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+++ Nachrichten im Irankrieg +++Trump kündigt US-Blockade der Straße von Hormus an

Die US-Marine soll Schiffe abfangen, die Iran an der Straße von Hormus Gebühr bezahlen. Papst fordert in Friedensappell Waffenruhe im Libanon.

Straße von Hormus Foto: The Visible Earth/NASA/dpa

Trump: USA werden Schiffe in der Straße von Hormus abfangen

US-Präsident Donald Trump hat die Marine seines Landes nach eigenen Angaben angewiesen, Schiffe abzufangen, die dem Iran eine Gebühr für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus entrichtet haben. Die Marine sei angewiesen, „jedes Schiff in internationalen Gewässern zu suchen und zu beschlagnahmen, das eine Gebühr an den Iran entrichtet hat“, schrieb Trump am Sonntag in sozialen Medien. „Niemand, der eine illegale Maut bezahlt, wird eine sichere Passage auf hoher See haben.“ Der Iran hatte nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar die Straße von Hormus praktisch blockiert, durch die etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Rohöls verschifft wird. Inzwischen lässt er zwar wieder einige Schiffe durchfahren, beansprucht aber die Kontrolle bei der Auswahl der Schiffe und ihrer Ladung. (ap)

US-Vizepräsident Vance in Ramstein zwischengelandet

US-Vizepräsident J.D. Vance hat einen Zwischenstopp auf der US-Luftwaffenbasis im pfälzischen Ramstein eingelegt. Vance war auf dem Rückweg von den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Auf Fotos sieht man den Republikaner, wie er mit einem Pappbecher in der Hand über das Rollfeld lief. Laut mitreisenden Journalisten handelte es sich um einen geplanten Tankstopp. Die Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung im Iran-Krieg hatten am frühen Sonntagmorgen ohne Einigung geendet. Vance, der die Verhandlungen in Islamabad für die USA führte, sagte nicht, was genau die Knackpunkte waren. Er gab lediglich an, man habe bislang nicht gesehen, dass sich der Iran grundlegend dazu verpflichte, langfristig keine Atomwaffen zu entwickeln. (dpa)

Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Iran-Kriegs ein

Nach dem vorläufigen Scheitern der Gespräche zwischen den USA und dem Iran über ein Kriegsende stellt Israel sich nach Medienberichten auf eine Wiederaufnahme der Kämpfe ein. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete, Generalstabschef Ejal Zamir habe die israelischen Streitkräfte angewiesen, unverzüglich in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft überzugehen. Das Militär solle sich „auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Rückkehr zu militärischen Auseinandersetzungen vorbereiten“, hieß es. Eine Entscheidung für einen militärischen Einsatz sei jedoch noch nicht getroffen. Ein israelischer Militärsprecher sagte auf Anfrage, man prüfe den Bericht.

Auch der israelische Kan-Sender berichtete unter Berufung auf einen ranghohen israelischen Regierungsvertreter, Israel sei gemeinsam mit den USA bereit für eine Wiederaufnahme des Kriegs gegen den Iran. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Samstagabend gesagt, die Kampagne im Iran sei weiterhin nicht beendet. Laut „ynet“ hat die Armee Gefechtsvorbereitungen ähnlich wie vor den beiden Iran-Kriegen – dem jüngsten und dem im letzten Jahr – aufgenommen. Dabei würden „sämtliche Planungs- und Umsetzungsprozesse beschleunigt“. Es sei Anweisung erteilt worden, eine hohe Einsatzbereitschaft in allen Bereichen aufrechtzuerhalten, Reaktionszeiten zu verkürzen und operative Lücken zu schließen, hieß es weiter in dem Bericht. (dpa)

Putin und iranischer Präsident beraten über US-Iran-Gespräche

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein iranischer Amtskollege Massud Peseschkian erörtern in einem Telefonat die Gespräche zwischen dem Iran und den USA in Islamabad. Dies meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax. Russland sei bereit, bei einer Lösung des Konflikts im Nahen Osten zu vermitteln, erklärt Putin dem Bericht zufolge. (rtr)

Iran verlangt weiter Kontrolle über die Straße von Hormus

Der Iran besteht nach Angaben von Vizepräsident Mohammed Resa Aref auf Kriegsreparationen und der Kontrolle der Straße von Hormus. Die iranische Delegation habe bei den gescheiterten Gesprächen in Islamabad von den USA die Anerkennung einer iranischen Kontrolle über die Meerenge gefordert, durch die Schiffe normalerweise ein Fünftel des weltweit geförderten Erdöls transportieren, schrieb Aref am Sonntag in sozialen Medien. Außerdem verlange Teheran eine Entschädigung für die durch die US-amerikanischen und israelischen Angriffe verursachten Schäden. „Das sind die Rechte des (iranischen) Volkes“, erklärte Aref. „Dies ist unser festes Bekenntnis zu einem starken Iran.“ (ap)

Papst fordert Waffenruhe im Libanon

Papst Leo XIV. hat eine Waffenruhe auch im Libanon gefordert. Er fühle sich den Menschen dort so nahe wie nie zuvor, sagte der Papst am Sonntag. Er rief alle Seiten auf, die Kämpfe zu beenden und sich um Frieden zu bemühen. Der Papst mahnte zur Einhaltung des Völkerrechts. „Der Grundsatz der Menschlichkeit, der im Gewissen eines jeden Menschen verankert und im Völkerrecht anerkannt ist, beinhaltet die moralische Verpflichtung, die Zivilbevölkerung vor den grausamen Auswirkungen des Krieges zu schützen“, sagte er und erinnerte auch an den Krieg in der Ukraine und den Bürgerkrieg im Sudan. (ap)

Libanesische Medien melden sechs Tote nach israelischem Angriff

Bei einem israelischen Angriff im Südlibanon sind Staatsmedien zufolge sechs Menschen getötet worden. Die Attacke habe Sonntagmorgen ohne Vorwarnung ein Haus in Maarub getroffen, in dem sieben Menschen lebten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht. (ap)

Iranischer Unterhändler gibt USA Schuld am Scheitern von Gesprächen

Der iranische Chefunterhändler bei den Friedensgesprächen in Pakistan hat die USA für den ergebnislosen Ausgang des Treffens verantwortlich gemacht. Der Iran habe während der 21 Stunden langen Verhandlungen „zukunftsweisende Initiativen“ vorgelegt, schrieb Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf im Kurznachrichtendienst X. Die USA hätten jedoch nicht das Vertrauen der iranischen Seite gewinnen können. Sie müssten jetzt entscheiden, ob sie das überhaupt wollten. Konkreter wurde Ghalibaf nicht. Iranische Staatsmedien hatten berichtet, die wichtigsten Streitpunkte seien das iranische Atomprogramm und die Durchfahrt durch die Meerenge von Hormus gewesen, durch die Schiffe normalerweise ein Fünftel des weltweit geförderten Erdöls transportieren. (ap)

Kalibaf: Iran hat den USA „zukunftsweisende Initiativen“ unterbreitet

Der Iran hat nach den Worten von Parlamentspräsident Mohammed Baker Kalibaf den USA bei den Gesprächen in Islamabad „zukunftsweisende Initiativen“ unterbreitet. „Die USA haben die Logik und die Prinzipien des Irans verstanden,“ schreibt Kalibaf auf der Online-Plattform X. „Es ist an der Zeit, dass sie entscheiden, ob sie unser Vertrauen verdienen können oder nicht.“ In dieser Runde der Verhandlungen in Pakistan hätten die USA allerdings nicht das Vertrauen der iranischen Delegation gewonnen. Kalibaf dankte dem Nachbarland Pakistan für seine Bemühungen, den Verhandlungsprozess zu erleichtern. Er führte zusammen mit Außenminister Abbas Araghtschi die iranische Delegation an. An der Spitze der US-Delegation stand Vizepräsident JD Vance. (rtr)

Iran: Mit USA uneinig in zwei zentralen Punkten

Bei den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA unter Vermittlung Pakistans waren sich die Kriegsparteien nach iranischen Angaben in zwei zentralen Punkten uneinig. „Wir haben in einer Reihe von Fragen eine Einigung erzielt. Die Realität sieht jedoch so aus, dass bei zwei zentralen Themen die Positionen zu weit auseinander lagen und letztendlich keine Einigung erzielt werden konnte“, sagte der Sprecher von Irans Außenministerium, Ismail Baghai, dem Staatssender Irib. Um welche Themen es sich handelte, sagte er nicht. Zuvor hatte Baghai auf der Plattform X geschrieben, es sei bei den Gesprächen um die Straße von Hormus, die Atomfrage, Kriegsreparationen, die Aufhebung von Sanktionen sowie ein Ende des Krieges gegangen. Zu verhindern, dass der Iran jemals eine Atombombe entwickeln kann, sowie die Öffnung der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus sind zentrale Anliegen der USA.

Baghai schloss weitere Verhandlungen mit den USA nicht aus. Auf die Frage der Reporterin, ob die Diplomatie beendet oder noch im Gange sei, sagte er: „Es hört nie auf. Diplomatie ist stets ein Instrument zur Sicherung und Wahrung nationaler Interessen, und Diplomaten müssen ihre Pflichten unter allen Umständen erfüllen, sei es in Kriegs- oder in Friedenszeiten.“ Es habe eine Atmosphäre des Misstrauens geherrscht. Daher sei ohnehin nie realistisch gewesen zu erwarten, dass in einer einzigen Sitzung eine Einigung erzielt werden könne. Dennoch habe das Treffen mehr als 20 Stunden gedauert, so Baghai. Die Themen seien sehr komplex. (dpa)

Saudi-Arabien: Ost-West-Pipeline wieder mit voller Förderkapazität

Saudi-Arabien hat die volle Förderkapazität seiner Ost-West-Pipeline wiederhergestellt. Die Kapazität liege nun wieder bei rund sieben Millionen Barrel pro Tag, teilt das Energieministerium mit. Die während des Krieges der USA und Israels gegen den Iran angegriffenen Energieanlagen und die Pipeline hätten ihre Betriebskapazität wiedererlangt. Wer die Angriffe ausgeführt hat, lässt Saudi-Arabien offen. Das saudiarabische Militär hat jedoch in den vergangenen Wochen zahlreiche iranische Raketen und Drohnen abgefangen. Die Angriffe hatten auch den Betrieb wichtiger Öl-, Gas-, Raffinerie-, Petrochemie- und Stromanlagen in Riad, der Ostprovinz und der Industriestadt Janbu gestört. (rtr)

Indonesiens Präsident will mit Putin über Öllieferungen sprechen

Der indonesische Präsident Prabowo Subianto will am Sonntag nach Russland aufbrechen, um mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin über die Lieferung von Öl an Indonesien zu sprechen. Subianto werde am Sonntagabend abreisen, erklärte das Präsidialamt in der Hauptstadt Jakarta am Sonntag. „Er wird Präsident Putin treffen und über geopolitische Fragen und sicher auch über die Energiesituation sprechen“, hatte Außenminister Sugiono am Samstag über die bevorstehende Reise gesagt. Öl sei von „strategischer Bedeutung für die indonesische Nation“. Wegen der weltweit steigenden Ölpreise in Folge des Iran-Kriegs steht Indonesien unter starkem Druck. Die größte Volkswirtschaft in Südostasien hat Treibstoff rationiert und empfiehlt Beamten, im Homeoffice zu arbeiten, um Benzin zu sparen. Die Regierung hat versprochen, die Treibstoffpreise nicht weiter steigen zu lassen. (afp)

Israel: Weitere Gespräche zwischen USA und Iran sind Option

Nach Einschätzung Israels sind weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran möglich. Dies sei eine Option, sagt der israelische Sicherheitsminister Seew Elkin dem Armeehörfunk. Zugleich warnt er: „Die Iraner spielen mit dem Feuer.“ (rtr)

Insider: Beide Delegationen haben Islamabad verlassen

Die Delegationen der USA und des Irans haben die pakistanische Hauptstadt Islamabad verlassen. Beide seien auf der Heimreise, sagt ein pakistanischer Insider. (rtr)

Pakistan ruft USA und Iran zu Einhaltung von Waffenruhe auf

Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat der Vermittler Pakistan beide Länder aufgefordert, weiter die vereinbarte Waffenruhe einzuhalten. Dies sei „zwingend erforderlich“, sagte der pakistanische Außenminister Ishaq Dar am Sonntag. Pakistan werde weiter als Vermittler dienen, um den „Dialog“ zwischen Washington und Teheran zu ermöglichen. Auch Australien forderte eine Fortsetzung der Feuerpause im Nahen Osten. (afp)

Teheran: „Niemand“ rechnete mit Ende des Iran-Krieges nach einer Gesprächsrunde

Nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen über ein Ende des Iran-Krieges hat das iranische Außenministerium die in die diplomatischen Bemühungen gesetzten Erwartungen heruntergespielt. „Natürlich hätten wir von Anfang an nicht damit rechnen dürfen, in einer einzigen Runde eine Einigung zu erzielen. Niemand hatte eine solche Erwartung“, erklärte Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei am Sonntag im staatlichen iranischen Fernsehen. Die direkten Gespräche zwischen Delegationen aus Washington und Teheran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad seien „von einer Atmosphäre des Misstrauens“ geprägt gewesen. Zugleich äußerte sich Bakaei zuversichtlich über eine Fortführung von diplomatischen Bemühungen. Teheran sei „zuversichtlich, dass die Kontakte zwischen uns und Pakistan sowie unseren anderen Freunden in der Region fortgesetzt werden“. (afp)

Papst Leo XIV. richtet eindringlichen Friedensappell an die Welt

Papst Leo XIV. hat einen eindringlichen Aufruf zum Frieden formuliert. „Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!“, sagte der Papst am Samstagabend während eines von ihm initiierten Friedensgebets im Petersdom in Rom. Das Gleichgewicht in der Menschheitsfamilie sei schwer erschüttert, sagte Leo. „Sogar der heilige Name Gottes, des Gottes des Lebens, wird für Todesreden herangezogen.“ Anfang März waren Aufnahmen aus dem Weißen Haus veröffentlicht worden, die zeigen, wie mehrere Geistliche mit dem US-Präsidenten Donald Trump um göttlichen Beistand für diesen beteten. „Wer betet, ist sich seiner Grenzen bewusst“, sagte der Papst am Samstagabend im Petersdom, „er tötet nicht und droht nicht mit dem Tod.“ Dem Tod unterworfen sei, wer dem lebendigen Gott den Rücken gekehrt habe, „um sich selbst und seine eigene Macht zum stummen, blinden und tauben Götzen zu machen, dem alle Werte geopfert werden und der verlangt, dass die ganze Welt vor ihm die Knie beugt“.

Am Dienstag hatte Leo die Drohung Trumps mit der Auslöschung einer ganzen Zivilisation, die dieser kurz vor einer Einigung auf eine Waffenruhe mit dem Iran ausgesprochen hatte, als „inakzeptabel“ bezeichnet. Ein „Krümelchen Glaube“ genüge, führte der Papst am Samstagabend aus, um „als Menschheit und mit Menschlichkeit dieser dramatischen Stunde der Geschichte zu begegnen.“ Papst Leo erwähnte Trump in seiner Ansprache am Samstag nicht namentlich, richtete sich aber an die „Regierenden aller Nationen“. „Ihnen rufen wir zu: Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden“, sagte Leo und ergänzte: „Setzt euch an den Tisch des Dialogs und der Vermittlung, nicht an die Tische, an denen die Aufrüstung geplant und tödliche Maßnahmen beschlossen werden!“ Mit dem Gebet hätten die Gläubigen einen „Damm gegen jene Allmachtsfantasien, die um uns herum immer unberechenbarer und aggressiver werden“, erklärte der Papst in seiner Ansprache nach dem Rosenkranzgebet. (epd)

Insider: Iran ohne Zeitdruck

Nach den jüngsten ergebnislosen Verhandlungen hat es der Iran einem Insider zufolge mit weiteren Gesprächen nicht eilig. Solange die USA keinem vernünftigen Abkommen zustimmten, werde sich an der Lage in der Straße von Hormus nichts ändern, meldet die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Das iranische Außenministerium begründet das vorläufige Scheitern der Verhandlungen Medienberichten zufolge mit einer Atmosphäre des Misstrauens. Man habe sich ‌zwar in mehreren Punkten verständigt, bei zwei wichtigen Themen seien die Ansichten jedoch auseinandergegangen, erklärt das Ministerium. Daher habe man ohnehin nicht erwartet, bereits in der ersten Sitzung eine Einigung zu erzielen. Die Konsultationen zwischen dem Iran, Pakistan und „unseren anderen Freunden“ in der Region werden dem Ministerium zufolge unterdessen fortgesetzt. (rtr)

Vorerst keine Einigung zwischen USA und Iran

Die direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans sind am frühen Sonntagmorgen ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Nach den Worten von US-Vizepräsident JD Vance wurde bei den Gesprächen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad keine Einigung erzielt. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommen wird, war zunächst nicht bekannt. Man verlasse nun den Ort der Verhandlungen und lasse einen Vorschlag für den Iran zurück, der ein endgültiges Angebot darstelle, sagte Vance. Der US-Vize bestieg nach Angaben anwesender Journalisten noch am Morgen ein Flugzeug in Richtung USA. Teheran plane keine weitere Verhandlungsrunde, berichtete die iranischen Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle.

Nach 21 Stunden Verhandlungen hätte sich die iranische Seite dazu entschieden, die Bedingungen der USA nicht zu akzeptieren, sagte Vance. Die USA hätten klargemacht, wo die roten Linien liegen und in welchen Punkten man bereit sei, dem Iran entgegenzukommen. Der US-Vize sagte nicht im Detail, was genau die Knackpunkte waren. Er sagte lediglich, man habe bislang nicht gesehen, dass sich der Iran grundlegend dazu verpflichte, langfristig keine Atomwaffen zu entwickeln. „Wir hoffen, dass wir es noch sehen werden.“ Während der Verhandlungen sei er in ständigem Kontakt mit US-Präsident Donald Trump gewesen, sagte Vance weiter. (dpa)

Iran: Straße von Hormus und Reparationen zentrale Themen

Bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans sind iranischen Angaben zufolge zentrale Themen wie die Straße von Hormus, die Atomfrage, Kriegsreparationen, die Aufhebung von Sanktionen sowie ein Ende des Krieges in der Region zur Sprache gekommen. Es sei ein „arbeitsreicher und langer Tag“ für die Delegation der Islamischen Republik in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad gewesen, schrieb der Sprecher von Irans Außenministerium, Ismail Baghai, in den frühen Morgenstunden auf X.

Von Samstagmorgen bis in den Sonntag hinein hätten „intensive Verhandlungen“ stattgefunden. Dabei seien „zahlreiche Nachrichten und Texte“ zwischen den beiden Seiten ausgetauscht worden. Der Erfolg des diplomatischen Prozesses hänge aber „von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der Gegenseite ab, von überzogenen und unzulässigen Forderungen abzusehen und die legitimen Rechte und Interessen des Irans anzuerkennen“, schrieb Baghai weiter. Pakistan dankte er für die Ausrichtung der Gespräche. Über eine mögliche Fortsetzung der Gespräche äußerte er sich nicht. (dpa)

Iranische Medien: Gespräche mit USA gehen am Sonntag weiter

Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung von Pakistan sollen am heutigen Sonntag fortgesetzt werden. Das berichteten die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim, Fars und Irna übereinstimmend in der Nacht. Rund 14 Stunden nach Beginn des Treffens in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad war demnach eine direkte Verhandlungsrunde in den frühen Morgenstunden zu Ende gegangen. Expertenteams sollten den Angaben zufolge nun zunächst weitere Verhandlungstexte austauschen. Aus den USA hieß es von einem hochrangigen Beamten im Weißen Haus, auch nach 15 Stunden gingen die Gespräche weiter. (dpa)

Netanjahu: Wir haben Irans Atom- und Raketenprogramm zerstört

Israel und die USA haben nach Worten des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu bei ihren Angriffen auf den Iran das Atom- und Raketenprogramm des Landes zerstört. „Es ist uns gelungen, Irans Atomprogramm und sein Raketenprogramm zu zerschlagen“, sagte Netanjahu am Samstagabend in einer Fernsehansprache. Der Iran verfüge inzwischen über „keine funktionierende Urananreicherungsanlage“ mehr. Außerdem seien die meisten iranischen Raketenproduktionsstätten zerstört worden, sagte Netanjahu weiter. „Sie haben noch Raketen, sie haben noch Lager, aber das schrumpft.“ Die Ende Februar gestarteten US-israelischen Luftangriffe auf den Iran hätten „riesige Erfolge“ erzielt, sagte Netanjahu weiter. Das zeige sich auch in der Schwächung der iranischen Führung und ihrer regionalen Verbündeten. „Sie drohten uns mit der Vernichtung – und jetzt kämpfen sie selbst um ihr Überleben.“ (afp)

Trump spielt Verhandlungen mit Iran herunter

US-Präsident Donald Trump hat die Bedeutung der laufenden Gespräche mit dem Iran heruntergespielt. Ob es einen Deal gebe oder nicht, mache für ihn keinen Unterschied, sagte Trump am Samstag vor Reportern vor dem Weißen Haus. Eine US-Delegation um Vizepräsident JD Vance verhandelt seit Samstag mit einer iranischen Delegation unter der Führung von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf in Pakistans Hauptstadt Islamabad.

Dabei geht es darum, wie die Waffenruhe vorangebracht werden kann, die durch tiefe Differenzen und unverminderte Kämpfe im Libanon brüchig geworden ist. „Schauen wir, was passiert – vielleicht schließen sie einen Deal, vielleicht auch nicht“, sagte Trump in Washington. „Es spielt keine Rolle. Aus Sicht Amerikas gewinnen wir.“ Zugleich sprach Trump von „sehr tiefgehenden Verhandlungen“ mit dem Iran. Das US-Militär suche aktuell in der Straße von Hormus nach Minen, ergänzte er. Die für den Transport fossiler Energieträger wichtige Meerenge ist weiterhin faktisch für die meisten Frachter geschlossen, die Öl und Gas aus dem Persischen Golf transportieren. (ap)

Iran: Werden „starke Antwort“ auf Kriegsschiff-Durchfahrungen in Hormus geben

Die iranischen Revolutionsgarden werden von iranischen Medien mit ‌den Worten zitiert, es sei nur nicht-militärischen Schiffen erlaubt, die Straße von Hormus ‌zu durchfahren. Die Erlaubnis gelte zudem nur unter spezifischen Bedingungen. Auf jeden Versuch, die Wasserstraße mit einem Kriegsschiff zu durchfahren, werde der Iran eine „starke Antwort“ geben. (rtr)

Iran-Gespräche dauern an

Die Gespräche zwischen dem Iran und den USA dauern in Pakistan auch nach Mitternacht (Ortszeit) an. Mehr als acht Stunden nach Auftakt der Gespräche kamen die Verhandlungsführer am Austragungsort in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu einem weiteren direkten Treffen zusammen, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete. Es sei die „letzte Gelegenheit“, einen gemeinsamen Rahmen mit den Amerikanern zu finden, hieß es. (dpa)

Katar will Schifffahrtsaktivitäten wieder aufnehmen

Katar will seine Seeschifffahrtsaktivitäten in vollem Umfang wieder aufnehmen. Ab diesem Sonntag solle von 6.00 bis 18.00 Uhr wieder regulärer Betrieb gelten, teilte das Verkehrsministerium am Samstag mit. Der Beschluss soll demnach auf „alle Kategorien von Schiffen und Transportmitteln auf See“ ausgeweitet werden. Das Ministerium forderte die Betreiber in einer Mitteilung zudem auf, die Sicherheitsprotokolle einzuhalten. Zunächst war unklar, ob die Entscheidung bedeutet, dass katarische Schiffe die Straße von Hormus wieder passieren dürfen, die bis Samstag faktisch weiter geschlossen war. (ap)

Tausende bei Anti-Kriegs-Demo in Tel Aviv

Tausende Menschen haben in Tel Aviv an einer Anti-Kriegs-Demonstration teilgenommen. Der Kundgebung ging eine Lockerung der Kriegsbeschränkungen in weiten Teilen Israels voraus. Die Demonstranten versammelten sich am Samstagabend auf dem zentralen Habima-Platz und reckten Transparente in die Höhe, auf denen zu einem Ende von Israels „ewigem Krieg“ aufgerufen wurde. Viele skandierten: „Mehr Leid im Libanon wird uns keine Sicherheit bringen.“ Unter den Protestierenden war Ifat Kalderon, deren Cousin Ofer Kalderon nach dem von der Hamas angeführten Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 von der Extremistengruppe im Gazastreifen als Geisel gehalten und im vergangenen Jahr freigelassen wurde. Sie sei zu der Demonstration gekommen, um ein Ende der israelischen Kriege „im Iran, im Libanon und im Gazastreifen“ zu fordern, sagte sie der Nachrichtenagentur AP.

In Israel gibt es Anti-Kriegsproteste: Tel Aviv, 11. April Foto: Tomer Neuberg/rtr

Der Krieg mit dem Iran habe keine positiven Ergebnisse gebracht. „Die Realität ist dieselbe wie zuvor, vielleicht sogar schlimmer. Wir müssen alles in Abkommen überführen, wir können nicht dauerhaft im Krieg leben“, mahnte Kalderon. Bei einer kleineren Protestveranstaltung am Wochenende zuvor während Raketenangriffen aus dem Iran und dem Jemen hatte die Polizei die Demonstranten unter Gewaltanwendung zerstreut und mindestens 17 Menschen festgenommen. Das Vorgehen der Behörden wurde mit Sicherheitsbeschränkungen begründet. (ap)

Teheran dementiert Durchfahrt von US-Kriegsschiffen durch Straße von Hormus

Der Iran hat Angaben des US-Militärs dementiert, wonach am Samstag zwei US-Kriegsschiffe die Straße von Hormus durchquerten. Die entsprechenden Angaben des für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom würden „scharf zurückgewiesen“, erklärte der iranische Armeesprecher Ebrahim Zolfaghari am Samstagabend nach Angaben des Staatsfernsehens. „Die Entscheidung über die Durchfahrt von welchem Schiff auch immer liegt bei den Streitkräften der Islamischen Republik des Irans“, betonte er.

Zuvor hatte das US-Militärkommando Centcom erklärt, dass zwei Kriegsschiffe am Samstag die Straße von Hormus durchquert hätten. Damit sollten Vorbereitungen dafür getroffen werden, dass die wichtige Seefahrtstraße von Minen geräumt werden könne. Die beiden US-Kriegsschiffe seien Teil einer „umfassenderen Mission, die sicherstellen soll, dass die Straße vollständig von den zuvor von den iranischen Revolutionsgarden verlegten Seeminen befreit wird“, hieß es in der Centcom-Erklärung weiter. (afp)

Netanjahu: Wollen echtes Friedensabkommen mit dem Libanon

Israel strebt nach den Worten des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ein „echtes Friedensabkommen“ mit dem Libanon an. Dieses solle „über Generationen halten“, sagte er in einer Videobotschaft mit Blick auf anstehende Verhandlungen in Washington am Dienstag. Ein solcher Ausgang der Gespräche gilt allerdings als ungewiss. Netanjahu bekräftigte gleichzeitig, Israel kämpfe weiter gegen die libanesische Hisbollah-Miliz, bis die Sicherheit der Ortschaften im Norden Israels gewährleistet sei. Seit Wiederaufflammen des Konflikts Anfang März habe Israel mehrere Hundert Hisbollah-Kämpfer getötet. „Als Ergebnis der Stärke, die wir demonstriert haben, hat sich der Libanon innerhalb des vergangenen Monats mehrmals an uns gewandt“, sagte Netanjahu. Anliegen sei dabei gewesen, „direkte Friedensgespräche aufzunehmen“. Er habe dies gebilligt, unter zwei Bedingungen: Die Entwaffnung der Hisbollah und die Vereinbarung eines echten Friedensabkommens, das Bestand haben werde. Auch weitere Länder innerhalb und außerhalb der Region hätten sich an Israel gewandt, „weil sie unsere Stärke sehen“.

Die libanesische Regierung und Israel werden kommende Woche zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkte Gespräche auf politischer Ebene führen. Die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, und der israelische Botschafter in Washington, Jechiel Leiter, sollen diese am Dienstag aufnehmen. Libanons Präsident Joseph Aoun hatte in der Vergangenheit und seit Ausbruch des jüngsten Krieges zwischen Israel und der Hisbollah mehrfach ein Interesse daran bekundet. Die mit dem Iran verbündete Hisbollah hat sich bisher entschieden dagegengestellt. (dpa)

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