live +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Gespräche zwischen USA und Iran angekündigt
Trump setzt die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aus. Die Straße von Hormus soll öffnen. Am Freitag könnten der Iran und die USA in Pakistan verhandeln.
Israel auch nach Waffenruhe-Verkündung unter Beschuss
Auch nach der Verkündung einer Waffenruhe durch die USA und den Iran ist Israel in der Nacht weiter unter Raketenbeschuss geraten. Aus den Städten Petach Tikva und Bnei Brak gebe es Berichte über Einschläge, meldete die israelische Nachrichtenseite „ynet“. Kurz darauf heulten im Zentrum und Süden des Landes erneut die Sirenen. Bewohner berichteten von heftigen Explosionen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die israelische Armee auf Telegram mit. (dpa)
Mindestens acht Tote bei israelischem Angriff im Südlibanon
Bei einem israelischen Angriff in Sidon im Süden des Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens acht Menschen getötet worden. „Nach einer vorläufigen Bilanz“ seien 22 weitere Menschen dabei verletzt worden, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP vor Ort sah Flammen aus einem Café aufsteigen und Glasscherben auf der Straße davor.
Feuerwehrleute kämpften gegen den Brand an der Uferpromenade der Küstenstadt an, wie der AFP-Fotograf beobachtete. In der Nähe geparkte Autos wurden bei dem Angriff ebenfalls beschädigt. Ein Sanitäter sagte AFP, Rettungskräfte hätten mindestens sechs Verletzte vom Ort des Geschehens abtransportiert.
Der Angriff ereignete sich kurz bevor Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif erklärte, eine zweiwöchige Feuerpause zwischen den USA und dem Iran schließe die Verbündeten der USA ein und gelte „überall, einschließlich des Libanon und anderswo“. (afp)
Staatsmedien: Irans Militär soll Angriffe einstellen
Irans oberster Führer hat im staatlichen Nachrichtensender IRIB bekannt gegeben, dass das Militär angewiesen wurde, das Feuer einzustellen. Dieser Befehl kam ungefähr zwei Stunden nach der Ankündigung der USA, dass eine Waffenrufe vereinbart wurde. „Dies ist nicht das Ende des Krieges, aber alle militärischen Teilstreitkräfte sollten dem Befehl des Obersten Führers folgen und das Feuer einstellen“, heißt es weiter in der Erklärung. (taz)
Pentagon kündigt Pressekonferenz mit Hegseth an
Das Pentagon hat kurzfristig eine Pressekonferenz mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine am heutigen Mittwoch angekündigt. Die beiden wollen um 8.00 Uhr (Ortszeit, 14.00 Uhr MESZ) vor die Presse treten. (dpa)
Waffenstillstand auch mit dem Libanon
Der Waffenstillstand umfasst auch den Libanon, erklärte Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif. „Mit größter Demut freue ich mich, bekannt geben zu können, dass die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten von Amerika zusammen mit ihren Verbündeten einem sofortigen Waffenstillstand überall, einschließlich im Libanon und anderswo, zugestimmt haben – mit sofortiger“, hieß es in einer Erklärung des pakistanischen Premiers.
Sharif lud Delegationen aus dem Iran und den USA für weitere Gespräche am Freitag in die pakistanische Hauptstadt Islamabad ein, wo Vertreter aus Washington und Teheran ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Konflikts aushandeln sollen. Beide Seiten hätten in den Gesprächen „bemerkenswerte Weisheit und Verständnis“ bewiesen und sich konstruktiv für Frieden und Stabilität eingesetzt. (dpa/taz)
Gespräche zwischen USA und Iran angekündigt
Der Nationale Sicherheitsrat Irans kündigt Gespräche mit den USA ab Freitag in Pakistan an. „Wir sprechen über persönliche Verhandlungen, aber nichts ist endgültig, solange es nicht vom Präsidenten oder dem Weißen Haus angekündigt wird“, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, gegenüber CNN.
Das Treffen könnte in Islamabad stattfinden, unter Beteiligung pakistanischer Vermittler. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff, sein Schwiegersohn Jared Kushner sowie Vizepräsident JD Vance werden teilnehmen, insofern die Gespräche stattfinden. (dpa/taz)
Iran: „Sichere Passage wird möglich sein“
Im offiziellen Statement des iranischen Außenministers Seyed Abbas Araghchi, das unter anderem von US-Präsident Trump in Sozialen Medien geteilt wurde, heißt es: „Als Reaktion auf die brüderliche Bitte von Premierminister Sharif (dem Premier Pakistans, anm. d. Red.) sowie unter Berücksichtigung der Bitte der Vereinigten Staaten um Verhandlungen auf Grundlage ihres 15-Punkte-Vorschlags und der Ankündigung des US-Präsidenten über die Akzeptanz des allgemeinen Rahmens von Irans 10-Punkte-Vorschlag als Verhandlungsbasis erkläre ich hiermit im Namen des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans: Sollten die Angriffe gegen Iran eingestellt werden, werden unsere mächtigen Streitkräfte ihre defensiven Operationen einstellen. Für einen Zeitraum von zwei Wochen wird eine sichere Passage durch die Straße von Hormus durch Koordination mit den Streitkräften Irans und unter angemessener Berücksichtigung technischer Einschränkungen möglich sein“. (taz)
USA pausiert Angriffe
CNN berichtet, dass das US-Militär seine Angriffe auf den Iran vorerst pausiert. (taz)
Iran wird Öffnung der Straße von Hormus koordinieren
Der Nationale Sicherheitsrat Irans veröffentlichte eine Erklärung, in der dargelegt wird, dass Irans 10-Punkte-Plan unter anderem eine „regulierte Durchfahrt durch die Straße von Hormus unter Koordination der Streitkräfte Irans“ vorsieht. Dies würde dem Land laut der Erklärung eine „einzigartige wirtschaftliche und geopolitische Stellung“ verschaffen.
Der iranische Außenminister Seyed Abbas Aragachi erklärte, dass während der zwei Wochen eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus „durch Koordination mit den Streitkräften Irans (…) möglich sein wird“. (taz)
Ölpreis gibt nach
Nach der Ankündigung eines zweiwöchigen Waffenstillstands ist der Ölpreis deutlich eingebrochen. Marktberichte zeigen einen Rückgang von rund 10 Prozent. (taz)
Iran: „Haben USA gezwungen, unseren Plan anzunehmen“
Der Oberste Nationale Sicherheitsrat behauptet, dass Iran einen großen Sieg errungen habe und die Vereinigten Staaten gezwungen habe, seinen 10-Punkte-Plan zu akzeptieren. (taz)
CNN: Israel hat zweiwöchiger Pause auch zugestimmt
Israel hat sich ebenfalls bereit erklärt, die Angriffe auszusetzen, während die Verhandlungen fortgesetzt werden, sagte ein hochrangiger Beamter dem US-Medium CNN. (taz)
Bedingung: „Sofortige und sichere Öffnung“ der Staße von Hormus
„Basierend auf Gesprächen mit Premierminister Shehbaz Sharif und Feldmarschall Asim Munir aus Pakistan, in denen sie mich gebeten haben, die heute Nacht gegen Iran entsandte zerstörerische Gewalt zurückzuhalten, und unter der Voraussetzung, dass die Islamische Republik Iran der vollständigen, sofortigen und sicheren Öffnung der Straße von Hormus zustimmt, erkläre ich mich bereit, die Bombardierung und den Angriff auf Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen. Dies wird ein beidseitiger Waffenstillstand sein“, schreibt US-Präsident Trump auf seiner Plattform „Truth Social“ – weniger als anderthalb Stunden vor Ablauf seines Ultimatums gegen den Iran.
Weiter behauptet er in seinem Post, dass die USA „alle militärischen Ziele erreicht und sogar übertroffen haben und bei einem endgültigen Abkommen über einen langfristigen Frieden mit Iran sowie Friden im Nahen Osten sehr weit fortgeschritten sind“. Trump schreibt weiter: „Wir haben einen 10-Punkte-Vorschlag aus Iran erhalten und glauben, dass er eine praktikable Grundlage für Verhandlungen darstellt. Fast alle der verschiedenen Streitpunkte der Vergangenheit wurden bereits zwischen den Vereinigten Staaten und Iran geklärt, doch ein Zeitraum von zwei Wochen wird es ermöglichen, das Abkommen abzuschließen und umzusetzen.“
Er schließt seine Ankündigung mit der Aussage ab, dass dieses „langfristige Problem kurz vor der Lösung steht“. (taz)
Israel meldet neue Raketenangriffe aus dem Iran
Wenige Minuten nach der Verkündung eines zweiwöchigen Aufschubs der US-Angriffe auf iranische Infrastruktur durch US-Präsident Donald Trump hat die israelische Armee neue Raketenangriffe aus dem Iran gemeldet. Die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz, erklärte die Armee am Mittwochmorgen im Onlinedienst Telegram. In Jerusalem und in Jericho im von Israel besetzten Westjordanland waren Journalisten der Nachrichtenagentur AFP zufolge Explosionen zu hören.
Kurz zuvor hatte Trump sich in seinem Onlinedienst Truth Social bereiterklärt, die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen. Er „stimme zu, die Bombardierung und den Angriff auf den Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen“, wenn der Iran die Straße von Hormus vollständig wieder öffne. „Dies wird eine beidseitige Waffenruhe sein“, schrieb er. (afp)
Trump setzt Angriffe für zwei Wochen aus
US-Präsident Donald Trump setzt die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aus. Er habe zugestimmt, „die Bombardierung und den Angriff auf den Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen“, sagt Trump. Er sei nach eigenen Angaben bereit, zwei Wochen lang auf Bombardierungen und Angriffe auf den Iran zu verzichten, wenn dieser die wichtige Straße von Hormus öffnet. Dabei werde es sich um eine beidseitige Waffenruhe handeln, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. (dpa/rtr)
30 Länder beraten in UK über Straße von Hormus
Militärstrategen aus mehr als 30 Ländern haben in Großbritannien über eine Öffnung der Straße von Hormus nach einem möglichen Waffenstillstand im Iran-Krieg beraten. Die virtuelle Konferenz habe sich mit „geeigneten Maßnahmen“ befasst, um die Meerenge nach Beendigung der Kampfhandlungen „zugänglich und sicher“ zu machen, erklärte das britische Verteidigungsministerium am Dienstag. Vergangene Woche hatte die britische Regierung bereits ein diplomatisches Treffen mit rund 40 Ländern zu der strategisch wichtigen Schifffahrtsroute abgehalten.
Ziel der Beratungen sei es, den „diplomatischen Konsens zur Straße von Hormus in konkrete militärische Planungen“ zu übersetzen, erklärte das britische Verteidigungsministerium weiter. „Zu gegebener Zeit“ werde eine weitere militärische Planungskonferenz stattfinden. (afp)
Irans Vizepräsident: Teheran für „alle Szenarien“ vorbereitet
Angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump ist der Iran nach den Worten des iranischen Vizepräsidenten Mohammed Resa Aref für „alle Szenarien“ vorbereitet. „Die Regierung hat die notwendigen Maßnahmen für alle Szenarien bis ins Detail ausgearbeitet“, erklärte Aref am Dienstag im Onlinedienst X. „Keine Drohung übersteigt unsere Bereitschaft und unsere Geheimdienstfähigkeiten“, fügte er hinzu. Die Äußerungen Arefs erfolgten wenige Stunden vor Ablauf eines Ultimatums des US-Präsidenten an den Iran. (afp)
Iranische Justiz ruft zu „beschleunigten“ Todesurteilen auf
Der Chef der iranischen Justiz hat die Gerichte des Landes dazu aufgerufen, schneller Todesstrafen im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die USA und Israel zu verhängen. „Sie müssen die Verhängung von Todesstrafen und die Beschlagnahmung von Besitztümern beschleunigen“, sagte Gholam Hossein Mohseni Ejei am Dienstag während einer im Fernsehen übertragenen Versammlung von ranghohen Justizverantwortlichen.
Es sei „notwendig, weiterhin und mit größerer Schnelligkeit Urteile gegen Elemente und Agenten des feindlichen Aggressors zu fällen,“ fügte er mit Hinblick auf die Gesetzgebung zur Spionage hinzu.
Seit Beginn des Krieges Ende Februar wurden sieben Menschen gehängt. Sie waren im Zusammenhang mit den gewaltsam unterdrückten Anti-Regierungsprotesten im Januar verurteilt worden. Sechs von ihnen war die Zugehörigkeit zu der verbotenen Oppositionsgruppe Volksmudschaheddin vorgeworfen worden, einem iranisch-schwedischen Doppelstaatsbürger Spionage für Israel und die USA. (afp)
Irans größter Aluminiumproduzent angegriffen
Das US-Medium CNN berichtet, dass der größte Aluminiumproduzent des Irans sowie der größte petrochemischen Komplex angegriffen wurden und beruft sich dabei auf iranische Staatsmedien. Der Angriff auf den Fajr-Petrochemiekomplex in der Stadt Mahshahr traf laut Angaben des stellvertretenden Sicherheitsgouverneurs der Provinz Khuzestan eine eine Anlage der Amirkabir Petrochemical Company. Der Angriff auf das Aluminiumwerk in Arak soll laut iranischen Staatsmedien einen Großbrand ausgelöst haben. (taz)
Katar: Vier Verletzte nach iranischem Raketenbeschuss
Das Innenministerium von Katar teilt mit, vier Menschen, darunter ein Kind, seien nach einem iranischen Raketenbeschuss verletzt wurden. Die iranischen Raketen seien abgefangen worden, es seien aber Trümmer auf ein Haus im Gebiet Muraikh gefallen. (rtr)
Papst und UN schockiert von Trump-Aussagen
Die Vernichtungsandrohung von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran hat international starken Widerspruch ausgelöst. Sowohl Papst Leo XIV. als auch die UN verurteilten die Äußerungen des US-Präsidenten.
Leo XIV. bezeichnete die Drohung als „nicht akzeptabel“. Die Androhung weitreichender Vernichtung der Infrastruktur sei nicht nur ein Verstoß gegen das Völkerrecht, sondern zeige auch „Hass und den Willen zur Zerstörung“. Dem sollten die Menschen den Einsatz für Frieden entgegensetzen, sagte der Papst am Dienstagabend vor Journalisten in seiner Residenz in Castel Gandolfo.
Leo rief die Menschen in allen betroffenen Ländern auf, sich an ihre Regierungen und „an ihre Kongressabgeordneten zu wenden und ihnen zu sagen, sie sollten den Krieg ablehnen“. Nach Meinung vieler sei dieser Krieg ein ungerechter Krieg, und nun eskaliere er immer weiter. In diesem Kontext ging der Papst auch auf die weltweite Wirtschaftskrise in Folge des Irankriegs ein und sagte, dieser Krieg löse keine Probleme. Vielmehr führe er zu einer äußerst instabilen Lage im Nahen Osten und provoziere immer mehr Hass weltweit. (kna)
Pakistan: Verhandlungen könnten bald zu Ergebnissen kommen
Die Friedensverhandlungen im Iran-Krieg machen nach Angaben des Vermittlers Pakistan Fortschritte. Die diplomatischen Bemühungen schritten „stetig, entschlossen und kraftvoll voran und könnten in naher Zukunft zu substanziellen Ergebnissen führen“, teilte der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif auf X mit. Er bitte daher US-Präsident Donald Trump eindringlich darum, sein Ultimatum um zwei Wochen zu verlängern. (dpa)
Ausgangssperre in Kuwait
Angesichts der drastischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem Iran und Gegendrohungen aus Teheran ergreifen mehrere Golfstaaten präventive Schutzmaßnahmen. Das kuwaitische Innenministerium empfahl Bürgern am Dienstag, von Mitternacht bis Mittwochmorgen zu Hause zu bleiben. Nur in „absolut dringenden Fällen“ sollten Menschen nach draußen gehen, hieß es in einer Erklärung im Onlinedienst X.
Im Golfstaat Bahrain stellte der größte Hafen vorsorglich seine Arbeit ein. „Wir passen unseren Betrieb kontinuierlich den Umständen an“, teilte der Betreiber APM Terminals Bahrain der Nachrichtenagentur AFP mit. Schon in den vergangenen Wochen sei der Betrieb zeitweise unterbrochen gewesen. (afp)
Pakistan drängt Trump zu zweiwöchigem Fristaufschub
Kurz vor Ablauf des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an den Iran hat der Vermittler Pakistan zu einem erneuten Aufschub gedrängt. Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif bat Trump am Dienstag im Onlinedienst X, „die Frist um zwei Wochen zu verlängern“, um den Verhandlungen eine Chance zu geben. Derweil solle der Iran als Zeichen des guten Willens für zwei Wochen die Straße von Hormus öffnen.
Der pakistanische Regierungschef rief alle Kriegsparteien überdies zu einer zweiwöchigen Waffenruhe auf. Diese solle es den Unterhändlern ermöglichen, „den Krieg mit einem endgültigen Ergebnis zu beenden – im Interesse eines langfristigen Friedens und einer langfristigen Stabilität in der Region“.
Das Weiße Haus erklärte dazu, Trump prüfe den Vorschlag. Ursprünglich hatte Pakistan nach US-Medienberichten eine Waffenruhe von 45 Tagen ins Gespräch gebracht. Der US-Präsident hatte dies als „wichtigen Schritt“ bezeichnet, der allerdings nicht ausreiche.
Sharif schrieb weiter, die diplomatischen Bemühungen schritten voran. Er äußerte die Hoffnung, dass sie „in naher Zukunft zu substanziellen Ergebnissen führen“ könnten. Der pakistanische Regierungschef spielt eine zentrale Rolle bei den Bemühungen zur Beilegung des Iran-Krieges.
Trump hatte der Führung in Teheran mit massiven völkerrechtswidrigen Angriffen auf Brücken und Kraftwerke gedroht, sollte der Iran nicht die Straße von Hormus öffnen, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Kurz vor Ablauf der Frist um 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (Mittwochfrüh 02.00 Uhr MESZ) legte Trump am Dienstag nach und drohte dem Iran mit der Auslöschung: „Eine ganze Zivilisation wird heute sterben und nie mehr zurückkehren“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Trump hatte sein Ultimatum an den Iran ursprünglich bereits am 21. März gestellt. Danach verlängerte er es aber mehrfach. Zu den Bedingungen machte er widersprüchliche Angaben. Neben der Öffnung der Straße von Hormus verlangte er, der Iran müsse sich zur Aufgabe seines Atomprogramms verpflichten. (afp/taz)
Russland und China stimmen gegen UN-Resolution zur Öffnung der Straße von Hormus
China und Russland haben ihr Veto gegen eine UN-Sicherheitsratsresolution für eine Wiederöffnung der Meerenge von Hormus eingelegt. Vor der Abstimmung am Dienstag war der Text der Resolution bereits mehrfach entschärft worden, in der Hoffnung, dass sich die beiden Vetomächte der Stimme enthalten würden. Am Ende gab es neben den beiden entscheidenden Nein-Stimmen Chinas und Russlands elf Voten für den Text und zwei Enthaltungen.
Der Iran hat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar die Straße von Hormus praktisch blockiert, durch die etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Rohöls verschifft wird, aber auch große Mengen verflüssigtes Erdgas und Düngemittel. Das trifft insbesondere asiatische Staaten, die den Großteil ihres Treibstoffs aus der Golfregion importieren. Inzwischen lässt der Iran zwar wieder einige Schiffe durchfahren, beansprucht aber die Kontrolle bei der Auswahl der Schiffe und ihrer Ladung. Außerdem betont Teheran, für Feinde des Landes und deren Verbündete sei die Meerenge geschlossen.
Der ursprüngliche Resolutionsentwurf Bahrains hatte die Staaten ermächtigt, „alle notwendigen Mittel“ zu ergreifen, um die Blockade der Straße von Hormus zu beenden – eine Formulierung, die militärische Schritte einschließen würde. Nachdem Russland, China und Frankreich sich gegen den Einsatz von Gewalt aussprachen, war in einem weiteren Entwurf nur noch von „allen notwendigen defensiven Mitteln“ die Rede.
Die jetzt schließlich abgelehnte Version ermutigte „die Staaten, die an der Nutzung der kommerziellen Seewege in der Straße von Hormus interessiert sind, nachdrücklich, defensive Bemühungen zu koordinieren, die den Umständen angemessen sind, um zur Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus beizutragen“. Dies solle auch die Eskortierung von Handelsschiffen einschließen und Versuche abwehren, die internationale Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu blockieren oder zu stören. (ap)
Mehrere Demokraten fordern Trumps Amtsenthebung
Mehrere Demokraten fordern angesichts der harschen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem Iran, den Republikaber seines Amtes zu entheben. Bis zum frühen Nachmittag (Ortszeit) waren es nach Recherchen des „Wall Street Journal“ mehr als zwei Dutzend Kongressmitglieder.
Entsprechende Forderungen von Demokraten erreichten laut dem Nachrichtenportal „Axios“ ihren Höhepunkt, nachdem Trump dem Iran Stunden vor Ende seines Ultimatums noch einmal auf besonders drastische Weise gedroht hatte: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Neben einem regulären Amtsenthebungsverfahren im Kongress gibt es theoretisch noch einen schnelleren Weg, um Trump seine Präsidentschaft zu entziehen, auf den mehrere Demokraten nun explizit Bezug nehmen: den Zusatzartikel 25 der Verfassung. Dieser erlaubt es in Abschnitt vier, den Präsidenten für unfähig zu erklären, „die Rechte und Pflichten des Amtes auszuüben“.
Der Abschnitt wurde allerdings noch nie angewandt – die Hürden dafür sind sehr hoch. JD Vance als Vizepräsident und eine Mehrheit der wichtigsten Kabinettsmitglieder müssten eine entsprechende Erklärung schriftlich an die Vorsitzenden des Senats und des Repräsentantenhauses übermitteln. Trump könnte als Präsident aber widersprechen.
Vance und die entsprechenden Minister könnten ihn anschließend überstimmen. Danach wäre der Kongress am Zug – und bis zu einer Entscheidung des Parlaments wäre der Vizepräsident amtierender Präsident. Der Kongress hätte 21 Tage Zeit, um abzustimmen. Für eine Amtsenthebung des Präsidenten müssten in beiden Kammern jeweils Zweidrittelmehrheiten zusammenkommen.
Demokraten wären also auf eine größere Unterstützung von Republikanern im Kongress angewiesen – sowie in Trumps eigenem Kabinett. Öffentliche Anzeichen dafür, dass sich diese formieren könnte, gab es zunächst nicht. Trump setzte bei der Zusammenstellung seines Kabinetts auf treue Gefolgsleute. (dpa)
USA melden iranischen Hackerangriff
Hacker mit Verbindungen zum Iran führen laut der US-Behörde für IT-Sicherheit Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur der Vereinigten Staaten durch. Die Gruppen griffen gezielt Industrieanlagen an, die über das Internet erreichbar seien, teilte die zuständige Behörde CISA mit. Demnach sind unter anderem Regierungsbehörden sowie Anlagen der Wasserversorgung und des Energiesektors betroffen.
In der Folge würden auf Bedienoberflächen häufig falsche Daten angezeigt. Es komme zu Störungen und finanziellen Schäden. Nähere Angaben zum Ausmaß waren zunächst nicht bekannt.
Erst vor anderthalb Wochen war der Direktor der US-Bundespolizeibehörde FBI, Kash Patel, Medienberichten zufolge Opfer eines Hackerangriffs geworden. Eine Gruppe mit Verbindungen zum Iran habe den Cyberangriff für sich reklamiert, schrieb unter anderem die „New York Times“. Das US-Außenministerium setzte eine Belohnung von bis zu zehn Millionen US-Dollar für Hinweise aus, die zur Identifizierung des iranischen Hackerteams führen. (dpa)
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