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Fallschirmjäger-SkandalBundeswehr nennt Zahlen

Die Bundeswehr geht von 59 Beschuldigten aus. Diese sollen in sexuelle Übergriffe, Rechtsextremismus und Drogenmissbrauch verwickelt sein.

Eine übler Haufen mit Drogen, rechtsextremen Ansichten und sexuellen Übergriffen – Fallschirmjäger der Bundeswehr in Zweibrücken Foto: Björn Trotzki/imago

afp | Im Skandal um sexuelle Übergriffe, Rechtsextremismus und Drogenmissbrauch bei einer Fallschirmjäger-Einheit im rheinland-pfälzischen Zweibrücken sind neue Zahlen zu personellen Konsequenzen bekannt geworden.

Die Bundeswehr gehe von 59 Beschuldigten aus, berichtete am Donnerstag das ARD-Hauptstadtstudio unter Berufung auf einen Sprecher des Heeres. Von 21 beantragten Entlassungsverfahren seien mittlerweile 16 vollzogen worden, die übrigen seien in Bearbeitung. 19 Fälle habe das Heer an die zuständige Staatsanwaltschaft abgegeben. In 18 Fällen seien Disziplinarmaßnahmen verhängt worden.

Die Vorfälle in Zweibrücken waren Ende Dezember durch Meldungen von Soldatinnen des Fallschirmjägerregiments 26 in Zweibrücken beim Bundestags-Wehrbeauftragten bekannt geworden. Nach Angaben des Heers handelte es sich um sexualisiertes Fehlverhalten, extremistische Verhaltensweisen und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Ein vorläufiger Abschlussbericht des Heeres ist in Arbeit. „Wir nehmen die Vorwürfe gegen Angehörige des Fallschirmjägerregiments 26 weiterhin sehr ernst“, zitierte das ARD-Hauptstadtstudio den Heeres-Sprecher.

Führungskultur soll sich verändern

In dieser Woche besuchte Heereschef Christian Freuding das Fallschirmjägerregiment, um sich vor Ort mit den Kommandeuren auszutauschen. Im Laufe des Monats wird es laut Verteidigungsministerium erneut ein Treffen geben, bei dem das weitere Vorgehen besprochen werden soll.

Abgesehen von den personellen Konsequenzen zog die Bundeswehr auch organisatorisch erste Lehren aus dem Skandal. So wurde die Dienstaufsicht verstärkt mit dem Ziel, einen Wandel in der Führungskultur herbeizuführen.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte die Vorgänge in Zweibrücken verurteilt. „Vorfälle wie diese sind nicht akzeptabel und werden nicht hingenommen“, sagte Pistorius Anfang des Monats bei einem Besuch der Bundeswehr in Koblenz. Er nannte die Vorfälle in Zweibrücken „zutiefst schockierend“. Pistorius betonte: „Wir gehen jedem Fall konsequent nach“ und „jeder Fall, der sich erhärtet, führt zu entsprechend harten Konsequenzen“.

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