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Aachener Friedenspreis 2026Gewaltfrei gegen ICE-Gewalt und für Dialog in Nahost

Geehrt werden dieses Jahr Initiativen aus Köln und Minnesota für den palästinensisch-jüdischen Dialog und Protest gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE.

US-Protest gegen die ICE, 19. September 2025 Foto: Jim Vondruska/reuters

epd | Der Aachener Friedenspreis geht in diesem Jahr an eine palästinensisch-jüdische Initiative und ein Kollektiv, das gewaltfreien Widerstand gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE organisiert. Die junge Initiative „Palestinians and Jews for Peace“ (PJFP) aus Köln setze sich für „einen differenzierten Dialog und einen mitfühlenden, respektvollen Umgang zwischen jüdischen und palästinensischen Menschen ein“, erklärte der Verein Aachener Friedenspreis am Freitag. Die Organisation Unidos MN und das Team des queeren Sexshops „The Smitten Kitten“ organisierten in Minnesota Widerstand gegen migrationsfeindliche Ressentiments und klärten Menschen über ihre Rechte auf.

Der Preis ist mit je 2.000 Euro dotiert und wird am 1. September in der Aula Carolina verliehen. Mit der Ehrung der „Palestinians and Jews for Peace“ wolle der Friedenspreis „ein Zeichen für die Kraft des Dialogs, die Bedeutung von Basisengagement und die Notwendigkeit neuer Wege im Umgang mit Konflikten setzen“, hieß es. Mit Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit setze PJFP sich für eine differenziertere Berichterstattung, konstruktiven Dialog und gegen Stereotype ein. Die Initiative wolle das öffentliche Narrativ über den Nahostkonflikt verändern. Sie zeigten, „wie vielfältig und komplex die Realitäten, Erfahrungen und Perspektiven tatsächlich sind“, erklärte der Verein des Friedenspreises.

Differenzierter Dialog und respektvolles Miteinander

Die Initiative wurde den Angaben zufolge im Oktober 2023 als Reaktion auf die eskalierende Gewalt im Nahen Osten nach dem 7. Oktober gegründet. Die ehrenamtlich arbeitende Gruppe bestehe aus palästinensischen, jüdischen und anderen Mitgliedern. „Ausgehend von feministischen, emanzipatorischen Werten setzen sie sich für einen differenzierten Dialog und einen mitfühlenden, respektvollen Umgang zwischen jüdischen und palästinensischen Menschen ein“, hieß es zur Begründung.

Der Aachener Friedenspreis

Der Aachener Friedenspreis wird seit 1988 an Menschen und Gruppen verliehen, die sich gegen Gewalt und für Verständigung einsetzen. „Wir wollen sie ehren, wenn sie Frieden gestiftet haben durch Gerechtigkeitssinn, Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft; durch Gewaltlosigkeit, Zivilcourage, Tatkraft, Sachlichkeit und Herz“, heißt es in der Gründungserklärung. Der mit jeweils 2.000 Euro dotierte Preis ist meist zweigeteilt und geht somit an zwei verschiedene Initiativen oder Einzelpersonen.

Geehrt werden vor allem eher unbekannte Projekte oder Menschen. Sie sollen durch die renommierte Auszeichnung öffentliche Aufmerksamkeit erhalten und vor Repressionen und Gewalt geschützt werden. Die Verleihung findet traditionell am 1. September, dem Antikriegstag, statt.

Mitgliederversammlung entscheidet über Preisvergabe

Getragen wird der Aachener Friedenspreis von rund 50 kirchlichen, politischen, gewerkschaftlichen und gesellschaftlichen Gruppen sowie etwa 300 Einzelpersonen, die im Verein „Aachener Friedenspreis“ zusammengeschlossen sind. Wer den Preis erhält, entscheidet die Mitgliederversammlung.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem der Initiativkreis gegen Atomwaffen in Büchel, die türkische Menschenrechtsaktivistin Leyla Zana, die Menschenrechtsorganisationen Borderline Europe und Pro Asyl, die „Omas gegen Rechts“ und das Wanderkirchenasyl NRW. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an die studentische Medienplattform „Amirkabir Newsletter“ im Iran und das Festival „Jamel rockt den Förster“ gegen Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern. (epd)

Die Auszeichnung von Unidos MN und des Teams hinter „The Smitten Kitten“ sei ein Signal der internationalen Solidarität an die demokratischen Bewegungen in den USA, erklärte der Verein. „Während Unidos MN die organisatorische Kraft und politische Bildung leistet, steht ‚The Smitten Kitten‘ für die unbeugsame Menschlichkeit und die kreative Widerständigkeit der Subkultur.“ Die beiden Teams organisierten etwa Aktionstage für Menschenrechte, böten Beratung an und leisteten „radikale Nachbarschaftshilfe“. Dabei sammelten sie etwa Spenden, verteilten Grundnahrungsmittel und Windeln an Familien, die sich aus Angst vor Verhaftung nicht mehr auf die Straße trauten. Gemeinsam zeigten sie, dass Friedensarbeit im 21. Jahrhundert viele Gesichter habe.

Feindbilder abbauen

„Praktische Solidarität baut hier Feindbilder ab und schafft Vertrauen“, erklärte der Verein. „Denn Frieden bedeutet auch, das Risiko der Repression auf sich zu nehmen, um Schwächere zu schützen.“ Mit gemeinsamer Zivilcourage stellten sie sich „einer hochgerüsteten Staatsmacht mit den Mitteln der Solidarität entgegen“.

Der Aachener Friedenspreis zeichnet seit 1988 jährlich Menschen und Gruppen aus, die an der Basis für Frieden und Verständigung arbeiten. Wer den mit jeweils 2.000 Euro dotierten Preis erhält, entscheidet die Mitgliederversammlung des Vereins.

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