piwik no script img

Vorwürfe gegen Christian UlmenFall Fernandes bald wohl vor deutschen Gerichten

Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erschütterten Deutschland. Nun gibt die spanische Justiz den Fall wohl nach Potsdam ab.

Fall Collien Fernandes wird wohl doch in Deutschland verhandelt Foto: Georg Wendt/dpa

dpa | Nach einer Strafanzeige von Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen auf Mallorca gibt die spanische Justiz den Fall an Deutschland ab. Die zuständige Richterin in Palma habe nun diese Entscheidung getroffen, teilte die Justizsprecherin auf der spanischen Mittelmeerinsel der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Damit bestätigte die Sprecherin einen Bericht der Mallorca Zeitung.

Die Richterin der Kammer für Gewalt gegen Frauen am erstinstanzlichen Gericht in Palma folgt mit ihrer Entscheidung der Argumentation der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft in Palma bereits mitgeteilt, dass sie Spanien nicht für zuständig hält. Die Anwälte von Collien Fernandes könnten gegen die Entscheidung jedoch noch vor einer höheren Instanz in Spanien Einspruch einlegen, ließ die Sprecherin wissen.

Fernandes wirft Ulmen vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die „initiale Berichterstattung“ des Spiegels gerichtliche Schritte einzuleiten. Der Fall löste in Deutschland eine breite Debatte über sexualisierte Gewalt und Demonstrationen in mehreren deutschen Städten aus.

Vor ihrem Umzug 2023 nach Mallorca hatten Fernandes und der Schauspieler Christian Ulmen in Potsdam gewohnt. Das Gericht auf Mallorca sieht keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür, dass die mutmaßlichen Taten überwiegend in Spanien begangen wurden.

In Deutschland steht nun Potsdam im Blickpunkt

In einem von der Sprecherin zur Verfügung gestellten Beschlusstext weist die Richterin darauf hin, dass „die wesentlichen Umstände, die zur Einreichung der Anzeige geführt haben, mutmaßlich auf deutschem Hoheitsgebiet begangen wurden oder über digitale Plattformen, die auf Deutsch veröffentlichen“.

Zudem handele es sich sowohl bei der Klägerin als auch beim Angeklagten um deutsche Staatsangehörige, wird hervorgehoben. Auch die benannten Zeugen seien deutsche Staatsangehörige, in Deutschland ansässig und sprächen Deutsch. Sämtliche vorgelegten Gespräche müssten aus dem Deutschen übersetzt werden, da keine der Parteien Spanisch spreche.

Auch eine mögliche digitale Hetzkampagne mit Auswirkungen auf Mallorca begründe keine Zuständigkeit spanischer Gerichte, da Collien Fernandes in Deutschland deutlich bekannter sei als in Spanien, heißt es. Die deutsche Gerichtsbarkeit sei aus all den genannten Gründen in einer „privilegierten Position, die von ihr bereits eingeleiteten Ermittlungen fortzusetzen“.

Die mallorquinische Richterin ordnete „die vollständige Weiterleitung der Akten an die zuständige deutsche Staatsanwaltschaft“ an, „konkret an die Staatsanwaltschaft Itzehoe“. In Deutschland prüft unterdessen die Staatsanwaltschaft Potsdam die Übernahme der Ermittlungen aus Itzehoe. Die Akten der Staatsanwaltschaft Itzehoe in Schleswig-Holstein seien eingetroffen, sagte am Montag eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde in Potsdam.

Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow von der Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte am Freitag zur Abgabe des Falls nach Potsdam gesagt, durch die Prüfung „bezüglich der vorgeworfenen Handlungen“ hätten sich Hinweise auf mögliche Tatorte im dortigen Bezirk ergeben.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema
Produkt-Arrangement bestehend aus dem bunt gemusterten „feministaz“-Halstuch, einer gedruckten taz-Sonderausgabe und einem Smartphone, das die digitale taz-Titelseite mit einer lila Faust zeigt.

10 Wochen taz testen + feministisches Halstuch

Gerade jetzt ist die Sichtbarkeit solidarischer Stimmen wichtiger denn je – für Frauen und FLINTA* weltweit. Teste die taz jetzt und erhalten unser neues feministisches Halstuch als Prämie dazu.

  • Erhalte das exklusive Tuch als Prämie – so attraktiv kann Solidarität sein!
  • Lies 10 Wochen die taz: Montag bis Freitag digital, samstags die gedruckte wochentaz
  • Limitierte Stückzahl, schnell sein lohnt

taz zur Probe + Tuch für nur 29 Euro

Jetzt bestellen

0 Kommentare