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Trendstudie „Jugend in Deutschland“Die Gen Z ist abgefuckt

Unter-30-Jährige fühlen sich nicht mehr wohl im Land, ein Fünftel denkt ans Auswandern. Ein ungewöhnliches Duo aus dem Bundestag schlägt Lösungen vor.

Was bleibt für die Jungen übrig? Nicht viel mehr als ein Beutel mit lustiger Aufschrift Foto: Stefan Boness/Ipon

Die Trendstudie „Jugend in Deutschland“ sorgte in dieser Woche für düstere Schlagzeilen. Von den 14- bis 29-Jährigen in Deutschland gibt demnach ein Drittel an, psychologische Behandlungen zu benötigen. Ein Fünftel denkt ans Auswandern. Nur eine Minderheit vertraut noch politischen Institutionen, und abgesehen von AfD und Linken verlieren alle Parteien an Zustimmung.

„Kein Grund zur Resignation“, schreibt jetzt ein schwarz-grünes Autorinnenduo. Die Politik müsse aber umdenken. „Alle demokratischen Parteien sollten sich fragen, wann sie zuletzt was für die Jugend in diesem Land gemacht haben. Ein Reel aus den Parteizentralen mit Floskeln wie ‚wir nehmen Euch ernst‘ reicht nicht mehr“, heißt es in einem Debattenbeitrag von Mayra Vriesema und Nora Zabel, der der taz vorab vorliegt.

Vriesema zog vergangenes Jahr als Nachrückerin für Robert Habeck in den Bundestag ein und ist mit 26 Jahren das jüngste Fraktionsmitglied der Grünen. Zabel, 29, ist CDU-Mitglied und arbeitet für eine Abgeordnete; als Buchautorin hat sie 2025 über die Gen Z im Osten geschrieben.

In ihrem Beitrag zeigen die beiden Verständnis für die Sorgen ihrer Generation. „Das frühere Aufstiegsversprechen trägt heute nicht mehr“, schreiben sie. Fleiß reiche nicht mehr, um sich einmal Wohneigentum leisten zu können. Leistungsdruck treffe auf immer schlechtere Zukunftsaussichten. Und auf den Generationenvertrag könne man nicht mehr vertrauen: „Man muss keine Mathematikerin sein, um zu verstehen, dass für die Jungen wenig übrigbleiben wird.“

Allerdings sei es auch falsch, die Zahlen aus der Studie „als Zeichen einer unpolitischen, desinteressierten Generation zu lesen“. Die Abwendung von der politischen Mitte entstehe nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus dem Eindruck, „dass die etablierten Parteien die Bedürfnisse der jungen Generation schlicht nicht sehen“. Wer enttäuscht sei, suche sich andere Angebote und finde sie unter anderem bei rechten Kräften. Diese sprächen „gezielt Identität und Anerkennung an, während andere Parteien oft zu technokratisch erscheinen und zu weit vom Alltag junger Menschen entfernt sind“.

9-Euro-Ticket und Jugendzentren

Gegenmaßnahmen schlagen Vriesema und Zabel auf drei Ebenen vor. Erstens bei den politischen Verfahren: Es brauche „echte Beteiligung“, etwa durch „institutionalisierte Jugendparlamente, verbindliche Beteiligungsverfahren, Dialogformate auf Augenhöhe“.

Zweitens fordern die Autorinnen einen „neuen Generationenvertrag, der Geld in die Köpfe und Herzen unserer Jugend investiert“. Dazu gehöre ein einfacher Zugang zu Kultur und Teilhabe: „Es klingt banal, aber ein Kulturpass oder das 9-Euro-Ticket ermöglichen Ausflüge und Aktivitäten, die die mentale Gesundheit erheblich fördern und gleichzeitig denen hilft, für die am Ende des Monats kein Kinobesuch oder eine Bahnfahrt mehr drin ist.“

Drittens müsse ein Fokus auf den ostdeutschen Bundesländern und strukturschwachen ländlichen Regionen liegen. Dort würden Kaufhäuser, Buchläden, Cafés und Kneipen aussterben. „Das, und mangelnde berufliche Aussichten führen dazu, dass viele kluge Köpfe abwandern, insbesondere junge Frauen.“

Konkret schlagen Vriesema und Zabel hier vor, ungenutzte Gebäude in Jugendhäuser umzubauen. Um ländliche Räume für junge Menschen attraktiv zu halten, brauche es aber auch eine pünktliche Bahn, Ärzte und Kindergärten mit genügend Erzieherinnen. „Wenn der Staat nicht radikal lokal denkt und sich aus der Fläche zurückzieht, entsteht ein Vakuum, das von Rechtsextremisten besetzt wird“, schreiben die Autorinnen.

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20 Kommentare

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  • Nicht nur die Jugend u30 denkt ans Auswandern.

  • Tja, Auswandern fällt mir auch immer schnell ein. Aber in Krisen rücken viele Nationen nach innen, also häufig rechts-gefärbt, da lebt es sich im Ausland, als Ausländer, teils schlechter.



    Es braucht öffentliche Räume auch für den öffentlichen Diskurs, Austausch usw. Für Jugendliche erst Recht! Für Erwachsene ebenso! Wir müssen wieder von Angesicht zu Angesicht unsere Meinungen, Erfahrung reg n und so wertvollen Innenwelten, das Subjektive, nach außen tragen, sonst kippt es. Algorithmen gesteuert, von bubbles eingenommene Aufmerksamkeit und KI noch das Denken abgenommen, steuern wir Kopf- und herzlos in die Bedeutungslosigkeit und merkens nichtmal, weil die digitalen Welten weiter laufen. Einfach so, ohne es zu merken hat sich da bereits einiges verselbständigt.



    Geht die Öffentlichkeit verloren, hat die Demokratie einen massiven Knacks.

    Entscheidende Veränderungen kommen immer von Rändern der Gesellschaft, nie der Mitte. Die will ja immer so weiter machen. Und die öffentlichen Räume zum Austausch und für Begegnung (was erst wieder gelernt werden muss) sind der Nährboden für demokratische Prozesse, dessen Räume sind besetzt von jungen Erwachsenen.

  • Normalerweise bin ich beim Generationenbashing immer gerne dabei, aber irgendwie hab ich eher Mitgefühl mit dieser Generation.



    Wenn ich heute wieder so jung wäre, wüsste ich absolut nicht mehr welche Wege man im Leben einschlagen könnte oder sollte. Was lohnt sich noch zu studieren, was wird ganz sicher nicht überflüssig oder weniger gebraucht? Selbe Problematik bei der Ausbildung, und dann musste da auch noch drauf achten das nicht zu viele das selbe machen, 1 Mio Tischler zu haben bringt ja auch nix.



    Wohnungsmarkt sieht mau aus, bist verdammt dazu lange bei den Eltern zu bleiben. Jederzeit könnte theoretisch ein Krieg ausbrechen, und aus dem selben Grund könnte jederzeit ein Einberufungsbescheid bei einem eingehen. Ständig bist du sozialen Druck ausgesetzt weil ja alle mit allen Verbunden sind (Sozialmedia), musst also dauernd allen zeigen du kein looser bist, wärend es gleichzeitig kaum noch Möglichkeiten dazu gibt.

    Das gerede alla "die haben es so gut wie keine Generation vor ihr" ist wirklich unangebracht. Das gilt nur solange sie noch Kind sind, danach das Erwachsen werden, ist sehr viel schwieriger geworden...

  • Hier ein Schlüssel zum besseren Verständnis der Jugend von heute: YouTube hat mir vor ein paar Tagen ein Cover von Dylans "The Times They Are a Changin'" zugespielt (Alyssa Hankey). Als das Lied zum ersten Mal gesungen wurde, war darin ein leuchtendes Versprechen. Im heutigen Kontext fühlt es sich hingegen wie eine dunkle, apokalyptische Prophezeiung an. Das Versprechen hat sich als hohl erwiesen. So haben die Zeiten sich also tatsächlich geändert. Nun müsste man sich dazu bequemen, ihnen in die Speichen greifen, sie anzuhalten. Auswandern kann man aus den Zeiten nämlich nicht.

  • Das Aufstiegsversprechen wird vielerorts durch die Politik ausgehebelt und falsch verstanden Gerechtigkeit.

    Wir müssen uns entscheiden. Wenn fleißige Leistung sich auszahlen sollen, dann muss das auch das System hergeben!

    Wie soll ich meinen Kindern erklären, dass sich Leistung lohnt , wenn der Zugang zum Gymnasium !verlost! wird? Und die Leistungen vorher vollkommen egal sind. Einzige was zählt: Geschwister auf der Schule.

    Wenn dann das fleißige intelligente Kind keinen Platz bekommt, aber der sitznachbar weil sein großer Bruder dort ist?

    Und wir wundern uns dann darüber, dass Leistungen abfallen….

    Und am Ende st dann das Abitur eben kein Maßstab mehr für Leistung!

    Regel gilt so in NRW

  • Das ganze Schönreden hilft nichts: Unsere Konsumgier hat die Zukunft unserer Jugend verkauft. Umweltschäden, Schulden, Zwänge, seltsame Gesetze, Überwachung, Platikmüll...



    Was helfen da noch "echte Beteiligung" und ernst nehmen?

    Unsere Jugend hat es gut erkannt, dass wir auf ihre Kosten leben, weil wir zuviel konsumieren und zuwenig an unsere Kinder und Enkel denken dabei.



    DAS sollte mal angesprochen werden und natürlich auch so gut es geht ausgeglichen!

  • In der Jugend will jeder immer auswandern, Zuhause ist immer spießig.



    Und trotzdem feiern wir dieses Jahr Abitreffen nach 25 Jahren und bis auf 3 leben alle noch in Deutschland, der überwiegende Teil in der Nähe oder direkt in ihren Heimatorten.



    Welches Land ist denn besser? Wo gibt es denn gratis Geld für Nichtstun über Jahre? Krankenversicherung? Teilweise kostenlose Kits und definitiv kostenlose Schulen?

    Ich habe im Ausland gelebt und wenn man mal das trendige Dubai für Influencer rausnimmt, war es alles in allem nirgends wirklich besser. Außer, man hat natürlich deutlich mehr Geld als die Einheimischen.

  • Ich will auch auswandern. Am liebsten nach Neuseeland.

    Bei uns hat der Landkreis einfach allen in der Sek I eine Busfahrkarte gegeben, egal ob man die braucht, um zur Schule zu kommen, oder nicht. Kostet jetzt nicht so mega viel, war also eine gute Lösung, um Leuten Mobilität zu verleihen.

    Kulturpass klingt auch teurer, als es letztendlich sein wird.

    Hilft aber nicht bei den wirklichen Problemen wie Wohnen und Arbeit.

    Und ja, ich habe der (lokalen) SPD schon vor 30 Jahren gesagt, dass sie Probleme bekommen, weil ihnen die Wähler weglaufen mangels passendem Programm. Haben die abgetan. Ich hätte keine Ahnung. 🤷🏻‍♀️

    Wenn im Osten keiner mehr wohnt, wird die AgD auch nicht gewählt. Wölfe haben ja kein Wahlrecht, und die würden eh nicht AgD wählen. Die wählen Tierschutzpartei.

  • "Mentale Gesundheit" - die Vorschläge charakterisieren eine verwöhnte Jugend und ihr Anspruchsdenken. Sie lassen sich zusammenfassen als "Welt, lasst uns mit euren Problem in Ruh."

    Hinzu kommen in der Zeit von Cocooning noch aus der Zeit gefallene Konzepte wie Jugendhäuser, die nur eine sehr begrenzte Klientel adressieren. Das ist einfach nur weltfremd und in der eigenen Blase gedacht, als wären Jugendliche durch die Bank bedürftig.

    In keinem der Vorschläge steht etwas von besserer Bildung, Qualifikation, Sprachen - aber Freizeit und Reisen. Vor nicht allzulanger Zeit stand man dafür in den Ferien am Band und jobbte, um sich in den nächsten Ferien die Reise leisten zu können.

    Dieses Anspruchsdenken, dass die Nachrückerin da formuliert, ist genauso populistisch, weil es Herausforderungen vollständig ignoriert und Probleme mit Geld zuschütten will, statt an die Wurzel zu gehen.

  • Es gibt keine einfachen Lösungen für eine heterogene, individualisierte Gesellschaft. Aber gerade deshalb ist es wichtig einfach mal reden, denken und machen zu lassen, statt anderen immer nur eigene Interessen vor- oder nachzuwerfen. Also ran an „die Buletten“: Was brauchen die beiden Autorinnen konkret, um sich persönlich im strukturschwachen Ostdeutschland für eine bessere Zukunft zu engagieren? Wo würde ihr Leuchtturmprojekt mit Breitenwirkung entstehen? Wie stellen sie sich ganz praktisch das Fördern nach dem Fordern vor? Ich habe in meinem Leben immer wieder erlebt, dass wenige charismatische Persönlichkeiten mehr voran bringen, als hunderte Verwaltungsvorschriftler. Aber ohne die zweite Gruppe, geht der Elan des Aufbruchs oftmals schneller zu Ende, als es gelingt weitere Mitstreiter zu gewinnen. Das Problem waren übrigens schon immer die stürmische, Jugend und die alten Bremser. Je nach eigener Zugehörigkeit. Das sich das nicht geändert hat, beruhigt mich eher.

  • "...Duo aus dem Bundestag schlägt Lösungen vor. "

    Das Studienergebnis ist vielleicht beunruhigend, aber die Lösungen sind sowas von Standard, die hätten auch von älteren Politikerinnen kommen können.

    In der Studie geht es immerhin um die bis 29 Jährigen. Klar, dass die Zukunftsangst haben. Da hilft doch kein Jugendtreff. Und wie soll der Staat Kaufhäuser oder Kneipen in ländlichen Gebieten betreiben?

    In der verlinkten Pressemitteilung der Studie steht: " dass 60



    Prozent der jungen Menschen eine suchtähnliche Smartphonenutzung aufweisen" -- Dafür eine Lösung zu finden, wäre innovativ und vielleicht auch hilfreich für alle Generationen.

    Weiter "Junge Menschen wünschen sich neben finanzieller Bildung [ ] stabile Zukunftsperspektiven, um sich langfristig abzusichern." Woher kommt eigentlich diese, doch eher konservative, Einstellung? Wenn man Biografien liest, ist das eher die Zeit des Aufbruchs, der Veränderung, ohne zuviel Gedanken an die Rente.

    PS Dubai ist nur toll zum Auswandern, wenn man richtig viel Geld hat.

  • Nur zu, Migrationserfahrung machen und feststellen, auf welch hohem Niveau gejammert wird.

  • Doppelt so alt wie die Gen Z, möchte auch ich auswandern. Der politischen Situation in Deutschland noch etwas Positives abzugewinnen, ist schwer. "Oben", im BT, sitzen fast überwiegend Schrachsäcke, deren Versäumnisse sind nnicht akut, sondern haben schon vor >20 Jahren begonnen. Digitalisierung, Familien-freundliche Politik, Umbau der fossil gegründeten Wirtschaft, Erfüllen der gesellschaftlichen Grundbedürfnisse WOHNEN, öffentlicher Verkehr, Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (keine Gifte in den Boden, weg von industrieller Land-Un-Wirtschaft) - all das haben sie über ihren Identitätsdebatten und Schaufensterreden verschlafen, von Tobin-Steuer, gesetzliches Verunmöglichen von Cum Cum und Cum Ex ganz zu schweigen. Kommunen wurden kaputt gespart. Wozu sitzen diese Abgeordneten überhaupt da? Jeder will dahin und gründet noch ne Partei und noch ne Partei, weil da die Fleischtöpfe locken.

    • @ja wirklich?:

      Und jetzt finde mal ein Land in dem es nicht genauso oder sogar noch schlimmer ist....ich glaub uns geht es schon sehr gut hier, wir haben nur leider eine Kultur des meckerns und unzufrieden seins.....

  • „Ein Fünftel denkt ans Auswandern.“

    Ich bin Teenagerin der 1980er und damals wollten gefühlt die Hälfte der Jugendlichen auswandern. Und was bedeutet „Auswandern“ überhaupt in diesem Kontext?



    Hätte mich damals jmd gefragt, wo ich gerne leben würde, hätte ich London, Paris und New York gesagt, und am besten überall gleichzeitig. Nichts ist für eine Jugendliche spießiger als die eigene Stadt. Ich halte es für völlig normal, wenn Jugendliche den Wunsch äußern auszuwandern.



    In meiner Jugend gab es so wenig psychologische Behandlungsmöglichkeiten, dass ich froh darüber bin, dass es heutzutage möglich ist einer größeren Gruppe eine Behandlung zu ermöglichen.



    Ich finde die Medien übertreiben es langsam mit diesen Jugendbefragungen und den Schlüssen daraus.

    • @TaAl:

      Eben. Als ich jünger war, dachte ich das selbe, auswandern auf jeden Fall und am besten in die USA. Heute weiß ich, dass ohne Plan irgendwohin auszuwandern einfach nur eine extrem dumme Idee ist und es kaum irgendwo besser wird.

      Im Gegenteil, auswandern entwertet oft das Bildungskapital das man schon hat; man spricht die Sprache nicht und ist plötzlich selbst Migrant und wird als solcher fast überall auf der Welt schlechter behandelt als bei uns.

      Das wusste ich als Jugendlicher natürlich alles nicht, aber es zeigt meines Erachtens auch deutlich das Problem: "Den Jugendlichen zuzuhören" ist generell eine gute Idee, aber ihre Vorschläge 1:1 umzusetzen leider nicht.

    • @TaAl:

      Bei uns ebenfalls, bloß weg.

      Bis man dann festgestellt hat, dass in Berlin die Oma nicht mal schnell auf die Enkel aufpassen kann und der Opa auch nicht mal schnell ein Regal o.ä. Reparieren kann. Die meisten kamen direkt nach dem Studium zurück, haben neben den Eltern oder in der Nähe gebaut und genießen den Vorteil von funktionierenden sozialen Beziehungen auf dem Land.

    • @TaAl:

      Sehe ich anders, denn damals schien das "Aufstiegsversprechen", das im Text erwähnt wird, durchaus noch glaubhaft.

      Der Eindruck einer Zeitenwende, einer Umwälzung, ist stark und verunsichert. Dazu kommt, dass von der Jugend zwar viel gefordert wird, sie aber politisch so stark marginalisiert wird wie nie - was vermutlich daran liegt, dass es verhältnismäßig wenige junge Wähler gibt. Es lohnt sich daher kaum, sie zu adressieren.

      • @Warim Wilke:

        Damals, Warim Wilke, hat sich die nonkonformistische, nicht-spiessige Jugend - die Hälfte, von der TaAI spricht - nicht für irgendein Aufstiegsversprechen interessiert. Vielemehr waren Punk und "no future" angesagt (aber eben auch deshalb, weil das eine stark entpflichtende Nebenwirkung hatte).

  • "Ein Fünftel denkt ans Auswandern."



    Fragt sich wohin. Wo ist es denn so rundheraus besser? Ich käme u. U. mit.



    "Nur eine Minderheit vertraut noch in politische Institutionen und abgesehen von AfD und Linken verlieren alle Parteien an Zustimmung."



    Das wiederum ist - abgesehen von dem Faible für die politischen Aussenpositionen - kein Privileg der Jugend. Man muss nicht jung sein, um die gebotenen Parteialternativen nicht wirklich haben zu wollen...



    Wenn ich wählen gehe, ist das mittlerweile ein 'Eigentlich willst du keine der Pappnasen, aber extrem ist nicht und Nichtwählen auch nicht'. Das ist zunehmend ein echtes Problem.