Abbau von 3.000 Arbeitsplätzen: Arbeitnehmervertreter stärken Commerzbank den Rücken
Die Bank will die feindliche Übernahme durch die italienische Unicredit abwehren. Die Gewerkschaft Verdi unterstützt den Kurs trotz Stellenabbau.
afp | Arbeitnehmervertreter*innen bei der Commerzbank haben ihrem Arbeitgeber angesichts der drohenden Übernahme durch die italienische Unicredit den Rücken gestärkt. „Die Gewerkschaft unterstützt weiterhin eine eigenständige Commerzbank“, erklärte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Freitag.
Angesichts der von der Commerzbank angekündigten Stellenstreichungen hätten Verdi und der Gesamtbetriebsrat der Commerzbank „kurzfristig Verhandlungen mit der Unternehmensleitung aufgenommen und konnten wichtige Schutzregelungen für die Beschäftigten vereinbaren“.
Die Commerzbank will sich mit Stellenstreichungen und höheren Gewinnzielen gegen die feindliche Übernahme durch die Unicredit wehren. Sie kündigte am Freitag den Abbau von weiteren 3.000 Arbeitsplätzen an und hob die Geschäftsziele bis zum Jahr 2030 an. Niedrigere Kosten und höhere Gewinne treiben den Aktienkurs in die Höhe, wodurch eine mögliche Übernahme teurer wird.
Die Gewerkschafter bekräftigten „ihre ablehnende Haltung zu einer möglichen Übernahme durch Unicredit“. Dadurch würden sich „erhebliche Risiken für Beschäftigung und Standorte“ ergeben. Kevin Voß, Commerzbank-Unternehmensbetreuer bei Verdi, erklärte dennoch, niemand dürfe „seinen Job gegen seinen Willen verlieren“.
In Verhandlungen mit der Geschäftsführung seien deshalb betriebsbedingte Kündigungen faktisch ausgeschlossen „sowie faire und attraktive Programme für freiwillige Austritte“ vereinbart worden. „Die Strategie der Commerzbank wird nur dann funktionieren, wenn sie sozial abgesichert ist“, erklärte Voß weiter.
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