+++ Nachrichten im Irankrieg +++: Pakistan erwartet Unterhändler für Mittwoch
In Islamabad werden die Sicherheitsvorkehrungen für Verhandlungen zwischen den USA und Iran verschärft. US-Präsident Trump steckt im Umfragetief.
AP-Informationen: Unterhändler für Mittwoch in Pakistan erwartet
Die USA und Iran haben nach Angaben aus Vermittlerkreisen die Anreise von Delegationen für Gespräche über Irankrieg in Islamabad bestätigt. Wie der Nachrichtenagentur AP mitgeteilt wurde, sollten US-Vizepräsident J. D. Vance und Iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf als Delegationsleiter voraussichtlich am Mittwoch in der pakistanischen Hauptstadt eintreffen. Das sei den Vermittlerstaaten, unter denen Pakistan eine führende Rolle einnimmt, bestätigt worden. Das iranische Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, bislang sei keine Delegation des Landes nach Islamabad gereist. In Islamabad ist jedoch bereits spätestens seit Sonntag eine erhebliche Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen zu beobachten. (ap)
Trump: Iran hat „zahlreiche Male“ gegen vereinbarte Feuerpause verstoßen
Einen Tag vor Ende der zweiwöchigen Waffenruhe in Irankrieg hat US-Präsident Donald Trump Iranischen Seite vorgeworfen, wiederholt gegen die getroffene Vereinbarung verstoßen zu haben. Die Islamische Republik habe die Feuerpause „zahlreiche Male“ verletzt, erklärte Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social. (afp)
Libanon pocht auf Abzugs Israels und droht mit Konsequenzen
Der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri warnt Israel vor Konsequenzen, sollte sich seine Armee nicht aus dem Süden des Landes zurückziehen. Wenn Israel seine Besatzung aufrechterhalte, werde es „jeden Tag den Geruch des Widerstands riechen“, sagt der Verbündete der Hisbollah-Miliz der Zeitung Al-Dschumhurija. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz pocht unterdessen auf die Entwaffnung der Hisbollah. Sollte die libanesische Regierung dies nicht umsetzen, werde das israelische Militär seine Einsätze fortsetzen. Derzeit gilt eine Waffenruhe. (rtr)
Finanzminister: Irankonflikt kostet Frankreich bis zu 6 Milliarden Euro
Die wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs schlagen in Frankreich mit Kosten von 4 bis 6 Milliarden Euro zu Buche. Diese Zahlen nannte Finanzminister Roland Lescure am Dienstag im Hörfunksender RTL. Seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten sind die Anleiherenditen stark gestiegen. Allein die daraus resultierenden höheren Kreditkosten belasten den Etat laut dem Minister mit zusätzlichen 3,6 Milliarden Euro. Premierminister Sebastien Lecornu will am Abend neue Hilfen für die Verbraucher in Zeiten der gestiegenen Energiepreise bekannt geben – insbesondere für Bürger, die beruflich auf das Auto angewiesen sind. (rtr)
Iran zeigt sich kriegsbereit: „Hölle“ für USA und Israel
Irans Militär hat sich vor dem Auslaufen der Waffenruhe bereit für eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen gegen Israel und die USA gezeigt. Das Militär sei einsatzbereit und werde sich nicht überraschen lassen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden. Neue Ziele seien für eine Rückkehr zum Krieg identifiziert worden. Vom ersten Moment der Wiederaufnahme von Angriffen werde man eine „Hölle“ für die Amerikaner und Israelis schaffen, hieß es. (dpa)
Roter Halbmond: zwei Tote bei Angriff israelischer Siedler im Westjordanland
Im von Israel besetzten Westjordanland sind nach Angaben von Rettungskräften zwei Menschen durch Schüsse israelischer Siedler getötet worden, darunter ein 13-jähriges Kind. Vier weitere Menschen seien bei dem Angriff auf das Dorf Al-Mughadschir nahe der Stadt Ramallah verletzt worden, erklärte der Rote Halbmond am Dienstag. Die Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden. Die israelische Armee äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht zu dem Vorfall. (afp)
Trump steckt in Umfragetief fest
US-Präsident Donald Trump kommt aus dem Umfragetief nicht heraus. 62 Prozent der Amerikaner und Amerikanerinnen sind demnach unzufrieden mit seiner Arbeit, wie aus der am Dienstag veröffentlichten jüngsten Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervorgeht. Weder sein Vorgehen in Iran noch seine Wutausbrüche gegen den Papst oder die Nato-Verbündeten kommen bei der Mehrheit gut an. Zudem hegt ein erheblicher Anteil der US-Bürger Zweifel an der geistigen Verfassung und dem Temperament des 79-Jährigen.
Die Militärschläge gegen Iran befürwortet in der Umfrage nur eine Minderheit von 36 Prozent. Lediglich 25 Prozent denken, dass die USA durch die Angriffe ein sichereres Land würden. Nur 26 Prozent der Befragten finden, dass die im Zuge des Kriegs gestiegenen Lebenshaltungskosten das militärische Vorgehen gegen Iran rechtfertigen. Entsprechend sind genauso wenige Amerikaner von Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten überzeugt. Auch Trumps Drohung, die USA aus der Nato zu holen, stößt auf wenig Verständnis. Nur 16 Prozent der Umfrage-Teilnehmer befürworten einen Austritt aus der Militärallianz. (rtr)
Libanon meldet massive Schäden an Brücken
Im Libanon sind seit dem Wiederaufflammen des Kriegs zischen der Schiitenmiliz Hisbollah und Israel 15 Brücken beschädigt oder zerstört worden. Der Minister für öffentliche Arbeiten und Verkehr, Fajes Rasamni, sagte am Dienstag dem Fernsehsender LBC, der Regierung liege noch keine endgültige Schätzung über das Ausmaß der Schäden in dem fast siebenwöchigen Krieg vor. Der Minister nannte eine Summe zwischen 7 und 8 Milliarden Dollar. (ap)
EU-Kommissar: EU will verstärkt Kerosin aus den USA kaufen
Angesichts von Warnungen vor Engpässen hat EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas eine verstärkte Beschaffung von Kerosin aus den USA ins Spiel gebracht. „Wir arbeiten daran, eine alternative Versorgung Europas mit Flugkraftstoff zu sichern, etwa mit Treibstoff vom Typ A aus den USA“, sagte Tzitzikostas nach einer Videokonferenz der EU-Verkehrsminister am Dienstag. Die Kommission will am Mittwoch ein Paket für Wege aus der Energiekrise vorlegen. US-Treibstoff vom Typ A ist in der EU bisher nicht zugelassen. Die Kommission prüfe derzeit, welche Voraussetzungen es für eine zeitnahe Zulassung in der EU gebe, erklärte Tzitzikostas. Danach werde die Kommission eine Entscheidung treffen. (afp)
DIHK warnt vor „immensen Kostensteigerungen“ durch Irankrieg
Der Krieg in Iran setzt nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) in der deutschen Wirtschaft eine „spürbare Kettenreaktion“ in Gang, mit „immensen Kostensteigerungen“ bei Firmen. Sprunghafte Preissteigerungen und täglich wechselnde Einkaufspreise machten es nahezu unmöglich, auf Basis verlässlicher Kalkulationen zu planen. In einer DIHK-Blitzumfrage unter rund 2.400 Betrieben berichten demnach 83 Prozent der Firmen von negativen Auswirkungen auf ihre Geschäfte, in der Industrie sind es 87 Prozent. Als häufigste Belastung nennen die Unternehmen gestiegene Fracht- und Transportkosten (73 Prozent) sowie höhere Preise für Energie (71 Prozent). Zudem melden 58 Prozent der Betriebe steigende Rohstoff- und Materialpreise. (dpa)
Kondom-Hersteller Karex kündigt Preiserhöhung wegen Irankrieg an
Der weltgrößte Kondomhersteller Karex will wegen gestörter Lieferketten infolge des Irankriegs die Preise um 20 bis 30 Prozent anheben. „Die Lage ist definitiv sehr heikel, die Preise sind hoch. (…) Wir haben keine andere Wahl, als die Kosten jetzt an die Kunden weiterzugeben“, sagte Firmenchef Goh Miah Kiat am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Nachfrage nach Kondomen sei in diesem Jahr um rund 30 Prozent gestiegen, da viele Kunden wegen hoher Frachtkosten und Lieferverzögerungen nur noch geringe Lagerbestände hätten. Zudem seien die Kosten für Rohstoffe wie synthetischen Kautschuk, Verpackungsmaterial und Silikonöl gestiegen. Das malaysische Unternehmen produziert jährlich mehr als fünf Milliarden Kondome und beliefert bekannte Marken wie Durex und Trojan sowie staatliche Gesundheitssysteme und UN-Hilfsprogramme. Sollten die Probleme in den Lieferketten andauern, seien weitere Preiserhöhungen möglich, sagte der Firmenchef. (rtr)
Nationaler Sicherheitsrat sieht keine Treibstoffnotlage
Der Nationale Sicherheitsrat hat sich mit der Energiekrise infolge des Irankriegs befasst und ist zu dem Schluss gekommen, dass es derzeit keine Versorgungsnotlage für Treibstoff gibt. Die Vorräte gerade an Kerosin seien als „für eine absehbare Zeit“ ausreichend erachtet worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. Es gebe außerdem „Raffinerieoptionen“, die eine schnelle Reaktion auf möglicherweise auftretende Lücken ermöglichten, hieß es nach der Sitzung, die bereits am Montagabend stattfand. Man sei sich allerdings der „angespannten Situation“ bewusst und werde die Lage weiter intensiv beobachten. Dazu werde die bereits bestehende Task Force Energieversorgung ausgeweitet und in einen Staatssekretärsausschuss umgewandelt. (dpa)
Unsicherheit über Iran-Gespräche – Islamabad trifft Vorkehrungen
Ob die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Gespräche über Irankrieg in Pakistan zustandekommen, ist auch am Dienstag vorerst weiter unklar. Iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf weckte in einem Beitrag auf der Plattform X zuletzt neue Zweifel an der Anreise einer Delegation seines Landes. Unter dem Eindruck von Drohungen werde Teheran keine Verhandlungen akzeptieren. Er warf den USA vor, von Iran praktisch eine Kapitulation zu verlangen, allerdings sei man in Teheran darauf vorbereitet, neue Mittel auf dem Schlachtfeld auszuspielen. Ghalibaf hatte die iranische Delegation bei der ersten Gesprächsrunde in Pakistan angeführt. Auch das iranische Staatsfernsehen berichtete am Dienstag, bislang sei keine Delegation nach Islamabad gereist. Kürzlich hatte die US-Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs am Wochenende die Spannungen erneut verschärft.
Trump sandte zuletzt gemischte Botschaften aus, wie sich der Konflikt weiterentwickeln könnte. Er deutete an, dass er noch immer damit rechne, seine Unterhändler nach Islamabad zu schicken, machte aber zugleich deutlich, dass er es nicht eilig habe, den Krieg zu beenden. Eine Verlängerung der Waffenruhe mit Iran bezeichnete er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg als „höchst unwahrscheinlich“. Doch selbst die Frage, wann genau diese ausläuft, war von Unklarheiten umgeben. (ap)
Deutschland fordert Iran zu Verhandlungen mit USA auf
Die Bundesregierung fordert von der politischen Führung in Teheran ein Eingehen auf das Gesprächsangebot der USA. „Wir rufen Iran jetzt dringend dazu auf, nach Islamabad zu kommen und konstruktiv mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu verhandeln“, sagte Außenminister Johann Wadephul am Rande eines Treffens mit EU-Kollegen in Luxemburg. Es gebe eine ausgestreckte Hand der Amerikaner, die im Interesse der eigenen Bevölkerung ergriffen werden sollte. Man wisse, dass der amerikanische Vizepräsident J. D. Vance bereit sei, für Gespräche in die pakistanische Hauptstadt Islamabad zu reisen.
Mit Blick auf die US-Regierung sagte Wadephul, er könne die amerikanische Seite nur auffordern, weiter die Offenheit für Verhandlungen mit Iran zu zeigen. „Ich glaube, es gibt nach wie vor ein Fenster der Möglichkeiten, diesen Krieg durch Verhandlungen zu beenden“, betonte er. Der Krieg gehe bald in den dritten Monat und man habe ein Interesse, dass der Konflikt rasch gelöst werden könne. Wadephul kritisierte zudem die iranische Blockade der Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel. „Wir fordern Iran dazu auf, die freie und sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus unverzüglich wiederherzustellen“, sagte er. Als Europäer teile man dieses Ziel mit den Partnern am Golf und stehe bereit, nach Ende der Auseinandersetzung die Lage abzusichern. (dpa)
Wadephul bekräftigt deutsches Nein zu Aussetzung von EU-Assoziierungsabkommen mit Israel
Angesichts neuer Forderungen, das EU-Assoziierungsabkommen mit Israel zu beenden, hat Bundesaußenminister Johann Wadephul die deutsche Ablehnung eines solchen Schritts bekräftigt. „So etwas halten wir für unangebracht“, sagte Wadephul am Dienstag vor einem Treffen mit EU-Kollegen in Luxemburg. Zwar müsse über „die kritischen Fragen“ mit Israel gesprochen werden, dies solle aber im „konstruktiven Dialog“ geschehen.
Spanien, Irland und Slowenien hatten zuvor eine Aufkündigung des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel auf die Agenda des Außenministertreffens gesetzt. Mehrere EU-Mitglieder hatten sich bereits im vergangenen Jahr angesichts Israels Vorgehen im Gaza-Krieg für einen solchen Schritt ausgesprochen. Zu einem Beschluss kam es jedoch nie. Die israelische Invasion des Libanon und ein neues Gesetz zur Einführung der Todesstrafe für Palästinenser im Westjordanland führten nun dazu, dass das Thema wieder aufgegriffen wurde. (afp)
Erstmals wieder Inlandsflüge in Iran nach mehr als 50 Tagen
Nach mehr als 50 Tagen will Iran den Luftverkehr im Inland wieder aufnehmen. Erstmals nach Kriegsbeginn sei am Mittwoch wieder ein Flug der staatlichen Fluggesellschaft Iran Air aus der Hauptstadt Teheran in die nordöstliche Millionenmetropole Maschhad geplant, hieß es in übereinstimmenIranischen Medienberichten. Die Maschine soll danach Passagiere aus Maschhad zurück nach Teheran fliegen. Im Krieg waren in Iran Dutzende Passagierflugzeuge außer Betrieb genommen worden, wie die Zeitung Shargh jüngst berichtete. Sieben Flughäfen seien Ziel der israelisch-amerikanischen Bombardierungen geworden. Die größten Schäden entstanden demnach an den Flughäfen Mehrabad in Teheran sowie in der nordwestlichen Metropole Tabris. Besonders betroffen waren die Airlines Mahan Air und Iran Air. (dpa)
Nicaraguas Präsident Ortega nennt Trump „geistig verwirrt“
Der nicaraguanische Staatschef Daniel Ortega hat US-Präsident Donald Trump wegen des Irankriegs vorgeworfen, „geistig verwirrt“ zu sein. „Ein Krieg, der so geführt wird, wie es der US-Präsident derzeit tut, ist typisch für jemanden, der den Verstand verloren hat und denkt, er könne alles tun, was er will – jede Art von Grausamkeit“, sagte Ortega während einer Veranstaltung in der Hauptstadt Managua am Montag (Ortszeit). Bei Trump gebe es „ein Problem geistiger Instabilität“, führte Ortega weiter aus. „Wie wir hier sagen: Er hat seinen Verstand verloren.“
Ortega kritisierte Trump auch für ein unlängst auf dessen Plattform Truth Social gepostes Bild, das den US-Präsidenten als Jesus darstellt, der einen Kranken heilt. „Wie viele hat er tatsächlich geheilt?“, fragte Ortega. „Die Menschen werden ihn zur Rechenschaft ziehen und herausfinden, wie viele er getötet hat.“ Der 80-jährige frühere Guerilla Ortega kam 2007 in Nicaragua an die Macht und regiert das Land zunehmend autoritär. Washington wirft ihm vor, die Opposition zu unterdrücken und das Land ganz auf sich zugeschnitten zu haben. Bislang hatte sich Ortega zum Irankrieg eher zurückhaltend geäußert. (afp)
China: Kritische Übergangsphase zwischen Krieg und Frieden
China hat kurz vor dem Auslaufen der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen Iran und den USA auf weitere Verhandlungen gedrungen. Es handele sich derzeit um eine kritische Übergangsphase zwischen Krieg und Frieden, sagte Guo Jiakun, ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. Es sei nun umso wichtiger, „dass alle Parteien größte Aufrichtigkeit zeigen, sich weiterhin für eine politische Lösung einsetzen und die Dynamik der Waffenruhe und der Verhandlungen aufrechterhalten“. Staatschef Xi Jinping hatte am Montag die Öffnung der Straße von Hormus gefordert. (ap)
Erheblich verschärfte Sicherheitsvorkehrungen in Islamabad
Inmitten der Spekulationen über das Zustandekommen einer zweiten Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran sind die Sicherheitsvorkehrungen in Islamabad weiter verschärft worden. Zeugen und Behördenvertreter berichteten der Nachrichtenagentur AP am Dienstag vom Einsatz Tausender Sicherheitskräfte in der pakistanischen Hauptstadt. Die Vorkehrungen wirkten strenger als noch beim ersten Treffen der Kriegsgegner am 11. und 12. April. Allerdings hat Teheran eine Teilnahme an erneuten Verhandlungen, die US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, bislang nicht bestätigt. Auch Pakistan hat noch keinen Termin für ein Treffen bekanntgegeben. (ap)
Israel: Hisbollah-Chef wird „mit seinem Kopf bezahlen“
Vor neuen Gesprächen Israels und des Libanons in Washington hat der israelische Verteidigungsminister erneut mit der Tötung des Hisbollah-Chefs gedroht. Naim Kassim werde „mit seinem Kopf bezahlen“, sagte Minister Israel Katz nach Medienberichten bei einer Veranstaltung zum israelischen Soldatengedenktag. Auch während einer Waffenruhe bleibe die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz das übergreifende Ziel, sagte Katz nach Angaben des Nachrichtenportals „ynet“. Die Hisbollah habe Israel „im Dienste ihrer iranischen Herren angegriffen“ und werde dafür den Preis zahlen. „Jeder, der die Hand gegen Israel erhebt, dem wird sie abgeschlagen. Wir werden nicht zur Realität vor dem 7. Oktober 2023 zurückkehren“, sagte Katz demnach. (dpa)
Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Protesten
Inmitten einer Welle von Hinrichtungen hat Irans Justiz ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten Anfang Januar vollstreckt. Ein Mann sei im Morgengrauen hingerichtet worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Ihm wurde demnach vorgeworfen, bei den Aufständen eine Moschee im Teheraner Stadtteil Gholhak in Brand gesetzt zu haben. (dpa)
Pakistan und Ägypten tauschen sich zu Vermittlungsbemühungen aus
Pakistans Außenminister Ishaq Dar hat sich im Ringen um eine weitere Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran mit seinem ägyptischen Amtskollegen Badr Abdel-Atti ausgetauscht. Das pakistanische Außenministerium teilte am Dienstag mit, beide hätten die Bedeutung von Dialog und Zusammenarbeit für Frieden und Stabilität betont und vereinbart, in engem Kontakt zu bleiben. Details wurden in der Mitteilung nicht genannt. (ap)
Iran droht mit „entscheidender Antwort“ bei Angriffen
Die iranischen Streitkräfte sind nach den Worten eines hochrangigen Militärkommandeurs zu einer „sofortigen und entscheidenden Antwort“ auf jede erneute feindselige Handlung ihrer Gegner bereit. Teheran behalte auf militärischem Gebiet die Oberhand, einschließlich der Kontrolle über die Straße von Hormus, zitiert die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim den Kommandeur des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija, Ali Abdollahi. Man werde dem US-Präsidenten nicht erlauben, „falsche Narrative über die Lage vor Ort zu schaffen“. (rtr)
AP-Informationen: Iran gewährt Milizen im Irak mehr Autonomie
Iran hat verbündeten Milizen im Irak mehr Autonomie gewährt. Wie die Nachrichtenagentur AP aus Behörden- und Milizkreisen erfuhr, sollen einige militante Gruppen inzwischen Einsätze eigenständig planen dürfen, die zuvor eng mit Teheran abgestimmt wurden. Hintergrund seien die Belastungen durch den Krieg mit den USA und Israel. Viele vom Iran unterstützte Milizen werden über den irakischen Staatshaushalt finanziert und sind in den Sicherheitsapparat eingebunden. Die USA und andere Staaten kritisieren das seit Langem und werfen Bagdad vor, nicht entschlossen genug gegen Gruppen vorzugehen, die immer wieder Angriffe auf US-Interessen und Länder in der Region verüben. (ap)
Trumps „Friedensrat“ spricht mit DP World über Logistik für Gaza
Vertreter des von US-Präsident Donald Trump gegründeten „Board of Peace“ führen einem Bericht der Financial Times zufolge Gespräche mit dem staatlichen Logistikkonzern DP World aus Dubai. Dabei gehe es um die Verwaltung von Lieferketten für Hilfsgüter und den möglichen Bau eines neuen Hafens im Gazastreifen, meldet die Zeitung unter Berufung auf Insider. DP World und das Weiße Haus waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. (rtr)
US-Vertreter: Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in Washington am Donnerstag
Am Donnerstag finden in Washington nach Angaben eines US-Vertreters erneut Gespräche zwischen Vertretern Israels und des Libanon statt. „Wir werden weiterhin direkte Gespräche in gutem Glauben zwischen den beiden Regierungen erleichtern“, sagte der Verteter des US-Außenministeriums am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Die Gespräche sollen demnach im US-Außenministerium in Washington stattfinden, erneut auf Botschafterebene. (afp)
Trump: Bergung von Uran aus Iran wird „langer und schwieriger Prozess“ sein
US-Präsident Donald Trump hat einen langwierigen Prozess zur Bergung von Uran aus Iran angekündigt. Die US-Angriffe auf iranische Atomanlagen im Juni des vergangenen Jahres hätten eine „komplette und totale Auslöschung“ der Atomanlagen zur Folge gehabt, erklärte Trump am Montag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. „Daher wird es ein langer und schwieriger Prozess sein, das wieder auszugraben“, fügte er mit Blick auf das Uran hinzu.
Trump will das iranische Uran nach einem Friedensabkommen mit Iran in die USA bringen. Washington werde Teheran dabei helfen, das angereicherte Uran aus den im vergangenen Juni getroffenen iranischen Atomanlagen zu bergen, erklärte Trump vergangene Woche. Iran hatte eine angebliche Bereitschaft zur Übergabe seines angereicherten Urans im Rahmen der Verhandlungen mit den USA am Freitag allerdings dementiert. „Irans angereichertes Uran wird nirgendwohin transferiert“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei. (afp)
Leavitt: USA waren einem guten Deal mit Iran nie näher
Trotz der Unklarheit über eine mögliche weitere Verhandlungsrunde sieht sich die US-Regierung einem ihrer Meinung nach guten Abkommen mit Iran näher denn je. „Die Vereinigten Staaten standen noch nie so kurz davor wie jetzt gerade, ein wirklich gutes Abkommen zu schließen – ganz im Gegensatz zu dem schrecklichen Abkommen, das Barack Hussein Obama unterzeichnet hat“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, dem Sender Fox News. Damit bezog sie sich auf das Atomabkommen von 2015, das US-Präsident Donald Trump später aufgekündigt hatte. Die USA stünden kurz vor einer Einigung, sagte Leavitt weiter. Sollte es dennoch nicht dazu kommen, habe der Präsident mehrere Optionen zur Verfügung, „von denen er ohne zu zögern Gebrauch machen wird.“ Trump habe zuvor gezeigt, dass er seinen Worten Taten folgen lasse. (dpa)
Optimismus an Börsen in Ostasien hält an
Die Börsenkurse in Ostasien sind vor Ablauf der derzeitigen Waffenruhe in Iran erneut gestiegen. Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte eine Stunde nach Handelsstart um rund 2 Prozent. Damit rangiert er derzeit sogar höher als noch zu Beginn des aktuellen Irankriegs Ende Februar. Der japanische Nikkei 225 stieg zum selben Zeitpunkt – 10 Uhr morgens Ortszeit – um knapp 1,2 Prozent. (dpa)
Iran: Trump will Verhandlungstisch in „Kapitulationstisch“ verwandeln
Der Iranische Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb auf X, Teheran akzeptiere keine Verhandlungen mit den USA unter Drohungen. US-Präsident Donald Trump versuche, den Verhandlungstisch in einen „Kapitulationstisch“ zu verwandeln, fügte er hinzu. (rtr)
Trump: Blockade iranischer Häfen wird erst nach „Deal“ mit Iran aufgehoben
Die USA werden die Blockade iranischer Häfen nach den Worten von Präsident Donald Trump nur im Falle eines Abkommens mit Iran aufheben. Die Blockade „zerstört Iran völlig“, schrieb Trump am Montag in Onlinenetzwerken. „Sie verlieren 500 Millionen Dollar pro Tag, eine Summe, die selbst kurzfristig untragbar ist“, fuhr er fort. Die Blockade werde erst aufgehoben, wenn Teheran einem „Deal“ zur Beendigung des Krieges zugestimmt habe. (afp)
Libanon meldet Verletzte nach israelischem Angriff
Bei einem israelischen Angriff im Libanon sind nach Behördenangaben trotz einer geltenden Waffenruhe mehrere Menschen verletzt worden. Das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Beirut meldete, dass bei einem Angriff in der Provinz Nabatija im Südlibanon sechs Menschen verletzt wurden. Ein israelischer Armeesprecher dementierte den Angriff. Er sagte, man habe keine Informationen zu einem solchen Angriff Israels. Seit vergangener Woche gilt nach mehr als sechs Wochen Krieg eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. In der aktuellen Vereinbarung heißt es, Israel soll zwar „offensive“ Einsätze gegen Ziele im Libanon unterlassen, das Land darf sich jedoch gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen. (dpa)
US-Militär hat 27 iranische Schiffe zurückgeschickt
Das US-Militär hat im Rahmen der Blockade iranischer Häfen nach eigenen Angaben 27 Schiffe zurückbeordert. Die Blockade konzentriere sich auf Schiffe, die in iranische Häfen ein- oder auslaufen, teilte das Militär am Montag mit. Am Wochenende hatten US-Streitkräfte ein iranisches Frachtschiff beschlagnahmt. (ap)
Merz: Wohl nur Rutte und ich können noch gut mit Trump reden
Bundeskanzler Friedrich Merz geht nach eigenen Worten davon aus, dass er zu den wenigen Personen in Europa gehört, die noch offen mit US-Präsident Donald Trump reden können. „Wahrscheinlich sind (Nato-Generalsekretär) Mark Rutte und ich zurzeit die einzigen, die relativ vertrauensvoll und gut mit ihm sprechen können“, sagt Merz auf dem Jahresempfang des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) in Berlin. „Andere haben, aus welchen Gründen auch immer, vielleicht mehr Probleme mit ihm.“ Er versuche, ein gutes persönliches Verhältnis zu erhalten. Trump sei nun einmal US-Präsident. „Und der deutsche Bundeskanzler muss mit jedem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika versuchen, vernünftig auszukommen.“ Er habe Zugang zu Trump – „jedenfalls, wenn die Türen geschlossen sind und die Presse nicht mehr dabei ist, wird es besser. Aber es ist immer noch nicht gut. Es ist halt schwierig.“ (rtr)
US-Vize Vance offenbar noch in Washington
US-Vizepräsident J. D. Vance befindet sich offenbar nicht auf dem Weg zu Gesprächen über ein Ende des Irankriegs in Pakistan. Seine Wagenkolonne fuhr am späten Montagvormittag (Ortszeit) am Weißen Haus vor. Das bedeutet, dass Vance die USA nicht für Gespräche in Islamabad verlassen hat. (ap)
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