piwik no script img

+++ Nachrichten zum Irankrieg +++Iran attackiert Ölsektor am Golf und Gebäude in Dubai

Den Angriffen der USA und Israel hat der Iran militärisch wenig entgegenzusetzen. Doch mit dem Beschuss der Energie-Infrastruktur treibt Teheran die Kosten in die Höhe.

Eine iranische Drohne beschädigt ein Gebäude in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate Foto: Reuters

In Bahrain griff der Iran nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen an. Unklar war zunächst, ob es sich bei den betroffenen Treibstofflagern um die Kerosindepots des Flughafens am Rande der Hauptstadt Manama oder eine andere Einrichtung handelte. Die Bewohner des Inselstaats im Persischen Golf wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. Die Menschen in den Vierteln in der Nähe des Flughafens sollten zu Hause bleiben und die Fenster geschlossen halten, teilte das Innenministerium mit.

Im Oman wurden Treibstofftanks im Hafen von Salala von Drohnen getroffen. Auf einem vom arabischen Fernsehsender Al Jazeera veröffentlichten Video war zu sehen, wie ein großer Feuerball über einem der Tanks aufsteigt. Der Golf-Kooperationsrat verurteilte den Angriff. Ein Sprecher der iranischen Militärführung wies eine Verantwortung dafür jedoch zurück. Der Vorfall im „befreundeten, benachbarten und brüderlichen Land Oman“ erscheine verdächtig, sagte er. Man respektieren die Souveränität Omans.

Bei einem Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf kam nach Angaben der irakischen Regierung mindestens ein Mensch ums Leben. Die Attacke in irakischen Hoheitsgewässern stelle eine Verletzung der Souveränität des Landes dar, zitierte staatliche Nachrichtenagentur INA einen Militärsprecher. Sechs Schiffe wurden demnach entsandt, um der Besatzung der beiden Tanker zu helfen. 38 Crew-Mitglieder seien geborgen worden, darunter ein Toter, sagte der Militärsprecher weiter. Die Hafenverwaltung stellte daraufhin den Betrieb der Ölterminals des Landes bis auf weiteres ein.

Ein unter thailändischer Flagge fahrender Frachter wurde nahe der Straße von Hormus von iranischen Raketen getroffen. Die „Mayuree Naree“, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Indien unterwegs war, sei von zwei Geschossen oberhalb der Wasserlinie getroffen worden, wodurch am Heck und im Maschinenraum ein Brand ausgelöst wurde, teilte die thailändische Marine mit. Von den 23 thailändischen Besatzungsmitgliedern konnten 20 von der Marine Omans in Sicherheit gebracht werden, während drei Seeleute nach Angaben der Reederei Precious Shipping wahrscheinlich zunächst im Maschinenraum eingeschlossen blieben. (dpa)

Innenpolitiker: Auf Flüchtlinge aus dem Iran vorbereiten

Bundestagsabgeordnete verschiedener Parteien drängen darauf, sich auf eine mögliche große Fluchtbewegung vom Iran Richtung Westen vorzubereiten. Er hoffe, dass die Prognosen von EU-Migrationskommissar Magnus Brunner „verlässlich und belastbar“ seien, wonach derzeit keine massenhafte Fluchtbewegung zu erwarten sei, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, dem in Düsseldorf erscheinenden „Handelsblatt“ (Donnerstag).

Dennoch müsse Europa auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet sein, sagte Fiedler: „Entscheidend ist nicht Alarmismus, sondern Vorbereitung und europäische Handlungsfähigkeit.“

Die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, sagte dem „Handelsblatt“, die aktuelle Situation angesichts der andauernden Angriffe Israels und der USA auf den Iran sei nicht direkt mit 2015 vergleichbar, weil man heute besser vorbereitet sei. Damals kamen fast eine Million Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern wie Syrien, Afghanistan und dem Irak von Ungarn über Österreich nach Deutschland. Aber es sei dennoch wichtig, Vorbereitungen zu treffen, um unübersichtliche Situationen zu vermeiden. Die Bundesregierung müsse sicherstellen, dass kein Chaos entstehe und humanitäre Standards eingehalten würden.

Der CSU-Innenpolitiker Siegfried Walch dringt unterdessen auf einen strikten Schutz der deutschen Grenzen und lückenlose Kontrollen. „Die Sicherheit in Deutschland muss zu jeder Zeit oberste Priorität haben“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem „Handelsblatt“. Er forderte die Abwicklung von Asylverfahren direkt an den EU-Außengrenzen, um zu verhindern, dass Unterstützer des iranischen Regimes einreisen. (epd)

Schweiz schließt Botschaft im Iran, die auch US-Interessen vertritt

Die Schweiz schließt ihre Botschaft in Teheran nach eigenen Angaben wegen eines „steigenden Sicherheitsrisikos“ vorübergehend. Die Schweiz vertritt im Iran seit Jahrzehnten auch die Interessen Washingtons. Die US-Regierung respektiere die Entscheidung und sei der Botschaft und den Mitarbeitern zu tiefem Dank verpflichtet, erklärte die US-Vertretung in Bern. Deren Arbeit „bleibt für den Schutz von US-Interessen und die Unterstützung unserer Staatsbürger entscheidend“.

Die Regierung in Bern wiederum erklärte, in Absprache mit den betroffenen Ländern halte die Schweiz den Kommunikationskanal zwischen den USA und dem Iran weiterhin offen. Der Botschafter in Teheran und fünf Mitarbeiter hätten den Iran am Mittwoch auf dem Landweg verlassen und befänden sich in Sicherheit. „Sobald es die Lage erlaubt, werden die Mitarbeitenden nach Teheran zurückkehren“, hieß es.

Vor etwa einer Woche hatte die Regierung erklärt, an der Botschaft seien aktuell sechs Schweizer und 18 lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Vier Schweizer hatten das Land bereits am 3. März verlassen. Die Schweiz agiert als sogenannte Schutzmacht der USA im Iran. Sie vertritt dort seit dem Abbruch der amerikanisch-iranischen Beziehungen die Interessen der USA. Sie übermittelt Botschaften zwischen beiden Ländern und betreut bei Bedarf amerikanische Staatsbürger. Das verbliebene Personal der deutschen Botschaft in Teheran wurde bereits Ende vergangener Woche in Sicherheit gebracht.(dpa)

Iranisches Staatsfernsehen: Iran greift Gebäude in Dubai mit Drohne an

Die iranischen Streitkräfte haben dem iranischen Staatsfernsehen zufolge ein Gebäude in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einer Drohne angegriffen. In dem Gebäude, das „ein Unterschlupf für amerikanische Soldaten war, die den Iran angegriffen haben“, sei ein Feuer ausgebrochen, teilte der iranische Sender Irib im Onlinedienst Telegram mit.

Die emiratischen Behörden erklärten, der Brand sei „vollständig unter Kontrolle“ gebracht worden. Es sei niemand verletzt worden. Zuvor hatten die Behörden den Absturz einer Drohne auf ein Gebäude in der Nähe des Wohnviertels Dubai Creek Harbour gemeldet. (afp)

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare