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live Israel und USA im Krieg mit IranMerz und Trump pinseln sich gegenseitig die Bäuche

Bundeskanzler Merz trifft US-Präsident Trump im Weißen Haus und harmoniert ordentlich. Wadephul korrigiert Äußerung über Zeitpunkt von Reisewarnung.

Eine Militärübung der Islamischen Revolutionsgarden am 5. Dezember 2025 in der Straße von Hormus Foto: Sepahnews/ZUMA Press Wire/dpa

20.52 Uhr: Oman fordert sofortige Waffenruhe im Iran-Krieg

dpa | Der Oman fordert eine sofortige Waffenruhe im Iran-Krieg und eine „Rückkehr zu verantwortlicher regionaler Diplomatie“. Nach Unterstützung aus „allen vier Ecken der Erde“ zu einer Beendigung des Kriegs zwischen dem Iran einerseits und Israel sowie den USA andererseits schließe sich auch der Oman diesen Bemühungen an, teilte Außenminister Badr al-Busaidi mit. „Uns stehen Auswege zur Verfügung. Lasst sie uns nutzen.“

20.17 Uhr: Frankreich verlegt Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ ins Mittelmeer

rtr | Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ordnet die Entsendung des Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ ins Mittelmeer an. „Angesichts dieser instabilen Lage und der Ungewissheit der kommenden Tage habe ich dem Flugzeugträger ‚Charles de Gaulle‘, seinem Bordgeschwader und seinen Begleitfregatten befohlen, ins ‌Mittelmeer auszulaufen“, sagt Macron in einer Ansprache an die Nation.

20.05 Uhr: Türkei: Irans Angriffe auf Golfstaaten „unglaublich falsche Strategie“

rtr | Der türkische Außenminister Hakan Fidan kritisiert die iranischen Angriffe auf Golfstaaten als Reaktion auf das militärische Vorgehen der USA und Israels scharf. Dies sei eine „unglaublich falsche Strategie“, sagt Fidan dem Sender TRT Haber. ‌Teheran verfolge das Prinzip: „Wenn ich untergehe, reiße ich die Region mit.“ Die angegriffenen Länder könnten bei einer Fortsetzung der Schläge nicht tatenlos zusehen. Die Gefahr einer ‌Ausweitung des Konflikts sei besorgniserregend.

🐾 19.55 Uhr: Mit dem richtigen Veranstalter sind Sie nie am falschen Ort

taz | Das stand so nicht im Prospekt: 30.000 Touristen sitzen in der Golfregion fest. Denn Veranstalter und Länder haben – Business as usual – nicht rechtzeitig die Signale gedeutet, meint Edith Kresta.

🐾 19.47 Uhr: Merz besucht Trump: Grammatik der Machtlosigkeit

taz | Eigentlich wollte der Kanzler bei Trump für weniger Zölle und mehr Unterstützung für die Ukraine werben. Stattdessen zieht Musterschüler Merz bei seinem Besuch im Weißen Haus brav den Kopf ein. Zum Nicken und Lächeln allein wäre er wohl besser zu Hause geblieben, kommentiert Stefan Reinecke.

🐾 19.08 Uhr: Wie Washington und Jerusalem Irans Führung angreifen

taz | Mit Angriffen auf den obersten Führer, die Revolutionsgarden und den Expertenrat nehmen USA und Israel das iranische Regime ins Visier. taz-Nahost-Redakteurin Lisa Schneider fragt: Welche Ziele bestimmen das Vorgehen des US-amerikanischen und israelischen Militärs gegen die Islamische Republik Iran?

19.02 Uhr: Trump droht Spanien mit Handelsboykott

rtr | US-Präsident Donald Trump ‌hat Spanien wegen mangelnder Unterstützung im Iran-Krieg und in der Nato mit einem Handelsboykott gedroht. Er habe US-Finanzminister Scott Bessent gesagt, alle Geschäfte mit Spanien abzubrechen, sagte Trump am Dienstag bei einem Treffen mit Kanzler Friedrich Merz im ‌Weißen Haus. Spanien habe erklärt, dass das US-Militär die dortigen Stützpunkte nicht nutzen könne. „Wir könnten ihre Stützpunkte nutzen, wenn wir wollten. Wir könnten einfach reinfliegen und sie nutzen. Niemand wird uns sagen, dass wir sie nicht nutzen sollen“, sagte Trump. „Also werden wir den gesamten Handel mit Spanien einstellen. Wir wollen nichts mit Spanien ‌zu tun haben.“

18.40 Uhr: Merz und Trump streicheln sich gegenseitig die Bäuche

dpa | Bundeskanzler Friedrich Merz ist in „herausfordernden Zeiten“ freundschaftlich von US-Präsident Donald Trump empfangen worden. Nach einem Händedruck im Oval Office des Weißen Hauses kündigte Merz Gespräche über die Zeit nach dem Iran-Krieg an. „Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran beseitigt werden muss“, sagte der Kanzler. Trump bezeichnete Merz bei dessen drittem Besuch binnen weniger Monate als „sehr erfolgreichen Mann“, der „einen großartigen“ Job mache und zu einem Freund geworden sei.

Wie bei vielen bedeutenden Terminen zuvor wechselte der US-Präsident teils wild die Themen. Zwischendurch kritisierte er auch die frühere Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Mit ihr habe er „Differenzen“ gehabt, sagte Trump. „Ich habe gesagt: Sie schaden Ihrem Land mit der Migration und Sie schaden Ihrem Land mit der Energiepolitik.“ Merz hingegen sei in beiden Fragen „ziemlich das Gegenteil“ seiner Vorgängerin, sagte Trump. Er halte den neuen Kanzler für einen „ausgezeichneten Anführer“.

Auf eine mögliche Folgeregierung angesprochen, sagte Trump, es gebe keinen konkreten Plan. „Viele der Leute, die wir im Auge hatten, sind tot“, sagte Trump. Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, der sich als Übergangsführer des Irans ins Spiel gebracht hat, sprach Trump keine direkte Unterstützung aus: „Ich habe gesagt, er macht einen sehr netten Eindruck, aber mir scheint, jemand aus den eigenen Reihen, der gerade beliebt ist – falls es so jemanden überhaupt gibt –, wäre besser.“

18.26 Uhr: Wadephul korrigiert Äußerung über Zeitpunkt von Reisewarnung

dpa | Im ZDF-Interview hatte der Außenminister am Montagabend erklärt, das Auswärtige Amt habe schon länger vor Reisen in die Golfregion gewarnt. Nun spricht er von einem Irrtum. Außenminister Johann Wadephul hat eine Äußerung im ZDF-„heute-journal“ zum Zeitpunkt einer offiziellen Reisewarnung des Auswärtigen Amts für die Golfstaaten korrigiert. „Ich bedaure den Irrtum im @heutejournal gestern“, schrieb der CDU-Politiker auf X. Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten bestehe in der Tat seit dem 28. Februar, ergänzte er. Das deutsche Außenministerium warne seit Mitte Januar vor einer möglichen Eskalation und Einschränkungen im Flugverkehr.

18.20 Uhr: Schah-Witwe want vor voreiligen Schlüssen

afp | Irans frühere Kaiserin Farah Pahlavi hat nach dem Tod von Ayatollah Ali Chamenei vor voreiligen Schlüssen hinsichtlich eines Machtwechsels in ihrem Heimatland gewarnt. Der Tod des obersten iranischen Führers sei „historisch bedeutsam“, sagte Faraha Pahlavi am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Dies bedeute aber „nicht automatisch das Ende eines Systems“. „Entscheidend ist die Fähigkeit des iranischen Volkes, sich für einen friedlichen, geordneten und souveränen Übergang zu einem Rechtsstaat zu vereinen.“

18.11 Uhr: Trump: Sind nicht wegen Israel in den Krieg gezogen

dpa | US-Präsident Donald Trump hat den Krieg mit dem Iran erneut mit eigenen Sicherheitsinteressen begründet – und nicht mit einer Entscheidung Israels. „Wenn überhaupt, dann habe ich Israel vielleicht unter Druck gesetzt. Aber Israel war bereit, und wir waren bereit“, sagte er bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Oval Office.

17.37 Uhr: Europäische Staaten starten Evakuierungsflüge

dpa | Mehrere Länder bringen nach der Eskalation im Nahen Osten die ersten Evakuierungsflüge für ihre Staatsbürger auf den Weg. 175 Spanier seien von Abu Dhabi aus mit einer Linienmaschine gestartet und auf dem Weg nach Madrid, teilte Außenminister José Manuel Albares mit. Auslöser der Rückholaktionen sind die seit Samstag laufenden Bombardierungen des Iran durch die USA und Israel sowie die Gegenschläge Teherans.

17.27 Uhr: Iran: Kein Austritt an Atomanlage Natans

rtr | Nach Angriffen der USA und Israels auf die Atomanlage Natans ist iranischen Medien zufolge kein Austritt von Radioaktivität festgestellt ‌worden. Der iranische Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Resa Nadschafi, erklärte am Montag, die Anlage sei bei den Militäreinsätzen gegen ‌sein Land getroffen worden.

17.15 Uhr: Großbritannien verlegt Hubschrauber

rtr | Großbritannien verlegt Premierminister Keir Starmer zufolge Hubschrauber zur Drohnenabwehr nach Zypern. Zudem werde der Zerstörer „HMS Dragon“ in die Region entsandt, heißt es weiter. Nach früheren Angaben eines zyprischen Regierungssprechers hat Frankreich die Entsendung einer Fregatte sowie von Raketen- und Drohnenabfangsystemen angekündigt. Am Montag waren über dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern zwei Drohnen abgefangen worden.

17.01 Uhr: Tote bei israelischen Angriffen im Libanon

rtr | Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien 246 Personen verletzt worden. Damit korrigiert die Behörde ihre am Montag genannte Zahl von 52 Toten nach unten. In Israel gibt es bislang keine Berichte über Todesopfer durch die Angriffe der radikal-islamischen Hisbollah.

16.39 Uhr: Irak droht Drosselung der Ölförderung

rtr | Der Irak muss Insidern zufolge seine Ölproduktion in wenigen Tagen um mehr als drei Millionen Barrel pro ‌Tag (bpd) kürzen, falls Öltanker die Straße von Hormus nicht frei passieren können. Das sagen zwei irakische Vertreter der Ölindustrie ‌der Nachrichtenagentur Reuters. Die Produktion im Rumaila-Feld sei bereits um 700.000 Barrel pro Tag gesenkt worden, im Feld West Qurna 2 um 460.000 Barrel. Infolge der Verzögerungen bei der Passage der Straße von Hormus seien die Lagerbestände in den südlichen Häfen des Landes auf ein kritisches Niveau gestiegen.

🐾 16.37 Uhr: „Ich habe ein Loch in meinem Herzen“

Bei einem iranischen Raketenangriff werden am Sonntag im israelischen Beit Shemesh neun Menschen getötet. Der Schock sitzt tief. Aus Beit Shemesh und Berlin berichten für die taz Lisa Schneider und Balig Sladeen.

🐾 16.23 Uhr: EU und Bund setzen Energie-Krisenstäbe ein

Der Großhandelspreis beim Gas verdoppelt sich, die Kosten für Sprit und Heizöl ziehen an. Grüne kritisieren Festhalten der Regierung an Fossilen, berichtet die taz. Kai Schönberg kommentiert: Die Preisschocks zeigen, dass Deutschland sich von den Fossilen lösen muss.

16.06 Uhr: Nahost-Ängste holen US-Anleger ein

rtr | Nach ‌dem vergleichsweise ruhigen ‌Handel am Montag geht es an der Wall Street am Dienstag steil nach unten. Im Fokus der Anleger standen schwere Explosionen in Teheran und Beirut sowie Angriffe auf US-Botschaften im Nahen Osten am vierten Tag des Krieges gegen den Iran. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und ‌der breiter gefasste S&P 500 notierten zur Eröffnung jeweils rund zwei Prozent tiefer bei 47.924 und 6759 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor in etwa genauso viel auf 22.306 Zähler.

„Es sind unangenehme Tage für risikofreudige Anleger, und vorerst geben Energiepreise den Ton an“, sagte Kathleen Brooks, Chefanalystin beim Broker XTB. Rohöl verteuerte sich um rund sieben Prozent und knüpfte damit an ähnliche Gewinne vom Montag an. ‌Die Titel der Ölkonzerne ConocoPhillips und Occidental Petroleum rückten ebenfalls leicht vor, nachdem sie zum Wochenstart deutlich zugelegt hatten. „Wenn die Energiepreise aber sprunghaft steigen, belastet ⁠das die Weltwirtschaft erheblich und verursacht auch anderswo Verwerfungen. Genau das erleben wir heute“, fügte Brooks hinzu.

15.57 Uhr: Nato-Chef befürwortet Angriffe auf Iran erneut

Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten auf Iran erneut verteidigt. „Der Iran steht kurz davor, sich nukleare Fähigkeiten und ballistische Raketen zu beschaffen“, sagte Rutte bei einem Besuch in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Das sei nicht nur eine „existenzielle Bedrohung“ für Israel, sondern stelle auch eine große Gefahr für Europa dar.

Dagegen hatte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Montag gesagt, die Behörde sehe im Iran kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen. Gleichzeitig schloss er nicht aus, dass die aktuellen Militärschläge etwa auf Informationen zum iranischen Atomprogramm beruhten, die der IAEA nicht vorlägen. Die UN-Atomwächter hatten seit Monaten keinen Zugang mehr zu wichtigen Anlagen im Iran.

US-Präsident Donald Trump hatte als Begründung für die jüngsten Angriffe auf den Iran unter anderem behauptet, dass die Islamische Republik dabei sei, ihr Nuklearprogramm zur Entwicklung von Atomwaffen wieder aufzubauen

Rutte sagte weiter: „Wir wissen auch, dass der Iran als Exporteur von Chaos seit Jahrzehnten für Terroranschläge und Attentate verantwortlich ist“. Er kommentierte die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei mit den Worten: „Ich denke, wir sind alle besser dran, wenn er weg ist.“

Gleichzeitig betonte Rutte, dass die Nato selbst nicht bei den Angriffen involviert sei. Zudem wies er Behauptungen zurück, wonach US-Präsident Donald Trump die Nato um eine Beteiligung an den Angriffen gebeten hätte.

15.55 Uhr: Israel weitet Offensive im Libanon aus

afp | Am vierten Tag des Iran-Kriegs hat Israel seine Militäroffensive im Libanon gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz ausgeweitet. Nach AFP-Informationen rückten israelische Soldaten am Dienstag in Grenzregionen im Südlibanon vor, Verteidigungsminister Israel Katz kündigte die Einrichtung einer Pufferzone zum Schutz von Gemeinden im israelischen Grenzgebiet an. Die israelische Luftwaffe flog unterdessen weitere Angriffe auf Hisbollah-Hochburgen, nach Armeeangaben wurden seit Montag bereits mehr als 160 Ziele beschossen. Die Hisbollah meldete ihrerseits weitere Angriffe auf Ziele in Israel.

15.46 Uhr: Rom bestellt Irans Botschafter ein

afp | Aus Protest gegen einen Angriff mit einer iranischen Drohne auf eine britische Militärbasis im EU-Mitgliedsland Zypern hat Italien den iranischen Botschafter einbestellt. Das teilte das Außenministerium in Rom am Dienstag mit. Die Drohne vom Typ Schahed war in der Nacht zum Montag auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri im Süden der Insel eingeschlagen. Damit erreichte am dritten Tag des Iran-Krieges erstmals eine iranische Drohne europäisches Gebiet. Nach britischen Angaben wurde eine Landebahn beschädigt.

15.43 Uhr: Koalition streitet über Völkerrecht

rtr | Der ‌US-Militärschlag gegen den ‌Iran hat zu einem offenen Streit innerhalb des Regierungslagers aus Union und SPD über dessen Zulässigkeit geführt. Während SPD-Fraktionschef Matthias Miersch am Dienstag von einem Bruch des Völkerrechts sprach, verteidigten Unions-Fraktionschef Jens Spahn und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann das Vorgehen der USA.

Es müsse alles ‌versucht werden, um einen Flächenbrand in der Region zu verhindern, sagte Miersch. „Nach allem, was wir wissen, ist augenblicklich das Völkerrecht nicht eingehalten worden.“ Dies müsse klar benannt werden, auch wenn niemand dem Regime im Iran eine Träne nachweine. Die Zukunft des Landes könne nur am Verhandlungstisch organisiert werden. Dabei sei es wichtig, dass Europa mit einer Stimme spreche.

Unions-Fraktionschef Jens Spahn bewertet das ‌US-Vorgehen anders: „Die Frage ist ja, ob das Völkerrecht am Ende auf Seiten eines Terrorregimes sein kann“, sagte er. Der Iran terrorisiere seit ⁠Jahrzehnten die Region, finanziere die Extremistenorganisation Hamas sowie die Hisbollah und strebe die Vernichtung Israels an. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann warnte davor, dass die Debatte von ‌politischen Extremen ‌für Antiamerikanismus und antiisraelische Stimmung missbraucht werde. Das ⁠iranische Regime sei der größte Sponsor des internationalen Terrorismus und massakriere die eigene Bevölkerung. „Das Völkerrecht kann für ‌uns allerhöchsten Stellenwert haben, aber ‌es darf nicht zur Terrorklausel werden für terroristische Regime“, sagte Hoffmann.

15.41 Uhr: Iran-Expertin: Repression im Iran nimmt zu

afp | Die Führung im Iran hat nach Einschätzung der deutschen EU-Abgeordneten und Iran-Expertin Hannah Neumann (Grüne) ihre Unterdrückung der Bevölkerung seit Beginn des Iran-Kriegs am Wochenende verstärkt. Zwar sei es „zunehmend schwieriger, Informationen aus dem Iran zu bekommen“, sagte Neumann am Dienstag in einem Gespräch mit Journalisten. Es gebe jedoch Anzeichen dafür, „dass die Repression gerade zunimmt“.

So hätten die Behörden Kurznachrichten an die iranische Bevölkerung geschickt, in denen sie im Falle von Protesten mit „tödlicher Gewalt“ drohten, berichtete Neumann, die der Delegation für Beziehungen zum Iran im Europaparlament vorsitzt. „Und wir sehen jetzt, dass politische Gefangene wohl abtransportiert werden aus Gefängnissen“, fügte sie hinzu. Es sei unklar, wohin. Die Familien der Gefangenen befürchteten, „dass diese als menschliche Schutzschilde benutzt werden sollen“.

Neumann ist Mitglied im Außenpolitischen Ausschuss des Europaparlaments. Sie spricht sich seit Jahren gegen die Unterdrückung im Iran aus und ist nach eigenen Angaben gut vernetzt mit der iranischen Widerstandsbewegung. Vor einem Jahr wurde sie Ziel eines Cyberangriffs einer iranischen Hackergruppe.

Der Grünen-Politikerin zufolge plant der Auswärtige Ausschuss seit mehreren Wochen, iranische Oppositionelle einzuladen, „um in ein Gespräch darüber zu kommen, wie denn eine Zukunft im Iran jenseits des Regimes aussehen könnte“. Dazu sei eine Liste mit „sieben oder acht Personen“ erstellt worden, sagte Neumann und bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenportals Euractiv. Neben dem Schah-Sohn Reza Pahlavi stehen demnach unter anderem ein Kurdenvertreter sowie die Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi auf dieser Liste.

Der Wandel im Iran sei eine Aufgabe, „die braucht wirklich alle an Bord“, betonte Neumann. Einen Termin für ein solches Gespräch gibt es demnach noch nicht. Ihre Botschaft sei jedoch seit Wochen, dass dies „so schnell wie möglich“ stattfinden solle.

15.37 Uhr: Börsen in den Emiraten nehmen Handel am Mittwoch wieder auf

rtr | Die Börsen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nehmen am Mittwoch den Handel wieder ‌auf. Dies teilt die Aufsichtsbehörde CMA mit. Der Handel an den Plätzen in Abu Dhabi und Dubai ‌war nach iranischen Raketen- und Drohnenangriffen für zwei Tage ausgesetzt worden.

15.20 Uhr: Irak könnte zu Drosselung der Ölförderung gezwungen sein

rtr | Der Irak muss seine Ölförderung in wenigen Tagen um mehr als drei ‌Millionen Barrel pro Tag drosseln, falls die Öltanker die Straße von Hormus nicht frei passieren können. ‌Dies sagen zwei Vertreter aus der irakischen Ölbranche der Nachrichtenagentur Reuters. Die Exportunterbrechungen durch die Verzögerungen in der Meerenge hätten die Lagerbestände in den südlichen Häfen des Landes auf ein kritisches Niveau gehoben. Bereits jetzt sei die Förderung aus dem Ölfeld Rumaila um 700.000 Barrel pro Tag und aus dem Feld West Qurna 2 um 460.000 Barrel pro Tag gedrosselt worden, heißt es weiter.

15.18 Uhr: Österreich plant ersten Charterflug

rtr | Österreich plant für Mittwoch einen ersten Charterflug zur Evakuierung seiner Staatsbürger ‌aus der Krisenregion. Die Maschine soll mehr als 170 Personen aus Maskat im Oman ausfliegen, wie ‌das Außenministerium in Wien mitteilt. Bislang seien bereits 117 besonders schutzbedürftige Personen bei der Ausreise unterstützt worden, etwa aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel in Nachbarländer. Insgesamt sind den Angaben zufolge derzeit rund 18.000 österreichische Staatsbürger und Angehörige im Krisengebiet registriert, darunter etwa 2.500 Reisende. Der Großteil der Touristen – etwa 1.600 – hält sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf.

15.17 Uhr: Erster Nahost-Rückholflug am Mittwoch

dpa | Die Bundesregierung will ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere unter den in Nahost gestrandeten Deutschen an diesem Mittwoch starten. Ein erster Flug sei nach Maskat geplant, der Hauptstadt des Oman, kündigte Außenminister Johann Wadephul (CDU) im Sender Welt TV an.

15.15 Uhr: Gebäude von Irans Expertenrat getroffen

afp | Bei neuen US-israelischen Luftangriffen ist nach Angaben iranischer Medien das Gebäude des Expertenrats getroffen worden, der einen Nachfolger des getöteten obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei wählen soll. Die „amerikanisch-zionistischen Verbrecher“ hätten das Expertenrats-Gebäude in der südlich von Teheran gelegenen Stadt Ghom angegriffen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag. Örtliche Medien zeigten Aufnahmen des schwer beschädigten Gebäudes.

15.14 Uhr: „Ich weine toten Mullahs keine Träne nach“

rtr | „Ich weine toten Mullahs keine einzige Träne nach“, sagt der Chef ‌der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, in Berlin. Die Staatsführung im Iran habe Tausende Menschen ermordet. „Der Fall ‌dieses Regimes ist wünschenswert.“ Das iranische Volk brauche eine Chance auf Frieden und Freiheit.

15.13 Uhr: Sieben Verletzte bei iranischen Raketenangriffen

afp | Bei neuen iranischen Raketenangriffen im Zentrum Israels sind nach Angaben von Rettungskräften sieben Menschen verletzt worden. Eine Frau sei durch eine Explosion verletzt worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom am Dienstag mit. Sechs weitere Menschen hätten Verletzungen durch Glassplitter und Explosionen erlitten. Die Polizei erklärte, an mehreren Orten in Zentralisrael und in der Region Tel Aviv im Einsatz zu sein.

15.07 Uhr: Katar setzt nach LNG-Stopp auch Produktion weiterer Materialien aus

afp | Der Golfstaat Katar setzt infolge iranischer Raketenangriffe die Produktion weiterer Materialien aus. Die Herstellung unter anderem von Polymer, Methanol und Aluminium werde unterbrochen, erklärte das staatliche Unternehmen QatarEnergy am Dienstag. Wegen Angriffen auf zwei Standorte hatte der Konzern am Montag bereits die Produktion von Flüssigerdgas (LNG) eingestellt.

Katar ist der weltweit wichtigste Produzent von LNG. Der am Montag verkündete Produktionsstopp hatte zu massiven Preissteigerungen für Erdgas unter anderem in Europa geführt.

15.05 Uhr: Neue Angriffswelle Israels in Teheran

dpa | Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine großangelegte Angriffsserie in der iranischen Hauptstadt Teheran begonnen. Ziel der Luftangriffe sei Infrastruktur der iranischen Führung, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Einwohner der Stadt berichteten von heftigen Explosionen. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

14.53 Uhr: UAE für Verteidigung im Krieg gewappnet

ap | Die Vereinigten Arabischen Emirate sehen sich nach Angaben ihres Verteidigungsministeriums für eine unbestimmte Dauer des Krieges im Nahen Osten gerüstet. Das Land verfüge über die Verteidigungsfähigkeiten und Munitionslager, um sich zu schützen, „unabhängig von dem zeitlichen Rahmen und der Länge der Eskalationsphase in der Region“, teilte das Ministerium am Dienstag mit. Bislang seien Hunderte ballistische Raketen und Drohnen abgewehrt worden. Seit dem Wochenende seien 186 Raketen und 812 Drohnen auf die Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert worden.

14.36 Uhr: Raketenangriff auf Flughafen Bagdad vereitelt

afp | Im Irak haben Sicherheitskräfte mehrere Raketen beschlagnahmt und damit offenbar einen Angriff auf den internationalen Flughafen von Bagdad vereitelt. Eine Abschussvorrichtung mit neun abschussbereiten Raketen sei am Dienstag in der Gegend von Abu Ghraib nahe der Hauptstadt beschlagnahmt worden, teilte die Regierung mit.

Am internationalen Flughafen von Bagdad befindet sich ein militärischer Bereich, der von US-Beratern genutzt wird. Früher waren dort Truppen der US-geführten Militärkoalition stationiert.

14.35 Uhr: Katar: „Rote Linien wurden überschritten“

dpa | Die katarische Regierung sieht wegen der andauernden iranischen Angriffe auf Ziele in der Golfregion „rote Linien“ überschritten. Es bestehe kein Kontakt zu Iran, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, in der Hauptstadt Doha. Katar sei darauf fokussiert, sein Territorium und seine Bürger zu schützen.

Seit Samstag habe Iran mehr als 100 ballistische Raketen auf Katar abgeschossen. Ein Großteil konnte abgewehrt werden. Außerdem seien seitdem 39 Drohnen und zwei Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Auch der internationale Flughafen in Doha sei Ziel der Angriffe gewesen. Katar warf der iranischen Regierung vor, damit nicht nur militärische Ziele, sondern auch lebenswichtige Infrastruktur ins Visier zu nehmen.

14.24 Uhr: Israel fordert Länder zum Abbruch von Beziehungen zu Iran auf

afp | Israel hat dutzende Länder zum Abbruch ihrer Beziehungen zu Iran aufgefordert. Außenminister Gideon Saar sagte nach Angaben seines Büros am Dienstag in einer Videokonferenz mit den diplomatischen Vertretern von rund 60 Ländern, „dass nach den Angriffen des iranischen Regimes auf alle seine Nachbarn und dem Massaker an der eigenen Bevölkerung Länder auf der ganzen Welt ihre Beziehungen zu Iran abbrechen müssen“. Saars Büro ließ in der Erklärung offen, ob alle 60 Länder diplomatische Beziehungen zu Iran unterhalten.

14.20 Uhr: Israel holt Ärzte mit Containerschiffen zurück

rtr | Israel setzt Containerschiffe ein, um im ‌Ausland gestrandetes medizinisches Personal zurückzuholen. Die Frachter der Reederei ZIM pendeln einem Firmenvertreter zufolge zwischen Limassol ‌auf Zypern und dem israelischen Hafen Haifa. Bislang seien 40 Ärzte zurückgekehrt, um bei der Versorgung von Verletzten zu helfen. Wegen der Kämpfe mit Iran ist der Flugverkehr in der Region stark eingeschränkt. Dies sei derzeit der einfachste Weg, die Mediziner nach Hause zu bringen, sagt der Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

14.14 Uhr: Militär meldet Einschläge im Großraum Tel Aviv

rtr | In der Umgebung von Tel Aviv sind ‌nach Angaben der israelischen Armee Raketen eingeschlagen. Such- und Rettungskräfte seien zusammen mit zahlreichen Notfallteams ‌an den Einschlagstellen im Einsatz. Die Polizei meldet mehrere Einschläge von Trümmerteilen im Bezirk Tel Aviv. Der israelische Rettungsdienst teilt mit, es seien drei Leichtverletzte behandelt worden.

14.07 Uhr: Iran streitet Angriffe auf Oman ab

rtr | Iran streitet jeglichen Angriff auf ‌Oman ab. Zuvor hat das Sultanat gemeldet, zwei Drohnen abgefangen zu haben. Eine dritte ‌sei in der Nähe des Hafens Salalah niedergegangen, ohne größeren Schaden anzurichten.

14.02 Uhr: Trump lehnt Gespräche mit iranischer Führung ab

rtr | US-Präsident Donald Trump lehnt Verhandlungen mit ‌der Führung in Teheran ab. Iran wolle zwar verhandeln, dafür sei es ‌jedoch zu spät, schreibt Trump auf der Plattform Truth Social. Die iranische Luftabwehr, die Luftwaffe, die Marine und die Führung seien ausgeschaltet.

13.59 Uhr: Tausende Flugreisende sitzen auf Bali fest

afp | Wut und Frust im Urlaubsparadies Bali: Tausende Urlauber und Fluggäste haben am Dienstag infolge des Iran-Krieges auf der indonesischen Insel festgesessen. Allein am internationalen Flughafen von Denpasar konnten hunderte Menschen wegen Störungen im Flugverkehr ihre geplanten Reisen nicht antreten. Zahlreichen Menschen stand der Ärger und die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben.

13.57 Uhr: Wadephul korrigiert Äußerung

dpa | Außenminister Johann Wadephul hat eine Äußerung im ZDF-„heute-journal“ zum Zeitpunkt einer offiziellen Reisewarnung des Auswärtigen Amts für die Golfstaaten korrigiert. „Ich bedaure den Irrtum im @heutejournal gestern“, schrieb der CDU-Politiker auf X. Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten bestehe in der Tat seit dem 28. Februar, ergänzte er. Das deutsche Außenministerium warne seit Mitte Januar vor einer möglichen Eskalation und Einschränkungen im Flugverkehr.

Wadephul hatte am Montagabend in der Sendung auf mehrere Nachfragen von Moderatorin Marietta Slomka mehrfach darauf beharrt, dass es bereits vor dem 28. Februar eine Reisewarnung gegeben habe.

13.50 Uhr: Erstes Flugzeug in Frankfurt gelandet

dpa | Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates aus Dubai ist nach den zahlreichen Flugausfällen wegen des Iran-Krieges in Frankfurt am Main gelandet. Der Linienflug landete um kurz nach 13.30 Uhr, wie ein dpa-Fotograf beobachtete. Auch auf einer Anzeigetafel im Ankunftsbereich des Flughafens wurde die Landung angezeigt. Die Airline äußerte sich zunächst nicht dazu, wie viele Passagiere an Bord waren.

13.48 Uhr: USA ziehen Botschaftspersonal ab

afp | Angesichts des Iran-Kriegs ziehen die USA den Großteil ihres Botschaftspersonals aus sechs Staaten im Nahen Osten ab. Betroffen seien „nicht für Notfälle zuständige Mitarbeiter der US-Regierung“ in Bahrain, dem Irak, Jordanien, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, erklärte das US-Außenministerium am Dienstag. Die Ausreise der Betroffenen sei per Änderung der Sicherheitshinweise beschlossen worden.

Die Aufforderung für den Irak begründete das Außenministerium mit „Sicherheitsbedenken“, zu den anderen fünf Staaten hieß es, es bestehe eine „anhaltende Bedrohung durch Drohnen- und Raketenangriffe aus dem Iran“.

13.47 Uhr: Bundesregierung bestellt Botschafter ein

dpa | Das Auswärtige Amt hat angesichts der iranischen Angriffe auf Israel und andere Staaten der Region den iranischen Botschafter einbestellt. „Wir haben das iranische Regime unmissverständlich dazu aufgefordert, seine rücksichtslosen Angriffe auf Staaten der Region unverzüglich einzustellen“, teilte das deutsche Außenministerium in Berlin auf X mit.

„Wir verurteilen die willkürlichen und unverhältnismäßigen Raketen- und Drohnenangriffe des iranischen Regimes, auch auf zivile Ziele“, kritisierte das Auswärtige Amt weiter. „Die Angriffe bedrohen unsere Verbündeten, unser Militärpersonal und unsere Staatsangehörigen in der Region.“ Die förmliche Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfes diplomatisches Mittel, mit dem die Regierung des Gastlandes eine deutliche Verstimmung signalisiert.

Botschafter Madschid Nili habe im Auswärtigen Amt erklärt, dass die israelisch-amerikanischen Angriffe gegen das Völkerrecht verstießen, teilte die iranische Vertretung in Berlin mit. Er verwies auf Artikel 51 der UN-Charta, der das Recht zur Selbstverteidigung festlegt. „Die Maßnahmen Irans erfolgen im Rahmen dieses legitimen Selbstverteidigungsrechts“, zitierte ihn die Botschaft.

13.46 Uhr: Wehrbeauftragter stellt Stationierung infrage

rtr | Der Wehrbeauftragte ‌des Bundestages, Henning Otte, hat angesichts des Krieges rund um Iran die Stationierung von Bundeswehrsoldaten im Irak und Jordanien infrage gestellt. Er werde versuchen, in nächster Zeit mit den Soldaten in ‌Kontakt zu treten, sagte Otte am Dienstag bei der Vorstellung des Wehrberichts 2025 in Berlin. „Wenn nicht unbedingt nötig für den Auftrag, muss das Ministerium auch darüber entscheiden, die Truppe zurückzuholen.“ Man müsse abwägen zwischen dem ursprünglichen Auftrag und der Gefährdung. In der Region sind insgesamt ‌noch rund 500 Soldaten stationiert. Im Irak etwa soll die Bundeswehr Ausbildungen etwa für die kurdischen ⁠Peschmerga im Zuge der internationalen Allianz gegen den IS absichern.

Der Wehrbeauftragte übt im Auftrag des Bundestages die parlamentarische Kontrolle ‌der ‌Streitkräfte aus. Zugleich gilt er ⁠als „Anwalt der Soldaten“, an den sich Angehörige der Bundeswehr jederzeit direkt und ‌ohne Einhaltung des ‌Dienstweges wenden können.

13.47 Uhr: Iran stoppt Lebensmittelexporte

afp | Iran hat angesichts des Kriegs mit Israel und den USA sämtliche Lebensmittelexporte gestoppt. Die Ausfuhr „aller Lebensmittel und Agrarprodukte“ werde „bis auf Weiteres verboten“, meldete die Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag unter Berufung auf eine Regierungserklärung. Die Regierung habe die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern zur Priorität erklärt, hieß es weiter.

Iran hatte am Samstag einen staatlichen Notfallplan aktiviert, nachdem die USA und Israel am selben Tag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen hatten.

13.37 Uhr: Krisenstab wegen Straße von Hormus

rtr | Die Bundesregierung ‌setzt wegen der Folgen ‌des Nahost-Krieges auf die Energiepreise einen Krisenstab ein. „Die bereits während der drohenden Sperrung der Straße von Hormus im letzten Jahr eingesetzte Taskforce wurde erneut einberufen“, teilte das CDU-geführte Wirtschaftsministerium am Dienstag auf Anfrage mit. Das Wirtschaftsministerium habe eingeladen, beteiligt seien unter anderem auch die Bundesnetzagentur, der Bundesnachrichtendienst, das Auswärtige Amt sowie das Bundeskanzleramt. „Gleichzeitig stehen wir in Kontakt mit Verbänden und Unternehmen zur ‌Lage.“

13.28 Uhr: Spritpreis steigt immer weiter

dpa | Der Iran-Krieg lässt die Preise für Sprit und Heizöl weiter steigen. Am Morgen setzte sich der Anstieg der vergangenen Tage fort, wie Daten des ADAC und von Heizoel24 zeigen. Voraussichtlich würden Benzin und Diesel im Tagesverlauf noch einmal um einige Cent im Vergleich zum Montag steigen, sagte ein ADAC-Sprecher. Das ließen zumindest die ersten Werte vom Morgen erahnen.

Schon am Montag war der Spritpreis kräftig angestiegen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt war Super E10 mit 1,839 Euro pro Liter um 6,1 Cent teurer als am Freitag, dem letzten Tag vor der Eskalation im Nahen Osten. Das war der höchste Wert seit Mai 2024. Diesel verteuerte sich um 7 Cent auf 1,816 Euro, den höchsten Wert seit Oktober 2023.

13.27 Uhr: Selenskyj bietet Hilfe bei Drohnenabwehr an

ap | Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Vereinigten Arabischen Emiraten Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnen angeboten. Er habe mit dem Präsidenten der Emirate, Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan, telefoniert und mit ihm darüber gesprochen, „wie wir helfen können“, die Bevölkerung zu schützen, schrieb Selenskyj am Dienstag auf der Plattform X.

Die Ukraine hat in ihrem Abwehrkampf gegen Russland umfangreiche Expertise im Umgang mit iranischen Schahed-Drohnen erworben, die auch vom russischen Militär beinahe täglich gegen die Ukraine eingesetzt werden. Der britische Premier Keir Starmer hatte am Sonntag eine Zusammenarbeit britischer und ukrainischer Experten angekündigt, um Länder im Nahen Osten bei der Abwehr iranischer Drohnen zu unterstützen.

13.15 Uhr: Menschenrechtler besorgt um Gefangene in Iran

dpa | Angesichts der israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran zeigen sich Menschenrechtler zunehmend besorgt über das Schicksal der Häftlinge im Land. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo warnte vor schlechten Haftbedingungen, staatlichen Repressionen und Gefahren durch den Krieg.

In den ersten beiden Monaten des Jahres seien mindestens 141 Menschen in Iran hingerichtet worden, berichtete die Organisation. Die Gefahr sei groß, dass weitere Todesstrafen vollstreckt würden, insbesondere mit Blick auf die Repressionen gegen die jüngsten Massenproteste. Besonders schlecht sei die Lage im berüchtigten Ewin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran. Einige Familien hätten keinen Kontakt zu ihren Angehörigen, berichtete IHRNGO.

13.10 Uhr: Frankreich schickt Kriegsschiff nach Zypern

ap | Frankreich entsendet nach Angaben aus Behördenkreisen zur Stärkung der zyprischen Drohnenabwehr ein Kriegsschiff zu der Mittelmeerinsel. Zudem werde Frankreich landbasierte Systeme zur Drohnen- und Raketenabwehr schicken, bestätigten zyprische Beamte am Dienstag. Auch Deutschland habe positiv auf eine Bitte reagiert, ein Kriegsschiff zu entsenden, sagten drei Gewährspersonen. Die militärische Ausrüstung solle so bald wie möglich auf Zypern eintreffen, hieß es.

13.07 Uhr: Israel greift südliche Vororte von Beirut an

afp | Israel hat am Dienstag erneut Luftangriffe auf als Hisbollah-Hochburgen geltende Vororte im Süden von Beirut geflogen. Wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur Ani berichtete, erfolgten die Attacken ohne vorherige Evakuierungsaufforderung und verursachten „erhebliche Schäden an Gebäuden“. Die israelische Armee erklärte, sie habe „mehrere Terrorziele der Hisbollah“ ins Visier genommen.

Zuvor waren nach AFP-Informationen israelische Bodentruppen in Grenzregionen im Süden des Libanon vorgedrungen. Die Armee kündigte an, eine „Pufferzone“ nahe der Grenze zu Israel schaffen zu wollen. Der US-israelische Krieg gegen Iran hat auch den Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Miliz Hisbollah im Libanon wieder eskalieren lassen.

12.59 Uhr: Oman fängt Drohnen ab

rtr | Der Oman ‌hat nach eigenen Angaben zwei Drohnen in Dhofar im Süden des Sultanats ‌abgefangen. Eine dritte sei in der Umgebung des Hafens Salalah zerschellt, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur. Verletzte habe es nicht gegeben.

12.58 Uhr: Israel schickt weitere Soldaten nach Südlibanon

dpa | Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge weitere Bodentruppen in den Südlibanon geschickt. „Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um ein Manöver, eine Bodenoffensive oder Ähnliches handelt. Es ist eine taktische Maßnahme, um Angriffe der Hisbollah zu verhindern“, sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. „Es besteht die reale Möglichkeit, dass sie ihre Einsätze gegen uns ausweiten.“ Wie viele Soldaten Israel im Nachbarland in der Nähe zur israelischen Grenze positioniert hat, wollte der Sprecher nicht sagen.

Israels Armee war bislang an fünf Posten im Südlibanon stationiert. Nun sind sie den Angaben nach an weiteren Punkten in der Nähe der israelischen Grenze. „Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich haben die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) ermächtigt, weitere strategische Positionen im Libanon einzunehmen und zu sichern, um Angriffe auf israelische Grenzgemeinden zu verhindern“, teilte Israels Verteidigungsminister Israel Katz mit.

12.55 Uhr: Sonderflug aus Nahost in München erwartet

dpa | Eine Sondermaschine der Fluggesellschaft Emirates aus Dubai soll heute Abend am Münchner Flughafen ankommen. Der Flug „EK 8051“ soll gegen 19.30 Uhr in München landen, wie ein Flughafensprecher auf Anfrage mitteilte. An Bord sind nach Angaben eines Sprechers des Reisekonzerns Tui voraussichtlich rund 200 Tui-Gäste.

Unter anderem rund 5.000 Gäste des Reiseveranstalters, die auf zwei Kreuzfahrtschiffen unterwegs waren, sitzen derzeit in der Golfregion fest.

Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, hatte Vorstandschef Sebastian Ebel im Programm von n-tv gesagt. Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui Fly „standby“ bereit, sobald es eine Erlaubnis gebe, dorthin zu fliegen und Kunden möglichst zügig abzuholen.

Tui verfüge über rund 120 Flugzeuge, die aber keine Verkehrsrechte für die Region hätten, ergänzte der Tui-Sprecher. Derzeit liefen Gespräche mit der Bundesregierung unter Beteiligung auch anderer Airlines und Reiseveranstalter, wie zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt werden könnten, um Deutsche zurückzuholen.

12.52 Uhr: Angriffe auf Flughafen in Katar abgewehrt

afp | In Katar sind am vierten Tag des Iran-Krieges Angriffe auf den internationalen Flughafen von Doha abgewehrt worden. Ein Sprecher des katarischen Außenministeriums sprach am Dienstag vor Journalisten von „mehreren Angriffsversuchen“ auf den Flughafen Hamad International. Alle seien vereitelt worden.

Der Sprecher fügte an, dass Katar seit Beginn der Angriffe auf sein Land nicht mehr im Kontakt mit Iran stehe. Das Golfemirat hatte sich am Wochenende einer Erklärung mehrerer Golfstaaten angeschlossen, in denen sie die Angriffe Irans als „verräterisch“ bezeichnet und sich eine Antwort auf die „Aggression“ vorbehalten hatten.

12.47 Uhr: Flüchtlingswelle aus Iran noch nicht absehbar

kna | Könnte die jüngste Eskalation in Iran und im Libanon zu einer neuen Flüchtlingswelle nach Deutschland führen? Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist in dieser Frage derzeit zurückhaltend. Man verfolge die Vorgänge in der Region genau. „Ob sich daraus Fluchtbewegungen in der Region oder aus der Region hinaus ergeben, ist zurzeit noch nicht vorhersehbar“, erklärte ein Sprecher am Dienstag auf Anfrage.

Im vergangenen Jahr hat das Bundesamt den Angaben zufolge über 11.626 Asylverfahren iranischer Staatsangehöriger entschieden, die Gesamtschutzquote betrug 22,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden 1.855 Verfahren libanesischer Staatsangehöriger entschieden, die Gesamtschutzquote lag hier bei 6,5 Prozent.

12.44 Uhr: Durch Iran-Krieg könnten Blumen knapp werden

rtr | Die Folgen ‌des Iran-Kriegs halten sich ‌für die deutsche Wirtschaft bislang in Grenzen. „Gleichwohl beobachten wir einzelne, punktuelle Auswirkungen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, am Dienstag. „So kann es beispielsweise im Blumen-Großhandel durch die Unterbrechung wichtiger Flugrouten aus Afrika über Dubai zu Verknappungen und in der Folge zu möglichen Preisanstiegen, besonders im Bereich der Rosen, kommen.“ Nach derzeitigem Stand blieben solche Effekte jedoch auf einzelne Segmente begrenzt.

Der Groß- ‌und Außenhandel habe in den vergangenen Jahren seine Strukturen diversifiziert und flexibilisiert. Diese Anpassungsfähigkeit sorge dafür, dass Waren auch unter schwierigen geopolitischen Rahmenbedingungen dorthin gelangten, wo sie benötigt würden. „Insgesamt zeigt sich: Die deutsche Wirtschaft ist heute deutlich widerstandsfähiger gegenüber internationalen Krisen als noch vor einigen Jahren“, fügte Jandura hinzu.

Der BGA beobachtet seit einigen Jahren eine zunehmende Verdichtung internationaler Krisen und geopolitischer Spannungen. Das betreffe grundsätzlich auch globale Lieferketten und könne kurzfristig Auswirkungen auf Warenverfügbarkeiten haben. „Mit Blick auf die aktuelle Krise in Iran sehen wir jedoch, dass die deutsche Wirtschaft bislang noch nicht in gravierendem Maße betroffen ist“, ‌sagte Jandura. Mit Sorge blicke er allerdings auf weitere Einschränkungen zentraler Handelsrouten wie der Straße von Hormus. Der freie und sichere Seehandel sei eine tragende Säule der Weltwirtschaft.

12.41 Uhr: Mehrere Explosionen über Jerusalem

afp | Die Einwohner von Jerusalem sind am Dienstag von mehreren Explosionen aufgeschreckt worden. Wie AFP-Journalisten berichteten, war eine regelrechte Serie von Explosionen zu hören. Offenbar handelte es sich um einen iranischen Raketenangriff, der von Israels Luftabwehr abgefangen wurde.

Die israelische Armee erklärte, es seien „Raketen von Iran aus Richtung des Territoriums des Staates Israel abgefeuert“ worden. „Unsere Verteidigungssysteme sind dabei, die Bedrohung zu bekämpfen.“

12.40 Uhr: Iran-Krieg offenbart Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen

afp | Niedrige Gasspeicherstände, Schlangen an den Zapfsäulen, Börsenkurse im Fall und die Sorge vor breiten Preisanstiegen – die aktuelle Situation wegen des Krieges im Nahen Osten erinnert an das Frühjahr 2022. Damals marschierte Russland in die Ukraine ein und Europa musste schlagartig auf russische Gaslieferungen verzichten. Dass nun ein ähnliches Szenario droht, zeigt Fachleuten zufolge auch, wie sehr die Staaten hinterherhinken, wenn es darum geht, importierte fossile Brennstoffe zu ersetzen – etwa durch heimische Solar- und Windenergie.

Russlands Angriffskrieg löste 2022 eine massive Energiekrise aus, insbesondere in Europa, wo die Gaspreise in die Höhe schossen. Es folgte eine Inflationsspirale, die in manchen Bereichen bis heute anhält. Vier Jahre später importiert Europa statt Erdgas aus Russland große Mengen Flüssigerdgas (LNG) insbesondere aus den USA sowie aus Katar – einem der Länder, die von den Vergeltungsmaßnahmen Irans nach Angriffen der USA und Israels betroffen sind. Hinzu kommt die Importabhängigkeit bei Öl.

Jan Rosenow, Professor für Energie- und Klimapolitik an der Universität Oxford, spricht von einem „Déja vu“: „Wenn man sich die Abhängigkeit Europas von Öl und Gas ansieht, dann ist diese nicht wirklich zurückgegangen“, sagt er mit Blick auf die vergangenen Jahre. „Das zeigt, dass wir aus dieser Erfahrung nicht wirklich die Lehren gezogen haben, die wir hätten ziehen sollen.“

12.39 Uhr: CSU begrüßt Angriff auf Iranische Führung

rtr | Die CSU im ‌Bundestag hat sich klar ‌hinter den Angriff der USA und Israels gegen die Staatsführung in Iran gestellt. Der Tod des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ali Chamenei und anderer hochrangiger Vertreter sei eine gute Nachricht für die Sicherheit in Deutschland, Europas und Israels, sagte der CSU-Landesgruppenvorsitzende Alexander Hoffmann am Dienstag in Berlin zu Journalisten. Iran sei unter der alten Führung wegen des Strebens nach einer Atomwaffe und als größter Sponsor von Terrorismus eine Gefahr gewesen. Außerdem habe es allein im vergangenen Jahr ‌mehr als 2.000 Hinrichtungen im Land gegeben. „Alles ist besser als dieses Regime.“

Die Offensive der USA und Israels hatte am Samstag mit Angriffen auf Teheran begonnen, bei denen auch das geistliche Oberhaupt getötet wurde. Iran reagierte mit Gegenangriffen auf mehrere Staaten im Nahen Osten. Die USA und Israel gehen nicht von einem langen Krieg aus.

Hoffmann sagte, der Vorwurf des Völkerrechtsbruchs werde benutzt, um Stimmung gegen die USA und Israel zu machen. Zwar habe das Völkerrecht höchsten Stellenwert. „Aber es darf nicht zur Schutzklausel von Terrorregimen werden.“ Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte am Wochenende mit Blick auf das Völkerrecht von einem Dilemma gesprochen, weil Iran atomar aufrüste ‌und das eigene Volk brutal unterdrücke. Merz will diesen Dienstag in Washington US-Präsident Donald Trump treffen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Steffen Bilger, sagte, im Bundestag sei voraussichtlich am Donnerstag eine Aktuelle Stunde zu Iran geplant. Dort sollen – was ungewöhnlich ⁠ist – gleich drei Minister reden: Außenminister Johann Wadephul, Verteidigungsminister Boris Pistorius und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan.

12.13 Uhr: Angriff auf Schule könnte Kriegsverbrechen sein

dpa | Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule in Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. In Minab nahmen unterdessen Tausende an der Beerdigung zahlreicher Kinder teil.

„Die Verantwortung für die Untersuchung des Angriffs liegt bei den Streitkräften, die ihn durchgeführt haben“, teilte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte in Genf mit. „Wir fordern sie auf, die Ergebnisse zu veröffentlichen und dafür zu sorgen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und die Opfer Entschädigung erhalten.“

Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben am Samstagmorgen mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt. Sie wollten die Berichte ebenso wie die Amerikaner prüfen.

12.06 Uhr: Iranische Luftangriffe erschüttern Dubais Image

ap | Die Vereinigten Arabischen Emirate präsentieren sich seit Jahren als sonnige und sichere Steueroase für ausländische Staatsbürger. Doch dieses friedliche Image ist nun erheblich erschüttert worden, nachdem Dubai am Wochenende vom Iran angegriffen wurde. Iranische Geschosse steckten nicht nur ein Fünf-Sterne-Resort in Brand und brachten das größte Gebäude der Welt in Gefahr, sondern kosteten einen Menschen am Flughafen der Stadt Abu Dhabi das Leben. Sieben weitere Menschen wurden verletzt.

Der Iran hat die Emirate und mehrere Nachbarstaaten bei seiner Vergeltung für einen Großangriff der USA und Israels ins Visier genommen. Damit hat er Angst und Schrecken verbreitet sowie Chaos in dem Land verursacht, wo bis Samstag noch Ruhe herrschte.

„Das ist Dubais ultimativer Alptraum, da seine schiere Essenz davon abhing, eine sichere Oase in einer unruhigen Region zu sein“, teilte eine Expertin für den Persischen Golf bei der Denkfabrik European Council on Foreign Relations, Cinzia Bianco, auf der Plattform X mit. „Es mag zwar einen Weg geben, um widerstandsfähig zu sein, doch es gibt kein Zurück.“

In den Vereinigten Arabischen Emiraten versuchten die Behörden, Einwohnerinnen und Einwohner sowie Touristinnen und Touristen davon zu überzeugen, dass das Luftabwehrsystem des Landes eines der besten weltweit sei. „Ich weiß, dass es eine beängstigende Zeit für viele der Einwohnerinnen und Einwohner ist“, sagte der Staatsminister für internationale Zusammenarbeit, Rim al-Haschimi, dem Sender CNN. „Wir hören diese Art von lauten Geräuschen nicht. Aber gleichzeitig sind das die Geräusche von Abfangaktionen. Und wo es Schäden gegeben hat – das sind in erster Linie Trümmerteile gewesen.“

12.03 Uhr: Hisbollah kündigt „offenen Krieg“ mit Israel an

ap | Ein ranghoher Funktionär der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah hat einen erbitterten Kampf mit Israel in Aussicht gestellt. Nachdem sich seine Miliz mehr als ein Jahr lang an eine Waffenruhe gehalten habe, sei die Geduld nach anhaltenden israelischen Luftangriffen am Ende, sagte Mohamud Komati am Dienstag. Die Hisbollah habe keine andere Wahl, als „zum Widerstand zurückzukehren“ und einen offenen Krieg gegen Israel zu führen, erklärte er nach Angaben des Medienbüros der militanten Gruppe.

„Der zionistische Feind wollte einen offenen Krieg, den er seit dem Waffenruheabkommen nicht eingestellt hat“, sagte Komati. „Also soll es ein offener Krieg sein.“ Seit die Waffenruhe im November 2024 den Krieg zwischen der Hisbollah und Israel offiziell beendete, habe sich die Miliz in Zurückhaltung geübt und darauf gehofft, dass die diplomatischen Bemühungen der libanesischen Regierung zu einem Ende der israelischen Angriffe führen würden.

Komati kritisierte die Regierung in Beirut dafür, das Vorgehen der Hisbollah als illegal bezeichnet und sie zur Aufgabe ihrer Waffen aufgefordert zu haben. Zugleich habe das Kabinett nichts unternommen, um die fast täglichen Angriffe Israels zu stoppen.

11.57 Uhr: Debatte über russisches Gas könnte neu entfachen

rtr | Der ‌eskalierende Nahost-Konflikt könnte ‌nach den Worten des norwegischen Energieministers Terje Aasland die Debatte über ein Verbot russischer Gasimporte in der Europäischen Union neu entfachen. „Die EU hat sehr deutlich gemacht, dass sie von russischem Öl und Gas unabhängig werden will“, sagte Aasland am Dienstag auf einer Konferenz in ‌Oslo. „Aber die Ereignisse der letzten drei, vier Tage haben die Lage erschwert.“

Die europäischen Gaspreise sind in dieser Woche um 75 Prozent auf Mehrjahreshochs gestiegen, da die militärischen Auseinandersetzungen im und um den Iran die Gasexporte aus der Golfregion beeinträchtigen. Der wichtige Exporteur von Flüssigerdgas (LNG), Katar, hatte am Montag seine Produktion eingestellt.

„Angesichts der geopolitischen Lage, die wir jetzt sehen, glaube ich, dass die Debatte wieder aufleben ‌wird“, sagte Aasland weiter. Die EU-Staaten hatten erst im vergangenen Monat einem Verbot von Gasimporten aus Russland bis Ende 2027 endgültig zugestimmt. Grund ⁠ist der anhaltende russische Krieg gegen die Ukraine. Norwegen ist der größte Gasproduzent Europas und deckt rund 30 Prozent des Bedarfs des Kontinents.

11.56 Uhr: Putin spricht mit Orban über Nahost

rtr | Russlands ‌Präsident Wladimir Putin und der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban erörtern in ‌einem Telefonat den Nahost-Konflikt und die bilaterale Zusammenarbeit. Das meldet die amtliche russische Nachrichtenagentur RIA. Der Agentur Interfax zufolge sprechen beide zudem über ungarische Staatsbürger, die aufseiten der Ukraine gekämpft haben und in russische Gefangenschaft geraten sind.

11.48 Uhr: Putin will mitteln

rtr | Russlands Präsident Wladimir Putin will die Sorgen arabischer Staatschefs über die ‌iranischen Angriffe auf Ölanlagen an die Führung in Teheran übermitteln. Dies kündigt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow an. Putin werde sicherlich jede Anstrengung unternehmen, um zumindest zu einer leichten Entspannung beizutragen, sagt Peskow. Der Präsident habe am Montag mit vier Regierungschefs der Golfstaaten telefoniert und dabei angeboten, die guten Beziehungen Moskaus zum Iran zu nutzen. Pläne für ein Gespräch mit US-Präsident Donald Trump gebe es derzeit nicht.

11.47 Uhr: Polen beteiligt sich nicht an US-Angriffen

dpa | Polen will die USA derzeit nicht militärisch bei ihren Angriffen gegen den Iran unterstützen. „Es gab keine solche Bitte, keinen entsprechenden Antrag. Polen nimmt an dieser Operation nicht teil“, sagte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz bei einem Besuch in Washington nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP.

Der Verteidigungsminister sagte weiter, angesichts des Kriegs im Nahen Osten müsste die polnische, europäische und US-amerikanische Rüstungsindustrie „in den sechsten Gang hochschalten“ und in voller Bereitschaft stehen. Bei einer Blockade der für den weltweiten Schiffsverkehr wichtigen Straße von Hormus könnte Russland durch gestiegene Öl- und Gaspreise profitieren, warnte Kosiniak-Kamysz.

Das EU- und Nato-Land Polen ist einer der wichtigsten Verbündeten der von Russland angegriffenen Ukraine. Es sieht sich auch selbst von Russland bedroht und rüstet derzeit massiv auf.

11.45 Uhr: Israelische Armee kündigt Schaffung einer „Pufferzone“ im Libanon an

afp | Die israelische Armee hat am Dienstag die Schaffung einer „Pufferzone“ im Libanon angekündigt. Zuvor hatte die Armee bereits ihre Truppen entlang der Grenze zum Nachbarland verstärkt. Der US-israelische Krieg gegen Iran hat auch den Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Miliz Hisbollah im Libanon wieder eskalieren lassen.

11.44 Uhr: Organisationen warnen vor Wettrüsten

epd | Mehrere Organisationen fordern die Beendigung der deutschen Urananreicherung im nordrhein-westfälischen Gronau und der Produktion von Brennelementen im niedersächsischen Lingen. Zudem solle sich die Bundesregierung für nukleare Rüstungskontrolle und Abrüstung einsetzen, hieß es bei der Vorstellung des Uranatlas 2026 am Dienstag in Berlin. Herausgeber sind unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), die der Linkspartei nahestehende Rosa-Luxemburg-Stiftung und Greenpeace.

Vertreter der Organisationen warnten vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Weltweit befänden sich derzeit 65 Atomkraftwerke in Bau, 63 davon würden in oder von Atomwaffenstaaten gebaut.

Der Vorstandsvorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Bernd Riexinger, warnte zudem vor der Abhängigkeit vom russischen Staatskonzern Rosatom bei Brennelementen. 19 Reaktoren in der EU können Riexinger zufolge nur mit Brennelementen russischer Bauarten betrieben werden. Das russische Unternehmen forciere „den weltweiten AKW-Ausbau wie kein anderes“.

11.42 Uhr: Spanien sperrt Basen für US-Militär

dpa | Die Weigerung Spaniens, die USA im Krieg gegen Iran zu unterstützen, sorgt im In- und Ausland für Irritationen. Scharfe Kritik kam aus den USA und Israel. „Die derzeitige Regierung in Spanien entwickelt sich offenbar zum Paradebeispiel einer jämmerlich schwachen europäischen Führung, die moralisch vom Weg abgekommen ist“, schrieb der einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham auf X.

Graham reagierte damit auf die Entscheidung der linksgerichteten Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez, den USA die Nutzung der Militärbasen Rota und Morón in Andalusien für die Angriffe auf Iran zu untersagen. Die Geschichte werde daran erinnern, wo Spanien gestanden habe, als die USA und andere versucht hätten, „das blutrünstigste Regime seit dem Zweiten Weltkrieg zu stürzen“, so der enge Unterstützer von US-Präsident Donald Trump.

Israels Außenminister Gideon Saar schrieb auf X: „Zuerst dankte die Hamas Sánchez. Dann dankten die Huthi Sánchez. Jetzt dankt Iran Sánchez. Soll das etwa das sein, was man ‚auf der richtigen Seite der Geschichte stehen‘ nennt?“

Die Basen im Süden des Landes werden seit Jahrzehnten gemeinsam von Spanien und den USA genutzt. Man stelle diese Stützpunkte für die aktuellen Schläge gegen Iran „auf keinen Fall“ zur Verfügung und werde das auch in Zukunft nicht tun, sagte Verteidigungsministerin Margarita Robles.

„Es stimmt, dass es ein Abkommen mit den USA gibt. Aber wir sind der Auffassung, dass dieses Abkommen im Rahmen der internationalen Rechtsordnung angewendet werden muss“, betonte Robles vor Journalisten. „Derzeit führen die Streitkräfte Israels und der USA Operationen durch, die einseitig erfolgen und nicht durch eine internationale Resolution gedeckt sind.“

11.39 Uhr: Israel meldet Luftangriff auf Präsidialbüro

ap | Israel hat das iranische Präsidialbüro und das Gebäude des Obersten Nationalen Sicherheitsrats der Islamischen Republik aus der Luft angegriffen. Die Luftangriffe seien über Nacht erfolgt, teilte das Militär am Dienstag mit. Zudem seien eine Ausbildungsstätte für iranische Offiziere und wichtige Infrastruktur der iranischen Führung unter Beschuss genommen worden.

11.23 Uhr: Israel ruft zur Räumung von Orten im Libanon auf

rtr | Das israelische Militär fordert die Bewohner von über zwei ‌Dutzend Ortschaften im Süden Libanons zum Verlassen ihrer Siedlungen auf. Zuvor hatte die Armee Vorstöße im Grenzgebiet angekündigt.

11.20 Uhr: Russland bezweifelt US-Angaben

rtr | Russland stellt die Rechtfertigung der USA ‌und Israels für die Angriffe auf Iran infrage. Es gebe keine Beweise für die Entwicklung einer iranischen Atombombe, erklärt Außenminister Sergej Lawrow. Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begründen die Angriffe unter anderem damit, die Islamische Republik dürfe niemals in den Besitz einer Atombombe kommen. Die Regierung in Teheran bestreitet, eine Atombombe entwickeln zu wollen, hat allerdings auch internationale Kontrollen seiner Atomanlagen eingeschränkt oder abgelehnt.

11.12 Uhr: Moskau hofft auf mehr Öleinnahmen für Kriegskasse

dpa | Politisch verurteilt Moskau den Angriff der USA und Israels auf Iran, wirtschaftlich hofft das Land aber davon zu profitieren. Die kremlnahe Zeitung Iswestija prognostiziert unter Berufung auf Branchenexperten einen Anstieg der Haushaltseinnahmen durch einen höheren Öl- und Gasexport.

„Die Experten sind sich einig darüber, dass der russische Etat bei einem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten mit höheren Öl- und Gaseinnahmen rechnen kann“, heißt es in dem Blatt. Als anhaltend gelte der Konflikt, wenn er länger als zwei Monate dauere.

Zur Ankurbelung der Einnahmen dürften demnach eine höhere Fördermenge und die steigenden Ölpreise beitragen. Beim Gasexport gelten vor allem die Pipelines Turkstream und Blue Stream als ausbaufähig, über die russisches Gas in die Türkei – und von dort teilweise weiter nach Europa – gelangt. Die Kapazität beider Leitungen liegt bei 47,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Sie waren 2025 nicht einmal zur Hälfte ausgelastet.

Beim Öl wiederum gelten China und Indien, das zuletzt den Kauf russischen Öls drastisch reduziert hatte, als Abnehmer in einem schärfer werdenden Konkurrenzkampf. China könne bis zu einer halben Million Barrel Öl pro Tag mehr abnehmen, meint etwa der Dozent Waleri Andrijanow von der Finanzuniversität, die der russischen Regierung untersteht.

Bei einer Blockade des Persischen Golfs und der für den weltweiten Schiffsverkehr wichtigen Straße von Hormus könne der Ölpreis auf über 100 Dollar pro Barrel schnellen, heißt es in der Analyse. Der wegen der westlichen Sanktionen auf Öl der russischen Marke Urals fällige Rabatt werde sinken.

11.11 Uhr: Mindestens 30.000 Libanesen geflüchtet

rtr | Seit Beginn der Feindseligkeiten zwischen Israel und der ‌Hisbollah haben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mindestens 30.000 Menschen im Libanon Schutz in Notunterkünften gesucht. „Konservativen Schätzungen zufolge wurden fast 30.000 Menschen in Sammelunterkünften aufgenommen und registriert“, sagt ein UNHCR-Sprecher. Viele weitere hätten in ihren Autos am Straßenrand geschlafen oder steckten im Stau.

11.08 Uhr: Schäden an Gebäuden iranischer Atomanlage

dpa | Inmitten der Angriffe Israels und der USA gegen Iran hat die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) neue Schäden an Eingangsgebäuden der unterirdischen Urananreicherungsanlage in Natans bestätigt. Die Organisation geht nicht davon aus, dass Radioaktivität freigesetzt und die Anlage weiter beschädigt worden ist, wie sie mitteilte.

Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert und schwer beschädigt – darunter auch Natans, wo die Anlage zur Anreicherung von Uran steht. Die Technologie kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder auch Atomwaffen genutzt werden – Teheran bestreitet aber, solche Waffen zu entwickeln.

Am Montag hatte IAEA-Chef Rafael Grossi in einer Sondersitzung des IAEA- Gouverneursrates noch berichtet, dass es im Zuge der jüngsten israelischen und US-amerikanischen Angriffe keine Anzeichen auf Treffer oder Schäden an Atomanlagen Irans gebe. Teherans Vertreter bei der IAEA, Resa Nadschafi, hatte dagegen von einem Angriff auf die Anlage in Natans gesprochen.

Irans Atomchef Mohamed Eslami verurteilte die Angriffe in einem Schreiben an IAEA-Chef Grossi scharf, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete. Er forderte die UN-Atomwächter auf, die Luftangriffe zu verurteilen. Seinen Worten nach erfolgte der Angriff in Natans bereits am Sonntag.

10.50 Uhr: Teheran warnt Europa vor Kriegseintritt

afp | Teheran hat europäische Länder davor gewarnt, in den US-israelischen Krieg gegen Iran einzutreten. „Jede derartige Handlung gegen Iran würde als Komplizenschaft mit den Aggressoren“ und als „Kriegshandlung“ angesehen werden, erklärte am Dienstag der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei offenbar mit Blick auf eine vorherige Erklärung europäischer Staaten. Frankreich, Deutschland und Großbritannien hatten am Sonntagabend bei Bedarf „Defensivmaßnahmen“ gegen Iran angekündigt.

10.45 Uhr: Iran drohen bei WM-Rückzug Millionenverluste

dpa | Angesichts der Eskalation im Nahen Osten ist die WM-Teilnahme Irans ungewiss. Ein freiwilliger Rückzug hätte vor allem finanzielle Folgen, wie aus Artikel 6.2 der FIFA-Regularien für das XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada hervorgeht.

250.000 Schweizer Franken (ca. 275.000 Euro) kostet es, mehr als 30 Tage vor der WM abzusagen. 500.000 Schweizer Franken (ca. 550.000 Euro) sind fällig, wenn es noch kurzfristiger geschieht. Außerdem müsste Iran die von der FIFA erhaltenen Vorbereitungsgelder für die Mannschaft sowie alle anderen turnierspezifischen Beitragszahlungen zurückerstatten.

Nach Angaben des Weltverbandes erhält jedes qualifizierte Team 1,5 Millionen US-Dollar, um die Vorbereitungskosten zu decken. Zudem gibt es ein Preisgeld von mindestens neun Millionen US-Dollar für die Mannschaften, die bei der WM die Plätze 33 bis 48 belegen. Iran würden also Einnahmen im sechsstelligen Bereich entgehen. Außerdem würde das Land einen Ausschluss von der WM 2030 riskieren, wie aus dem Regelwerk der FIFA hervorgeht. Andererseits könnte auch der FIFA-Rat mit seinen 32 Mitgliedern über einen Ausschluss Irans abstimmen.

10.41 Uhr: IAEA meldet Schäden an Urananlage

rtr | Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA meldet Schäden ‌an den Gebäuden, die mit der unterirdischen Urananreicherungsanlage Natans in Iran verbunden sind. Es sei kein Austritt radioaktiver Strahlungen zu erwarten, teilt die UN-Behörde mit. Auch an der Anlage selbst seien keine Auswirkungen festgestellt worden.

10.29 Uhr: Dax baut Verluste aus

rtr | Der Dax rutscht weiter ab. Nach einem schwachen Handelsauftakt baut der deutsche Leitindex die Verluste auf bis zu 3,2 Prozent aus und fällt auf 23.859 Punkte. Parallel ziehen die Ölpreise weiter an. Rohöl der Sorte Brent verteuert sich um knapp fünf Prozent auf bis zu 81,55 Dollar je Barrel. Der europäische Gaspreis-Future klettert um mehr ‌als 30 Prozent auf 56,50 Euro je Megawattstunde. „Insbesondere Europa hat sich durch die Energiepolitik der vergangenen Jahre ins Aus manövriert“, konstatierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst beim Broker CMC Markets. „Die hohe Abhängigkeit von Öl und Gas aus den USA und Ländern aus dem Nahen Osten wird mit der aktuellen Entwicklung zu einem großen Problem.“

10.27 Uhr: 787 Tote bei US-israelischen Angriffen in Iran

ap | Die Zahl der Todesopfer bei den US-israelischen Angriffen auf Iran soll auf mindestens 787 gestiegen sein. Das teilte die Rothalbmondgesellschaft der Islamischen Republik am Dienstag auf der Plattform X mit. Am Montag hatte sie von 555 Toten berichtet.

10.22 Uhr: Erste Flugzeuge nach Deutschland gestartet

afp | Der Betrieb an Flughäfen in den Golf-Staaten ist zum Teil wieder angelaufen und erste Flugzeuge nach Europa und Deutschland sind gestartet. Am Dienstagvormittag hob ein erster Flieger der Airline Emirates vom Dubai International Airport nach Frankfurt am Main ab, wie aus Daten des Portals Flightradar24 hervorgeht. In Deutschland sollte die Maschine demnach gegen 13.00 Uhr landen.

Die Flughäfen in den Anrainerstaaten des Persischen Golfs hatten am Samstagmorgen infolge der Eskalation des Nahost-Konflikts den Flugverkehr weitgehend eingestellt. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes sitzen rund 30.000 deutsche Touristen in der Region fest.

10.000 der Touristen sind nach Angaben des Tui-Chefs Sebastian Ebel Kunden des Reisekonzerns. Ebel hatte am Dienstagvormittag angekündigt, im Laufe des Tages die ersten Rückholaktionen in Kooperation mit Golf-Airlines wie Emirates, Etihad und Qatar Airways zu starten.

10.19 Uhr: Auswirkungen auf Weltwirtschaft noch unklar

rtr | Für eine Abschätzung der ‌wirtschaftlichen Folgen des Krieges für die Region und die Weltwirtschaft ist es nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) noch zu früh. Dies hänge vom Ausmaß und der Dauer des Konflikts ab, teilt die Organisation mit. Der IWF habe Störungen des Handels und der Wirtschaftsaktivität sowie steigende Energiepreise und Schwankungen an den Finanzmärkten registriert. Die Lage in Nahost werde genau beobachtet.

10.18 Uhr: Israels Armee: Irans Feuerkraft lässt nach

dpa | Die iranischen Angriffe auf Israel haben sich israelischen Militärangaben zufolge inzwischen abgeschwächt. „Wir beobachten, dass ihre Feuerkraft nachlässt“, sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. „Wir konnten ihre Fähigkeit, Raketen auf uns und die Region abzufeuern, begrenzen.“ Er räumte allerdings ein, dass dies zum Teil auch damit zusammenhängen könnte, dass die iranische Führung womöglich Waffenbestände für den Fall aufspart, dass der Krieg länger dauern sollte.

Doch wesentlich seien die israelisch-amerikanischen Angriffe: „Wir haben Hunderte ballistischer Raketen zerstört und wir beobachten“, sagte Schoschani. Iran könne nicht mehr im großen Umfang Raketen abfeuern.

Die Angriffe gingen dennoch weiter. „Das iranische Regime und die Hisbollah feuern täglich Dutzende Raketen, Drohnen und Geschosse ab“, erklärte der Sprecher. Die meisten würden abgefangen.

10.17 Uhr: Trump erbost im Streit um Nutzung britischer Stützpunkte

afp | US-Präsident Donald Trump hat im Streit um die Nutzung britischer Stützpunkte auf Zypern im Iran-Krieg die traditionell engen Beziehungen zwischen Washington und London grundsätzlich in Frage gestellt. Das Verhältnis sei „nicht mehr so wie früher“, sagte Trump der britischen Tageszeitung The Sun. Stattdessen lobte er die Beziehungen zu Deutschland und Frankreich.

„Es ist sehr traurig zu sehen, dass die Beziehung offensichtlich nicht mehr so wie früher ist“, sagte Trump mit Blick auf London. „Das war die engste Beziehung von allen. Und jetzt haben wir sehr enge Beziehungen zu anderen europäischen Ländern.“ Ausdrücklich lobte er dabei Deutschland und Frankreich.

Zuvor hatte sich der britische Premierminister Keir Starmer zunächst geweigert, den USA die Nutzung britischer Militärbasen im Krieg gegen Iran zu gestatten. Starmer sei „nicht hilfreich“ gewesen, sagte Trump der Sun am Montagabend telefonisch vom Weißen Haus aus. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas erleben würde. Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas von Großbritannien erleben würde.“

Starmer hatte am Samstag zu Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran jegliche britische Beteiligung an den Militäraktionen abgelehnt. Am Sonntag dann gab er bekannt, dass er einer US-Anfrage zur Nutzung britischer Militärbasen für einen „speziellen und begrenzten Verteidigungszweck“ zugestimmt habe.

Der Premierminister verteidigte seine Entscheidungen am Montag vor dem Parlament: „Präsident Trump hat seine Ablehnung unserer Entscheidung, uns nicht an den ersten Luftangriffen zu beteiligen, zum Ausdruck gebracht. Aber es ist meine Pflicht, zu beurteilen, was im nationalen Interesse Großbritanniens liegt“, sagte er. „Genau das habe ich getan, und dazu stehe ich.“

10.02 Uhr: Irans Fußballerinnen schweigen bei Hymne

dpa | Vor ihrer Partie beim Asien Cup haben Irans Fußballerinnen beim Abspielen ihrer Nationalhymne geschwiegen. Weder die Spielerinnen noch der Trainerstab sang mit, wie auf Bildern zu sehen war. Dass die Iranerinnen das Spiel gegen Südkorea mit 0:3 verloren, rückte angesichts der Eskalation im Nahen Osten in den Hintergrund.

Auch einige Fans auf den Tribünen trugen den Protest mit. Auf Bildern war zu sehen, wie viele Anhänger Flaggen aus der Zeit vor der islamischen Revolution 1979 hochhielten. Im Vergleich zur aktuellen Flagge ist in der Mitte kein rotes Emblem zu sehen, sondern ein goldener Löwe und eine Sonne.

Die iranischen Spielerinnen sowie Trainerin Marziyeh Jafari wollten sich laut der australischen Nachrichtenagentur AAP rund um das Spiel nicht zu ihrem Protest und dem Krieg äußern. Am Donnerstag treffen sie auf Australien.

„Unser Mitgefühl gilt ihnen und ihren Familien. Es ist eine schwierige Situation, und es ist wirklich mutig von ihnen, hier zu sein und zu spielen“, sagte die australische Fußballerin Amy Sayer der AAP. „Das Beste, was wir tun können, ist, ihnen das beste Fußballspiel zu bieten, zu dem wir fähig sind, und ihnen auf dem Spielfeld unseren Respekt zu zeigen.“

9.33 Uhr: Drohnentrümmer lösen Brand in Emiraten aus

rtr | Im Emirat ‌Fudschaira der Vereinigten Arabischen Emirate wird eine Drohne über ölverarbeitenden Anlagen abgeschossen. Die Trümmer lösen ein Feuer aus, teilt das Medienbüro der Regierung mit. Der Brand sei gelöscht worden.

9.51 Uhr: Amazon-Rechenzentren in Golfregion beschädigt

afp | Im Zuge der militärischen Eskalation in der Golfregion sind in den Vereinigten Arabischen Emiraten Rechenzentren des US-Technologieriesen Amazon beschädigt worden. Zwei Rechenzentren seien „direkt von Drohnen getroffen“ worden, teilte das Unternehmen am Montagabend (Ortszeit) mit. In Bahrain sei zudem eine weitere Einrichtung des Konzerns durch einen „Drohnenangriff in unmittelbarer Nähe“ beschädigt worden.

Die Angriffe hätten „strukturelle Schäden verursacht, die Stromversorgung unserer Infrastruktur unterbrochen und in einigen Fällen Brandbekämpfungsmaßnahmen erforderlich gemacht, die zu zusätzlichen Wasserschäden geführt haben“, erklärte Amazon weiter. Angaben dazu, ob Mitarbeiter bei den Drohnenangriffen verletzt wurden, machte Amazon nicht, wies aber darauf hin, dass das Unternehmen eng mit den lokalen Behörden zusammenarbeite und „der Sicherheit unserer Mitarbeiter während der gesamten Wiederherstellungsmaßnahmen Priorität“ einräume.

Die Unternehmenssparte Amazon Web Services (AWS) ist der weltweit führende Anbieter von Clouddiensten und konkurriert dabei etwa mit Microsoft Azure und Google Cloud. Amazon rief betroffene Nutzer auf, wichtige Daten zu sichern und auf Amazon-Server in anderen Teilen der Welt auszuweichen. Bereits am Sonntag hatte der Internetriese vermeldet, dass eines seiner Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten von nicht näher beschriebenen „Objekten“ getroffen worden sei, und hatte Nutzer vor unvorhersehbaren Beeinträchtigungen gewarnt.

9.48 Uhr: Libanon gibt Stellungen nahe Israel auf

ap | Das libanesische Militär zieht sich einem staatlichen Medienbericht zufolge von einigen Stellungen an der Grenze zu Israel zurück. Die Soldaten würden an anderen Orten stationiert, berichtete die Nachrichtenagentur NNA am Dienstag. Zuvor hatte das israelische Militär im Kampf gegen die militant-islamistische Hisbollah-Miliz mitgeteilt, dass seine Soldaten einen Einsatz im Süden des Libanons im Grenzgebiet ausführten. Ziel des Einsatzes sei es, die Sicherheit für Einwohnerinnen und Einwohner im Norden Israels in der Nähe der Grenze zu erhöhen. Es gebe derzeit keine Pläne, um Israelis aus den Grenzgebieten zu evakuieren.

9.35 Uhr: Dax wegen Iran-Krieg wieder im Minus

dpa | Die andauernden Kampfhandlungen im Nahen Osten haben die weltweiten Börsen auch am Dienstag belastet. Auf Kursverluste an den asiatisch-pazifischen Aktienmärkten folgten neuerliche Einbußen an Europas Märkten im frühen Handel. Und auch für die Wall Street und die Nasdaq-Börse werden bereits wieder fallende Kurse prognostiziert. Steigende Öl- und Erdgaspreise nähren dabei Konjunktur- und Inflationsängste. Vieles hängt nun von der Dauer des Krieges ab.

Der Dax fiel um 1,8 Prozent und lag mit 24.204 Punkten auf dem niedrigsten Niveau seit Mitte Dezember 2025. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gab um 1,2 Prozent auf 30.493 Zähler nach, vermied aber ein Abrutschen unter die Marke von 30.000 Punkten. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,6 Prozent.

9.32 Uhr: Flugzeug von Dubai unterwegs nach Frankfurt

dpa | Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates ist nach den zahlreichen Flugausfällen wegen des Iran-Krieges nun von Dubai nach Frankfurt am Main unterwegs. Eine Sprecherin der Fraport, der Betreibergesellschaft des bundesweit größten Flughafens, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagmorgen: „Die Emirates ist in der Luft und kommt hier an.“ Laut der Fraport-Ankunftsseite im Internet wurde die Maschine am frühen Nachmittag in Frankfurt erwartet.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bieten nach den Stornierungen in den ersten Tagen des Iran-Krieges nun Sonderflüge für gestrandete Passagiere an. Die Fluggesellschaft Emirates erklärte, zunächst Passagiere mit bereits bestehenden Buchungen bevorzugt zu berücksichtigen. Kundinnen und Kunden, die auf einen der eingeschränkt angebotenen Flüge umgebucht worden seien, würden direkt von ihr informiert.

Für einen reibungslosen Ablauf ohne Menschenansammlungen hatten Emirates und die Zivilluftfahrtbehörde der VAE Reisende dazu aufgerufen, nicht zum Flughafen zu kommen, sofern sie keine entsprechende Benachrichtigung erhalten hätten. Am Samstag hatten die VAE eine teilweise Schließung ihres Luftraums angekündigt und alle Flüge an den Flughäfen von Dubai ausgesetzt.

9.23 Uhr: US-Botschafter empfiehlt Ausreise über Sinai-Halbinsel

ap | Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, hat seinen Landsleuten eine Evakuierung über die Halbinsel Sinai in Ägypten empfohlen. Bei der Botschaft gingen viele Anfragen wegen einer Evakuierung ein, teilte Huckabee am Dienstag in den sozialen Medien mit. „Es gibt SEHR BEGRENZTE Optionen“, schrieb er unter Verwendung von Großbuchstaben. „Nicht sicher, wann der Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv wieder aufmacht.“ Huckabee riet Amerikanerinnen und Amerikanern, die Israel verlassen wollten, per Bus nach Scharm el Scheich oder Taba im Süden der Halbinsel Sinai zu fahren. Diese Route sei am besten, erklärte er.

9.18 Uhr: USA lassen immer mehr diplomatisches Personal evakuieren

ap | Die USA haben wegen des Nahost-Kriegs inzwischen in sechs Ländern nicht essenzielle Mitarbeitende ihrer diplomatischen Vertretungen zur Evakuierung aufgefordert. Auch Mitarbeitende und Familienangehörige in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollten sich am Dienstag in Sicherheit begeben, wie das Außenministerium der USA bekanntgab. Die Emirate galten lange als sichere Gegend im Nahen Osten, sind aber in den aktuellen Krieg hineingezogen worden.

Zu den anderen Ländern, für die eine Evakuierunganordnung der USA für nicht essenzielles diplomatisches Personal gilt, zählen Bahrain, der Irak, Jordanien, Kuwait und Katar.

9.13 Uhr: AfD-Chef kritisiert Angriffe auf Iran

dpa | AfD-Chef Tino Chrupalla hat die Angriffe der USA und Israels auf den Iran kritisiert. „Ich feiere nicht Raketenangriffe, egal auf welches Land und von wem sie kommen. Das kann man nicht feiern, weil immer Zivilisten getötet werden und das kann man nur verurteilen“, sagte Chrupalla in der RTL/ntv-Sendung „Frühstart“.

„Wenn man aktuell die Bilder sieht, muss man sich ja wirklich auch die Frage stellen, ist das am Ende auch für Israel ein gutes Ausgehen und das kann nicht im deutschen und auch nicht im europäischen Interesse sein.“

Chrupalla war zu Äußerungen des außenpolitischen Sprechers der AfD-Fraktion Markus Frohnmaier gefragt worden. Der hatte unter anderem erklärt: Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe „mit chirurgischer Präzision und klarer Zielorientierung gehandelt, mit einem begrenzten Vorgehen, das auf die Ausschaltung der sicherheitsrelevanten Schaltstellen des Regimes zielte“.

Der AfD-Chef kritisierte auch Trump. Der sei als Friedenspräsident gestartet, am Ende werde er als Kriegspräsident enden, sagte Chrupalla. „Will er das? Das muss er dann auch seinen Wählern erklären, vor allen Dingen, wenn diese Angriffe und auch diese Kriegsführung keinen Erfolg hat“.

9.11 Uhr: Israel schickt weitere Soldaten in den Südlibanon

dpa | Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge weitere Bodentruppen in den Südlibanon geschickt. „Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um ein Manöver, eine Bodenoffensive oder Ähnliches handelt. Es ist eine taktische Maßnahme, um Angriffe der Hisbollah zu verhindern“, sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. „Es besteht die reale Möglichkeit, dass sie ihre Einsätze gegen uns ausweiten.“ Wie viele Soldaten Israel im Nachbarland in der Nähe zur israelischen Grenze positioniert hat, wollte der Sprecher nicht sagen.

Israels Armee war bislang an fünf Posten im Südlibanon stationiert. Nun sind sie den Angaben nach an weiteren Punkten in der Nähe der israelischen Grenze. „Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich haben die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) ermächtigt, weitere strategische Positionen im Libanon einzunehmen und zu sichern, um Angriffe auf israelische Grenzgemeinden zu verhindern“, teilte Israels Verteidigungsminister Israel Katz mit.

9.07 Uhr: Gefährdete Franzosen sollen ausgeflogen werden

rtr | Frankreich ‌steht nach Angaben von Außenminister Jean-Noel Barrot bereit, die am meisten gefährdeten Franzosen in der Region auszufliegen. Insgesamt rund 400.000 französische Staatsangehörige hielten sich in den von dem Krieg betroffenen Gebieten auf. Frankreichs Priorität sei die Sicherheit der eigenen Bürger und die Deeskalation des Konflikts. Frankreich sei auch bereit, Partner zu verteidigen, falls die dies wünschten.

9.04 Uhr: Mindestens 13 Soldaten im Iran getötet

ap | Bei Luftangriffen auf einen Stützpunkt im Südosten des Irans sind örtlichen Medien zufolge mindestens 13 iranische Soldaten getötet worden. Getroffen worden sei der Luftwaffenstützpunkt Kerman, etwa 800 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Teheran, berichteten die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim und die Tageszeitung „Hammihan“. Der Stützpunkt ist dafür bekannt, dass dort Militärhubschrauber stationiert sind.

9.00 Uhr: Libanesische Armee räumt grenznahe Posten

rtr | Libanesische Truppen ‌ziehen sich aus mindestens sieben Posten nahe der Grenze zu Israel zurück. Das berichten Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Mitarbeiter der libanesischen Regierung sagt Reuters, in einigen Bereichen hätten israelische Soldaten die gemeinsame Grenze überschritten.

8.58 Uhr: Gaspreise schnellen in die Höhe

rtr | Die Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran treibt die Gaspreise weiter an. Der europäische Future verteuert sich um gut 20 Prozent ‌auf 52,00 Euro je Megawattstunde. Zum Wochenauftakt hatte der Preis um rund ein Drittel zugelegt. „Dieser Anstieg, ausgelöst durch knappe Lager und den LNG-Stopp Katars, weckt böse Erinnerungen an die Preissteigerungen des Jahres 2022“, sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank.

Die nach Katars Lieferstopp noch verfügbare Menge an LNG werde knapper und damit steige der Preis. „Niemand will eine zweite Welle an ‌Inflation, nachdem die Auswirkungen der ersten noch nicht ganz überwunden waren.“

8.57 Uhr: Iran prahlte mit elf Atombomben in Reichweite

dpa | Noch während der Atomverhandlungen mit den USA hat sich der Iran nach Darstellung Washingtons gerühmt, genug hochangereichertes Uran für elf Atombomben zu besitzen. Dies berichtet der US-Sondergesandte Steve Witkoff nun in einem Interview mit dem US-Sender Fox News.

„Beide iranischen Unterhändler sagten ganz offen und ohne Scham, dass sie 460 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran kontrollierten und sich bewusst seien, dass damit elf Atombomben hergestellt werden könnten“, berichtete Witkoff. „Sie waren stolz darauf, dass sie alle möglichen Kontrollmechanismen umgangen hatten, um an einen Punkt zu gelangen, an dem sie elf Atombomben hätten herstellen können.“

Witkoff hatte zusammen mit dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, die inzwischen gescheiterten Atomverhandlungen für die US-Seite geführt. Seit Samstag greifen die USA und Israel Ziele im Iran an. Teheran reagiert mit Angriffen auf Israel sowie auf die Golfregion.

8.55 Uhr: „Keine richtige Antwort“ für Zeit nach Sturz

afp | Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, sieht keinen ausgereiften Plan für die Zeit nach einem möglichen Sturz der iranischen Führung. „Wir müssen erst darüber nachdenken, dass wir keine richtige Antwort dafür haben“, sagte er in einem Podcast des Portals Politico auf die Frage, wer Iran künftig führen könnte – etwa der Schah-Sohn Reza Pahlavi. „Das Wichtigste ist, dass dieses Regime nicht mehr existiert“, sagte Prosor.

Ziel Israels sei es, die Fähigkeiten der Führung in dem Land zurückzudrängen, ein Wandel könne aber „nur von innen da sein“. Die Bevölkerung in dem Land habe „wirklich genug und will Freiheit haben“.

8.53 Uhr: Israel schickt weitere Soldaten in den Südlibanon

dpa | Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge weitere Bodentruppen in den Südlibanon geschickt. „Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um ein Manöver, eine Bodenoffensive oder Ähnliches handelt. Es ist eine taktische Maßnahme, um Angriffe der Hisbollah zu verhindern“, sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. „Es besteht die reale Möglichkeit, dass sie ihre Einsätze gegen uns ausweiten.“ Wie viele Soldaten Israel im Nachbarland in der Nähe zur israelischen Grenze positioniert hat, wollte der Sprecher nicht sagen.

Israels Armee war bislang an fünf Posten im Südlibanon stationiert. Nun sind sie den Angaben nach an weiteren Punkten in der Nähe der israelischen Grenze. „Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich haben die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) ermächtigt, weitere strategische Positionen im Libanon einzunehmen und zu sichern, um Angriffe auf israelische Grenzgemeinden zu verhindern“, teilte Israels Verteidigungsminister Israel Katz mit.

8.52 Uhr: Israel: Keine Pläne für Bodentruppen

ap | Das israelische Militär hat nach Angaben eines Sprechers derzeit keine Stationierung von Bodentruppen in Iran geplant. Auf die Frage nach der Wahrscheinlichkeit, dass Bodentruppen in das Land geschickt würden, teilte Militärsprecher Nadav Schoschani mit, das sei „nicht sehr wahrscheinlich“.

8.48 Uhr: Explosionen in Isfahan und Schiras

rtr | In Schiras im Südwesten Irans und in Isfahan im Zentrum der Islamischen Republik sind Explosionen zu hören. Das meldet die iranische Nachrichtenagentur Mehr.

8.47 Uhr: US-Botschaften in Golfstaaten geschlossen

dpa | Nach weiteren Eskalationen im Iran-Krieg bleibt die US-Botschaft in Kuwait vorerst geschlossen. Alle regulären und auch die dringenden Konsulartermine seien abgesagt worden, teilte die Botschaft auf X mit. Auch die US-Botschaft in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad bleibt heute geschlossen. Auch hier seien alle Termine abgesagt worden. Menschen in Saudi-Arabien wurden aufgerufen, die Umgebung des Botschaftsgebäudes vorerst zu meiden.

Die Botschaft in Riad war in der Nacht von iranischen Drohnen angegriffen worden. Nach saudischen Angaben sei es zu einem Brand gekommen. Auch an der Botschaft in Kuwait soll es zu einem Brand gekommen sein. Angesichts des Krieges hatte das US-Außenministerium Amerikaner in mehr als einem Dutzend Ländern in der Region bereits dazu aufgerufen, diese sofort zu verlassen.

8.40 Uhr: Treibstofftank im Oman von Drohne getroffen

rtr | Im omanischen Handelshafen Dukm wird ein Treibstofftank von einer Drohne getroffen. Es sei ein begrenzter Schaden entstanden, meldet die staatliche omanische Nachrichtenagentur unter Berufung auf ein Mitglied der Sicherheitskräfte. Es seien keine Menschen verletzt worden.

8.29 Uhr: Exil-Iraner sehr besorgt um ihre Angehörigen

epd | Für Exil-Iraner ist es nach den Worten des iranischen evangelischen Theologen Mehrdad Sepehri Fard sehr schwierig, in den Kriegstagen Informationen über Angehörige in Iran zu erhalten. „Sie machen sich große Sorgen, alle haben Eltern, Brüder, Schwestern oder andere Angehörige im Iran, und sie können nicht kommunizieren“, sagte der Theologe der „Fachstelle Seelsorge für persischsprachige Christen“ in Paderborn dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Das Internet sei in Iran lahmgelegt, auch Telefone funktionierten nicht, erklärt Sepehri Fard. Es gebe nur die begrenzte Möglichkeit über das Satellitensystem Starlink, aber die Möglichkeit hätten nicht alle.

Einerseits herrsche eine sehr angespannte Atmosphäre in Iran, berichtet der Theologe über seine Gespräche. „Alle Menschen sind gegen einen Krieg und es ist belastend, wenn ein anderes Land uns angreift.“ Viele Menschen in Iran sähen jedoch den Krieg zugleich als letzte Chance gegen das Regime. „Die Menschen wissen, dass sie mit bloßen Händen und Steinen gegen die Revolutionsgarde nichts ausrichten können.“ Seit Jahrzehnten habe es auf den Straßen Proteste gegeben. „Die Antwort war immer die gleiche: Kugeln, Gewalt, Vergewaltigung, Hinrichtung.“

8.26 Uhr: Gauck betont Vorrang des Völkerrechts

epd | Altbundespräsident Joachim Gauck hat sich mit Blick auf den Iran-Krieg kritisch zum Umgang mit dem Völkerrecht geäußert. Er könne sich nicht mit einer Welt anfreunden, in der „die alten Regularien“ vor dem Völkerrecht oder vor den grundlegenden Verträgen der Vereinten Nationen gelten, sagte Gauck am Montagabend beim „Ständehaustreff“ der Düsseldorfer Rheinischen Post: „Wo die Imperien kraft ihrer militärischen Stärke ihr eigenes Recht verfolgten.“ Er wolle „nicht einfach nur zusehen, dass wir in so eine Zeit reinrauschen“.

„Wenn ein verbrecherischer Politiker wie Putin oder wenn ein Diktator wie in China oder die iranischen Theokraten das so sehen, dann hatten wir bislang eine starke und dominierende Macht, die auf der Seite des Völkerrechts war“, sagte Gauck. Aber verschiedene Aktionen von US-Präsident Donald Trump „lassen uns eben Zweifel daran erkennen“, beklagte der evangelische Theologe.

Skeptisch zeigte sich Gauck laut Rheinischer Post mit Blick auf die Frage, ob ein Regimewechsel in Iran auf dem jetzt von den USA und Israel gewählten militärischen Weg zu erreichen sei. Das System der iranischen Machthaber sei nicht gleich instabil und starke Machtstrukturen seien erhalten geblieben. „Da müssen wir sehen: Trauen sich die Leute wieder auf die Straße?“, sagte der 86-jährige frühere Bundespräsident.

8.20 Uhr: TUI plant erste Heimflüge für Urlauber

rtr | Der Touristikriese TUI geht davon aus, seine im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen einiger Tage zurückholen zu können. Man plane, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Etihad, Emirates und Qatar Airways nach Deutschland zurückzubringen, sagt Konzernchef Sebastian Ebel dem Sender ntv. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können.“

8.17 Uhr: China fordert erneut Stopp der Angriffe

rtr | China ruft erneut dazu auf, die Angriffe auf den Iran einzustellen. Eine weitere Ausbreitung des Krieges müsse verhindert werden, teilt das Außenministerium in Peking mit. Die Regierung mahnt eine Rückkehr zum Dialog an. China werde weiterhin eine konstruktive Rolle bei den Friedensbemühungen spielen.

8.10 Uhr: Hisbollah meldet Angriffe auf Militärstützpunkte

afp | Nach israelischen Luftangriffen auf die libanesische Hauptstadt Beirut hat die pro-iranische Hisbollah-Miliz eigenen Angaben zufolge drei Militärstützpunkte in Israel angegriffen. „Als Reaktion auf die kriminelle israelische Aggression gegen Dutzende libanesischer Städte und Ortschaften“ seien die Luftwaffenstützpunkte Ramat David und Meron im Norden Israels mit Drohnen angegriffen worden, erklärte die Hisbollah am Dienstag. Zudem sei die Militärbasis Nafah auf den von Israel besetzten Golan-Höhen mit Raketen beschossen worden.

Die israelische Armee hatte zuvor zeitgleiche Luftangriffe auf militärische Ziele in Beirut und die iranische Hauptstadt Teheran gemeldet. Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten eine große Rauchwolke, die über Beirut aufstieg.

7.59 Uhr: Netanjahu kündigt längeren Krieg an

rtr | Der israelische ‌Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ‌geht von einem längeren Krieg mit Iran aus. „Es wird einige Zeit dauern, aber nicht Jahre“, sagte er dem US-Sender Fox News. Am Dienstag, dem vierten Tag der amerikanisch-israelischen Offensive, weiteten sich die Kämpfe aus. Israel griff Ziele der Hisbollah-Miliz im Libanon und das Staatsfernsehen in Teheran ‌an. Im Gegenzug schoss Iran Raketen und Drohnen auf die mit den USA verbündeten Golfstaaten ab. Saudi-Arabien meldete einen Drohnenangriff auf die US-Botschaft in Riad mit geringem Schaden. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, einen US-Stützpunkt in Bahrain mit Raketen und Drohnen attackiert zu haben.

US-Außenminister Marco Rubio kündigte an: „Die schwersten Schläge des US-Militärs stehen noch bevor“. Einen Einsatz von Bodentruppen schloss er nicht explizit aus: „Wir sind davon überzeugt, dass die ‌Ziele dieses Einsatzes – die Zerstörung der ballistischen Raketen, deren Abschussvorrichtungen und Produktionsanlagen – ohne den Einsatz von Bodentruppen erreicht werden können.“

7.53 Uhr: Tui plant Rückholung von Urlaubern

Der Reisekonzern Tui rechnet mit der Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen einiger Tage. Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel im Programm von n-tv. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können“, sagte Ebel. Erste Flüge sollten nach München gehen. Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui Fly bereit. Diese seien „standby, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen“.

„Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt“, sagte Ebel. Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der Sicherheitslage ab. „Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen.“ Er gehe jedoch davon aus, dass es „etwas ist, was einige Tage dauern wird“.

Wegen der Eskalation des Nahost-Konflikts seit dem Wochenende sitzen derzeit Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts nannte dies „eine einigermaßen verlässliche Größe“.

7.51 Uhr: EZB-Chefvolkswirt warnt vor Inflationsschub

rtr | Ein längerer ‌Krieg im Nahen Osten ‌kann nach den Worten von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane die Inflation in der Euro-Zone anheizen und die Wirtschaft ausbremsen. „Ein Anstieg der Energiepreise übt tendenziell Inflationsdruck aus, insbesondere kurzfristig“, sagte Lane der Financial Times in einem am Diensteg veröffentlichten Interview. Das könne sich auch negativ auf die Konjunktur auswirken.

Am Montag hatte sich der Krieg der USA und Israels gegen Iran ausgeweitet. Israel griff den Libanon an, ‌während Iran seine Attacken auf die ölreichen Golfstaaten fortsetzte. Dies trieb die Ölpreise um mehr als zehn Prozent in die Höhe.

Die Folgen für die Inflation hängen von der Dauer des Konflikts ab, sagte der Notenbanker weiter. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde die Lage beobachten. Lane verwies auf frühere Analysen der Währungshüter. Diesen zufolge würde ein längerer Krieg zu einem „deutlichen Anstieg“ der energiepreisbedingten Inflation und einem „starken Rückgang“ der Wirtschaftsleistung führen, sollte es zu einem dauerhaften Rückgang der Energielieferungen aus der Region kommen. Eine separate Analyse der EZB vom Dezember deutet darauf hin, dass ein ‌dauerhafter Ölpreisanstieg in dieser Größenordnung die Inflation um 0,5 Prozentpunkte anheben und das Wachstum um 0,1 Prozentpunkte dämpfen könnte.

Zuvor hatten bereits Banken-Ökonomen gewarnt, dass sich ein über Wochen oder gar Monate hinziehender Krieg ⁠im Nahen Osten auf die Verbraucherpreise durchschlagen könnte. „In einem solchen Risiko-Szenario würde die Inflationsrate im Euroraum schätzungsweise um mehr als einen Prozentpunkt steigen, also von zuletzt 1,7 auf knapp drei Prozent“, sagte etwa Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Das wäre ‌ein spürbarer Verlust an ‌Kaufkraft für die Konsumenten.“

🐾 7.45 Uhr: Was sich die Menschen in Iran wünschen

Die Angriffe der USA und Israels auf Iran halten an. Wie es geht es Menschen in Teheran? Was wünschen sie sich? Haben sie Angst vor der Zukunft? Mahtab Qolizadeh hat für die taz Stimmen gesammelt.

7.42 Uhr: US-Außenministerium zieht Botschaftspersonal ab

afp | Das US-Außenministerium zieht angesichts des Iran-Krieges den Großteil seines Botschaftspersonals aus Bahrain, Jordanien und dem Irak ab. Das Ministerium habe aus Sicherheitsgründen seine Reisehinweise für die Länder aktualisiert und die „Ausreise von allen nicht für Notfälle zuständigen Mitarbeitern der US-Regierung sowie deren Familienangehörigen“ angeordnet, erklärte das Außenministerium in Washington am Dienstag im Onlinedienst X. Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait wurde derweil „bis auf Weiteres“ geschlossen.

„Aufgrund der anhaltenden Spannungen in der Region“ seien alle Konsulatstermine in Kuwait abgesagt worden, die Botschaft bleibe vorerst geschlossen, erklärte die US-Botschaft in Kuwait im Onlinedienst X. Das Botschaftsgebäude war zuvor bei einem Drohnenangriff direkt getroffen worden. Ein AFP-Reporter beobachtete, wie Rauch über dem Gebäude aufstieg.

🐾 7.35 Uhr: Wirtschaftliche Folgen des Iran-Kriegs

Der Krieg könnte Folgen für die Konjunktur haben, warnt der Wirtschaftsweise Achim Truger. Gezielte Maßnahmen wie in der Energiekrise könnten helfen. Wie sich die Weltwirtschaft noch entwickeln könnte und welche Aspekte dabei eine Rolle spielen, hat taz-Wirtschaftsredakteur Simon Poelchau im Interview mit Truger erfragt.

7.29 Uhr: Angriffe erschüttern Teheran und Vororte

dpa | Die iranische Hauptstadt Teheran ist erneut von schweren Bombardierungen erschüttert worden. Auch am Rand der östlichen Pendlerstadt Pardis schlugen laut iranischen Medien rund ein Dutzend Raketen ein. In den Hochhäusern der Neubaugebiete zitterten die Fenster, wie Bewohner der Deutschen Presse-Agentur berichteten. Auf Videos in sozialen Medien waren graue Rauchschwaden über den Hügeln am Rand des Albors-Gebirges zu sehen.

7.23 Uhr: Expertenrat: Wahl des Obersten Führers wird nicht lange dauern

rtr | Die Wahl eines neuen geistlichen und politischen Oberhaupts Irans wird nach Aussagen eines Mitglieds des Expertenrats nicht lange in Anspruch nehmen. Es werde nicht lange dauern, bis ein Nachfolger für den verstorbenen Ajatollah Ali Chamenei feststeht, sagt das Mitglied laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna.

7.16 Uhr: Israel meldet Angriffe in Teheran und Beirut

afp | Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am frühen Dienstagmorgen zeitgleiche Luftangriffe auf Ziele in Beirut und Teheran geflogen. Die israelische Luftwaffe habe „gezielte Angriffe auf militärische Ziele des iranischen Terrorregimes und der Terrororganisation Hisbollah begonnen“, erklärten die israelischen Streitkräfte in Bezug auf die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon. Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten eine große Rauchwolke, die über der libanesischen Hauptstadt Beirut aufstieg.

In der Nacht zum Dienstag hatte das israelische Militär erklärt, den Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden der iranischen Hauptstadt Teheran „angegriffen und zerstört“ zu haben. Kurz zuvor hatte das israelische Militär zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen.

6.44 Uhr: Trump: „unbegrenzte Vorräte“ an Munition

ap | Vor dem Hintergrund der Angriffe auf Iran hat US-Präsident Donald Trump Details zum Waffenarsenal der Vereinigten Staaten offengelegt. Die USA verfügten über eine „praktisch unbegrenzte Vorratsmenge“ an Munition, schrieb der Präsident auf seiner Plattform Truth Social. „Die Munitionsbestände der Vereinigten Staaten auf mittlerem und gehobenem Niveau waren noch nie so hoch oder in so gutem Zustand – wie mir heute gesagt wurde, haben wir eine praktisch unbegrenzte Versorgung mit diesen Waffen.“ Kriege könnten damit „auf ewig“ und sehr erfolgreich geführt werden, teilte Trump mit.

Außerdem seien „zusätzliche hochwertige Waffen“ für die USA in anderen Ländern gelagert, fügte er hinzu. Trump ging nicht weiter ins Detail. Sein Beitrag erscheint, während Analysten zunehmend Bedenken über die Menge an Munition äußern, die den USA im laufenden Einsatz – insbesondere bei Luftabwehrraketen – zur Verfügung steht.

6.43 Uhr: Iranische Revolutionsgarden greifen US-Stützpunkt in Bahrain an

afp | Die Iranischen Revolutionsgarden haben nach Angaben von iranischen Staatsmedien einen US-Luftwaffenstützpunkt in Bahrain angegriffen. Die Seestreitkräfte der Revolutionsgarden hätten einen „großangelegten Drohnen- und Raketenangriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt im Gebiet Scheich Isa in Bahrain“ verübt, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf eine Erklärung der Revolutionsgarden. Bei dem Angriff mit 20 Drohnen und drei Raketen sei das „zentrale Kommandohauptquartier der Basis zerstört“ worden.

6.22 Uhr: USA: Militärische Infrastruktur in Iran zerstört

dpa | Die US-Streitkräfte haben bei anhaltenden Angriffen in Iran eigenen Angaben nach weitere militärische Infrastruktur ins Visier genommen. Zerstört worden seien Kommando- und Kontrollzentren der iranischen Revolutionsgarden, iranische Luftabwehrkapazitäten, Raketen- und Drohnenabschussbasen sowie Militärflugplätze, wie das für die Region zuständige US-Kommando im Nahen Osten (Centcom) auf X mitteilte. „Wir werden weiterhin entschlossen gegen unmittelbare Bedrohungen durch das iranische Regime vorgehen“, hieß es.

6.21 Uhr: Straße von Hormus geschlossen

rtr | Iran hat ‌die strategisch wichtige Straße von Hormus für geschlossen erklärt. Der Kommandeur der Revolutionsgarden drohte am Montag, jedes Schiff, das die Meerenge dennoch zu passieren versuche, in Brand zu setzen. Kurz zuvor hatten iranische Medien von einem brennenden Tanker in der Meerenge berichtet. Die unter der Flagge von Honduras fahrende „Athe Nova“ stehe nach einem Drohnenangriff in Flammen, hieß es unter Berufung ‌auf die Revolutionsgarden. Den Berichten zufolge warfen die Garden der Besatzung vor, im „Einklang mit Amerika“ zu handeln und Treibstoff für US-Kriegsschiffe zu liefern. Eine Stellungnahme des Eigners lag zunächst nicht vor.

Der Schiffsverkehr in der für die Weltwirtschaft zentralen Region war bereits weitgehend zum Erliegen gekommen. Jeremy Nixon, Chef der Reederei Ocean Network Express (ONE), sprach von rund 100 blockierten Containerschiffen. „Etwa zehn Prozent der weltweiten Containerflotte stecken hier fest“, sagte Nixon auf einer Branchenkonferenz im kalifornischen Long Beach. Versicherer haben die Deckung für Fahrten durch die Meerenge inzwischen eingestellt.

Die ‌Blockade ist die Reaktion auf massive Luftangriffe der USA und Israels auf Iran, die am 28. Februar begannen. Ziel der Offensive ist unter anderem der Sturz der iranischen Führung. ⁠Als Vergeltung feuerte Iran mehrere Raketensalven auf Nachbarstaaten ab, in denen US-Truppen stationiert sind. Dazu zählen Katar, Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Saudi-Arabien und der Oman.

Die Straße von Hormus ist das ‌Nadelöhr des internationalen Ölhandels. ‌Etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls werden durch die ⁠an ihrer engsten Stelle nur 33 Kilometer breite Wasserstraße transportiert. Die Furcht vor einem längeren Ausfall der Lieferungen ließ die Ölpreise am ‌Montag in die Höhe schnellen. Rohöl der ‌Sorte Brent verteuerte sich zeitweise um bis zu 13 Prozent auf 82,37 Dollar je Barrel.

6.18 Uhr: US-Botschaften in Region angegriffen

afp | Am vierten Tag des von den USA und Israel gestarteten Krieges gegen Iran haben die Armeen der Länder erneut Angriffe in der Region verübt. In mehreren Golfstaaten kam es am Dienstag zu Explosionen, in Saudi-Arabien und Kuwait wurden die US-Botschaften mit Drohnen angegriffen, wie örtliche Behörden und Diplomaten berichteten. Die US-Armee meldete die Zerstörung von Kommandoposten der Iranischen Revolutionsgarden. Derweil verübte die israelische Armee eigenen Angaben zufolge mehrere Angriffe im Libanon und in Teheran, bei denen unter anderem das Gebäude des staatlichen iranischen Senders Irib getroffen wurde.

Die US-Botschaft in Riad sei mit zwei Drohnen angegriffen worden, erklärte ein Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums. Dabei seien ein begrenztes Feuer ausgebrochen und ein geringer Sachschaden verursacht worden. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte später, acht Drohnen nahe Riad und al-Chardsch abgefangen und zerstört zu haben. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die US-Armee werde „bald“ Vergeltungsmaßnahmen ergreifen. Die US-Botschaft rief US-Bürger in Riad, Dschidda und Dharan auf, in geschlossenen Räumen zu verbleiben.

Auch in Kuwait wurde die US-Botschaft mit Drohnen attackiert. Das Gebäude sei direkt getroffen worden, teilte ein in Kuwait stationierter Diplomat der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Angriffe erfolgten zeitgleich mit einer Welle von Raketen und Drohnen, die auf mehrere Golfstaaten abgefeuert wurden. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate teilte mit, das Land sei mit ballistischen Raketen aus Iran angegriffen worden. Das katarische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe zwei ballistische Raketen abgefangen.

6.13 Uhr: Australien: Drohnen auf Militärstützpunkt bei Dubai

ap | Iranische Drohnen haben nach Angaben Australiens einen australischen Militärstützpunkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen. Verletzte habe es jedoch nicht gegeben, teilte Australiens Verteidigungsminister Richard Marles mit. Die Drohnen hätten in der ersten Nacht des Kriegs die Luftwaffenbasis Al Minhad getroffen – ein Logistikstützpunkt für Australiens Einsätze im Nahen Osten in der Nähe von Dubai.

„Wir haben eine Reihe Australier, die von einem Hauptquartier aus im Einsatz sind, das wir seit vielen, vielen Jahren in Al Minhad haben“, sagte Marles dem Fernsehsender Seven Network am Dienstag. „Sie sind alle wohlbehalten und sicher. Insgesamt haben wir über 100 aktive Angehörige in verschiedenen Ländern des Nahen Ostens, die meisten aber in den Vereinigten Arabischen Emiraten, und diese Basis ist für uns sehr wichtig“, fügte er hinzu.

Journalisten der Nachrichtenagentur bestätigten, dass sie in der Nähe von Al Minhad mehrere Explosionen sowie zahlreiche Luftabwehrinterzeptionen beobachtet hätten.

6.12 Uhr: USA und Israel rechtfertigen Krieg gegen Iran

dpa | Führende US-Republikaner rücken zur Begründung für den eigenen Angriff auf Iran nun zunehmend Israels Agieren in den Fokus. „Israel war entschlossen, hier zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne amerikanische Unterstützung“, sagte der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson. US-Außenminister Marco Rubio sagte gegenüber Journalisten: „Die unmittelbare Gefahr bestand darin, dass wir wussten, dass Iran, wenn er angegriffen würde – und wir gingen davon aus, dass er angegriffen werden würde –, sofort gegen uns vorgehen würde.“

„Wir wussten, dass es zu einem israelischen Eingreifen kommen würde. Wir wussten, dass dies einen Angriff auf die amerikanischen Streitkräfte auslösen würde“, führte Rubio weiter aus. Die USA seien zu der Einschätzung gekommen, dass sie mehr Verletzte und Tote zu verzeichnen hätten, wenn sie unter diesen Umständen nicht „präventiv“ gegen Iran vorgegangen wären. „Wir haben proaktiv auf defensive Weise gehandelt, um zu verhindern, dass sie größeren Schaden anrichten.“ Bisher kamen sechs US-Soldaten ums Leben.

5.58 Uhr: Ölpreise steigen dritten Tag in Folge

rtr | Die ‌Ölpreise sind am Dienstag ‌den dritten Tag in Folge gestiegen, nachdem Iran gedroht hat, auf jedes Schiff zu feuern, das versucht, die Straße von Hormus zu durchfahren. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 78,83 Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI legte um ein Prozent auf 71,97 Dollar zu. Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Revolutionsgarden ‌erklärte laut iranischen Medien, die Meerenge sei geschlossen. Versicherer haben ihre Deckung für Schiffe in der Region gestrichen. Der unter honduranischer Flagge fahrende Tanker „Athe Nova“ brenne nach einem Drohnenangriff, meldeten iranische Nachrichtenagenturen.

Analysten rechnen in den kommenden Tagen mit weiter steigenden Preisen. Die Investmentbank Bernstein hob ihre Brent-Prognose für 2026 von 65 auf 80 Dollar an und sieht im Extremfall eines längeren Konflikts sogar 120 bis 150 Dollar. Saudi-Arabien musste nach einem Drohnenangriff seine größte Raffinerie schließen. Am ‌Montag hatte Brent zeitweise um bis zu 13 Prozent zugelegt und bei 82,37 Dollar den höchsten Stand seit Januar erreicht, bevor sich die Gewinne auf 5,5 Prozent reduzierten. ⁠Die US-Dieselpreise erreichten ein Zweijahreshoch, europäisches Gasöl verteuerte sich um 2,7 Prozent.

An den Börsen profitierten am Montag vor allem Reedereien von der Krise. Die Aktien von Maersk gewannen fast ‌acht Prozent, Hapag-Lloyd ‌6,4 Prozent. Beide Container-Reedereien haben Schiffsdurchfahrten in der Straße ⁠von Hormus ausgesetzt und leiten ihre Schiffe um Afrika herum. Durch die Meerenge werden täglich etwa 17 Millionen Barrel Öl ‌transportiert, was rund 20 Prozent der ‌weltweiten Produktion entspricht. Laut Schiffsdaten lagen am Sonntag mehr als 200 Schiffe vor der gesperrten Meerenge vor Anker.

5.44 Uhr: Regimesturz könnte Schiiten radikalisieren

epd | Ein Sturz des Regimes in Iran könnte nach Ansicht des Osnabrücker Islamforschers Rauf Ceylan zu einer Radikalisierung von Schiiten weltweit führen. Innerhalb wie außerhalb Irans gebe es starke Sympathisanten des Regimes von Ajatollah Ali Chamenei, sagte der Professor für Gegenwartsbezogene Islamforschung an der Universität Osnabrück. Diese könnten versuchen, ihre Ziele mit Terror durchzusetzen, wenn ihre einzige Schutzmacht durch den aktuellen militärischen Einsatz der USA und Israels komplett gestürzt würde.

Größere schiitische Gruppen existierten vor allem im Irak, im Libanon, Afghanistan und Pakistan. Auch in Deutschland lebten neben den etwa 200.000 überwiegend anti-islamisch eingestellten Exil-Iranern auch pro-iranische Schiiten, sagte Ceylan. Deren Zentrale sei bis zum Verbot durch das Bundesinnenministerium im Juli 2024 das Islamische Zentrum Hamburg gewesen. Seitdem organisiere sich die Szene dezentral, erläuterte der stellvertretende Direktor des Instituts für Islamische Theologie.

Ceylan betonte, nicht der Schiismus an sich sei gewaltbereit und machtpolitisch ausgerichtet. Die Wurzeln gingen auf einen Streit um die Nachfolge des Propheten Mohammed zurück. Eine Richtung, später als sunnitisch bezeichnet, befürwortete die am besten qualifizierte Person als obersten Imam. Die andere, die schiitische, glaubte, der religiöse Führer dürfe ausschließlich aus der Familie Mohammeds stammen.

5.30 Uhr: Trittin geht mit Merz’ Iran-Kurs ins Gericht

dpa | Grünen-Politiker Jürgen Trittin wirft der Bundesregierung Versagen im Umgang mit der Iran-Krise vor. „Sich jetzt offen gegen das Völkerrecht zu stellen, verletzt elementare Sicherheitsinteressen Deutschlands“, schreibt der frühere Grünen-Chef in einer Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

„Niemand weint Chamenei und seinen Generälen eine Träne nach. Ihre Tötung ist aber nicht vom Völkerrecht gedeckt“, erklärte Trittin mit Blick auf den am Samstag getöteten Staatsführer Ajatollah Ali Chamenei. „Das Völkerrecht ist keine moralische Petitesse. Das Völkerrecht schützt gerade diejenigen, die nicht mit Gewalt ihr eigenes Recht schaffen können.“ Dazu gehöre auch Deutschland.

„Die Reden von europäischer Stärke und Souveränität sind Sonntagsreden“, schreibt Trittin. Komme es zum Schwur, suche Kanzler Friedrich Merz (CDU) den Schulterschluss mit US-Präsident Donald Trump. Letzterer habe sich nie als Vorkämpfer von Demokratie und Freiheit verstanden. „Er geht mit der Abrissbirne gegen die Demokratie in den USA vor. Wie zuvor in Venezuela könnte Trump mit einer Diktatur der Revolutionsgarden wohl leben, solange die sich seinen geostrategischen Vorstellungen unterwerfen.“

Auch das iranische Atomprogramm rechtfertige den Krieg nicht, argumentierte Trittin. „Irans Atomprogramm war bis zur Kündigung durch Trump 2017 besser unter Kontrolle, als es das heute nach zwei US-Angriffen ist. Trump hat sich und die Welt mit der Kündigung des Atomabkommens in Gefahr gebracht.“ Diese Gefahr zu mindern, erfordere aber eine Zusammenarbeit mit China, das Iran jedoch Öl zu Preisen unterhalb des Weltmarkt-Niveaus abnehme.

„Trump möchte die Welt in fossiler Abhängigkeit halten. Die USA sollen ihre Energiedominanz bewahren. China vom billigen Öl aus Iran abzuschneiden ist im Interesse Trumps“, so Trittin. „Im Iran-Krieg offenbart sich Deutschlands geostrategisches Versagen unter der schwarz-roten Koalition.“ Trittin schied vor zwei Jahren aus dem Bundestag aus, wo er zuletzt Mitglied im Auswärtigen Ausschuss war.

5.09 Uhr: Iran-Konflikt belastet asiatische Aktienmärkte

rtr | Die Furcht vor steigenden Energiepreisen ‌nach US-amerikanischen und israelischen ‌Angriffen auf Iran hat die asiatischen Börsen am Dienstag auf Talfahrt geschickt. Der breite MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans fiel um 1,5 Prozent und setzte damit seine Verluste den zweiten Tag in Folge fort. Die japanische Börse tendierte schwächer: In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zwei Prozent auf 56.910,69 Punkte nach, und der breiter gefasste Topix notierte zwei Prozent niedriger bei 3.819,91 Zählern.

Koreanische Aktien brachen um bis zu 4,1 Prozent ein. „Die wirtschaftspolitische Unsicherheit war bereits erhöht, und jetzt dürfte mit dem Iran-Konflikt auch das geopolitische ‌Risiko steigen“, sagte Rupal Agarwal, Asien-Quantstrategin bei Bernstein in Singapur. Das letzte Mal, als beide Faktoren gleichzeitig anstiegen, sei 2022 während des Russland-Ukraine-Konflikts gewesen, was für die asiatischen Märkte nicht gut ausgegangen sei, erklärte sie.

5.00 Uhr: Merz trifft Trump: Besuch im Zeichen des Iran-Kriegs

dpa | Drei Tage nach dem Angriff der USA und Israels auf Iran ist Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Washington eingetroffen, um sich mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu treffen. Ein Thema wird dabei ganz klar im Mittelpunkt stehen: Die Angriffe der USA und Israels auf Iran, die sich inzwischen zu einem Krieg ausgeweitet haben, der einen großen Teil der Nahost-Region erfasst hat. Es ist der zweite Besuch des Kanzlers im Weißen Haus seit seinem Amtsantritt vor zehn Monaten. Der Erste verlief ausgesprochen harmonisch, diesmal dürfte es schwieriger werden.

Seit Trump Präsident ist, gelten die Empfänge von ausländischen Staatsgästen im Oval Office – dem mit allerhand Gold verzierten Büro des Präsidenten im Westflügel des Weißen Hauses – als berüchtigt. Den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj demütigte Trump hier vor laufenden Kameras und auch den südafrikanischen Staatschef Cyril Ramaphosa führte er vor.

Merz kam dagegen im vergangenen Juni ziemlich gut davon. Trump bezeichnete ihn als „respektierten“ und „guten Mann“ und versprach: „Wir werden eine großartige Beziehung zu Ihrem Land haben“ Für das Treffen heute Vormittag (Ortszeit, 17.15 Uhr deutscher Zeit) sind 30 Minuten im Oval Office angesetzt. Erfahrungsgemäß kann es aber deutlich länger dauern. Anschließend ist ein gemeinsames Mittagessen geplant.

Das klar dominierende Hauptthema wird der Krieg gegen Iran sein. Die USA wollen nach Darstellung von Verteidigungsminister Pete Hegseth die iranische Raketenbedrohung und ihre Marine zerstören. Das Land dürfe keine Atomwaffen haben. Ein Teil der iranischen Führungsriege wurde bereits getötet, militärische Stützpunkte, Atomanlagen und Waffensysteme zerstört.

„Wir prügeln sie windelweich“, sagte Trump am Montag. Er will den Krieg in vier bis fünf Wochen beenden, sagt aber auch, dass es länger dauern kann. „Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen“, sagte er dem Sender CNN. „Die große Welle kommt bald.“

Trump und Hegseth haben sich über mangelnde Unterstützung der europäischen Verbündeten beklagt. Trump zeigte sich vom britischen Premierminister Keir Starmer enttäuscht, der die Nutzung britischer Stützpunkte durch die US-Armee zu spät erlaubt habe. Hegseth kritisierte die „traditionellen Verbündeten“ insgesamt, die sich empört geben und „beim Einsatz von Gewalt nur zögern und zaudern“.

Es könnte also ungemütlich für Merz werden. Er hat zwar Verständnis für die Angriffe geäußert, sich aber nicht klar hinter sie gestellt. Auf Kritik und Belehrungen der beiden wichtigen Verbündeten USA und Israel verzichtete er zwar, mahnte aber auch: „Das ist nicht ohne Risiko.“ Man wisse nicht, zu welcher Eskalation in der Region die harten iranischen Gegenschläge führen würden. Es sei auch unklar, ob durch Militärschläge von außen ein politischer Wandel von innen heraus überhaupt ermöglicht werden könne. Der Kanzler verwies auf die US-Interventionen in Afghanistan, im Irak und in Libyen, die nicht zum erhofften Ziel geführt haben.

Dabei hatte Merz im Januar ein Ende der iranischen Führung selbst vorhergesagt und die Militärschläge gegen Iran im vergangenen Jahr sehr deutlich unterstützt. „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle“, sagte er damals im ZDF.

4.31 Uhr: Gestrandete Urlauber: Wadephul ist „guter Dinge“

dpa | Manche der im Nahen Osten gestrandeten deutschen Urlauber können auf eine baldige Rückkehr in die Heimat hoffen. „Ich bin guter Dinge, dass das nach und nach gelingt“, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul im ZDF-„heute journal“. Man sei in engem Kontakt mit den Reiseveranstaltern.

Das Auswärtige Amt bereitet derzeit die Rückholung von Kranken, Kindern und Schwangeren aus der Konfliktregion vor. Sie will dazu gecharterte Maschinen in die Hauptstädte Riad (Saudi-Arabien) und Maskat (Oman) schicken. Derzeit sitzen wegen des Krieges im Iran Zehntausende Reisende fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen.

Am Montagabend ist bereits eine Lufthansa-Maschine aus Abu Dhabi in München gelandet – allerdings ohne Passagiere. Eine Passagierbeförderung war nach Angaben der Fluggesellschaft wegen fehlenden Kabinenpersonals nicht möglich. An Bord der Maschine waren demnach lediglich die beiden Piloten. Laut Lufthansa wäre aber aus Sicherheitsgründen eine mindestens 17-köpfige Kabinencrew nötig gewesen.

Diese sei aber in Abu Dhabi nicht vor Ort gewesen und hätte wegen der kriegsbedingten Einschränkungen auch nicht eingeflogen werden können. Zudem seien auch die Erreichbarkeit des Flughafens in Abu Dhabi für viele Fluggäste sowie der Check-In, die Sicherheitskontrolle und das Boarding dort nicht gewährleistet gewesen.

Politiker von Linken und Grünen kritisierten das Verhalten der Bundesregierung. „Erst an Tag drei nach Ausbruch des Krieges anzukündigen, einzelne vulnerable Personengruppen aus der Region evakuieren zu wollen, reicht nicht aus“, sagte die Grünen-Außenpolitikerin Luise Amtsberg den Zeitungen der „Funke“-Mediengruppe.

3.59 Uhr: USA wollen gegen Energiepreise vorgehen

rtr | Die USA kündigen Maßnahmen gegen die wegen des Iran-Konflikts steigenden Energiepreise an. Finanzminister Scott Bessent und Energieminister Chris Wright sollen die Pläne am Dienstag vorstellen, sagt Außenminister Marco Rubio vor Journalisten im Kapitol. „Ab morgen werden Sie sehen, wie wir diese Phasen einführen, um dagegen vorzugehen“, erklärt Rubio. Präsident Donald Trump trifft sich am Dienstag um 14.00 Uhr Ortszeit mit beiden Ministern. Die Öl- und Gaspreise sind nach israelischen und US-Angriffen auf Iran sowie Vergeltungsmaßnahmen Teherans stark gestiegen. Die Angriffe führten zu Schließungen von Öl- und Gasanlagen in der Region und störten die Schifffahrt in der Straße von Hormus.

3.49 Uhr: Netanjahu: Iran-Krieg wird kein „endloser Krieg“

afp | Der Krieg der USA und Israels gegen Iran wird nach den Worten des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu kein „endloser Krieg“ werden. „Es kann einige Zeit dauern, aber es wird keine Jahre dauern“, sagte Netanjahu am Montag (Ortszeit) in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Der Einsatz werde „eine schnelle und entschlossene Aktion“ sein.

Netanjahu sagte zudem, die Angriffe auf den Iran seien notwendig gewesen, da das Land „neue Standorte, neue Anlagen und unterirdische Bunker“ gebaut habe, wodurch „ihre Raketenprogramme und ihre Atombombenprogramme innerhalb weniger Monate unangreifbar“ gewesen wären. „Wenn jetzt keine Maßnahmen ergriffen worden wären, hätte man in Zukunft keine Maßnahmen mehr ergreifen können“, fügte er hinzu.

3.40 Uhr: Netanjahu: Angriff war unumgänglich

dpa | Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den Angriff auf Iran mit dem angeblichen Bau neuer Bunker zum Schutz der iranischen Raketen- und Atomprogramme gerechtfertigt. „Der Grund, warum wir jetzt handeln mussten“, sei, dass Iran nach den Bombardierungen seiner Atomanlagen und seiner Raketenarsenale im vergangenen Jahr mit dem Bau „neuer Anlagen, unterirdischer Bunker“ begonnen habe, sagte Netanjahu dem US-Sender Fox News. Das Raketen- und „Atombombenprogramm“ wäre sonst „innerhalb von Monaten“ unangreifbar gewesen, behauptete Netanjahu.

Wenn man jetzt nicht gehandelt hätte, „hätte man in Zukunft nichts mehr tun können“, sagte Netanjahu dem Sender weiter. Israel hatte Iran bereits im Juni vergangenen Jahres angegriffen. Das US-Militär hatte sich knapp eine Woche später Israel angeschlossen und Irans Atomanlagen bombardiert. „Man könnte meinen, sie hätten ihre Lektion gelernt, aber das haben sie nicht, denn sie sind unverbesserlich. Sie sind völlig fanatisch, was ihr Ziel angeht, Amerika zu zerstören“, sagte der israelische Ministerpräsident dem US-Fernsehsender.

3.08 Uhr: Vance: Machtwechsel in Iran ist nebensächlich

dpa | Vertreter der US-Regierung haben betont, dass es Präsident Donald Trump in Iran nicht in erster Linie um einen Machtwechsel gehe. In einer „perfekten Welt“ würden die USA es begrüßen, wenn jemand in Iran an die Macht käme, der bereit sei, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten, sagte US-Vizepräsident JD Vance dem Sender Fox News. Trumps vorrangiges Ziel sei aber, dass Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Dafür sei es letztlich nebensächlich, was mit der Führung in Teheran passiere.

In seiner ersten Videobotschaft zu den israelischen und US-Angriffen auf Iran am Samstag hatte Trump die Iraner aufgerufen, die Führung des Landes in die Hand zu nehmen. „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung“, hatte der US-Präsident die 90 Millionen Menschen in Iran aufgefordert.

3.00 Uhr: Nouripour: Sorge um Zivilisten

dpa | Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour (Grüne) ist nach eigenen Worten tief bewegt von den „vielen Ausrufen der Freude und der Erleichterung“, wenn er die Bilder und Reaktionen aus Iran und bei Exil-Iranern sieht. „Die Freude der Menschen zeigt, wie sehr sie sich nach Veränderung und Freiheit sehnen. Und wie groß ihre Hoffnung nach Jahrzehnten der Verzweiflung ist. Ich hoffe sehr, dass sie nicht wieder enttäuscht wird“, sagte der Bundestagsabgeordnete aus Frankfurt/Main der Deutschen Presse-Agentur.

Freuen über den Tod von Menschen könne er sich nicht, „auch nicht, wenn sie Barbaren waren“, sagte der gebürtige Iraner. Der getötete oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, war laut Nouripour „Architekt eines Regimes, das abertausende Morde zu verantworten hat – im Iran, in der gesamten Region und auch bei uns in Europa“.

Wie andere Menschen mit Verbindungen zu Iran sorge auch er sich um die Zivilisten in dem Land. „Weltweit steigt die Bedrohung für Exiliraner, jüdische und israelische Einrichtungen sowie amerikanische Institutionen“, sagte er. „Auch alarmierend ist die Lage für unsere Bundeswehr, die bereits in ihren Feldlagern im Irak und in Jordanien angegriffen wird. Die Eskalation ist längst kein düsteres Szenario mehr – sie ist Realität.“

Die weitere politische Entwicklung in Iran ist nach Ansicht Nouripours derzeit schwer abzuschätzen. „Wird es nur einen Führungswechsel geben – oder tatsächlich einen Systemwechsel?“, sagte der Bundestags-Vize. Die israelisch-amerikanischen Angriffe auf den iranischen Sicherheitsapparat seien in der Lage, den Machtapparat zu destabilisieren. Doch wie tiefgreifend die Folgen sein werden, hänge von vielen unberechenbaren Faktoren ab.

2.53 Uhr: Unesco-Kulturstätte in Teheran beschädigt

ap | Die Unesco ist in Sorge um den Golestanpalast in der iranischen Hauptstadt Teheran. Das Weltkulturerbe wurde Berichten zufolge am Montag durch einen Luftangriff in der Nähe beschädigt. Der Angriff traf den Arag-Platz in Teheran, der sich in der Pufferzone des Palastes befindet, teilte die UN-Organisation mit. Demnach wurde das Gebäude durch Trümmer und Druckwellen des Angriffs beschädigt.

2.45 Uhr: Rubio: Israels Pläne haben US-Angriffe ausgelöst

afp | US-Außenminister Marco Rubio hat den Beginn der US-Angriffe gegen Iran auf Angriffspläne Israels zurückgeführt. „Wir wussten, dass es ein israelisches Handeln geben würde. Wir wussten, dass dies einen Angriff auf US-Streitkräfte nach sich ziehen würde, und wir wussten, dass wir, wenn wir nicht präventiv gegen sie vorgingen, bevor sie diese Angriffe starteten, höhere Verluste erleiden würden“, sagte Rubio am Montag (Ortszeit) vor Journalisten im US-Kapitol.

Teheran hatte Rubio zufolge seinen Streitkräften den Befehl erteilt, im Falle eines Angriffs gegen Iran automatisch US-Truppen anzugreifen. „Wenn wir dagestanden und auf diesen Angriff gewartet hätten, bevor wir sie trafen, hätten wir wesentlich höhere Verluste erlitten“, sagte der US-Chefdiplomat. US-Präsident Donald Trump habe daher die „sehr kluge Entscheidung getroffen“, gemeinsam mit Israel anzugreifen, fügte Rubio hinzu.

Rubio legte damit eine andere Begründung für die Angriffe der USA gegen Iran vor als Trump. Dieser hatte zuvor gesagt, mit der Entscheidung zum Angriff gegen Iran habe er die beste Möglichkeit genutzt. „Dies war unsere letzte und beste Chance zuzuschlagen, was wir gerade tun, und die unerträglichen Bedrohungen durch dieses kranke und finstere Regime zu beseitigen“, sagte Trump bei einer Veranstaltung im Weißen Haus in Washington.

Auf die Frage, ob die USA unmittelbar durch Iran bedroht waren, was laut US-Verfassung ein zentrales Kriterium für eine Kriegserklärung ist, verwies Rubio erneut auf die israelischen Pläne. „Es gab definitiv eine unmittelbare Bedrohung, und diese unmittelbare Bedrohung bestand darin, dass wir wussten, dass Iran, wenn er angegriffen würde – und wir gingen davon aus, dass er angegriffen werden würde -, sofort gegen uns vorgehen würde“, sagte er. „Wir hatten nicht vor, einfach dazusitzen und einen Schlag einzustecken“, fügte er hinzu.

Ein Abgeordneter der Demokraten, Joaquin Castro, zeigte sich empört über Rubios Äußerungen. Diese deuteten darauf hin, dass Israel „US-Truppen in Gefahr gebracht hat, indem es auf einem Angriff auf Iran bestanden hat“, erklärte Castro im Onlinedienst X. „Das ist inakzeptabel für den Präsidenten und inakzeptabel für ein Land, das sich als unser Verbündeter bezeichnet.“

Rubio betonte zugleich, dass die US-Regierung es für notwendig gehalten habe, Iran anzugreifen, unabhängig davon, wodurch die Angriffe schlussendlich ausgelöst wurden. „Egal wie, letztlich musste dieser Einsatz stattfinden“, sagte er.

2.24 Uhr: Amerikaner sollen mehr als ein Dutzend Länder in Nahost sofort verlassen

dpa | Angesichts des Krieges der USA und Israels mit Iran ruft das US-Außenministerium Amerikaner in mehr als einem Dutzend Ländern im Nahen Osten dazu auf, diese sofort zu verlassen. Zur Begründung verwies eine Vertreterin des Ministeriums auf der Plattform X auf „schwerwiegende Sicherheitsrisiken“. Die Aufforderung betrifft folgende Länder und Regionen: Bahrain, Ägypten, Iran, Irak, Israel, das Westjordanland und den Gazastreifen, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Jemen.

2.18 Uhr: Angriff auf Mädchenschule: Irans Außenminister teilt Foto von Gräbern

ap | Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat ein Luftbild von Gräbern für die bei einem Angriff auf eine Schule getöteten Mädchen veröffentlicht. Das Bild zeigt Reihen frisch ausgehobener Gräber und Trauernde, die sich dort versammelten. Weiße Kreidekästchen markieren die einzelnen Grabstellen, während gelbe Bagger die Erde ausheben. „Ihre Körper wurden in Stücke gerissen“, schrieb Araghtschi am Montag in den sozialen Medien. „So sieht die von Herrn Trump versprochene ‚Rettung‘ in Wirklichkeit aus.“

1.54 Uhr: US-Todesopferzahl steigt auf sechs Soldaten

ap | Das US-Militär gab am Montag den Tod von zwei weiteren amerikanischen Soldaten während der Militäreinsätze gegen Iran bekannt. Damit steigt die Gesamtzahl der Todesopfer auf sechs. Das US-Zentralkommando erklärte in einem Beitrag auf X, dass die Streitkräfte „kürzlich die Überreste von zwei zuvor vermissten Soldaten aus einer Einrichtung geborgen haben, die während der ersten Angriffe Irans in der Region getroffen wurde“. In dem Beitrag wurde nicht angegeben, wo die beiden Soldaten getötet wurden. Ihre Identität wird erst 24 Stunden nach Benachrichtigung ihrer Familien bekannt gegeben, teilte das Militär mit.

Nach Angaben einer Gewährsperson wurden die sechs Soldaten in Kuwait getötet und waren Teil derselben Logistikeinheit der US-Armee.

Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte am Montag auf Nachfrage, ein iranisches Geschoss habe die alliierten Luftabwehrsysteme durchdrungen und „zufällig ein befestigtes taktisches Operationszentrum getroffen“.

Auch die Zahl der verletzten Soldaten steigt. Der Konflikt hat nach Angaben von Tim Hawkins, Sprecher des US-Zentralkommandos, 18 amerikanische Soldaten schwer verwundet.

Iranische Staatsmedien hatten berichtet, dass die Mädchenschule im Süden des Landes am Samstag bei einem Luftangriff getroffen wurde, wobei mindestens 165 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt wurden. Das israelische Militär erklärte, ihm seien keine Angriffe in der Gegend bekannt. Das US-Militär teilte mit, man prüfe die Berichte.

1.26 Uhr: Sitz von iranischem Staatsrundfunk angegriffen

afp | Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Dienstag den Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden Teherans „angegriffen und zerstört“. „Vor kurzem hat die israelische Luftwaffe das Kommunikationszentrum des iranischen Terrorregimes“ in Teheran „angegriffen und zerstört“, erklärte das israelische Militär mit Blick auf Irib. Der Sender berichtete seinerseits im Onlinedienst Telegram von zwei Explosionen nahe seiner Zentrale in Teheran, erklärte jedoch, seinen Sendebetrieb fortzusetzen.

„Die Aktivitäten in diesem Zentrum wurden von den iranischen Revolutionsgarden ausgeführt und geleitet“, hieß es weiter. „Seit Jahren rief die iranische Rundfunkbehörde zur Zerstörung des Staates Israel und zum Einsatz von Atomwaffen auf.“ Kurz zuvor hatte das israelische Militär zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen.

In der Nacht zum Dienstag waren vier heftige Explosionen im Norden Teherans zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Kampfflugzeuge kreisten über der iranischen Hauptstadt, AFP-Journalisten sahen zuvor Rauchwolken über dem historischen Zentrum der Stadt und im Osten Teherans aufsteigen. Dort berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr von Explosionen.

Zuvor hatte das israelische Militär am Montag erklärt, mehrere iranische Geheimdienstbüros und andere Kommandozentralen angegriffen zu haben.

1.24 Uhr: Regimewechsel in Iran könnte deutsches Wachstum steigern

rtr | Der designierte Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr sieht in einem möglichen Regimewechsel in Iran erhebliche Chancen für die deutsche Wirtschaft. Ein Ende des Mullah-Regimes könne das deutsche Wirtschaftswachstum um 0,5 Prozent beschleunigen, ‌sagt der Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung im Interview mit der Welt. Dies sei deutlich mehr als die 0,1 bis 0,2 Prozent, die er vom Mercosur-Abkommen mit Lateinamerika erwarte.

Kurzfristig führe der Iran-Krieg jedoch zu höheren Energiepreisen und längeren Lieferzeiten. „Gerade bei einer schwachen Konjunktur in Deutschland brauchen wir solche zusätzlichen Verwerfungen wie einen Kropf am Hals“, sagt Felbermayr. Langfristig biete Iran mit rund 90 ‌Millionen überwiegend gut ausgebildeten Einwohnern ein „gewaltiges wirtschaftliches Aufholpotenzial“. Mit der Aufhebung der Sanktionen hätten deutsche Exporteure wieder direkten Zugang zum iranischen Markt. Zudem ⁠könne iranisches Gas über Aserbaidschan per Pipeline nach Europa exportiert werden.

1.19 Uhr: Israel meldet Angriffe auf Hisbollah-Ziele

afp | Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge mehrere Angriffe gegen Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz in Libanons Hauptstadt Beirut verübt. Sie greife derzeit „Kommandozentralen und Waffenlager der Hisbollah in Beirut an“, erklärte die israelische Armee am Dienstagmorgen. Der der Hisbollah nahestehende Sender Al-Manar erklärte im Onlinedienst Telegram, die israelische Armee habe sein Büro in dem Gebiet Harat Hreik im Süden Beiruts attackiert.

Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner von 31 Dörfern im Süden des Libanon zur Evakuierung aufgerufen und Einsätze gegen die Hisbollah angekündigt. Die Bewohner sollten ihre Häuser „sofort“ verlassen und sich in Richtung Norden begeben, erklärte der israelische Armeesprecher Avichay Adraee am Montagabend im Onlinedienst X.

Die pro-iranische Miliz hatte in der Nacht zum Montag Angriffe gegen Israel gestartet und diese als „Vergeltung“ für die Tötung des obersten Führers des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, bezeichnet. In einer Erklärung am frühen Dienstagmorgen bezeichnete die Hisbollah seine Angriffe auf Israel als „Verteidigungsakt“ und „legitimes Recht“. Israel setze seit Inkrafttreten einer Waffenruhe vor 15 Monaten seine „Aggression“ gegen den Libanon durch „Tötung, Zerstörung, Planierungen und alle Formen krimineller Handlungen“ fort, erklärte die pro-iranische Miliz. Die Tötung Chameneis erwähnte die Hisbollah anders als zuvor nicht.

Seit November 2024 galt zwischen Israel und der Hisbollah eine Waffenruhe. Die Miliz hatte nach dem Hamas-Überfall auf den Süden Israels im Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg eine zweite Front gegen Israel eröffnet. Die libanesische Regierung hatte zugesagt, die Hisbollah zu entwaffnen, womit im August vergangenen Jahres begonnen wurde. Unabhängig davon griff Israel immer wieder Hisbollah-Ziele im Südlibanon an.

0.53 Uhr: Wirtschaftsweise warnt vor Energieschock

rtr | Die Wirtschaftsweise Veronika ‌Grimm hat vor einem neuen Energieschock für Deutschland durch die Eskalation im Nahen Osten gewarnt. „Ein erneuter Energieschock würde eine Wirtschaft belasten, die sich noch immer von den vergangenen Preissprüngen erholt“, sagte Grimm dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am ‌Montag. Analysten hielten einen Ölpreis von über 100 Dollar für möglich, wenn die Straße von Hormus faktisch gesperrt bleibe. Durch diese Meerenge verliefen rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte. Die Gaspreise seien zuletzt auf über 40 Euro gestiegen. Falls die LNG-Produktion in Katar nicht bald wieder aufgenommen werde, drohten weitere empfindliche Anstiege.

Deutschland treffe ‌dies in einer ohnehin fragilen Lage, erklärte die Ökonomin, die seit 2020 dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen ⁠Entwicklung angehört. Besonders betroffen wären energieintensive Branchen wie Chemie, Stahl, Glas oder Papier. „Für Europa bedeutet das: steigende Energiekosten, wachsende Inflationsrisiken und zusätzliche Investitionsunsicherheit“, ‌sagte Grimm. ‌Sie forderte, Europas Energieversorgung widerstandsfähiger zu ⁠machen – durch diversifizierte Lieferketten, gut gefüllte Speicher, koordinierte europäische Beschaffung und einen beschleunigten Ausbau der ‌eigenen Energieversorgung. „Wir müssen uns ‌auf eine längere Phase erhöhter Unsicherheit einstellen“, warnte die Wirtschaftsweise.

0.28 Uhr: Entwarnung nach Raketenangriff aus Iran

dpa | Israel ist nach Militärangaben in der Nacht erneut aus Iran mit Raketen angegriffen worden. In Tel Aviv und anderen Gebieten des jüdischen Staates heulten die Sirenen. Inzwischen dürfe die Bevölkerung die Schutzräume jedoch wieder verlassen, nachdem zuvor die Luftabwehr im Einsatz war, teilte die Armee mit. Die Menschen sollten sich jedoch weiter in der Nähe der Schutzräume aufhalten. Iran feuert trotz der massiven amerikanisch-israelischen Angriffe auf das Land weiter Raketen auf Israel.

0.16 Uhr: CDU-Politiker: Deutschland soll USA und Israel gegen Iran unterstützen

rtr | Der ‌CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter fordert von der Bundesregierung eine aktive Unterstützung der USA und Israels bei ihrem Vorgehen gegen Iran. „Wir müssen die USA und Israel in ihrem entschlossenen ‌Vorgehen vollumfänglich und aktiv unterstützen“, sagt Kiesewetter der Augsburger Allgemeinen. ⁠Deutschland solle dabei „nichts ausschließen“ – von logistischer Unterstützung über Luftverteidigung bis hin zu offensiven ‌Maßnahmen ‌gegen die militärische ⁠Infrastruktur des iranischen Regimes. Iran sei auch ‌für Deutschland ‌ein Kriegsziel, betont der Unionspolitiker.

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