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Ermittlungen gegen NachwuchsneonazisRazzien bei der „Letzten Verteidigungswelle“

Bei Ermittlungen gegen zehn weitere Mitglieder einer rechten Terrorgruppe wurden mehrere Objekte durchsucht. Die Gruppe soll tödliche Gewalt gegen Linke und Geflüchtete geplant haben.

Razzia wegen „Letzter Verteidigungswelle“: Auch in Zweedorf in Mecklenburg-Vorpommern schaute die Polizei nach dem Rechten Foto: dpa

Acht Mitglieder sind bereits in Hamburg in einem Terrorprozess unter anderem wegen Anschlägen angeklagt, nun gibt es weitere Razzien im Komplex um die rechtsterroristische Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“. Wie die Bundesanwaltschaft am Dienstagvormittag mitteilte, laufen seit den Morgenstunden Durchsuchungen im Rahmen von Ermittlungen gegen zehn Beschuldigte. Diese sollen „weitere mutmaßliche Mitglieder einer rechtsextremistischen terroristischen Vereinigung“ sein. Die Gruppe soll unter anderem tödliche Gewalt gegen Linke und Geflüchtete geplant haben.

Die Bundesanwaltschaft durchsuche dabei Objekte an 16 Orten in fünf Bundesländern: Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Den Beschuldigten wirft der Generalbundesanwalt die Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung vor – „wobei sie als Jugendliche mit Verantwortungsreife oder als Heranwachsende gehandelt haben sollen“.

Einer Beschuldigten wird auch die Rädelsführerschaft vorgeworfen, gegen zwei wird zudem wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt – offenbar im Zusammenhang mit Angriffen auf vermeintlich Pädophile als sogenannte „Pedo-Hunter“. Festnahmen seien am Dienstag nicht erfolgt – „die heutigen Durchsuchungen dienen dazu, die bestehenden Verdachtsmomente zu objektivieren“, hieß es. Die Maßnahmen fänden nach Beschlüssen des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs statt.

Die acht bereits in Hamburg Angeklagten sind die jüngste Terrorgruppe, die je in Deutschland vor Gericht gestanden hat. Die Angeklagten sind nur zwischen 15 und 22 Jahre alt. Auch deswegen ist beim Prozess die Öffentlichkeit bis zum Urteil ausgeschlossen. Die Beweislast soll aber erdrückend sein, weil den Er­mitt­le­r*in­nen Videos diverser Taten sowie WhatsApp-Chatverläufe vorliegen. Die Gruppe war im Mai 2025 aufgeflogen.

Gefährliche Nachwuchsneonazis

Die „Letzte Verteidigungswelle“ (LVW) ist eine der Gruppen von jungen Rechts­ex­tre­mis­t*in­nen, die zuerst auf Tiktok und Instagram auftauchten (wie etwa auch „Deutsche Jugend Voran“ oder „Jung&Stark“) und sich rasch radikalisierten. Die Chatgruppe der LVW hatte bis zu 130 Mitglieder, die sich dort gegenseitig anstachelten – und schließlich auch zur Tat schritten. Laut der Anklage in Hamburg planten und verübten sie Anschläge, posierten mit Hitlergruß und filmten sich, während sie vermeintlich Pädophile verprügelten. Sie riefen zu Gewalt gegen Linke und Mi­gran­t*in­nen auf. Sie wollten als „letzte Verteidigungswelle bis zum Ende“ kämpfen und mit Hakenkreuzfahnen in Berlin aufmarschieren.

Die Angeklagten in Hamburg sollen mehrere Anschläge verübt haben, bei dem unter anderem ein Kulturhaus in Altdöbern abbrannte, während die Betreiberfamilie im selben Gebäudekomplex schlief. Auch deswegen lautet die Anklage auf versuchten Mord. Den Beschuldigten drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Ebenso gab es einen Angriff auf eine Geflüchtetenunterkunft in Schmölln, wo sie mit einer Feuerwerksbatterie auf ein eingeschlagenes Fenster geschossen haben sollen. Dahinter soll ein Bewohner gestanden haben. Ein weiterer geplanter Anschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft in Senftenberg soll geplant worden sein. Ein Urteil in Hamburg wird für den Mai erwartet.

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