taz goes Mecklenburg-Vorpommern: Ohne Wow und ohne Wal
Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sucht die taz nach Ihren Themen – und eine Wohnung in Rostock. Schreiben Sie uns!
Seit Jahren wirbt Mecklenburg-Vorpommern mit dem Slogan „#MVwow“ für sich. Dazu gibt es Bilder und Sinnsprüche mit Menschen an Maschinen, Menschen auf Fischkuttern, Menschen am Strand, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang. Die Landesregierung behauptete bei der Einführung Ende 2023: „Wir erzielen Wow-Effekte.“ Und: „Das wird unser Land noch wahrnehmbarer machen.“
Eine nicht repräsentative Umfrage unter taz-Kolleg:innen zeigt, dass womöglich nur sehr wenige Menschen von der Kampagne „#MVwow“ gehört haben könnten, die allein im ersten Jahr seiner Existenz über 600.000 Euro verschlungen hat.
Auch als taz müssen wir feststellen: Während wir das politische und zivilgesellschaftliche Leben in anderen ostdeutschen Bundesländern mittlerweile breit abdecken, blicken wir noch zu selten nach Mecklenburg-Vorpommern. Es sei denn, ein Buckelwal strandet. Aber das soll sich ändern. Zumal dort am 20. September ein neuer Landtag gewählt wird – und die Gefahr real ist, dass im schlimmsten Fall die extreme Rechte in der Schweriner Staatskanzlei die Macht übernimmt.
„Was auf dem Spiel steht“, hieß 2024 ein Sonderprojekt der taz zu den Wahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Unter anderem zogen damals drei Kolleg:innen für einen Monat in die jeweiligen Bundesländer, um von vor Ort zu berichten. Das Prinzip wollen wir in diesem Sommer wiederholen: ein Kollege, ein Monat, vor Ort. In Mecklenburg-Vorpommern sind wir in Rostock.
Und jetzt kommen Sie ins Spiel: Sie kennen ein Projekt, das sich um Geflüchtete kümmert und dem die Gelder gestrichen werden? Sie kämpfen allein gegen den Rechtsruck in Ihrer Gemeinde? Der einstige Badesee nahe Ihres Dorfs ist aufgrund der vielen Dürrejahre nur noch ein Tümpel?
Schreiben Sie uns unter m-v@taz.de. Auch wenn Sie Tipps haben für eine Unterkunft in Rostock von Mitte August bis Mitte September. Wir berichten dann auch ganz ohne Wow und Wal. Versprochen.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
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