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+++ Nachrichten im Irankrieg +++Ukraine besiegelt mit Golfstaaten Luftverteidigungskooperation

Pakistans Premier telefoniert mit dem Präsidenten des Iran, das AKW Buschehr ist erneut Ziel von Luftangriffen geworden, und erstmals hat auch die jemenitische Huthi-Miliz eine Rakete auf Israel abgefeuert.

Beschädigte Hausfassaden nach iranischen Raketenangriffen auf Zentralisrael in der Nacht von Freitag auf Samstag Foto: Tomer Neuberg/reuters

Ukraine besiegelt Luftverteidigungskooperation mit Golfstaaten

Die Ukraine hat mit mehreren Golfstaaten eine Zusammenarbeit bei der Luftverteidigung besiegelt. Bei einer Reise in die Region schloss der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entsprechende Abkommen zunächst mit Saudi-Arabien und am Samstag dann mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Nach dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar wurden ukrainische Experten zur Abwehr von iranischen Drohnenangriffen in die Region entsandt.

Selenskyj erklärte am Samstag, er habe bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Emirate, Mohammed bin Sajed, eine Kooperation im Bereich „Sicherheit und Verteidigung“ vereinbart. Angesichts der heutigen „Bedrohungen“ wollten Staaten das Leben ihrer Bevölkerungen schützen, sagte er weiter. „Die Ukraine hat auf diesem Gebiet bedeutende Expertise.“

Bei einem anschließenden Besuch in Katar schloss Selenskyj einen ähnlichen Vertrag. „Die Vereinbarung beinhaltet eine Zusammenarbeit in technologischen Bereichen, gemeinsame Investitionen und den Austausch von Fachwissen bei der Abwehr von Raketen und unbemannten Luftsystemen“, erklärte das katarische Verteidigungsministerium.

Im Ukraine-Krieg greift Russland das Nachbarland unter anderem mit Schahed-Drohnen iranischer Bauart an, die Russland inzwischen unter der Bezeichnung Geran-2 selbst herstellt. Der Iran wiederum attackiert seit Beginn des Iran-Krieges mit den USA verbündete Golfstaaten.

Bei einer solchen Attacke will der Iran nach eigenen Angaben auch ein Depot eines ukrainischen Anti-Drohnen-Systems in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten zerstört haben, das dem Schutz eines US-Stützpunkts gedient habe. Dieser Darstellung widersprach das ukrainische Außenministerium. „Dies ist eine Lüge“, sagte Außenamtssprecher Georgyj Tychyj am Samstag. Teheran verfolge oft solche „Desinformations-Operationen“, fügte er hinzu.

Die Ukraine nutzt zur Abwehr russischer Drohnen insbesondere elektronische Störgeräte und mobile Abwehrwaffen statt der erheblich teureren Raketen, die von Golfstaaten zur Abwehr iranischer Drohnen verwendet werden. Kiew schlägt seit Wochen vor, solche Geräte gegen Abwehrraketen zu tauschen, die in der Ukraine zur Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern aus Russland gebraucht werden. (afp)

Hisbollah-nahe Journalisten im Südlibanon getötet

Bei einem israelischen Angriff im Südlibanon sind eine Reporterin und ein Reporter von zwei Hisbollah-nahen Fernsehsendern getötet worden. Der TV-Sender der proiranischen Hisbollah Al-Manar meldete, dass ihr langjähriger Korrespondent Ali Schuaib bei einem Angriff bei Dschesin im Süden des Landes ums Leben kam. Zudem berichtete der proiranische Sender Al-Majadin, der auch der Hisbollah nahe steht, dass bei dem Angriff ihre Reporterin Fatima Fatuni getötet wurde.

Das israelische Militär gab an, einen „gezielten“ Angriff auf Schuaib verübt zu haben. Die Armee warf ihm vor, Mitglied der Hisbollah-Eliteeinheit Radwan gewesen zu sein. Er habe sich als „Journalist getarnt“, hieß es. In dem Zuge habe er über Standorte von israelischen Truppen berichtet, die im Süden des Libanons im Einsatz waren. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zu Fatuni äußerte sich das Militär zunächst nicht.

Der libanesische Informationsminister Paul Morcos verurteilte den Angriff scharf. Seinen Angaben zufolge ist dabei auch der Kameramann und Bruder Fatunis, Mohammed Fatuni, getötet worden. „Wir verurteilen auf das Schärfste Israels wiederholte und vorsätzliche Angriffe auf Journalisten“, betonte Morcos. (dpa)

Neun israelische Soldaten im Südlibanon verletzt

Bei zwei verschiedenen Angriffen sind im Süden des Libanons nach Angaben des israelischen Militärs neun Soldaten verletzt worden, zwei davon schwer. Die Soldaten seien mit einer Panzerabwehrrakete und einer Rakete beschossen worden. Eine Anfrage zur Gesamtzahl der verletzten Soldaten seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran und dem Wiederaufflammen des Konflikts mit der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah ließ das israelische Militär am Samstag zunächst unbeantwortet. (rtr)

Irans Präsident droht mit Vergeltungsschlägen gegen Nachbarländer

Irans Präsident Massud Peseschkian hat mit harten Vergeltungsschlägen gegen Nachbarländer gedroht, falls die Infrastruktur oder Wirtschaftszentren im Land attackiert werden. In einer „Botschaft an die Länder der Region“ schrieb Peseschkian auf der Plattform X: „Wenn ihr Entwicklung und Sicherheit wollt, lasst nicht zu, dass unsere Feinde den Krieg von eurem Boden aus führen.“

Zuvor hatten israelische und US-Luftstreitkräfte laut iranischen Angaben ihre Angriffe auf Stahlwerke sowie Anlagen der Rüstungs- und Energieinfrastruktur in mehreren iranischen Provinzen ausgeweitet.

Seit Beginn des Krieges am 28. Februar greift der Iran wiederum Ziele in arabischen Nachbarländern an. Die Führung in Teheran begründet dies unter anderem mit der Stationierung von US-Truppen in diesen Ländern.

ibanons Präsident Joseph Aoun schrieb auf der Plattform X, Israel verstoße wieder einmal „gegen die grundlegendsten Regeln des Völkerrechts, des humanitären Völkerrechts und des Kriegsrechts“. Israel nehme „Journalisten ins Visier, die letztlich Zivilisten sind und die ihrer beruflichen Pflicht nachkommen“.

Auch im Gaza-Krieg hat das israelische Militär mehrfach Journalisten getötet. Das Journalistenschutzkomitee CPJ wirft dem israelischen Militär unter anderem vor, eine „langwährende, dokumentierte Praxis, Journalisten als Terroristen zu beschuldigen, ohne glaubhafte Beweise vorzulegen“ zu verfolgen. (dpa)

Sieben Verletzte bei Raketenangriff auf israelische Ortschaft

Bei einem Raketenangriff auf die zentralisraelische Ortschaft Eschtaol in der Nähe von Jerusalem sollen mindestens sieben Menschen verletzt worden sein. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom teilte am Samstag mit, einige der Menschen seien durch die Explosion verletzt worden, andere bei dem Versuch, Schutzräume zu erreichen. (ap)

Pakistanischer Premier telefoniert mit Irans Präsident

Der pakistanische Premier Shehbaz Sharif hat mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian über den Krieg im Nahen Osten gesprochen. Sharifs Büro teilte am Samstag mit, der pakistanische Regierungschef habe in einem mehr als einstündigen Telefonat mit Peseschkian ausführlich über die regionalen Feindseligkeiten und Bemühungen um ein Ende des US-israelischen Krieges mit dem Iran diskutiert.

Pakistans Außenminister Ishaq Dar und Armeechef Feldmarschall Asim Munir hätten Peseschkian über diplomatische Bemühungen informiert, die USA, mehrere Golfstaaten und andere islamisch geprägte Länder einzubinden, um die Voraussetzungen für Friedensgespräche zu schaffen, hieß es in der Mitteilung.

Sharif habe sich hoffnungsvoll gezeigt, dass man gemeinsam einen Weg aus der Krise finden könne. Peseschkian habe die Friedensbemühungen Pakistans gelobt, aber die Notwendigkeit betont, Vertrauen aufzubauen, um Dialog und Vermittlung zu ermöglichen, hieß es in der Mitteilung. (ap)

Pakistan berät mit weiteren Ländern über Iran-Krieg

Pakistan will ‌am Sonntag und Montag mit Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten über den Iran-Krieg beraten. Bei dem zweitägigen Treffen der Außenminister in Islamabad gehe es um „intensive Diskussionen über eine Reihe von Themen, einschließlich der Bemühungen um eine ‌Deeskalation der Spannungen in der Region“, teilte das pakistanische Außenministerium am Samstag mit. Laut dem türkischen Außenminister Hakan Fidan soll ein Mechanismus zur Deeskalation geschaffen werden. Ziel des Treffens seien rasch „umsetzbare Schritte“ zur Beendigung des Krieges, bevor es zu weiteren Zerstörungen in der Region und noch mehr Schäden für die ‌Weltwirtschaft komme, sagte Fidan auf einer Konferenz in Istanbul. Die neue „polyzentrische Ordnung“ der Welt erfordere eine Lösung zum ⁠Schutz wichtiger Energie- und Handelsrouten.

Das Treffen findet vor dem Hintergrund von Versuchen für eine Vermittlung zwischen den USA und ‌dem Iran ‌statt. Pakistan hat sich als ⁠möglicher Verhandlungsort angeboten und der Führung in Teheran bereits einen 15-Punkte-Vorschlag der USA ‌zur Beendigung des Krieges übermittelt. (dpa)

Erneuter Angriff auf iranisches AKW Buschehr

Das Gelände des iranischen Atomkraftwerks Buschehr ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA erneut angegriffen worden. Die UN-Organisation sei von Teheran darüber informiert worden, dass der in Betrieb befindliche Atomreaktor keine Schäden davongetragen habe und keine radioaktive Strahlung freigesetzt worden sei, erklärte die IAEA am Samstag im Onlinedienst X. Laut iranischer Atomenergiebehörde habe es auch keine Verletzten gegeben. Es handele sich um den dritten Angriff auf Buschehr innerhalb von zehn Tagen.

IAEA-Chef Rafael Grossi mahnte an, dass jeglicher Angriff auf den Reaktor einen schweren Atomunfall verursachen könne und forderte „größtmögliche militärische Zurückhaltung“.

Das AKW Buschehr im Südwesten des Iran verfügt über den einzigen in Betrieb befindlichen Atomreaktor des Landes, der nach Angaben der IAEA im Jahr 2011 erstmals ans Stromnetz angeschlossen worden war.

Nach Einschätzung der IAEA ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet. US-Präsident Donald Trump bezeichnete das iranische Atomprogramm als einen der Gründe für den Iran-Krieg. (ap/afp)

Israel attackiert erneut Ziele im Südlibanon

Israel hat beim militärischen Vorgehen gegen die islamistische Hisbollah-Miliz erneut zahlreiche Ziele im Süden des Libanon angegriffen. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtete am Samstag von morgendlichen Luftangriffen auf Städte wie Madschdal Selm, Kafra, Adlun und Tulin. In der Stadt Nabatije seien Wohngebäude, Geschäfte und eine Tankstelle getroffen worden. Die israelischen Streitkräfte sprachen von Angriffen auf die „terroristische Infrastruktur der Hisbollah“ im Libanon.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Soldaten über die Grenze. (afp)

Weitere iranische Angriffe auf Ziele in den Golfstaaten

Auch vier Wochen nach Beginn des Iran-Krieges gehen die Angriffe auf die Golfstaaten weiter. Das Medienbüro der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi meldete, dass in Folge von herabfallenden Raketenteilen mehrere Brände entfacht worden seien. Dabei seien insgesamt sechs Menschen verletzt worden. Die Trümmerteile seien nach dem Abfangen ballistischer Raketen abgestürzt.

Auch im Oman wurde ein Verletzter gemeldet. Zwei Drohnen hätten den Hafen von Salalah im Westen des Landes attackiert, meldet die omanische Nachrichtenagentur ONA. Dabei sei ein ausländischer Arbeiter verletzt worden. Zudem seien geringe Schäden entstanden.

Nach Angaben des saudischen Verteidigungsministeriums wurde in der Nacht eine auf die Region der Hauptstadt Riad gerichtete ballistische Rakete abgefangen und zerstört. Außerdem seien drei Drohnen abgefangen worden.

Im Zuge des Iran-Kriegs greift der Iran immer wieder als Vergeltungsmaßnahme auch in den Golfstaaten an. Sie beherbergen US-Militärbasen. (dpa)

Schwere Schäden nach Drohnenangriff auf Airport von Kuwait

Ein Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait hat zu schweren Schäden geführt. Die amtliche Nachrichtenagentur des Golfstaats berichtete am Samstag unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde, bei dem Angriff sei das Radarsystem des Flughafens beschädigt worden. Menschen seien dagegen nicht zu Schaden gekommen.

Derweil berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP von einer schweren Explosion nahe des internationalen Flughafens von Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Autonomieregion im Irak. Ein Augenzeuge berichtete, Rauch steige auf. In Erbil befindet sich ein großer US-Konsulatskomplex. Auf dem Flughafen der nordirakischen Stadt sind zudem Soldaten der von den USA geführten Anti-Dschihadisten-Koalition stationiert. (afp)

Jemenitische Huthi-Miliz feuert Rakete auf Israel abgefeuert

Zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Kriegs vor einem Monat ist aus dem Jemen eine Rakete auf Israel abgefeuert worden. Die Flugabwehr sei im Einsatz, teilte die israelische Armee am frühen Morgen auf Telegram mit. Die Rakete wurde Medienberichten zufolge erfolgreich abgefangen, Verletzte oder Schäden habe es nicht gegeben.

Im Jemen operiert die vom Iran unterstützte militant-islamistische Huthi-Miliz. Sie hatte die „volle und unerschütterliche Solidarität“ mit Teheran angekündigt. Zuletzt wurde befürchtet, die Miliz werde sich aus dem Jemen in den Iran-Krieg einmischen.

Die Huthi reklamierten den Angriff für sich. Sie hätten eine Salve ballistischer Raketen gegen „sensible militärische Ziele“ in Südisrael gefeuert, meldete der Huthi-nahe TV-Sender Al-Masirah unter Berufung auf einen Sprecher.

Der Raketenangriff sei eine Reaktion auf die fortgesetzte Zerstörung von Infrastruktur im Iran, im Libanon, im Irak und in den palästinensischen Gebieten, teilte die mit dem Iran verbündete Islamisten-Miliz am Samstag mit. Die Angriffe würden fortgesetzt, bis die „Aggression“ an allen Fronten beendet sei.

Die Huthi-Miliz hatte bereits im Gaza-Krieg zur Unterstützung der radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas, die ebenfalls mit dem Iran verbündet ist, Israel mehrfach mit Raketen beschossen und im Roten Meer sowie dem sich südlich anschließenden Golf von Aden immer wieder Handelsschiffe attackiert. Beide Seewege gelten als eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Sie liegen zwischen Nordostafrika und der Arabischen Halbinsel und bilden eine zentrale Verbindung zwischen dem Mittelmeer (über den Suezkanal) und dem Indischen Ozean (über die Meerenge Bab al-Mandab). (rtr/dpa)

Pakistan tritt überraschend als Vermittler auf die Bühne

Im eskalierenden Konflikt nach Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar ist überraschend Pakistan als Vermittler aufgetreten, um Washington und Teheran an den Verhandlungstisch zu bringen. Islamabad wird in Krisenfällen nicht oft gebeten, als diplomatischer Vermittler zu fungieren, wurde dieses Mal aber aus einer Reihe von Gründen aktiv. Denn das Land unterhält sowohl zu den USA als auch zu Iran gute Beziehungen und hat großes Interesse an einer Beilegung des Kriegs.

Nach Angaben pakistanischer Regierungsvertreter gingen den öffentlichen Friedensbemühungen Wochen stiller Diplomatie voraus. Sie erklärten, Islamabad sei bereit, Gespräche zwischen Vertretern der USA und Irans auszurichten.

Pakistans Rolle in Verhandlungen zwischen beiden Seiten wurde erst vor wenigen Tagen im Zuge von Medienberichten bekannt. Regierungsbeamte in Islamabad bestätigten später, dass ein US-Vorschlag an den Iran übermittelt worden sei. Dabei soll es sich um einen 15-Punkte-Plan handeln. Wer auf iranischer Seite bei den indirekten Gesprächen als Kontaktperson fungierte, ist unklar. Iran beharrt darauf, keine solchen Gespräche geführt zu haben, und hat den US-Vorschlag zurückgewiesen. Teheran hat aber bestätigt, mit eigenen Vorschlägen reagiert zu haben.

Nach pakistanischen Angaben werden Mitteilungen der USA an den Iran weitergeleitet und iranische Reaktionen an Washington. Einzelheiten zum Ablauf wurden nicht mitgeteilt. Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar sagte in dieser Woche, auch die Türkei und Ägypten arbeiteten hinter den Kulissen daran, beide Seiten an den Verhandlungstisch zu bringen.

Pakistans Vermittlungsbemühungen trügen möglicherweise zu einer relativen Zurückhaltung in dem Konflikt bei, sagt Abdullah Khan, Geschäftsführer des Pakistanischen Instituts für Konflikt- und Sicherheitsstudien. Er verweist darauf, dass US-Präsident Donald Trump seine Androhung von groß angelegten Angriffen auf die iranische Energieinfrastruktur mit Hinweis auf diplomatische Fortschritte verschoben habe. Die Reaktionen den Irans mit Blick auf US-Interessen am Golf seien zurückhaltend ausgefallen, was möglicherweise darauf abziele, Raum für diplomatische Bemühungen zu wahren.

Frühere Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran wurden vor allem von Ländern im Nahen Osten moderiert, darunter Oman und Katar. Da diese nun selbst unter iranischen Beschuss geraten sind, hat Pakistan diese Rolle übernommen. Beobachtern zufolge verschafft Pakistans geografische Nähe zum Iran als eines seiner Nachbarländer in Verbindung mit seinen langjährigen Beziehungen zu den USA dem Land eine einzigartige Position in einer Zeit, in der die direkte Kommunikation zwischen beiden Seiten weiter eingeschränkt ist.

Islamabad hat gute Arbeitsbeziehungen zu den meisten der aktuellen Konfliktparteien, auch zum Iran. Es unterhält zudem enge strategische Beziehungen zu Golfstaaten, darunter Saudi-Arabien, mit dem es im vergangenen Jahr eine Verteidigungskooperation unterzeichnet hat. Zu Israel unterhält Pakistan allerdings wegen der ungelösten Frage eines palästinensischen Staats keine diplomatischen Beziehungen.

Das Verhältnis zwischen den USA und Pakistan hat sich seit vergangenem Jahr auf diplomatischer und wirtschaftlicher Ebene verbessert. Pakistan trat auch trotz des Widerstands von Islamisten im Land Trumps neugegründetem Friedensrat bei. Am vergangenen Wochenende sprach Trump mit dem pakistanischen Heereschef Asim Munir, den er öffentlich als seinen „Lieblingsfeldmarschall“ bezeichnet hat. Beobachtern zufolge ist Munir ein Akteur, der sowohl zum iranischen als auch zum US-Militär gute Verbindungen unterhält.

Der Konflikt stelle Pakistan vor einige der größten Herausforderungen für Wirtschaft und Energiesicherheit in seiner Geschichte, sagt der in Islamabad ansässige Sicherheitsexperte Syed Mohammad Ali. Das Land beziehe den Großteils seines Öls und Gases aus dem Nahen Osten, und die fünf Millionen Pakistaner, die in der arabischen Welt arbeiten, überwiesen jedes Jahr Geld etwa in Höhe der gesamten Exporteinnahmen des Landes nach Hause.

Der Anstieg der weltweiten Ölpreise infolge des Kriegs hat Pakistan dazu gezwungen, die Kraftstoffpreise um etwa 20 Prozent anzuheben, die Regierung von Premierminister Shehbaz Sharif steht dadurch unter Druck. Der Krieg verschärft die innenpolitischen Spannungen, außerdem hat es Pakistan seit Monaten mit einem Konflikt mit dem Nachbarland Afghanistan zu tun. Islamabad hat die Taliban-Regierung des Landes beschuldigt, militante Gruppen zu dulden, die hinter Anschlägen in Pakistan stehen.

Nach Beginn der US-Angriffe auf den Iran und der Tötung des Obersten geistlichen Führers Ajatollah Ali Chamenei kam es in Pakistan landesweit zu Protesten, Demonstranten lieferten sich in mehreren Städten Zusammenstöße mit Sicherheitskräften. Allein in der Hafenstadt Karachi kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben. Chamenei war eine wichtige Führungspersönlichkeit für Schiiten weltweit.

Zwar tritt Pakistan nur selten als Vermittler auf, doch hat es in der Vergangenheit durchaus schon bei einigen hochkarätigen Gesprächen eine Rolle gespielt. Der damalige Präsident Yahya Khan ermöglichte geheime Kontakte, die 1972 zum historischen China-Besuch von US-Präsident Richard Nixon führten. Dies ebnete den Weg für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Washington und Peking im Jahr 1979.

Seither spielte Pakistan eine Rolle bei weiteren komplexen Regionalkonflikten, vor allem als Gesprächspartner im Rahmen der Genfer Abkommen von 1988, die den Weg für den Rückzug der Sowjets aus Afghanistan bereiteten.

In jüngerer Zeit vermittelte Pakistan Kontakte zwischen den afghanischen Taliban und Washington, die zu Gesprächen in Doha führten. Die gipfelten 2020 in einem Abkommen und ebneten den Weg für den Abzug der von den USA geführten Nato-Truppen sowie die Rückkehr der Taliban an die Macht 2021. (dpa)

Mangel an Dünger als Folge des Krieges

Landwirte in aller Welt bekommen die Folgen des Krieges am Persischen Golf bereits sehr konkret zu spüren. Dass sie mehr Geld für Treibstoff bezahlen müssen, ist für die meisten noch das kleinere Problem. Doch weil Teheran als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA die für die Schifffahrt so wichtige Meerenge von Hormus blockiert, gibt es auch nicht mehr genug Dünger. Deswegen dürften dieses Jahr an vielen Orten die Ernten geringer ausfallen. Gerade in Entwicklungsländern könnte das viele Menschen in existenzielle Not bringen.

Die ärmsten Bauern in der nördlichen Hemisphäre seien von Düngemittel-Importen aus der Golfregion abhängig – und die Verknappung komme gerade jetzt, wo die Pflanzzeit beginne, sagt Carl Skau, stellvertretender Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms. „Im schlechtesten Fall wird dies zu geringeren Erträgen und Ernteausfällen in der bevorstehenden Saison führen. Im günstigsten Fall werden höhere Produktionskosten nächstes Jahr in die Preise für Lebensmittel mit einfließen.“

Laut Baldev Singh, einem 55-jährigen Reisbauern aus dem indischen Bundesstaat Punjab, könnten die meisten Kleinbauern des asiatischen Landes womöglich nicht überleben, falls die Regierung im Juni, wenn die Nachfrage meist einen Höhepunkt erreicht, Düngemittel nicht subventionieren sollte. „Im Moment warten wir ab und hoffen“, sagt er.

Durch die seit Ende Februar weitgehend blockierte Meerenge, die in den Persischen Golf führt, wurden vor Beginn des Krieges etwa ein Fünftel der globalen Öllieferungen und fast ein Drittel des Düngemittelhandels befördert. Besonders betroffen sind die wichtigen Düngemittel-Bestandteile Stickstoff und Phosphor. Der Konflikt habe etwa 30 Prozent der weltweiten Lieferungen des für Ertragssteigerungen in der Landwirtschaft wichtigen Stickstoffdüngers Harnstoff ausgebremst, sagt Chris Lawson von dem Londoner Beratungsunternehmen CRU Group.

Manche Länder hätten schon jetzt mit kritischen Engpässen zu kämpfen, sagt Raj Patel, ein auf Lebensmittel spezialisierter Ökonom von der University of Texas. Ein Beispiel sei Äthiopien, das mehr als 90 Prozent seines Stickstoffdüngers aus der Golfregion beziehe – und das über den Hafen in Dschibuti am Golf von Aden, also über eine Route, auf der es schon vor Beginn des Iran-Kriegs große Probleme gegeben habe. „Die Pflanzzeit ist jetzt“, sagt Patel. „Der Dünger ist nicht da.“

Bei dem für die Förderung des Wurzelwachstums wichtigen Phosphat ist die Lage ebenfalls gravierend. Saudi-Arabien produziere etwa ein Fünftel dieses Düngemittels, die Region stehe zudem für mehr als 40 Prozent des globalen Exports von Schwefel, der als Nebenprodukt bei der Raffination von Erdöl und Erdgas anfalle, sagt Lawson.

Selbst wenn der Krieg bald enden sollte, bräuchten die Produzenten in der Golfregion zunächst klare Sicherheitsgarantien, bevor sie Lieferungen durch die Straße von Hormus wieder aufnehmen könnten, sagt Owen Gooch, Analyst von dem Londoner Marktforschungsunternehmen Argus Consulting Services. Und mit ziemlicher Sicherheit sei mit einem Anstieg der Versicherungskosten zu rechnen.

Düngemittel werden in der Regel unmittelbar vor oder während der Anpflanzung ausgebracht. Selbst wenn die Lieferungen zeitnah wieder anlaufen sollten, könnte es in manchen Regionen also schon zu spät sein – auch in Europa. „Unsere Feldfrüchte benötigen den Stickstoff jetzt – je eher, desto besser“, sagt der Agraringenieur Dirk Peters, der einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Nähe von Berlin führt. In vielen Teilen Asiens beginnt in den kommenden Monaten eine wichtige Pflanzsaison.

Die Preise für Düngemittel lägen aktuell zwar noch unterhalb der Höchstwerte nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, aber damals seien auch die Getreidepreise höher gewesen, was den Landwirten geholfen habe, die Kosten abzufangen, sagt Joseph Glauber vom International Food Policy Research Institute. Wegen der niedrigeren Getreidepreise seien die Gewinnspannen jetzt geringer. Deswegen müssten viele Bauern entweder auf weniger düngemittelintensive Pflanzen wechseln oder eben einfach weniger Dünger einsetzen und geringere Erträge in Kauf nehmen. Das wiederum werde sich auch in höheren Preisen für die Konsumenten widerspiegeln.

Im Osten Afrikas hätten viele Landwirte nach einer Phase mit viel Regen derzeit ein Zeitfenster von etwa einer Woche, in der sie bei trockenem Wetter ihre Felder vorbereiten und Dünger ausbringen könnten, sagt Stephen Muchiri, ein kenianischer Maisbauer und zugleich Leiter der Eastern African Farmers Federation, die etwa 25 Millionen Kleinbauern vertritt. Selbst sehr kurze Verzögerungen beim Einsatz von Dünger könnten die Maiserträge in einer Saison um etwa vier Prozent verringern, sagt der Experte Patel. Das habe sich bei Forschungsarbeiten in Sambia gezeigt.

Regierungen können versuchen, die Lage in den eigenen Ländern durch Subventionen, durch eine Förderung der heimischen Produktion oder durch Exportkontrollen zu entschärfen. Indien etwa hat laut Angaben des in den USA ansässigen Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) 12,7 Milliarden Dollar (etwa 11 Milliarden Euro) allein für Harnstoff-Subventionen in diesem Jahr eingeplant. Damit steht allerdings weniger Geld für langfristige Investitionen in der Landwirtschaft zur Verfügung.

Die Förderung einer heimischen Harnstoff-Produktion habe in Indien derweil zu einer stärkeren Abhängigkeit von Gasimporten geführt, sagt die IEEFA-Expertin Purva Jain. Übermäßiger Einsatz von Harnstoff habe an manchen Orten zudem die Böden geschädigt. Weniger Abhängigkeit von Düngemittel-Importen könne Bauern, aber auch Konsumenten vor Energiepreis-Schwankungen und vor Klimaschocks schützen, sagt Oliver Oliveros von der Organisation Agroecology Coalition, die sich für eine nachhaltigere Landwirtschaft einsetzt. „Dies könnte zu einem Wendepunkt werden.“ (dpa)

Thailand einigt sich mit Iran auf Durchfahrt seiner Öltanker

Thailand hat sich nach Angaben von Regierungschef Anutin Charnvirakul mit dem Iran auf die Durchfahrt seiner Öltankern durch die Straße von Hormus geeinigt. Durch die Einigung werde „thailändischen Öltankern eine sichere Durchfahrt“ ermöglicht, erklärte Charnvirakul am Samstag vor Journalisten in Bangkok. So könne die Sorge über Ölimporte und steigende Treibstoffpreise gemindert werden.

Durch die Straße von Hormus verläuft rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Seit Beginn des Iran-Krieges durch Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar ist die Meerenge durch die iranische Seite de facto weitestgehend gesperrt. Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Viele asiatische Länder, darunter Thailand, sind besonders abhängig von Öl- und Gaslieferungen aus dem Nahen Osten. (afp)

Witkoff rechnet mit baldigen Gesprächen mit Iran

Der Sondergesandte der US-Regierung, Steve Witkoff, rechnet noch in dieser Woche mit Gesprächen mit dem Iran für ein Ende des Kriegs. Dabei erwarte man auch eine Antwort auf einen den Iranern vorliegenden 15-Punkte-Plan der USA, sagte er im US-Bundesstaat Florida.

Der 15-Punkte-Plan der USA für ein Ende des Kriegs sieht Berichten zufolge unter anderem vor, dass der Iran seine Bestände an angereichertem Uran abgeben muss. Teheran hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim seine Antwort auf den Vorschlag bereits vor wenigen Tagen übermittelt. Laut einer „informierten Quelle“ fordert der Iran ein Ende aller Kampfhandlungen an allen Fronten – und damit auch im Libanon oder im Irak.

In welchem Rahmen die von Witkoff erwähnten Gespräche stattfinden sollen, blieb zunächst unklar. Er sagte lediglich: „Wir denken, dass es in dieser Woche Treffen geben wird.“ (dpa)

Deutsche befürchten steigende Lebenshaltungskosten als Kriegsfolge

Neun von zehn Menschen in Deutschland rechnen mit steigenden Lebenshaltungskosten in den kommenden Monaten. Auf deutlich steigende Preise stellt sich immerhin knapp ein Drittel (32,2 Prozent) der 2.028 Erwachsenen ein, die das Marktforschungsinstitut YouGov im März im Auftrag der Postbank befragt hat.

„Viele Menschen erinnern sich noch gut daran, wie stark der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine im Jahr 2022 die Preise getrieben hat“, ordnet Ulrich Stephan ein, Chefanlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört. „Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten zeigen, dass geopolitische Konflikte erneut das Potenzial haben, die Inflation über steigende Energiepreise anzuheizen.“

Auch viele Volkswirte rechnen damit, dass die Teuerungsrate in den nächsten Monaten in Folge deutlich gestiegener Preise für Öl und Gas anziehen wird. Wie stark, hänge von der Dauer des Iran-Krieges ab. Im Februar war die Inflationsrate in Deutschland mit 1,9 Prozent wieder unter die Marke von zwei Prozent gesunken. Eine erste Schätzung für März veröffentlicht das Statistisches Bundesamt an diesem Montag (30.3.).

Je höher die Inflationsrate, umso weniger können sich die Menschen für einen Euro leisten. In der Postbank-Umfrage gibt bereits jetzt jeder Achte (12,8 Prozent) an, kaum noch die laufenden Kosten für das tägliche Leben aufbringen zu können. In Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 2.500 Euro sagt dies sogar fast jeder vierte Befragte (23,5 Prozent).

Schon der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der im Februar 2022 begann, hatte Energie- und Lebensmittelpreise sprunghaft nach oben getrieben. Die Teuerungsrate in Deutschland kletterte im Gesamtjahr 2022 auf durchschnittlich 6,9 Prozent, 2023 waren es immer noch 5,9 Prozent. Viele Preise haben sich dauerhaft erhöht.

Vor allem Preissteigerungen bei Lebensmitteln machen den Menschen der Umfrage zufolge zu schaffen. Gefragt nach ihrer aktuell größten finanziellen Belastung, nennen 69,4 Prozent der Teilnehmer diesen Bereich. Auch Energie (48,7 Prozent) und Mobilität (45,6 Prozent) zählen zu den Kostenblöcken, die die Menschen am häufigsten zu ihren drei größten finanziellen Belastungen zählen.

„Dass inzwischen mehr als jeder Zweite seine finanzielle Situation schlechter bewertet als vor einem Jahr und viele kaum mit Entlastung rechnen, ist auch eine Folge der Inflationsphase von 2022“, sagt Deutsche-Bank-Experte Stephan. „Das Preisniveau stieg damals deutlich und ist für viele bis heute im Alltag spürbar. Neue Krisen verstärken diese Wahrnehmung zusätzlich.“ (dpa)

Explosionen in syrischer Hauptstadt und ihrer Umgebung hörbar

In der syrischen Hauptstadt Damaskus und ihrer Umgebung sind Explosionen zu hören. Dabei handele es sich ‌um Einsätze der israelischen Luftabwehr, die im syrischen Luftraum iranische Raketen abfange, berichtet das Staatsfernsehen. (rtr)

Omid Nouripour sieht Möglichkeiten des Irans noch nicht ausgeschöpft

Einen Monat nach Kriegsbeginn sieht Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour von den Grünen die Möglichkeiten des Irans noch längst nicht ausgeschöpft. „Der Iran hat ja noch gar nicht die volle Eskalationsstufe ausgenutzt“, sagte Nouripour der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Sie könnten zum Beispiel durch ihre Verbündeten im Jemen die Straße von Aden schließen. Das bedeutet, dass nicht nur kein Öl mehr kommt, sondern gar keine Güter mehr aus Ostasien. Damit hätten sie ihren Würgegriff um den Hals der gesamten Weltwirtschaft gelegt.“

Das Rote Meer und der sich südlich anschließende Golf von Aden gelten als eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Sie liegen zwischen Nordostafrika und der Arabischen Halbinsel und bilden eine zentrale Verbindung zwischen dem Mittelmeer und dem Indischen Ozean. Die aus dem Jemen agierende und mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz attackierte dort bereits in der Vergangenheit immer wieder Handelsschiffe, weshalb diese nun von internationalen Streitkräften eskortiert werden. Die EU-Operation „Aspides“ war bereits 2024 gestartet worden.

Nouripour erklärte weiter, die Machthaber im Iran hätten diesen Krieg seit Jahrzehnten vorbereitet. Die USA hingegen hätten weder zu Beginn einen Plan gehabt, noch wüssten sie jetzt, wie sie da wieder rauskommen sollen. Nouripour erklärte zugleich, es gebe keine Anzeichen dafür, dass „das Regime im Kern erschüttert ist“. Er sagte auch: „Und vor allem hat das Regime zunehmend das Gefühl, dass es den Krieg gewinnen kann.“ (dpa)

Trump nennt Straße von Hormus „Straße von Trump“

US-Präsident Donald Trump hat die Straße von Hormus „Straße von Trump“ genannt. Auf einem Kongress in Miami sprach der Republikaner über den Verlauf des Iran-Kriegs und sagte: „Sie müssen die Straße von Trump öffnen – ich meine Hormus.“ Im Publikum wurde daraufhin gelacht.

Trump ergänzte dann: „Entschuldigung – es tut mir so leid. So ein schlimmer Fehler.“ Er schob nach, dass die „Fake News“ berichten würden, dass er es aus Versehen gesagt habe. Er ergänzte: „Bei mir gibt es keine Versehen – zumindest nicht viele.“ Einige Medien kamen anschließend zur Einschätzung, dass er all dies scherzhaft gemeint habe.

Trump kokettierte in der Vergangenheit immer wieder mit der Umbenennung etwa von Institutionen und setzte das zum Teil in die Tat um. So heißt das berühmte Kulturhaus Kennedy Center in Washington inzwischen Trump Kennedy Center. Er verfügte auch die Umbenennung des Golfs von Mexiko in „Golf von Amerika“. (dpa)

Israel attackiert erneut Ziele in Teheran

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran attackiert. Die Angriffe richteten sich gegen „Ziele des iranischen Terrorregimes in ganz Teheran“ und hielten am frühen Samstagmorgen an, erklärte die Armee am Samstag. Ein AFP-Reporter berichtete von einer schwarzen Rauchwolke über der Stadt. Es seien etwa zehn heftige Explosionen im Osten Teherans zu hören gewesen.

Am Freitag waren bereits mehrere Regionen des Irans von erneuten Luftangriffen getroffen worden. (rtr)

Ein Toter nach iranischen Raketenangriffen auf Israel

Bei iranischen Raketenangriffen sind nach israelischen Angaben mindestens ein Mensch getötet und vier weitere verletzt worden. Ein 52-jähriger Mann sei in Tel Aviv seinen schweren Verletzungen erlegen, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom am Freitagabend mit. Zwei weitere Menschen in der Küstenstadt seien leicht verletzt worden. In der südisraelischen Stadt Kuseife seien ebenfalls zwei Menschen verletzt worden.

Zuvor hatte die israelische Armee vor iranischen Raketenangriffen gewarnt, in Jerusalem waren Sirenen zu hören. In Jericho im besetzten Westjordanland gab es Explosionen. Am Ort eines Raketeneinschlags in Tel Aviv waren zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz, eine Hauptstraße wurde teilweise abgesperrt.

Mehrere Raketen seien in Richtung Israel abgefeuert worden, die „Verteidigungssysteme sind im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen“, erklärte die Armee im Onlinedienst Telegram. In den frühen Morgenstunden am Samstag warnte die Armee vor weiteren Angriffen. (afp)

Trump kritisiert Merz für ausbleibende Militärhilfe im Irankrieg

US-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für die ausbleibende Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus kritisiert. Der Republikaner attackierte bei einem Kongress in Miami im US-Bundesstaat Florida erneut zunächst die Nato-Verbündeten Frankreich und Großbritannien – und kam dann auf Deutschland zu sprechen: „Der deutsche Bundeskanzler – das sind alles meine Freunde – Friedrich. Der deutsche Bundeskanzler, er sagte: „Das ist nicht unser Krieg“.“ Trump schob nach, dass dann der Ukraine-Krieg auch nicht der der USA sei.

Bereits am Vortag hatte Trump Deutschland kritisiert. Er habe es als „unangemessen“ empfunden, dass von deutscher Seite geäußert worden sei: „Das ist nicht unser Krieg.“ Trump nannte dabei allerdings keinen konkreten Namen und schrieb die Äußerung der Spitze zu („the head of Germany“). Der Satz stammt ursprünglich von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Merz hatte sich unlängst bei einem Besuch in Norwegen so geäußert: „Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden.“

Der US-Präsident hatte Nato-Verbündete um Hilfe bei der militärischen Absicherung der durch den Iran-Krieg quasi blockierten Schifffahrt durch die Straße von Hormus gebeten. Die Meerenge ist wichtig für den weltweiten Ölhandel. Weil die Nato-Partner der Aufforderung nicht nachkamen, hat er sie wiederholt mit scharfen Worten kritisiert.

Auf Trumps Kritik an Deutschland vom Vortag hatte am Freitag die Bundesregierung zurückhaltend reagiert. „Wir kommentieren jetzt nicht jede Äußerung anderer Staatsoberhäupter und werden auch in diesem Fall diese Äußerung intern bewerten“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. Man stehe im engen Kontakt mit der US-Regierung. „Aber es ist jetzt keine Äußerung, die uns den Schlaf raubt“, fügte er hinzu.

Merz attackierte später Trump für dessen Agieren im Iran-Krieg. „Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang“, sagte Merz auf dem „F.A.Z.-Kongress 2026“. „Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind. Nicht nur für die Betroffenen, sondern für uns alle.“ (dpa)

FBI-Chef wurde Opfer eines Angriffs von Hackern mit Verbindungen zu Iran

Der Direktor der US-Bundespolizeibehörde FBI, Kash Patel, ist Medienberichten zufolge Opfer eines Hackerangriffs geworden. Eine Gruppe mit Verbindungen zum Iran habe den Cyberangriff für sich reklamiert, schrieb unter anderem die „New York Times“. Demnach wurden Fotos und Dokumente von Patels privatem E-Mail-Konto auf einer Webseite mit dem Namen „Handala“ veröffentlicht. Laut New York Times wurde die Seite allerdings von einem russischen Server aus betrieben.

Dem Federal Bureau of Investigation (FBI) sei bekannt, dass Angreifer es auf die persönlichen E-Mail-Daten von Direktor Patel abgesehen hätten, teilte ein Sprecher mit. „Die Informationen sind nicht aktuell und enthalten keine Daten aus der Regierung“, teilte ein Sprecher der Behörde mit. Demnach setzt das Außenministerium eine Belohnung von bis zu zehn Millionen US-Dollar für Hinweise aus, die zur Identifizierung des iranischen „Handala Hack Teams“ führen.

Wie CNN berichtete, stammen die E-Mails aus dem Zeitraum von etwa 2011 bis 2022. Dabei gehe es vor allem um persönlichen und geschäftlichen Mailverkehr. Patel ist seit etwas mehr als einem Jahr Direktor der Sicherheitsbehörde.

Erst vergangene Woche hatte das Justizministerium einen Schlag gegen iranische Hacker verkündet: Mehrere Webseiten, die mit den iranischen Geheimdiensten in Verbindung stehen sollen, wurden demnach gesperrt. Auch in diesem Kontext fiel der Name Handala. Eine Seite mit dem Namen habe in diesem Jahr etwa einen Cyberangriff auf ein Medizintechnikunternehmen mit Sitz in den USA für sich reklamiert. (dpa)

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