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Wird Grütters Bundespräsidentin?„Ich hab es schon immer gesagt!“

Kommentar von

Christian Specht

Gerüchte über eine mögliche neue Bundespräsidentin gehen um: Monika Grütters von der CDU soll im Rennen sein. Einen Fan in der taz hat sie jedenfalls schon.

Monika Grütters vor der (noch) verschlossenen Tür des Schlosses Bellevue Illustration: Christian Specht

E s gibt Gerüchte, dass Moni nach Frank-Walter Steinmeier Bundespräsidentin werden soll. Also, Monika Grütters – ich sage immer Moni zu ihr, wir sind nämlich befreundet. Kennengelernt haben wir uns im Berliner Abgeordnetenhaus.

Ich habe mir schon länger darüber Gedanken gemacht, dass sie den Posten übernehmen sollte. Im April wollten wir uns treffen, da wollte ich ihr das vorschlagen. Und jetzt erfahre ich von den Gerüchten. Ich hoffe, dass sie wahr sind.

Die nächste Person in dem Amt muss endlich eine Frau werden. Hildegard Hamm-Brücher von der FDP war in den 90ern mal im Rennen. Und Gesine Schwan von der SPD. Beides ist damals aber gescheitert. Ich hoffe, dass es jetzt eine Frau wird: Moni hätte meine Unterstützung. Die Leute aus der CDU sollten dazu nicht immer nur Nein sagen. Es waren jetzt genug Männer.

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Ich würde die Korken knallen lassen

Und Moni ist super. Sie ist ganz anders drauf als manche CDU-Kollegen. Offen, gesprächsbereit und für die Menschen da. Sie bringt was Neues in die Politik. In der CDU gibt es Leute, mit denen kann man zusammenarbeiten, mit manchen aber nicht. Moni gehört zu den ersten, weil sie liberaler ist. Als Bundespräsidentin könnte sie gute Arbeit leisten.

Ich habe sie hier vor der verschlossenen Tür des Schloss Bellevue gemalt. Im Hintergrund sind die Fenster. Sie hat einen grünen Block dabei, wo sie die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger aufgeschrieben hat. Was da drauf stehen könnte? Weiß nicht.

Mein Wunsch an sie wäre, dass sie alles dafür tut, Leute davon abzubringen, AfD zu wählen. Das sind nämlich nicht alles Nazis, das sind Menschen, die mal SPD, Grüne und Linke gewählt haben könnten. Warum wählen sie jetzt also so? Man darf sie nicht ausgrenzen, sondern muss mit ihnen sprechen. Das würde ich ihr sagen, wenn sie Bundespräsidentin werden würde. Als Erstes würde ich aber die Korken knallen lassen.

Protokoll: Valérie Catil

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Jahrgang 1969, ist politisch engagiert und setzt sich   für mehr Mitwirkungsmöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung in   den Medien ein. Seit 2017 ist er der erste Mensch mit Beeinträchtigung   im Vorstand der Lebenshilfe. Er hat ein Büro in der taz und zeichnet   (un)regelmäßig den „Specht der Woche”. Mehr von Christan Specht gibt es   auf seiner Homepage (s. Button).
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2 Kommentare

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  • Was kann an ihr als Grüß-Augustine schon schlimmer sein als Steinmeier? Aber dass die TAZ jetzt cdU-Mitglieder präferiert, na ja. The times they are a changing - nicht immer in die richtige Richtung.

  • Bitte nicht zu viel des Lobs, dass könnte Spahn und Co. auf den Plan rufen. Dann wird es am Ende wieder ein alter, weißer Mann von Merzens Gnaden, also rechtsoffen und erzkonservativ.