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Anschlag auf israelisches LokalAngriff nach Ladenschluss

Ein Restaurant jüdischer Betreiber in München wird in der Nacht mit Feuerwerkskörpern attackiert. Der Wirt will sich nicht einschüchtern lassen.

In der Heßstraße wurde der Anschlag auf das jüdische Lokal in München verübt Foto: Stephan Rumpf/sz/picture alliance

KNA | Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag ein israelisches Restaurant in der Münchner Innenstadt angegriffen. Die Attacke geschah nach Ladenschluss, laut Polizei wurde niemand verletzt. Den Sachschaden bezifferte sie vorläufig auf mehrere Tausend Euro. Derzeit gehen die Ermittler von einem antisemitischen Motiv aus, auch der Staatsschutz ist eingeschaltet.

Der oder die Täter beschädigten demnach die Schaufensterscheiben und warfen Feuerwerkskörper in das Lokal. Anwohner hätten gegen 0.45 Uhr drei laute Knallgeräusche in der Heßstraße bemerkt und die Polizei verständigt, hieß es.

Die jüdischen Betreiber wollen bereits am heutigen Freitag wieder öffnen. Dies sei „ein guter Moment, Verbundenheit zu zeigen“, kommentierte der Zentralrat der Juden auf Instagram. Um 17 Uhr soll es eine Solidaritätskundgebung vor der Grillbar geben.

Die Eclipse Grillbar gibt es seit 2007. Sie firmiert als „erstes authentisch israelisches Restaurant in München“ und hat gut 80 Plätze. Die Küche ist international und multikulturell ausgerichtet. Auf der Speisekarte finden sich außer orientalischen auch mediterrane und russische Einflüsse.

Rabbinerkonferenz: „Kein Einzelfall“

Gekocht wird „kosher style“. Das heißt, die strengen religiösen jüdischen Speisevorschriften werden nicht vollständig beachtet. Der Inhaber wurde in Belarus geboren, wuchs in Israel auf, arbeitete als Koch in der Schweiz und ist seit 2005 in München tätig.

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle, verurteilte den „feigen Übergriff“. Man könne die israelische Regierung kritisieren, aber nicht solche Einrichtungen attackieren. Das israelische Restaurant sei ein „wunderbarer Ort der Begegnung“. Der Angriff richte sich gegen den interkulturellen Dialog. „Dieses judenfeindliche Handeln dürfen sich der Freistaat Bayern und die Bundesrepublik nicht bieten lassen“, so Spaenle.

Die in München ansässige Europäische Rabbinerkonferenz (CER) erklärte: „Dieser Anschlag ist kein Einzelfall, sondern Teil eines gefährlichen Trends, den wir seit dem 7. Oktober 2023 sehen.“ An diesem Tag hatten palästinensische Terroristen in Israel ein Massaker verübt.

CER-Generalsekretär Gady Gronich sagte: „München war bislang ein sicherer Ort für Juden und muss es bleiben. Es braucht klare Kante: null Toleranz gegenüber Antisemitismus, mit harten Strafen, die nicht zu Wiederholungen animieren, und kein Raum für diejenigen, die Hass in unserer Gesellschaft säen.“

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