Israel in Süd-Libanon: Im Schatten des Krieges
Den Großangriff auf Iran nutzt Israel, um zeitgleich in Libanon Fakten zu schaffen. Berlin zuckt mit den Schultern.
I srael kündigt an, Soldaten in den Süd-Libanon zu schicken und eine 15 Kilometer breite „Pufferzone“ zu errichten. Die israelische Armee redet von „Vorwärtsverteidigung“ – in Wahrheit heißt das: Einmarsch und Besatzung. Israels Militär veröffentlichte eine Karte, die das Gebiet zwischen Grenze und Litani-Fluss rot markiert. Alle Bewohner sollen ihre Häuser verlassen, sonst drohe Gefahr für ihr Leben.
Mit der Zerschlagung der Hisbollah lässt sich das kaum begründen. Die Miliz ist stark geschwächt. Über ein Jahr feuerte sie keine Raketen auf Israel. Ihre jüngsten Angriffe fängt die israelische Luftabwehr größtenteils ab. Die neue Regierung in Syrien blockiert den Landweg für Waffenlieferungen an die Hisbollah aus Iran.
Israels Militär ist seit 1978 sieben Mal in den Libanon einmarschiert. Zuletzt im Herbst 2024: Israelische Soldaten zerstörten und vermüllten Häuser. Ganze Grenzdörfer liegen in Trümmern. Mit weißem Phosphor und hochkonzentriertem Glyphosat wurden offenbar Agrarflächen verpestet. Trotz Waffenstillstand baute Israel fünf Posten – mit Überwachungstechnik, Betonmauern und Soldaten. Der Grundstein für Landnahme ist gelegt.
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Benjamin Netanjahus Ziel ist ein Großisrael. Nicht nur Teile Gazas hält Israel militärisch besetzt, Mitte Februar hatte die Regierung große Teile des Westjordanlands de facto annektiert. In Syrien nutzte Israel den Machtwechsel, um in eine von der UN überwachte, eigentlich neutrale Pufferzone einzudringen. Israels Soldaten bauten Straßen, Gebäude und Kontrollpunkte.
Im Schatten des Kriegs gegen Iran wird Libanon zum Nebenschauplatz. Das nutzt Israel für seine Expansionspolitik. Konsequenzen aus Washington oder Berlin? Keine. Keine Sanktionen, kein Stopp von Waffenlieferungen. Die Erfahrung zeigt: Israels Regierung ignoriert das Völkerrecht – und kommt damit durch.
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