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Wetterbilanz 2025Glück im großen Unglück

Jonas Waack

Kommentar von

Jonas Waack

In Deutschland war es 2025 nur sehr, nicht extrem heiß. Inmitten der Klimakrise hat aber auch das Tausende Tote und Milliardenschäden zur Folge.

Es war einfach nur sehr heiß, nicht extrem heiß. Gut dass wir das jetzt wissen Foto: Jan Woitas/zb/dpa

D as vergangene Jahr war nur das achtwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, eine willkommene Erholung nach dem Rekordjahr 2024. Aber was „willkommene Erholung“ in Zeiten des Klimawandels bedeutet, zeigt die Jahresbilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ebenfalls: 150 Prozent mehr Tage über 35 Grad, 50 Prozent mehr über 30 Grad. Und das bei nur zwei relativ kurzen Hitzewellen, die aber laut DWD ungewöhnlicherweise das ganze Land heimsuchten – Ende Juni bis Anfang Juli und Mitte August.

Ein entspanntes Jahr während der eskalierenden Erderhitzung bedeutet also: laut Robert-Koch-Institut 1.200 bis 3.700 überwiegend ältere Hitzetote, laut Versicherungslobby 2,6 Milliarden Euro Schäden durch Naturkatastrophen, ein tödliches Zugunglück nach Starkregen. In Europa verbrannte zudem so viel Wald wie noch nie seit Beginn der Messungen.

Die Land­wir­t*in­nen hatten im vergangenen Jahr derweil Glück. Nach einem der trockensten je gemessenen Frühjahre regnete es im Juli ungewöhnlich viel. Dem DWD zufolge verhinderte das „erhebliche Schäden bei der Landwirtschaft“.

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Nichts davon lässt sich allein auf den Klimawandel schieben, aber Hitze, die meisten Naturkatastrophen, Trockenheit, Waldbrände und Erdrutsche werden mit der anhaltenden Erwärmung des Planeten häufiger. Aufhalten lässt sich das nur, wenn wir schnellstmöglich aufhören, Kohle, Öl und Gas zu verbrennen, Wälder zu roden und Moore trockenzulegen. Aufhalten bedeutet aber: Es wird nicht viel schlimmer, als es schon ist. In Deutschland ist es bereits heute 2,5 Grad heißer als vor Beginn der Industrialisierung, der Trend geht aufwärts – noch drücken wir das CO2-Gaspedal durch.

Wie schnell sich das Klima stabilisiert, wenn wir weltweit nur noch so viel CO2 ausstoßen, wie auch gebunden wird, wissen wir übrigens gar nicht so genau. Es könnte dann noch etwas wärmer oder sogar kälter werden. Ganz abgesehen von den Kipppunkten, denen wir uns mit rasender Geschwindigkeit nähern. Umso wahnsinniger ist es, dass wir seit Jahren die physikalischen Grenzen des Planeten derart überstrapazieren.

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Jonas Waack
Klima-Redakteur
Jahrgang 1999, zuständig für Klima-Themen im Ressort Wirtschaft und Umwelt. Stadtkind aus Mecklenburg, möchte auch sonst Widersprüche vereinbaren. Bittet um Warnung per Mail, falls er zu sehr wie ein Hippie klingt.
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1 Kommentar

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  • Wahrscheinlich ist nichts an dem Kommentar falsch.



    Aber irgendwie auch nichts Neues. Gab es einen Anlass für den Kommentar? Ansonsten hat man das Gefühl die Bilanz für 2025 schon x-Mal gelesen zu haben. Also, warum? Abgesehen davon, das TAZlesende vermutlich in der Regel eh der Aussicht zustimmen.

    Höhlt steter Tropfen den Verbrenner?



    Oder führt steter Tropfen zur Ermüdung?



    Irritierend ist allerdings immer, wenn erst der Bezug auf D aufgebaut wird, dann aber, wahrscheinlich mangels hiesiger Katastrophe, schnell der Blick auf Europas Waldbrände gelenkt wird, um dann wieder die hiesige Landwirtschaft in Visier zu nehmen.

    Und dann geht es ums Wir. "...wir das CO2-Gaspedal durch". Wir machen zu wenig. Aber wir steigern nicht. Das D-Wir oder das Welt-Wir? Also doch das Motto, "I want you to panic"?