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OECD-ZahlenDeutschland bricht Versprechen zu Entwicklungsleistungen

Deutschland scheitert erneut am Finanzziel für Entwicklungsleistungen. Auch die USA haben Entwicklungsgelder massiv gekürzt.

Die deutsche Organisation ChildFund startete 2016 diese Impfkampagne gegen Polio in Wakiso Town in Uganda – mit Geld vom BMZ Foto: imago

Reiche Länder sollen wirtschaftlich schwächere Staaten unterstützen: Das entschieden die Vereinten Nationen schon 1970. Dazu legten sie fest, dass Geberländer 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes (BIP) in offizielle Entwicklungsleistungen (ODA) stecken sollen.

Doch diese Quote wird nur selten gezahlt. Auch Deutschland hat seine eigenen Finanzziele im vergangenen Jahr verfehlt. Wie neue Zahlen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigen, lagen Deutschlands ODA-Ausgaben 2025 gerade einmal bei 0,56 Prozent.

Ohne Berücksichtigung der Kosten für Geflüchtete im Inland würde die sogenannte ODA-Quote Deutschlands nur bei 0,46 Prozent liegen, erklärte das BMZ am Donnerstag. Insgesamt beliefen sich die deutschen Ausgaben auf etwa 26 Milliarden Euro – 5 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Dabei hatte sich Deutschland erst letzten Sommer auf der UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung in Sevilla erneut zu dem 0,7-Prozent-Ziel verpflichtet.

Mit seinem unerfüllten Versprechen ist Deutschland unter den reichen Industrienationen nicht in der Minderheit. Nur wenige Geberländer erreichen das Finanzziel regelmäßig. Deutschland schaffte es das erste Mal im Jahr 2016 über die 0,7-Prozent-Marke. Zwischen 2020 und 2023 hielt die Bundesrepublik die Quote ein, scheiterte 2024 aber wieder daran.

USA haben Entwicklungsgelder massiv gekürzt

Im internationalen Vergleich lag Deutschland gemessen an seiner Wirtschaftskraft hinter Norwegen, Luxemburg, Schweden, Dänemark und den Niederlanden auf Platz sechs. In absoluten Zahlen sei Deutschland 2025 jedoch der größte Geber gewesen, so das Ministerium. Dies sei „eine direkte Folge der massiven Kürzungen der USA, die in den vergangenen Jahrzehnten durchgehend am stärksten in weltweite Partnerschaften und Entwicklungsziele investierten“.

Trotz des klaren Verfehlens des Finanzziels erklärte Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD), Deutschland bleibe ein „verlässlicher Partner“. Ein Versprechen, das sie schon während der Konferenz in Sevilla machte, das bislang aber leer blieb.

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2 Kommentare

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  • Einfach nur enttäuschend.

    Früher hieß es, wer nix wird, wird Wirt. Heute heißt es, wer nix wird, geht in die Politik

  • Politische Luftnummern werde da versprochen und gleichzeitig die Grenzen dicht gemacht, weil oh Wunder viele sich auf den Weg zu uns machen.