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live Israel und USA im Krieg mit IranNeue israelische Angriffswelle auf Teheran

Die israelische Armee attackiert erneut Ziele im Iran und in Beirut. In Israel selbst gibt es Raketenalarm. Evakuierungsflug landet in Frankfurt.

Mitarbeiter des Zivilschutzes begutachten die Trümmer einer Polizeistation, nachdem diese im Rahmen der gemeinsamen amerikanisch-israelischen Militäraktion in Teheran getroffen wurde Foto: Vahid Salemi/ap/dpa

10.54 Uhr: Iranische Drohne trifft Flughafen in Aserbaidschan

afp | Eine im Iran gestartete Drohne hat nach aserbaidschanischen Angaben einen Flughafen in Aserbaidschan getroffen. Die Drohne sei in einem Terminalgebäude des Flughafens Nachitschewan eingeschlagen, erklärte das aserbaidschanische Außenministerium am Donnerstag. Zwei Menschen seien dabei verletzt worden, erklärte das aserbaidschanische Außenministerium weiter. Das Ministerium bestellte den iranischen Gesandten in Baku ein, um „scharfen Protest“ einzulegen. Aserbaidschan behalte sich das Recht auf „angemessene Vergeltungsmaßnahmen“ vor. Eine zweite Drohne sei in der Nähe einer Schule im Ort Schekerabad niedergegangen, erklärte das Ministerium weiter. Nachitschewan ist eine Exklave von Aserbaidschan, grenzt an den Iran und wird durch Armenien vom Rest Aserbaidschans getrennt.

Der Iran hat sich seit langer Zeit besorgt geäußert, dass Israel – ein enger Verbündeter Aserbaidschans und wichtiger Waffenlieferant – aserbaidschanisches Territorium für Angriffe nutzen könnte. Im Juni versicherte Baku Teheran, dass es Israel nicht gestatten werde, sein Territorium für Angriffe gegen die Islamische Republik zu nutzen. Damals hatten Israel und die USA in einem zwölf Tage dauernden Krieg drei wichtige iranische Atomanlagen angegriffen. Teheran ist auch schon lange misstrauisch wegen separatistischer Bestrebungen in der aserbaidschanischen Minderheit im eigenen Land. Rund 10 Millionen der 83 Millionen Einwohner des Iran gehören der aserbaidschanischen Minderheit an.

10.49 Uhr: Kurdenregion im Irak will keine militärische Eskalation

dpa | Angesichts von Spekulationen über eine Beteiligung kurdischer Milizen aus dem Irak am Krieg im Iran hat der Präsident der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, Nechirvan Barsani, seinen Willen zum Frieden unterstrichen. „Die Kurdistan-Region wird stets ein Grundpfeiler des Friedens bleiben und sich nicht auf Konflikte oder militärische Eskalationen einlassen, die das Leben und die Sicherheit unserer Bevölkerung gefährden“, hieß es in einer Erklärung Barsanis. US-Präsident Donald Trump soll laut US-Medienberichten erwägen, die irakischen Kurden und oppositionelle Gruppen im Iran bei einem Kampf gegen die iranische Führung zu unterstützen. Die irakischen Kurden haben zahlreiche Kämpfer an der rund 1.500 Kilometer langen Grenze zum Iran stationiert und teilweise auch Verbindungen zur kurdischen Minderheit im Iran.

Der TV-Sender CNN hatte unter Berufung auf eingeweihte Personen berichtet, der US-Geheimdienst CIA arbeite an einer Bewaffnung der irakischen Kurden. Ziel sei ein Bodeneinsatz im westlichen Iran in den kommenden Tagen, berichtete CNN unter Berufung auf einen ranghohen iranischen Kurdenvertreter. Das Weiße Haus wies die Berichte jedoch zurück. Die iranischen Streitkräfte haben ihrerseits bereits kurdische Gruppen im benachbarten Irak angegriffen.

10.13 Uhr: Roter Halbmond: Mehr als 100 zivile Ziele im Iran beschädigt

dpa | Seit Beginn der israelischen und amerikanischen Angriffe auf den Iran sind nach Angaben der Hilfsorganisation Roter Halbmond 105 zivile Einrichtungen im Land schwer beschädigt worden. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna wurden auch Wohngebiete in mehreren Städten sowie Teile Teherans getroffen. Es seien bislang 1.332 Angriffe an 636 Orten registriert worden. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

10.09 Uhr: AFP-Reporter: Erneut Explosionen über Doha und Manama

afp | Die katarische Hauptstadt Doha ist am Donnerstag von Explosionen erschüttert worden. Auch über Bahrains Hauptstadt Manama hörten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP Detonationen. Die Golfstaaten wurden in den vergangenen Tagen wiederholt Ziel iranischer Drohnen- und Raketenangriffe.

Ein Bulldozer beseitigt die Trümmer eines zerstörten Gebäudes, das von einem israelischen Luftangriff in Dahiyeh, einem südlichen Vorort von Beirut, getroffen wurde Foto: Hussein Malla/ap/dpa

10.03 Uhr: Italien will Golfstaaten Ausrüstung zur Flugabwehr liefern

dpa | Angesichts iranischer Angriffe auf mehrere Golfstaaten will Italien Ausrüstung zur Flugabwehr in die Region liefern. „Wir sprechen ausdrücklich von Verteidigung, von Luftverteidigung“, sagte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im Radio. Die Regierungschefin fügte hinzu: „Nicht nur, weil es befreundete Nationen sind, sondern auch, weil sich in dieser Region Zehntausende Italiener befinden und etwa zweitausend Soldaten, die wir schützen müssen.“ Außenminister Antonio Tajani und Verteidigungsminister Guido Crosetto sollen am Vormittag im italienischen Parlament berichten. Crosetto hatte erst kürzlich erklärt, Rom habe Hilfeersuchen aus mehreren Golfstaaten erhalten. Man prüfe nun ein schnelles und mit EU-Partnern koordiniertes Vorgehen.

09.56 Uhr: Neuer Raketenangriff des Irans auf Israel

dpa | Der Iran hat Israel erneut mit Raketen angegriffen. Die Armee teilte mit, es seien mehrere Geschosse identifiziert worden. Im Großraum Tel Aviv heulten Warnsirenen. Auch Jerusalem war nach Medienberichten von dem Angriff bedroht. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete, der Zivilschutz habe sich seit Beginn des Kriegs mit dem Iran am Samstag um 13 Einschlagsorte mit „bedeutender Zerstörung“ in Israel gekümmert. Insgesamt werde aber ein Rückgang der Raketenangriffe aus dem Iran beobachtet.

Israel bereitet sich demnach auch darauf vor, dass neben der libanesischen Hisbollah-Miliz auch die ebenfalls mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen in den Krieg einsteigen könnte. Sie verfüge weiterhin über die Fähigkeiten und bereite sich vor. Warum die Huthi bisher nicht geschossen haben, sei nicht ganz klar, hieß es in dem Bericht.

09.48 Uhr: Israels Regierung ordnet schnellere Rüstungsproduktion an

dpa | Israels Verteidigungsministerium hat die großen Rüstungsunternehmen des Landes angewiesen, die Produktion offensiver und defensiver Waffensysteme zu beschleunigen. Dies bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums. Hintergrund ist der Krieg Israels und der USA gegen den Iran. Israel bereitet sich den Angaben zufolge auf anhaltende Kampfhandlungen und eine mögliche Ausweitung auf weitere Fronten vor. Vertretern der Rüstungsindustrie wurde laut Verteidigungsministerium ein operativer Lagebericht präsentiert, zusammen mit kurz- und langfristigen Beschaffungs- und Aufrüstungsplänen. Zudem werden seit Kriegsbeginn am Samstag US-Waffensysteme nach Israel geliefert.

Die israelische Wirtschaftszeitung „Calcalist“ schrieb, die relevanten Waffen würden von Elbit Systems, Israel Aerospace Industries (IAI), Rafael und Tomer hergestellt. Produkte dieser Hersteller würden auch bei den israelischen Angriffen im Iran eingesetzt. Zu den wichtigsten Raketenabwehrsystemen, deren Produktion beschleunigt werden solle, gehörten Arrow 3 und Barak MX von Israel Aerospace Industries sowie Schleuder Davids von Rafael. Die Produktionssteigerung erfolge parallel zu Lieferverpflichtungen für ausländische Streitkräfte, von denen viele ihre Beschaffungen angesichts eines globalen Wettrüstens und wachsender geopolitischer Spannungen beschleunigten, schrieb das Blatt ferner.

09.38 Uhr: Proiranische Milizen im Irak reklamieren weitere Angriffe für sich

dpa | Proiranische Milizen im Irak haben erneute mehrere Angriffe auf „feindliche Ziele“ im Irak für sich reklamiert. Die Gruppe „Islamischer Staat“ sprach von 29 Angriffen innerhalb von 24 Stunden. Demnach seien bei den Angriffen Dutzende Drohnen und Raketen eingesetzt worden. Zudem habe man eine Drohne der „amerikanischen Besatzung“ mit „geeigneten Waffen“ abgeschossen. Die Gruppe „Islamischer Widerstand“ – eine Art Dachgruppe für proiranische Milizen im Irak – hat seit Ausbruch des Irankriegs bereits Dutzende Angriffe gegen „gegnerische“ Stützpunkte im Irak und in der Region für sich reklamiert. Im Zuge des Irankriegs werden auch immer wieder US-Stützpunkte im Irak mit Drohnen und Raketen angegriffen.

09.24 Uhr: Staatsfernsehen: Iran hat US-Tanker im Persischen Golf mit Rakete getroffen

afp | Ein US-Öltanker im Persischen Golf ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden von einer Rakete getroffen worden. Der Tanker sei „im Norden des Persischen Golfs von einer Rakete getroffen“ worden und stehe „derzeit in Flammen“, erklärten die Revolutionsgarden am Donnerstag im staatlichen iranischen Fernsehen. Der Vorfall am sechsten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran konnte zunächst nicht unabhängig bestätigt werden. Zuvor hatten die Revolutionsgarden erklärt, die „vollständige Kontrolle“ über die für den weltweiten Seehandel wichtige Meerenge Straße von Hormus übernommen zu haben.

09.17 Uhr: Qatar Airways kündigt Hilfsflüge für gestrandete Passagiere an

dpa | Die katarische Fluggesellschaft Qatar Airways hat angekündigt, eine begrenzte Zahl von Hilfsflügen für wegen des Irankriegs gestrandete Passagiere anzubieten. Geplant seien unter anderem Verbindungen aus der saudischen Hauptstadt Riad nach Frankfurt am Main oder aus der omanischen Hauptstadt Maskat nach Berlin, wie aus der Mitteilung auf X hervorging.

09.05: Benzinpreise: Erster Regierungschef fordert Übergewinnsteuer

afp | Angesichts der seit Beginn des Iran-Krieges stark gestiegenen Benzinpreise fordert der Bremer Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne, die ihre Gewinnmargen unverhältnismäßig ausgeweitet haben. „Wenn man sieht, wie die Ölkonzerne in Windeseile die Preise erhöht haben, dann besteht schon der Verdacht, dass sie den Krieg ausnutzen, um sich die Taschen vollzumachen“, sagte Bovenschulte der Welt laut Meldung von Mittwochabend.

„Was wir jetzt brauchen, ist eine Spritpreisbremse. Allerdings nicht auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Sondern, indem wir diejenigen, die diese neue Krise für sich ausnutzen, mit kartell- und steuerrechtlichen Mitteln zur Verantwortung ziehen“, sagte Bovenschulte. „Eine Übergewinnsteuer könnte in diesem Fall gute Dienste leisten.“ Der Bremer Bürgermeister wollte das Thema am Donnerstag auch bei der Konferenz der 16 Ministerpräsidenten in Berlin ansprechen. Eine Übergewinnsteuer hatte die Linke zuvor bereits gefordert. Eine solche Steuer auf übermäßige Gewinne hatte es in der Energiekrise nach Russlands Angriff auf die Ukraine 2022 gegeben. Eingeführt worden war sie auf EU-Ebene als „befristete Solidaritätsabgabe“.

08.45 Uhr: Neuseeland schickt Militärflugzeuge für Evakuierungen

dpa | Neuseeland will Militärflugzeuge in den Nahen Osten entsenden, um wegen des Irankriegs gestrandete Staatsbürger in sichere Drittländer zu bringen. Die Streitkräfte würden auf Bitten der Regierung in den kommenden Tagen zwei Transportflugzeuge vom Typ Lockheed Martin C-130J-30 Super Hercules für die Evakuierungen in die Krisenregion verlegen, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums. „Aus Sicherheitsgründen geben wir den genauen Zielort nicht bekannt“, sagte Verteidigungsministerin Judith Collins. Die Maschinen der Royal New Zealand Air Force sowie Konsularpersonal würden zunächst im Rahmen von Notfallplanungen positioniert. Ziel sei es, bereitzustehen, um Zivilisten aus dem Krisengebiet in sichere Drittstaaten zu bringen, sobald die Lage dies erlaube. „Wir werden Sie an einen sicheren Ort bringen, wo Sie Linienflüge nutzen können“, sagte Collins mit Blick auf Betroffene. Nach Angaben des Außenministeriums sind rund 3.000 Neuseeländer in der Region registriert, mehr als 1.800 von ihnen über das neuseeländische Krisenportal. Die Regierung geht jedoch davon aus, dass sich insgesamt noch deutlich mehr Landsleute in der Region befinden.

08.43 Uhr: Iran bestreitet Raketenangriff auf die Türkei

dpa | Der iranische Generalstab hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Türkei mit einer ballistischen Rakete angegriffen zu haben. In einer offiziellen Erklärung heißt es, Meldungen über einen Raketenabschuss in Richtung türkisches Territorium seien falsch und würden entschieden zurückgewiesen. Die iranischen Streitkräfte respektierten die Souveränität des Nachbar- und befreundeten Landes Türkei.

08.39 Uhr: Erste Flüge israelischer Rückkehrer in Tel Aviv gelandet

dpa | Am sechsten Tag des Kriegs in Nahost sind auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv erste Flüge mit israelischen Rückkehrern gelandet. Die israelischen Fluggesellschaften El Al und Israir teilten mit, eine Kampagne zur Rückführung ihrer Fluggäste in ihre Heimat habe damit begonnen. Ein Pilot von El Al sprach von einem „bewegenden Moment für uns alle“. El teilte mit, in den kommenden Tagen seien weitere Flüge geplant. Nach Beginn des Kriegs am Samstag hatte Israel zunächst seinen Luftraum für zivile Flugzeuge gesperrt. Die Rückführungsaktion für Reisende, die im Ausland gestrandet waren, gilt allerdings zunächst nur für israelische Fluggesellschaften und deren Kunden. Die Zahl der Flüge, die in Tel Aviv landen können, soll zunächst beschränkt bleiben, solange Raketenangriffe aus dem Iran und dem Libanon auf die Küstenmetropole andauern.

Israir bietet ihren Kunden etwa Rückflüge aus verschiedenen europäischen Städten nach Tel Aviv an, darunter Rom, Berlin und Athen. Eine weitere Möglichkeit sind Flüge über den ägyptischen Grenzort Taba, von dem aus israelische Reisende dann mit Bussen nach Tel Aviv gebracht werden. Nach Medienberichten waren mit Kriegsbeginn rund 100.000 Israelis im Ausland gestrandet.

08.30 Uhr: Libanesische Staatsmedien: Hochrangiger Hamas-Vertreter getötet

Bei einem israelischen Angriff ist libanesischen Staatsmedien zufolge ein hochrangiger Vertreter der islamistischen Hamas im Libanon getötet worden. Wassim Atallah al-Ali und seine Frau seien bei einem Drohnenangriff in einem palästinensischen Flüchtlingslager nahe Tripoli im Norden des Libanons getötet worden, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA am Donnerstag, die al-Ali als einen hochrangigen Hamas-Vertreter bezeichnete. Er ist der erste Anführer der islamistischen Palästinenserorganisation, der seit Beginn des Iran-Krieges getötet wurde. Der Irankrieg führte zu einer Eskalation des Konfliktes zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon.

08.14 Uhr: Hegseth fordert Israel zum Durchhalten auf

rtr | US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat Israel nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums aufgefordert, „bis zum Ende“ durchzuhalten. Die USA stünden an der Seite Israels, habe Hegseth Verteidigungsminister Israel Katz in dem Telefonat in der Nacht gesagt, teilt das Ministerium mit. Katz habe Hegseth für die umfangreiche Unterstützung der USA bei der Verteidigung der israelischen Bürger gegen die iranische Raketenbedrohung gedankt.

08.06 Uhr: Australien entsendet zwei Militärflugzeuge

afp | Australien hat angesichts des US-israelischen Krieges gegen den Iran zwei Militärflugzeuge in den Nahen Osten entsandt. Im Rahmen der Notfallplanung zur Evakuierung australischer Staatsbürger in der Region seien ein Schwertransportflugzeug und eine Treibstofftransportmaschine entsandt worden, erklärten Regierungsbeamte am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Australierinnen und Australier sollten sich jedoch vorrangig um kommerzielle Flüge für eine Heimreise bemühen.

08.05 Uhr: Neue israelische Angriffe auf Teheran

dpa | Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle in Teheran begonnen. In einer Mitteilung des Militärs war die Rede von großangelegten Angriffen auf Infrastruktur der iranischen Führung in der Hauptstadt. Augenzeugen berichteten über Explosionsgeräusche im Bereich von Teheran. Außerdem griff Israels Luftwaffe den Angaben zufolge mehrere Kommandozentren der proiranischen Hisbollah-Miliz in der libanesischen Hauptstadt Beirut an.

Im Verlauf der Nacht hatte es in Israel immer wieder Raketenalarm gegeben. Dabei wurde auch über parallele Raketenangriffe aus dem Iran und vom Libanon aus auf den jüdischen Staat berichtet. Ein Einwohner Tel Avivs berichtete von gewaltigen Knallgeräuschen. Es gab zunächst keine Berichte über Verletzte. Am Vortag waren nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom Dutzende von Menschen verletzt worden.

Lokale Medien im Libanon berichteten von Angriffen in den als Dahija bekannten Vororten der Hauptstadt Beirut. Dabei wurden auch zwei Autos getroffen. Drei Menschen kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums ums Leben. Auch ein palästinensisches Flüchtlingslager nahe Tripoli im Norden des Libanons wurde nach libanesischen Angaben getroffen. Dabei seien zwei Menschen getötet worden, meldete das Gesundheitsministerium mitteilte. Eine weitere Person sei verletzt worden.

08.02 Uhr: Erster deutscher Evakuierungsflug in Frankfurt gelandet

dpa | Am Frankfurter Flughafen ist am Morgen der erste Evakuierungsflug der Bundesregierung aus der Krisenregion Naher Osten gelandet. Dies bestätigten dpa-Reporter vor Ort. Die Lufthansa-Maschine war in der Nacht in Omans Hauptstadt Maskat gestartet. An Bord des Lufthansa-Airbus vom Typ A340-300 mit der Flugnummer LH345 befinden sich Menschen, die von der Bundesregierung ausgewählt worden sind. Sie waren wie zehntausende andere infolge des US-Angriffs auf den Iran in der Golf-Region gestrandet und mussten nun über den Landweg nach Maskat gebracht werden.

08.01 Uhr: Iran droht den USA nach Versenkung eines Kriegsschiffes

dpa | Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat den USA nach dem tödlichen Angriff auf die Fregatte „IRIS Dena“ im Indischen Ozean mit Konsequenzen gedroht. Araghtschi schrieb auf X: „Merken Sie sich meine Worte: Die USA werden diesen Präzedenzfall bitter bereuen.“ Araghtschi warf den USA vor, 2.000 Meilen (ca. 3.219 km) von der iranischen Küste entfernt eine „Gräueltat auf See“ begangen zu haben. Die „IRIS Dena“ mit 130 Besatzungsmitgliedern sei als Gast der indischen Marine in internationalen Gewässern unterwegs gewesen und ohne Vorwarnung angegriffen worden. Laut übereinstimmenden Medienberichten wurde das Schiff von einem US‑U‑Boot mit einem Torpedo versenkt.

06.44 Uhr: Iran greift Kurden-Hauptquartier im Irak an

afp | Der Iran hat nach eigenen Angaben ein Hauptquartier kurdischer Einheiten im Irak angegriffen. Das Hauptquartier sei mit drei Raketen attackiert worden, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Donnerstag unter Berufung auf eine Mitteilung des Militärs. Seit Beginn der US-israelischen Luftangriffe gegen den Iran und der iranischen Gegenangriffe ist auch die autonome Kurdenregion im Irak immer wieder mit Drohnen attackiert worden. In der Region sind US-Soldaten stationiert.

06.02 Uhr: IW: Weiter steigender Ölpreis hätte erhebliche Folgen

dpa | Ein weiter steigender Ölpreis hätte nach Einschätzung von IW-Wirtschaftsforschern erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Für den Fall, dass der Ölpreis der Sorte Brent auf 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) ansteigt, rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) damit, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent im Jahr 2026 und 0,6 Prozent 2027 geringer ausfällt. Zu diesem Ergebnis kommt eine IW-Simulation, die der Deutschen Presse-Agentur vorab vorliegt. Grundlage der Modellrechnungen waren Daten des Beratungsunternehmens Oxford Economics.

Insgesamt wäre das den Angaben nach ein Verlust an gesamtwirtschaftlicher Leistung von real etwa 40 Milliarden Euro über zwei Jahre. Die Verbraucherpreise wären 2026 um 0,8 Prozent und 2027 um 1,0 Prozent höher. Würde der Ölpreis auf 150 US-Dollar pro Barrel steigen, so beliefen sich die Kosten für die deutsche Wirtschaft 2026 auf 0,5 Prozent des BIP und 2027 auf 1,3 Prozent. Das entspräche einem Verlust an Wirtschaftsleistung von real über 80 Milliarden Euro in zwei Jahren. Die Verbraucherpreise würden 2026 um 1,6 Prozent und 2027 um 1,9 Prozent höher liegen.

05.56 Uhr: Resolution zu Beschneidung von Trumps Befugnissen im US-Senat gescheitert

afp | Im US-Senat ist ein Versuch gescheitert, die Befugnisse von Präsident Donald Trump im Iran-Krieg zu beschneiden. Die sogenannte Kriegsbefugnisresolution (War Powers Resolution) wurde am Mittwoch in der Kongresskammer mit der Mehrheit von Trumps Republikanern abgelehnt. 53 Senatoren stimmten gegen die Resolution, 47 Senatoren dafür.Mit der Resolution sollte Trump untersagt werden, den Militäreinsatz gegen den Iran ohne Beschluss des US-Kongresses fortzusetzen. Bei beiden Parteien gab es bei der Abstimmung jeweils einen Abweichler, der sich der Gegenseite anschloss: Bei den Demokraten Senator John Fetterman, der den Iran-Krieg befürwortet, und bei den Republikanern Senator Rand Paul, der Militärinterventionen grundsätzlich skeptisch sieht.

Eingebracht worden war der Text vom Demokraten Tim Kaine und dem Republikaner Paul. Kaine kritisierte im Vorfeld der Abstimmung, Trump habe dem Kongress „keinerlei Beweise vorgelegt, dass die USA einer unmittelbaren Bedrohung durch den Iran ausgesetzt waren“. Paul begründete seinen Widerstand mit der US-Verfassung. Danach hat eigentlich der Kongress die Befugnis, Kriege zu erklären. US-Präsidenten beider Parteien haben sich seit dem Zweiten Weltkrieg aber immer wieder darüber hinweggesetzt.

05.56 Uhr: US-Energieminister: Auswirkungen von Iran-Konflikt auf Ölmarkt temporär

rtr | US-Energieminister Chris Wright bezeichnet die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die Energiemärkte als vorübergehend. Ein Anstieg der Benzinpreise sei ein kleiner Preis, der für die militärischen Ziele der USA zu zahlen sei, sagt er dem Sender Fox News. Die Welt sei gut mit Öl versorgt. Die US-Marine werde zudem bald Tanker durch ‌die blockierte Straße von Hormus eskortieren.

04.57 Uhr: Linkspartei fordert „sichere Fluchtwege“ aus dem Iran nach Deutschland

afp | Die Linkspartei hat einen Abschiebestopp in den Iran sowie „sichere und legale Fluchtwege“ aus dem Kriegsgebiet nach Deutschland gefordert. „Schutzsuchende müssen deutsche Auslandsvertretungen in den Nachbarstaaten aufsuchen können“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Clara Bünger, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag. „Dort sollen sie unkompliziert humanitäre Visa für eine sichere Einreise erhalten.“ Dafür müsse die Bundesregierung die Aufnahme nach Paragraf 22 des Aufenthaltsgesetzes wieder ermöglichen. Die Koalition von Union und SPD hatte die humanitären Aufnahmeprogramme gestoppt.

03.32 Uhr: Kanadischer Premier Carney schließt militärische Beteiligung nicht aus

afp | Der kanadische Premierminister Mark Carney hat eine Beteiligung seines Landes am Iran-Krieg nicht ausgeschlossen. „Man kann eine Beteiligung nie kategorisch ausschließen“, sagte Carney am Donnerstag bei einem Besuch in der australischen Hauptstadt Canberra. Die Frage sei aber „hypothetisch“. „Wir werden an der Seite unserer Verbündeten stehen“, sagte Carney bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem australischen Premier Anthony Albanese. Außerdem werde Kanada „immer Kanadier verteidigen“.

22.39 Uhr: Portugal: USA dürfen Militärbasis Lajes unter „bestimmten Bedingungen“ nutzen

afp | Die portugiesische Regierung erlaubt den USA, den Militärstützpunkt Lajes auf der zu Portugal gehörenden Azoren-Insel Terceira im Atlantik für den Irankrieg zu nutzen. Die Erlaubnis sei jedoch nur unter „bestimmten Bedingungen“ erteilt worden, sagte Ministerpräsident Luís Montenegro am Mittwoch im Parlament. Dazu gehöre, dass die Einsätze „defensiv“, „notwendig und verhältnismäßig“ und „ausschließlich gegen militärische Ziele“ gerichtet seien. „Diese drei Bedingungen stehen im Einklang mit dem Völkerrecht“, betonte Montenegro. Die portugiesischen Behörden hatten zuvor eingeräumt, dass die USA ihre Nutzung der Basis in den Wochen vor dem Iran-Krieg intensiviert hatten. Diese Einsätze seien auf Grundlage einer allgemein gehaltenen, jährlich erneuerten Genehmigung ausgeführt worden. Aufgrund ihrer strategischen Lage mitten im Atlantik wurde der Stützpunkt Lajes gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von den Alliierten genutzt. Ein Abkommen, das seine Nutzung durch die USA regelt, wurde 1951 unterzeichnet.

22.08 Uhr: Arabische Liga fordert Angriffsstopp vom Iran

ap | Die Arabische Liga hat den Iran zur sofortigen Einstellung aller Angriffe auf Golfstaaten aufgefordert. Die anhaltenden Angriffe verschärften die beispiellose Feindseligkeit mit Irans Nachbarn am Golf, erklärte der Generalsekretär der Liga, Ahmed Abul Gheit, am Mittwoch. Die Attacken seien ein strategischer Fehler und müssten beendet werden. „Der Iran muss zur Vernunft kommen“, teilte Gheit mit. Die Arabische Liga, bestehend aus 22 Mitgliedstaaten, fördert die regionale Zusammenarbeit. Sie gilt jedoch weithin als politisch schwach und hat seit Langem Schwierigkeiten, zur Lösung von Konflikten beizutragen.

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