+++ Nachrichten im Irankrieg +++: Einige Schiffe passieren Straße von Hormus
Sechs Schiffe haben in den letzten 24 Stunden die Straße von Hormus durchquert. Deutschland nimmt ihre Gespräche mit der Regierung Irans wieder auf.
Merz nimmt Gespräche mit Iran wieder auf
Nach der vereinbarten Waffenruhe in Nahost nimmt die Bundesregierung ihre Gespräche mit der Regierung im Iran wieder auf. Ziel sei es, damit einen Beitrag zum Erfolg der anstehenden Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein Ende des Krieges in der Region zu leisten, sagte Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag in Berlin. Er betonte, es öffne sich jetzt „ein Zeitfenster für eine Verhandlungslösung“, die Lage sei aber noch „fragil“. (afp)
Merz kritisiert Israels Militärschläge im Libanon
Kanzler Friedrich Merz kritisiert die israelische Kriegsführung im Libanon. Man sehe die Lage in der gesamten Region mit großer Besorgnis, sagte der CDU-Politiker – aber mit besonderer Besorgnis die Lage im Süden des Libanon.
„Die Härte, mit der Israel dort Krieg führt, könnte den Friedensprozess als Ganzes zum Scheitern bringen. Und das darf nicht geschehen“, betonte Merz. „Deswegen habe ich gestern auch mit weiteren Staats- und Regierungschefs die israelische Regierung gebeten, ihre nochmals verschärften Angriffe zu beenden.“
Israel hatte trotz der Feuerpause im Iran-Krieg am Mittwoch in seiner Auseinandersetzung mit der Hisbollah-Miliz zahlreiche Ziele im Libanon bombardiert, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens 182 Menschen getötet.
Anders als der Iran sehen Israel und die USA den Libanon nicht in der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe inbegriffen. Der Iran erwägt angesichts des Großangriffs auf die verbündete Hisbollah nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars aus der Feuerpause auszusteigen. (dpa)
Einige Schiffe passierten Straße von Hormus
Ein Tanker für Ölprodukte und fünf verschiedene Massengutfrachter haben in den letzten 24 Stunden die Straße von Hormus durchquert, wie aus einer Auswertung von Daten von Schiffsverfolgungsdiensten hervorgeht. Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge ist praktisch zum Erliegen gekommen: Seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran am 28. Februar gab es kaum Bewegung, und laut Daten von Kpler, Lloyd’s List Intelligence und Signal Ocean passierten durchschnittlich nur wenige Schiffe pro Tag die Meerenge. Vor dem 28. Februar fuhren laut Marktschätzungen durchschnittlich 140 Schiffe täglich durch die Meerenge. (rtr)
Iran besteht weiter auf Urananreicherung
Der Iran besteht nach Angaben seines Atomchefs in möglichen Friedensgesprächen mit den USA weiter auf das Recht der Urananreicherung. Am Rande einer Gedenkfeier für den getöteten Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei wies Atomchef Mohammed Eslami die Forderung zurück, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete. „Das sind ihre Wünsche, und diese Wünsche werden zu Grabe getragen“, sagte er mit Blick auf die USA.
Bereits vor dem Krieg hatten Vertreter aus Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt. US-Präsident Donald Trump will verhindern, dass der Iran eine Atombombe bauen kann. Teheran weist zurück, solche Pläne zu verfolgen. Über die Jahre hat die Islamische Republik ein nationales Nuklearprogramm aufgebaut und reichert auch Uran selbst an. (dpa)
Mehr als 3000 Tote im Iran während des Krieges
Mehr als 3000 Menschen sind dem Leiter der iranischen Gerichtsmedizin zufolge während des am 28. Februar begonnenen Krieges im Iran ums Leben gekommen. 40 Prozent davon mussten anhand von forensischen Untersuchungen identifiziert werden, wie er staatlichen Medien sagt. Erst dann hätten sie ihren Familien übergeben werden können. (rtr)
Luftraumwarnung für Nahost und Golfregion
Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat ihre Warnung für den Luftraum über dem Nahen Osten und der Golfregion verlängert. Die Empfehlung, diese Lufträume zu meiden, gelte nun bis zum 24. April, teilt die EASA mit. Die Empfehlung galt zuvor bis zum 10. April. (rtr)
Landesweites Gedenken für getöteten Chamenei im Iran
Im Iran haben am Donnerstag tausende Menschen des am ersten Tag des Krieges getöteten obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei gedacht. Das Staatsfernsehen zeigte Menschenmengen bei landesweiten Kundgebungen mit Porträts des Verstorbenen und Flaggen der Islamischen Republik. Die Gedenkfeiern fanden insbesondere in Urmia im Nordwesten des Iran sowie in Gorgan im Nordosten statt.
Auch in Teheran, wo die Angriffe seit Inkrafttreten einer Waffenruhe in der Nacht zum Mittwoch aufgehört haben, trauerten die Menschen um das ehemalige geistliche Oberhaupt, das den Iran fast 40 Jahre lang führte.
Die nationale Gedenkfeier begann am frühen Morgen um 9.40 Uhr (Ortszeit, 8.10 Uhr MESZ). Genau zu dieser Uhrzeit war am 28. Februar Ali Chamenei bei einem israelischen Luftangriff in seiner Residenz in Teheran zusammen mit zahlreichen ranghohen Offizieren getötet worden.
Die Nachfolge trat sein Sohn Modschtaba Chamenei an. Er ist seit Beginn des Krieges jedoch nicht öffentlich aufgetreten und es wurde auch nicht erwartet, dass er sich bei der Gedenkfeier am Donnerstag zeigen würde. (afp)
Islamabad schließt Schulen und Regierungsämter
Wegen der geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bleiben Schulen und Regierungsämter zwei Tage lang geschlossen. Mit der Maßnahme wollen die Behörden die Straßen freihalten, während die Delegationen vor Ort über eine mögliche Friedenslösung im Iran-Krieg verhandeln.
Islamabad wirkte am Donnerstag ungewöhnlich ruhig. Viele Einwohnerinnen und Einwohner blieben angesichts bereits merklich verschärfter Sicherheitsvorkehrungen und durch Straßensperren und Verkehrsumleitungen verlängerter Pendelstrecken zu Hause.
Hintergrund der strengen Sicherheitsvorkehrungen sind auch Unruhen im März, als schiitische Gruppen in verschiedenen Teilen Pakistans gegen die Angriffe der USA und Israels auf den Iran protestierten. (ap)
Heftigste israelische Luftangriffe auf Hisbollah-Ziele in Beirut seit Kriegsbeginn
Libanons Hauptstadt Beirut ist am Tag der Waffenruhe-Einigung zwischen den USA und dem Iran von den heftigsten israelischen Angriffe seit dem Kriegseintritt der pro-iranischen Hisbollah erschüttert worden. Libanons Regierungschef Nawaf Salam erklärte den Donnerstag nach den Angriffen mit mehr als 200 Toten zum nationalen Trauertag. Laut US-Präsident Donald Trump erstreckt sich die mit Teheran ausgehandelte Feuerpause nicht auf den Libanon. International wurden die Angriffe scharf verurteilt, die Hisbollah feuerte derweil erneut Raketen auf Israel.
Nach mehreren zeitgleichen Angriffen auf Viertel in Beirut am Mittwochnachmittag flog die israelische Armee libanesischen Staatsmedien zufolge auch am Abend Angriffe, darunter auf ein Gebäude im Gebiet Tallet El-Chajat. Dort stürzte nach Angaben eines Fotografen der Nachrichtenagentur AFP ein Wohngebäude teilweise ein. Libanesische Staatsmedien zufolge griff Israel am Abend auch die als Hisbollah-Hochburgen geltenden südlichen Vororte von Beirut an. (afp)
Ölpreise steigen wieder
Am Rohstoffmarkt verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 2,5 Prozent auf 97,08 US-Dollar je Barrel (159 Liter). US-Öl WTI notiert 3,7 Prozent fester bei 97,91 US-Dollar. Anleger fürchten, dass die Energieflüsse durch die strategisch wichtige Straße von Hormus weiterhin eingeschränkt bleiben werden, nachdem die ausgehandelte Waffenruhe im Irankrieg nach israelischen Angriffen auf den Libanon zu bröckeln droht. „Logistische Engpässe, Sicherheitsbedenken, erhöhte Versicherungsprämien und betriebliche Einschränkungen bedeuten, dass in den nächsten zwei Wochen voraussichtlich nur sehr wenig zusätzliche Energie über die Straße von Hormus geliefert werden wird“, sagen die Analysten von Standard Chartered. (rtr)
Mehr als 180 Tote bei israelischen Angriffen im Libanon
Am ersten Tag nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und Iran hat die israelische Armee ihre Angriffe im Libanon verstärkt. Bei den massiven Angriffen wurden mindestens 182 Menschen getötet und 890 weitere verletzt, wie das libanesische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Israel erklärte, die Waffenruhe gelte nicht für den Libanon. US-Präsident Donald Trump bestätigte dies. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron drängte dazu, den Libanon in die Waffenruhe einzubeziehen.
Die Hauptstadt Beirut erlebte die heftigsten Angriffe seit dem Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Die Zahl der Todesopfer könne weiter steigen, erklärte das libanesische Gesundheitsministerium.
Nach einer Serie von gleichzeitigen Angriffen auf Viertel in Beirut am Nachmittag flog die israelische Armee auch am Abend Angriffe, darunter auf ein Gebäude im Gebiet Tallet al-Chajat. Dort stürzte nach Angaben eines AFP-Fotografen ein Wohngebäude teilweise ein. AFP-Journalisten beobachteten Szenen der Panik, als mehrere Angriffe während der Hauptverkehrszeit das Zentrum von Beirut trafen. Staatlichen libanesischen Medien zufolge griff Israel am Abend auch die südlichen Vororte von Beirut an.
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam erklärte den Donnerstag zum Tag der Trauer „für die Märtyrer und Verwundeten der israelischen Angriffe“, die sich „gegen Hunderte unschuldiger, wehrloser Zivilisten“ gerichtet hätten. Öffentliche Verwaltungen sollten geschlossen und Flaggen auf halbmast gesetzt werden. Alle politischen und diplomatischen Ressourcen des Libanon würden mobilisiert, „um die israelische Tötungsmaschine zu stoppen“.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor erklärt, die israelischen Streitkräfte hätten landesweit „einen Überraschungsangriff auf hunderte Hisbollah-Mitglieder ausgeführt“. Es sei „der schwerste Schlag, den die Hisbollah seit der Operation ‚Beepers‘ erlitten hat“, sagte Katz. Er bezog sich dabei auf von Israel organisierte Angriffe im Jahr 2024, bei denen Pager und Walkie-Talkies hunderter Hisbollah-Mitglieder im Libanon explodierten und viele von ihnen töteten. (afp)
Griechenland: Hormus-Gebühr „völlig inakzeptabel“
Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis fordert nach Ende des Irankrieges einen gebührenfreien und sicheren Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. „Ich glaube nicht, dass die internationale Gemeinschaft bereit wäre zu akzeptieren, dass Iran für jedes Schiff, das die Straße von Hormus durchquert, eine Mautstelle einrichtet“, sagte er dem US-Fernsehsender CNN. „Das erscheint mir völlig inakzeptabel.“
Griechenland verfügt über eine der weltweit größten Handelsflotten, gemessen an der Frachttransportkapazität. Nachdem die USA und Israel am 28. Februar den Krieg gegen Iran begonnen hatten, hatte Teheran mit Attacken und Drohungen die Schifffahrt durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gebracht. Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen mit den USA im Rahmen der vereinbarten Waffenruhe hat Teheran vorgeschlagen, für eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge Gebühren für Schiffe zu erheben. (dpa)
Hisbollah-Miliz: Angriffe auf Israel gehen weiter
Nach den verheerenden israelischen Luftangriffen im Libanon schwört die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz, ihre Angriffe gegen Israel fortzusetzen. In Reaktion auf Israels „Verstoß gegen die Waffenruhe“ sei in der Nacht der Kibbuz Manara im Norden Israels beschossen worden, hieß es in einer Erklärung der Schiiten-Miliz. Die Gegenangriffe auf Israel würden so lange fortgesetzt, bis die israelisch-amerikanische Aggression aufhöre. Bei den israelischen Luftangriffen im Libanon wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 182 Menschen getötet.
Trotz der im Irankrieg zwischen den USA und Iran vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe will Israel seine Angriffe auf die Hisbollah-Miliz fortsetzen. Anders als Iran sehen die USA den Libanon nicht in der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe inbegriffen. Iran erwägt nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars, nun wegen Israels andauernder Angriffe auf die Hisbollah aus der Feuerpause auszusteigen. (dpa)
Trump wirft Nato im Irankrieg Versagen vor
US-Präsident Donald Trump hat nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte seine scharfe Kritik am Militärbündnis bekräftigt. „Sie wurden auf die Probe gestellt und haben versagt“, zitierte eine Sprecherin des Weißen Hauses am Mittwoch den Präsidenten mit Blick auf die Rolle der Allianz im Irankrieg. Rutte bezeichnete das Gespräch nach dem Treffen als sehr offen und ehrlich. Er könne die Enttäuschung Trumps über viele Nato-Verbündete nachvollziehen, sagte er dem Sender CNN.
Hintergrund der Spannungen ist der mangelnde Beistand einiger Bündnispartner für den US-Militäreinsatz gegen Iran. Mehrere Nato-Staaten hatten sich demnach geweigert, US-Militärflugzeugen die Nutzung ihres Luftraums zu gestatten oder Seestreitkräfte zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu entsenden. Eine Sprecherin des Weißen Hauses warf den Nato-Staaten zudem vor, sie hätten „dem amerikanischen Volk den Rücken gekehrt“, das für ihre Verteidigung bezahle. Trump hatte die Nato in den vergangenen Wochen wiederholt als „Papiertiger“ bezeichnet und mit einem Austritt der USA aus dem Bündnis gedroht. (rtr)
Wirtschaftsweiser erwartet dauerhaft hohe Benzinpreise
Trotz der jüngsten Entspannung an den Ölmärkten werden die Spritpreise in Deutschland nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Gabriel Felbermayr auch in den nächsten Monaten auf hohem Niveau bleiben. „Tankstellenpreise von unter zwei Euro sind illusorisch“, sagte Felbermayr der Welt (Donnerstagsausgabe). Auch wenn sich die Lage im Nahen Osten weiter beruhige, müsse sich „das gesamte System erst in ein neues Gleichgewicht bewegen“.
Schiffe seien umdirigiert worden, hinzu kämen Unsicherheiten bei Versicherungsprämien und den Transitgebühren für Fahrten durch die Straße von Hormus, erklärte Felbermayr. „Selbst im besten Fall werden uns diese Verwerfungen noch Monate beschäftigen.“ Für das Jahresende hält der Wirtschaftsweise einen Rohölpreis von rund 80 Dollar für plausibel. Die 60 Dollar, die es zu Jahresbeginn gab, seien dagegen „auf absehbare Zeit“ nicht realistisch.
Staatliche Entlastungen der Privathaushalte und der Wirtschaft hält Felbermayr derzeit nicht für zwingend, rät der Politik aber, Instrumente für einen neuen Preisschub vorzubereiten. Die Politik müsse sich jetzt überlegen, welche Lösungen tragfähig seien. „Eine Möglichkeit wäre, zusätzliche Umsatzsteuereinnahmen, die der Staat durch steigende Energiepreise erzielt, an die Bürger zurückzugeben“, sagte er. „Der Staat sollte kein Krisengewinner sein.“
Dass die schwarz-rote Koalition nicht wie andere Regierungen in Europa schon in den vergangenen Wochen ein Hilfsprogramm in Milliardenhöhe aufgelegt hat, begrüßte Felbermayr. „Es ist gut, nicht bei den ersten Verwerfungen sofort wieder eine Art wirtschaftspolitische Vollkasko zu versprechen“, sagte er. Dass man den ersten populistischen Reflexen widerstanden habe, sei ein gutes Zeichen. (afp)
China zur Feuerpause: „kein Frieden, sondern Gelegenheit“
Chinesische Staatsmedien fordern, das „schmale Fenster“ des zweiwöchigen Waffenstillstands zwischen den USA und Iran für Friedensverhandlungen zu nutzen. Die Feuerpause sei „kein Frieden, sondern eine Gelegenheit“, kommentierte die staatliche Zeitung China Daily. Die Versuchung, die Pause militärisch zur Neuaufstellung zu nutzen, sei groß. Bei falschen Entscheidungen drohe eine viel längere und schädlichere Krise.
Die von der Kommunistischen Partei kontrollierte Global Times schrieb, die US-Truppen stünden bereit weiterzukämpfen, auf iranischer Seite hätten die Soldaten weiter „die Finger am Abzug“. Sollten die Verhandlungen nur zum Zeitschinden genutzt werden, könne der Konflikt jederzeit wieder eskalieren. Zugleich wurden Chinas eigene Vermittlungsbemühungen herausgestellt. Peking habe seit Ausbruch des Konflikts intensive Diplomatie betrieben und werde weiterhin eine konstruktive Rolle spielen, hieß es. (dpa)
Irankrieg verändert Konsumverhalten in Europa
Der Irankrieg beeinflusst einer Analyse zufolge zunehmend spürbar das Konsumverhalten in Europa. Über steigende Kosten für Energie, Düngemittel und Logistik wirkt sich der Konflikt direkt auf europäische Haushalte aus, wie aus der Auswertung des Marktforschungsinstituts YouGov hervorgeht. Dies zwinge Verbraucherinnen und Verbraucher zu strategischerem Einkaufen. Die Analyse fasst mehrere Umfragen und Auswertungen zusammen.
Seit Beginn der Lebenshaltungskostenkrise im Jahr 2022 verharre die Preisvorsicht von Verbraucherinnen und Verbrauchern auf hohen Niveau. „Krisen und Kriege, wie der Irankonflikt oder der Ukrainekrieg, verstärken strukturelle Veränderungen im europäischen Konsumgütermarkt“, sagte Stefan Lohmann, Senior Consultant bei YouGov laut Mitteilung.
„Aktuell steigende Kosten treffen auf ein Konsumumfeld, das bereits durch anhaltende Inflation geprägt ist.“ Verbraucher reagierten darauf nicht mit abruptem Verzicht, sondern mit einer zunehmend differenzierten und selektiven Steuerung ihres Einkaufsverhaltens.
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa rechnen laut Analyse damit, in naher Zukunft Einschnitte vornehmen zu müssen – insbesondere jene, die bereits zuvor ihr Budget anpassen mussten. Diese Erwartung wirke als zusätzlicher Treiber für Preisbewusstsein und Zurückhaltung beim Konsum. Hierzu wurden zwischen dem 11. und dem 25. März mehr als 8.000 Erwachsene in sechs europäischen Ländern befragt. Die Ergebnisse sind den Angaben nach repräsentativ für die Wohnbevölkerungen der jeweiligen Länder ab 18 Jahren.
Gleichzeitig zeige sich, dass die Belastung durch steigende Lebenshaltungskosten bei vielen bereits im Alltag angekommen ist: In mehreren europäischen Ländern berichten Haushalte demnach zunehmend von Schwierigkeiten, zentrale Ausgaben wie Energie, Mobilität und Lebensmittel zu stemmen – auch in Deutschland, wo sich der Kostendruck über mehrere Ausgabenkategorien hinweg verstärkt. (dpa)
Israel stellt Waffenruhe auf die Probe
Nach Israels verheerenden Luftangriffen im Libanon droht Iran, die gerade erst mit den USA vereinbarte Waffenruhe platzen zu lassen. Die USA müssten sich entscheiden – „entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via Israel. Sie können nicht beides haben“, schrieb Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X. US-Präsident Donald Trump drohte Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte.
Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump in der Nacht zum Donnerstag (US-Ortszeit), die Schiffe, Flugzeuge und Soldaten des US-Militärs würden, gegebenenfalls auch mit zusätzlicher Ausrüstung, rund um Iran stationiert bleiben, bis das „erzielte wirkliche Abkommen vollständig eingehalten wird“. Es werde alles bereitgehalten, was für die „tödliche Verfolgung und Vernichtung“ eines bereits geschwächten Gegners notwendig sei, schrieb der Republikaner weiter.
In Reaktion auf Israels Angriffe im Libanon beschoss die mit Teheran verbündete Hisbollah-Miliz derweil nach eigenen Angaben in der Nacht einen Kibbuz im Norden Israels. Die Angriffe würden fortgesetzt, bis die „israelisch-amerikanische Aggression“ aufhöre, kündigte die Miliz in einer Erklärung an. (dpa)
UN-Generalsekretär verurteilt Angriffe im Libanon
UN-Generalsekretär António Guterres hat die schweren israelischen Angriffe auf den Libanon mit mehr als 180 Toten und Hunderten Verletzten scharf kritisiert. Guterres „verurteilt den Verlust von Menschenleben unter Zivilisten und ist zutiefst alarmiert über die steigende Zahl ziviler Opfer“, hieß es in einer Mitteilung, die sein Sprecher Stéphane Dujarric veröffentlichte. Die anhaltenden Angriffe Israels auf den Libanon gefährdeten die Waffenruhe im Irankrieg und die Bemühungen um einen umfassenden und dauerhaften Frieden in der Region. Guterres fordere alle Parteien auf, die Feindseligkeiten unverzüglich einzustellen, hieß es. (ap)
Großbritannien: Schifffahrt durch Straße von Hormus muss gebührenfrei sein
Großbritannien fordert eine gebührenfreie Schifffahrt durch die Straße von Hormus. „Die grundlegenden Freiheiten der Meere dürfen nicht einseitig entzogen oder an einzelne Bieter verkauft werden“, sagt Außenministerin Yvette Cooper laut vorab veröffentlichten Auszügen aus einer Rede. Damit stellt sie sich den Bestrebungen Irans entgegen, die Meerenge zu kontrollieren und künftig Gebühren für die Durchfahrt zu erheben.
Vor dem Krieg der USA und Israels gegen Iran galt die Meerenge formell als internationales Gewässer. Etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Gases wird durch die Wasserstraße transportiert. Es dürfe keinen Platz für Mautgebühren auf einer internationalen Wasserstraße geben, sagt Cooper. Zudem schließt sich Cooper der Forderung an, die kürzlich zwischen den USA und Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe auf den Libanon auszuweiten. Israel hat zuletzt seine bislang schwersten Angriffe auf die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon geflogen. (rtr)
Trump: US-Kampftruppen bleiben in der Region
Die USA wollen ihre verstärkte Militärpräsenz im Nahen Osten nach der Ankündigung einer Waffenruhe mit Iran laut Präsident Donald Trump vorerst nicht reduzieren. „Alle US-Schiffe, Flugzeuge und das gesamte US-Militärpersonal, inklusive zusätzlicher Munition, Waffen und allem anderen, was für die tödliche Verfolgung und Vernichtung eines bereits erheblich geschwächten Feindes geeignet und notwendig ist, bleiben in und um Iran stationiert, bis die tatsächliche Vereinbarung vollständig umgesetzt ist“, erklärte er am frühen Donnerstagmorgen (MESZ) auf seiner Plattform Truth Social, teils in der für ihn charakteristischen Großschreibung.
Wenn dies aus irgendeinem Grund nicht passiere, „was höchst unwahrscheinlich ist“, dann werde das Schießen wieder losgehen, „größer und besser und heftiger, als es jemals jemand erlebt hat“, schrieb Trump. Trotz aller gegenteiligen Behauptungen sei vor langer Zeit vereinbart worden, dass der Iran keine Atomwaffen besitzen werde und „die Straße von Hormus offen und sicher sein wird“. (ap)
Iran: Drei von zehn Verhandlungspunkten bereits verletzt
Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sagt, drei zentrale Punkte des Zehn-Punkte-Vorschlags seien bereits vor den für Freitag in Pakistan geplanten Verhandlungen mit den USA verletzt worden. Zu den Verstößen gehörten die Verletzung eines Waffenstillstands im Libanon, das Eindringen einer Drohne in den iranischen Luftraum und die Verweigerung des Rechts des Iran auf Urananreicherung, schreibt Ghalibaf auf X. Unter solchen Umständen seien ein bilateraler Waffenstillstand oder Verhandlungen nicht sinnvoll. (rtr)
Israel hebt Beschränkungen weitgehend auf
Nach der Einigung auf eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sollen in Israel am Donnerstag zahlreiche Beschränkungen gelockert werden, die zu Beginn des Irankriegs Ende Februar im Rahmen des Ausnahmezustands eingeführt worden waren. Bis auf das Grenzgebiet zum Libanon im Norden könne das Leben in den anderen Landesteilen ab 6.00 Uhr Ortszeit (5.00 Uhr MESZ) „zum normalen Maß“ zurückkehren, kündigten die Sicherheitsbehörden am Mittwoch an.
Die Aufhebung der Beschränkungen bedeutet, dass Unternehmen wieder normal arbeiten und die Schulen wieder öffnen können. Der Donnerstag ist an den meisten Schulen der erste Tag nach den Pessach-Schulferien. Außerdem werden die heiligen Stätten in Jerusalem wieder geöffnet, darunter die Klagemauer, die Grabeskirche und die Al-Aksa-Moschee. Der Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv erklärte, ab Mitternacht wieder in den Normalbetrieb gehen zu wollen.
Allerdings bleiben Versammlungen in vielen Landesteilen weiter auf 1000 Teilnehmer beschränkt. Außerdem gelten die neuen Regeln nur bis 20.00 Uhr. Die Sicherheitsbehörden warnten darüber hinaus, dass die Beschränkungen auch wieder eingeführt werden könnten, wenn sich die Situation verändere. (afp)
Iran warnt: Straße von Hormus nur nach Abstimmung passieren
Die iranische Hafenbehörde hat Schiffen davon abgeraten, ohne vorherige Abstimmung mit den iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus zu passieren. Die Behörde verwies in einer Mitteilung, die unter anderem über den staatlichen Nachrichtenkanal Khabar-Fouri und den Staatssender IRIB verbreitet wurde, auf die Gefahr von Minen in der wichtigen Meerenge nach Wochen des Krieges.
Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet, Iran habe den Schiffsverkehr durch die wichtige Meerenge aus Protest über die israelischen Angriffe im Libanon wieder eingestellt. Nach Angaben von Fars passierten nur zwei Öltanker die Straße von Hormus seit Beginn der Waffenruhe. (dpa)
Vance: Libanon ist nicht Teil der Waffenruhe mit dem Iran
Anders als Iran sieht US-Vizepräsident JD Vance den Libanon nicht in der vereinbarten Waffenruhe inbegriffen. Dass Iran davon ausgehe, sei ein Missverständnis, sagte Vance in Budapest. „Weder wir noch die Israelis haben gesagt, dass dies Teil der Waffenruhe sein würde.“
Vance machte deutlich, dass die USA derlei Versprechen nie auch nur angedeutet hätten. „Was wir gesagt haben, ist, dass sich der Waffenstillstand auf Iran und die Verbündeten der USA konzentrieren würde“. Dazu zählen laut Vance neben Israel auch die arabischen Golfstaaten.
Vertreter der iranischen Führung sehen in den andauernden Angriffen Israels gegen die mit Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon einen Verstoß gegen die Vereinbarung mit den USA. Auch nach Angaben des Vermittlers Pakistan gilt die Feuerpause ausdrücklich auch für den Libanon.
Kurz vor den Äußerungen von Vance zog der iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf die Sinnhaftigkeit der Verhandlungen mit den USA in Zweifel. Er warf Washington vor, noch vor Beginn der Verhandlungen ihre Zusagen gebrochen zu haben – dabei verwies er wieder auf den Libanon. Zudem beklagte er das Eindringen einer Drohne in den iranischen Luftraum sowie dass Iran das Recht darauf verweigert werde, Uran anzureichern. „Daher machen Verhandlungen über eine bilaterale Waffenruhe auch keinen Sinn“, schrieb der ehemalige Militärkommandeur auf der Plattform X. Er soll Berichten zufolge auch die Verhandlungen mit den USA in Islamabad führen. (dpa)
US-Delegation will Samstag Gespräche in Pakistan führen
Nach der Vereinbarung einer Waffenruhe im Irankrieg sollen dem Weißen Haus zufolge am Samstag direkte Verhandlungen mit Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stattfinden. US-Präsident Donald Trump entsende dafür eine Delegation um Vizepräsident JD Vance, den Sondergesandten Steve Witkoff sowie Jared Kushner, sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt in Washington. Erste Gespräche sollen demnach am Samstagmorgen (Ortszeit) stattfinden. In Pakistan ist es drei Stunden später als in Deutschland.
Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif hatte zuvor Delegationen der USA und Irans für Gespräche eingeladen, um über ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Konflikts zu beraten. Pakistanischen Quellen zufolge könnten auch Vertreter aus Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten an den Gesprächen teilnehmen. (dpa)
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