförderung wird von den Trägern oft Sozial- und Lernberatung angeboten, die mit den Kürzungen ebenfalls wegfallen. Der Hinweis vom Bamf, man könne ja als Selbst­zah­le­r:in teilnehmen, ist ob der hohen Kosten blanker Hohn.

Leo Lührs

ist Sozialarbeiterin in Hamburg. Als zertifizierte Finanzanlagenfachfrau gibt sie Workshops und Onlinekurse rund um das Thema Geld.

Die Trägerlandschaft hat durch die Finanzierungsblockade wiederum mit Planungschaos, Einnahmeausfällen und struktureller Erosion zu kämpfen. Schon wieder. Denn prekäre Arbeitsbedingungen durch ständige Kürzungen und gleichzeitig höhere Anforderungen vom Staat sind der Normalfall. Verspätete Zahlungen seitens des Bamf mussten Träger schon früher abfedern. Außerdem haben sie in der Vergangenheit den besonders hohen Bedarf an Hilfe für Menschen aus Syrien oder der Ukraine organisiert. Jetzt können geplante Kurse nicht stattfinden, Leh­re­r:in­nen werden nicht bezahlt. Das betrifft auch andere Zugewanderte, die auf die Teilnahme angewiesen sind.

Während Spanien durch die Legalisierung einer halben Millionen Mi­gran­t:in­nen zeigt, wie progressive und pragmatische Zuwanderungspolitik funktioniert, schwimmt Deutschland mit dem rechtspopulistischen Strom. Der aktuelle Angriff auf Integrationsstrukturen ist ein weiterer Baustein in der menschenfeindlichen Antimigrationspolitik von Alexander Dobrindt (CSU). Nicht nur an der Grenze abschrecken, sondern es auch vor Ort ungemütlich machen.

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What’s next? Die Kürzung im Bereich der Deutschkurse ist auch ein Angriff auf soziale Infrastruktur. Viele von ihnen arbeiten seit Jahren am Limit, oft projektfinanziert und immer unter Rechtfertigungsdruck. Werden Kurse gestrichen, brechen auch Expertise, Vertrauen und zivilgesellschaftliche Netzwerke weg.

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