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+++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++Drohnenangriffe am Tschornobyl-Jahrestag

Erneut gab es heftige Angriffe, zudem wurde eine russische Ölraffinerie angegriffen. Nordkorea weiht ein Denkmal für getötete Soldaten ein.

Odessa in Trümmern nach einem russischen Angriff am 24. April 2026 Foto: Michael Shtekel/ap/dpa

Mindestens 16 Tote bei Angriffen am Tschornobyl-Jahrestag

Angriffe am 40. Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Tschornobyl haben in der Ukraine und in Russland mindestens 16 Menschen das Leben gekostet. Russische Drohnen- und Raketenangriffe auf die Stadt Dnipro töteten mindestens neun Menschen, wie der regionale Verwaltungschef Alexander Hanscha am Sonntag mitteilte. Ein Mann wurde bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland besetzten Krim getötet, erklärten von Moskau eingesetzte Behörden am Sonntag.

Leonid Passetschnik, der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef der ukrainischen Region Luhansk, erklärte, drei Menschen seien bei einem nächtlichen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Dorf getötet worden, nachdem am frühen Samstagmorgen bereits zwei Todesopfer gemeldet worden waren.

Grafische Darstellung eines AKW-Kühlturms, aus dem eine Wolke mit einem Radioaktivitätssymbol kommt.
40 Jahre nach dem Super-GAU in Tschornobyl

Am 26. April 1986 kam es im ukrainischen, damals sowjetischen Tschornobyl (russisch Tschernobyl) zum Super-GAU. Eine radioaktive Wolke verseuchte große Teile Europas. 40 Jahre später blickt die taz in einem Schwerpunkt zurück und nach vorn. Die taz verwendet bei ukrainischen Orten grundsätzlich die Schreibweise in Landessprache, nicht die russische – so auch bei Tschornobyl.

Zuvor war nach Angaben lokaler Behörden eine Frau bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Grenzregion Belgorod getötet worden.

Ukrainische Streitkräfte griffen zudem eine Ölraffinerie in Jaroslawl tief im russischen Hinterland an, wie der ukrainische Generalstab am Sonntag mitteilte. Die Angriffe lösten Brände in der Anlage aus. Russland äußerte sich dazu zunächst nicht. Die Ukraine äußerte sich zu keinem der Angriffe, die von der AP nicht unabhängig überprüft werden konnten.

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Nichts gelernt aus Tschornobyl?

Die Katastrophe im Atomkraftwerk in Tschornobyl prägte 1986 eine ganze Generation der Umweltbewegung. Wie wirkt sie heute nach? Darüber diskutiert Tanja Tricarico aus dem taz-Auslandsressort mit Korrespondent Bernhard Clasen. ➝ Hier geht's zur neuen Folge des Podcasts Fernverbindung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nutzte den Tschornobyl-Gedenktag für eine Warnung. Russland bringe die Welt erneut an den Rand einer von Menschen verursachten Katastrophe, schrieb er auf Facebook. Man dürfe diesen „nuklearen Terrorismus“ nicht weiter zulassen.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, äußerte bei einem Besuch in Kyjiw ähnliche Bedenken wie Selenskyj und erklärte, Reparaturen an der bereits beschädigten äußeren Schutzhülle des Kraftwerks müssten sofort beginnen. (ap)

Zehn Verletzte bei russischem Angriff auf Odessa

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die südukrainische Stadt Odessa sind in der Nacht nach Angaben der Behörden zehn Menschen verletzt worden, darunter zwei Kinder. Die ‌größten Schäden habe es im zentralen Bezirk Prymorskyj gegeben, wo Wohnhäuser, ein Hotel und weitere Einrichtungen getroffen worden seien, teilt der Leiter der örtlichen Militärverwaltung, Serhij Lysak, mit. Er spricht von einer „extrem schwierigen Nacht“.

Auch in zwei weiteren Bezirken seien mehrstöckige Wohnhäuser und Fahrzeuge angegriffen worden. Odessa ist als wichtiger Schwarzmeerhafen ein Drehkreuz für ukrainische Exporte und seit Beginn des Ukraine-Kriegs immer wieder Ziel russischer Angriffe. (rtr)

Nordkorea weiht Denkmal für gefallene Soldaten ein

Nordkoreas ‌Machthaber Kim Jong Un hat Russland nach Angaben staatlicher Medien die weitere Unterstützung seines Landes zugesichert. Bei einem Treffen mit einer russischen Delegation um ⁠Verteidigungsminister Andrej Beloussow soll Kim den Ausbau der militärischen Beziehungen besprochen haben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Anlass des Besuchs war die Einweihung eines Denkmals für nordkoreanische Soldaten, die ‌in der ‌russischen Grenzregion Kursk getötet wurden.

Schätzungen zufolge ⁠hat Nordkorea rund 14.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine entsandt, von denen mehr als ‌6.000 gefallen sein sollen. Beloussow ‌zufolge vereinbarten beide Seiten, die militärische Zusammenarbeit auf eine langfristige Basis zu stellen und noch in diesem Jahr ‌einen Kooperationsplan für die Jahre 2027 ⁠bis 2031 zu unterzeichnen. (rtr)

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