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Kamikaze-DrohnenRüstungsinnovation made in Germany

Anne Fromm

Kommentar von

Anne Fromm

Die deutsche Rüstungsindustrie kommt an Kampfdrohnen nicht mehr vorbei. Wichtig ist, dass der Bund Einfluss auf die Branche nehmen kann.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am 25. September in Tussenhausen mit der Drohne CA 1, die von der Firma Helsing entwickelt wurde Foto: Frank Ossenbrink/imago

D ie Diskussion, ob Deutschland bewaffnete Drohnen braucht, ist so alt wie die Technik selbst. Als die Bundeswehr etwa die bewaffnungsfähige Heron-Drohne anschaffen wollte, gab es noch im Jahr 2020 heftigen Widerstand. Nun will die Bundesregierung mehrere Milliarden für den Kauf bewaffneter Drohnen ausgeben, und die Diskussion geht nicht mehr darum, ob sie angeschafft werden, sondern nur noch, zu welchen Bedingungen.

Die Bundeswehr will mehrere Tausend Drohnen bei den deutschen Start-ups Stark Defence und Helsing bestellen. Stationiert werden sollen sie zur Abschreckung Russlands in Litauen. Im Grunde ist diese Entscheidung richtig. In der Ukraine zeigt sich, wie zentral Drohnen heute auf dem Gefechtsfeld sind. Etwa 80 Prozent der dortigen Opfer werden durch Drohnen getötet.

Es wäre naiv, wenn Deutschland diese Entwicklung ignorieren würde. Und trotzdem macht das Geschäft auch zentrale Probleme sichtbar: Es mangelt in der Rüstungsbranche an dringend notwendiger Transparenz, sowohl was die Finanzierung anbelangt als auch, was die Waffen selbst betrifft. Experten sehen die Drohnen, die die Bundeswehr nun anschafft, als noch nicht ausgereift.

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Der Deal mit Helsing und Stark steht nicht nur für den Einsatz neuartiger Waffensysteme, er steht auch für die Veränderung der Rüstungsbranche. Stark und Helsing sind Start-ups und damit neue Player in der Rüstungsindustrie. Beide verkörpern das, wonach Deutschland dringend sucht: Rüstungsinnovation made in Germany, entwickelt und produziert ohne die USA.

So ganz konsequent scheint das aber auch in diesem Fall nicht zu funktionieren. Zu den Investoren von Stark gehören der rechtsautoritäre Maga-Freund von Donald Trump, Peter Thiel, außerdem die Investmentgesellschaft der CIA. Die Millionen für Stark und Helsing können auch als Wette auf die Zukunft verstanden werden, als Investition in eine wachsende heimische Branche. Der Bund muss dann aber ein Interesse daran haben, mehr Einfluss und Kontrolle über diese Branche zu bekommen.

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Anne Fromm
Reporterin
Ressortleiterin Reportage & Recherche und Vorständin der taz. // Berichtet vor allem über sexualisierte Gewalt, Machtmissbrauch, Rechtsextremismus und Desinformation. // Davor war sie Medienredakteurin im Gesellschaftsressort taz2. // Erreichbar über Threema: 9F3RAM48 und PGP-Key: 0x7DF4A8756B342300, Fingerabdruck: DB46 B198 819C 8D01 B290 DDEA 7DF4 A875 6B34 2300
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