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Regierungspläne für FahrschulenGeht doch

Ulrike Winkelmann

Kommentar von

Ulrike Winkelmann

Die Koalition will die exorbant teuer gewordenen Führerscheine billiger machen – gut so. Bei der Kostentransparenz ist aber noch Luft nach oben.

Der Preis des deutschen Führerscheins ist in den vergangenen Jahren noch einmal sprunghaft angestiegen Foto: Jochen Tack/imago

I mmerhin unterstellt aktuell niemand mehr, Teenager hierzulande seien einfach etwas blöder als im Rest der Welt. Diesen Unterton hatte die Debatte über die explodierenden Führerscheinkosten bisher an mancher Stelle. Doch ist der Gesetzentwurf von CDU-Verkehrsminister Patrick Schnieder sehr geeignet, sich nunmehr den eigentlichen Kostentreibern im Führerscheingeschäft zuzuwenden: Das sind natürlich die Fahrschulen selbst.

Welche 18-Jährige oder ihre Eltern widersprächen, wenn der Fahrlehrer (es ist weiterhin meist ein Mann) sagt: „Du brauchst unbedingt noch ein paar weitere Stunden, sonst bist du eine Gefahr für den Straßenverkehr“? In diesem Markt entscheiden die Anbieter, was sie verdienen wollen. Sie durften über Jahrzehnte damit rechnen, dass ganze Familien zusammenlegen würden, um dem Kind den Lappen zu finanzieren.

Weder Sprit- noch Werkstattkosten können erklären, warum der Preis des deutschen Führerscheins – der immer schon höher war als fast überall sonst – in den vergangenen Jahren noch einmal sprunghaft angestiegen ist. Die vom Minister selbst genannten Durchschnittskosten von 3.400 Euro kommen vielen Eltern noch untertrieben vor, doch mag es außerhalb der großen Städte mehr Gelegenheiten geben, Fahrpraxis informell zu erwerben. Jedenfalls lässt es sich sehr gut begründen, zum Beispiel österreichische Verhältnisse anzupeilen, wo ein Führerschein in der Regel nicht mehr als 2.000 Euro kostet.

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Industrie braucht mobile ArbeitnehmerInnen

Der Führerscheinmarkt durfte jahrzehntelang vor sich hin wuchern, weil das Auto und damit auch die Autofahrbefähigung in Deutschland eher religiösen als rationalen Regeln unterworfen ist – Hauptsache, der Verbrenner brummt. Gut möglich, dass die schwarz-rote Koalition nur deshalb auf das Thema einsteigt, weil die Kosten sich prohibitiv auswirken und junge Leute vom motorisierten Individualverkehr abgeschreckt werden könnten.

Das Auto ist in Deutschlandeher religiösen als rationalen Regeln unterworfen

Natürlich aber verlangt die Wirtschaft nach mobilen ArbeitnehmerInnen. Zu Rekrutierungszwecken für die Bundeswehr hat sich das Argument des Gratisführerscheins, den es dort gibt, außerdem vielleicht ein wenig erschöpft. Aus Sicht der Regierung jedenfalls dürften die Interessen der ArbeitgeberInnen an flexiblen Nachwuchskräften jetzt schwerer wiegen als die Soldatengewinnung per Fahrerlaubnis.

Es ist also unnötig anzunehmen, der Bundesregierung ginge es um die jungen Leute selbst – dann sähe ihre Politik insgesamt anders aus. Immerhin klingen die Vorschläge des Verkehrsministeriums, unter anderem die absurd hohe Zahl an „Sonderfahrt“-Pflichtstunden herabzusetzen und eine öffentliche Vergleichbarkeit der Preise herbeizuführen, in der konkreten Sache zielführend. Bei der Transparenz könnte jedoch noch nachgelegt werden: Im Kostenvergleichsportal für Fahrschulen müsste auch ausgewiesen werden, in welcher durchschnittlichen Stundenzahl die FahrschülerInnen durchkommen.

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Denn erst dann hätten die FahrschülerInnen überhaupt eine Chance in diesem eigentümlichen Markt.

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Ulrike Winkelmann
Chefredakteurin
Chefredakteurin der taz seit Sommer 2020 - zusammen mit Barbara Junge und inzwischen auch Katrin Gottschalk. Vorher: Von 2014 bis 2020 beim Deutschlandfunk in Köln als Politikredakteurin in der Abteilung "Hintergrund". Davor von 1999 bis 2014 in der taz als Chefin vom Dienst, Sozialredakteurin, Parlamentskorrespondentin, Inlandsressortleiterin. Zwischendurch (2010/2011) auch ein Jahr Politikchefin bei der Wochenzeitung „der Freitag“.
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35 Kommentare

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  • "Autos an sich" sind nicht das eigentliche Problem für Städte, die Verkehrswende, das Klima.







    Das eigentliche Problem ist die Nutzung in Form PRIVATER Fahrzeuge.







    Ohne den Privat-Aspekt, könnten autonome Fahrzeuge und ÖPV den Verkehr in jeder Hinsicht besser bewältigen: billiger, sicherer, ohne Staus, schneller. Besetzter Parkraum würde frei, Raserunfälle gäbs nicht mehr, größenmäßig angepasste Fahrzeuge mit E-Antrieb würden einen großen Beitrag zur Klimaproblematik leisten, Verkehrslärm könnte drastisch reduziert werden, es gäbe genug Platz für Rad- und Fußverkehr, Kinder könnten unbeschwerter aufwachsen und nicht zuletzt könnten riesige Summen eingespart werden (durch weniger Straßen) die man dann nicht nur für den öffentlichen Nah- und Ferverkehr zur Verfügung hätte, sondern auch an vielen anderen Stellen.







    Die politische Umsetzung würde zwar auf erbitterten Widerstand stoßen, aber eigentlich wäre es ganz einfach: sukzessive die Kosten fürs Private erhöhen und gleichzeitig den ÖPV stärken. Irgendwann würden dann alle merken, daß das zu einer weitaus besseren Variante von Verkehr führt.







    ..und einen teuren Führerschein bräuchte dann auch keiner mehr..

  • Da das Autofahren hierzulande so teuer bezuschusst wird und alles Richtung Blech ausgerichtet, wird offenbar selbst der teuerste Führerschein gemacht. Was weitere Ressourcen frisst.



    Ein irisches Modell dürfte an der ganz anderen Bevölkerungs-/Verkehrsdichte hierzulande scheitern (und irgendwelchen Versicherungsvorschriften).



    Die Grundversorgung für jeden Menschen von 0 bis 120 sind Bahn, Bus, Sammeltaxi. Nicht ein privates eigenes Auto.



    Daher ist das Thema Führerschein nur aus Effizienz- und Kartell-Gründen anzugehen. Wir brauchen eigentlich eine Gesellschaft, wo kaum jemand noch einen Führerschein braucht.

  • Letztlich ist es wie mit dem Bürokratieabbau per Gesetz, wird nicht funktionieren.

  • taz: *Die Koalition will die exorbitant teuer gewordenen Führerscheine billiger machen – gut so.*

    Klar, denn die Autoindustrie soll ja schließlich wieder angekurbelt werden und ohne junge Leute mit Führerschein geht das schlecht. Wenn ich allerdings sehe, wie viele Bürger mit über 80 Jahren noch im Auto auf dem Fahrersitz sitzen, dann frage ich mich, warum man nicht mal über deren 'Autofahrbefähigung' redet.

    Sehr alte Leute haben eine Reaktionszeit die mehr als das Doppelte von jungen Menschen ist. Und wenn Entscheidungen getroffen werden müssen (z. B. Bremspedal statt Gaspedal drücken bei plötzlichem Hindernis), dann erhöht sich die Verzögerung bei 80-Jährigen im Vergleich zu jungen Menschen noch viel deutlicher.

    Warum wird da eigentlich nicht mal vom Staat eingegriffen? Nun ja, ältere Menschen kaufen überproportional häufig Neuwagen. Tatsächlich sind Seniorinnen und Senioren die tragende Säule des privaten Neuwagenmarktes in Deutschland, da sie im Laufe ihres Lebens das nötige Kapital angesammelt haben, um sich alle paar Jahre einen Neuwagen zu kaufen. Ältere Menschen gehören übrigens in Deutschland zu der Altersgruppe mit der höchsten SUV-Dichte überhaupt.

  • Wir brauchen mehr Triebfahrzeugführer und Busfahrer. Deswegen, nicht in allen Klassen den Schein billiger machen. Der Individualverkehr muss zur Plage für den Deutschen werden. Und wer den Schein machen muss z.B. für einen Handwerkerbetrieb, der bekommt das Geld zurückerstattet, weil Nutzfahrzeuge und die Bedienung durch fachmännisches Personal notwendig sind. Dass dann aber jemand denkt, er könne sich dann einen privaten PKW erlauben, das muss natürlich unterbunden werden.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Ich empfehle Literatur zu Faschismus und Diktatur. Da finden Sie noch mehr Anleitungen zur Knechtung und wie Minderheiten die Mehrheit der Bevölkerung unterdrücken kann. Ist sehr lehrreich, werden Sie schnell merken.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Ein Verbot von privaten PKW kann man vielleicht in Buthan oder auf einigen Inseln machen, aber sicher nie hier in D, wie auch in den meisten anderen Ländern.

      Zwar ist die Führerscheinquote bei den U20 nur noch 41%, aber bis 30 haben doch über 90% eine Fahrerlaubnis. Dazu noch die Zahlen PKW pro Ew und es wird klar, dass der individuelle motorisierte Verkehr ohne Katastrophe nicht mehr weg gehen wird.

  • "Geht doch" einfach statt zu fahren.

  • Kosten für (Erst-) Führerschein



    USA ab 50€



    Polen ab 600€



    Italien ab 900€



    Spanien ab 1000€



    Frankreich ab 1300€



    Können die alle nachher nicht Auto fahren, oder wie begründet sich der extreme Kostenunterschied von 2500-4000€ in Deutschland?

  • Lustig, dass man die schiere Korrektur von Fehlentscheidungen nun als großen Wurf verkauft.

    Ich erinnere mal daran dass früher die Frau des Fahrlehrers oder eine Angstellte den Theorieuntericht gegeben hat. Und irgendwann gab es dann die Vorschrift das müsse auch ein ausgebildeter Fahrlehrer machen. Und die Erweiterung der Pflicht- und Sonderfahrten ist mir auch noch gut im Gedächnis.



    Ich behaupte mal dreist dass man damals der Lobby der Fahrlehrer entgegenkommen wollte und meinte die Unfallzahlen der Fahranfänger dadurch senken zu können.



    Dabei weiß jeder doch sehr gut, dass sichTestosteron und Fahrdisziplin nicht vertragen und fehlendes Wissen eher keine Rolle spielt.

    • @Bolzkopf:

      Theorieunterricht könnte auch gut digital und für jeden frei zugänglich gemacht werden, dann könnte man den Theorieunterricht wohl komplett ersetzen. Dafür würde ich den Anteil an Fragen, die man beantwortet haben muss, um zu bestehen, erhöhen. Vielleicht auch einfach am Computer, man beantwortet so lange, bis man jede wichtige Frage einmal richtig hatte.

  • Sicher wird mit Fahrschulen gutes Geld verdient, und ja, auch aus meiner Sicht ist eine intelligente Reform sinnvoll. Nur, was in der Diskussion überhaupt keine Rolle spielt, ist die Erläuterung wie diese hohen Durchschnittspreise entstehen. Es gibt zum Beispiel einen großen Anteil von sogenannten Führerscheinumschreibern mit oft leidlichen Sprachkenntnissen denen nur durch ständiges Wiederholen klargemacht werden kann was in der Prüfung von Ihnen erwartet wird. Dann gibt es Assistenzsysteme in einem Auto die man bedienen können muß, und zwar so gut, dass damit dann der Prüfer (auch meist männlich) auch zufrieden ist. Womit wir bei meinem aktuell letzten Punkt wären: Die Prüfung, ist noch mehr wie die Situation vor Gericht, von sehr vielen Glücksfaktoren abhängig. Prüfer A,B,und C würden die jeweils gleiche Prüfungsfahrt eines Fahrschülers komplett unterschiedlich bewerten. Ich spreche aus der Praxis, ich bin glücklich über jeden Fahrschüler der tough genug ist diesem Druck standzuhalten und sein Können auf die Straße bringt. In meiner Region ist (fast) kein Fahrlehrer daran interessiert seinen Schüler länger als wirklich notwendig zu unterrichten, weil das gar nicht nötig ist.

  • "Natürlich aber verlangt die Wirtschaft nach mobilen ArbeitnehmerInnen. Zu Rekrutierungszwecken für die Bundeswehr hat..."



    Ohne die Fahrerlaubnis durch's Leben zu kommen ist für viele eine echte Einschränkung in dieser Gesellschaft.



    Und es gab es schon früher die b. Rekrut*innen begehrten Plätze in der Bundeswehr-Fahrschule. Das war realistisch ein geldwerter Vorteil bei d. alten Klasse 2.



    Für manche dürfte auch heute ein derartiges Angebot verlockend sein.



    Zu den "Zuschüssen u. Boni" gibt es im Netz viele Informationen, seriöse und sogar kritische.



    Neulich in regionalen Medien:



    "Fahrstunde mit Mama oder Papa auf dem Beifahrersitz: Das könnte demnächst auch auf den Straßen in NRW möglich sein. Die Führerschein-Ausbildung soll bezahlbarer werden, und dafür sollen einige Übungsfahrten mit den Eltern statt mit dem Fahrlehrer oder der Fahrlehrerin möglich sein."



    wdr.de



    "In Österreich gibt es die Laienausbildung bereits. Dort würden die Fahrschülerinnen und -schüler aber gründlicher auf die Übungsstunden mit beispielsweise den Eltern vorbereitet als das in Deutschland geplant sei, so Bartels. Beispielsweise seien in Österreich 32 Stunden Theorieunterricht in Präsenz eine Voraussetzung."

  • Ich finde sehr begrüßenswert, dass man jetzt mit den Eltern auch üben darf. Hoffentlich muss man dafür nicht auf einen Verkehrsübungsplatz.



    Ich erinnere mich, dass man in Irland in den 90er einfach ein großes L in die Scheibe legen und losfahren durfte. Bis man sich sicher genug fühlte und zur Prüfung anmeldete.



    Apropos Prüfung: Wenn man durchgefallen ist, kann es ein Vierteljahr dauern, bis man einen neuen Termin bekommt. Bis dahin sind bei den Fahrschulen dann wieder viele Fahrstunden fällig. Man müsste vielleicht auch an dieses Prüfwesen ran.

  • Wäre es aus Gründen des Klimaschutzes nicht eher gut, wenn weniger den Führerschein machten und stattdessen ÖPNV oder Fahrrad führen? Das regelt sich doch am einfachsten über den Preis.

    • @PeterArt:

      Das darf aber nicht passieren, indem man der Bevölkerung das Autofahren verleidet. Der ÖPNV muss besser werden. Das fängt bei kleinen Dingen an, die an der Wurstigkeit der Verkehrsbetriebe scheitern und nicht an maroder Infrastruktur.

    • @PeterArt:

      Sicherlich wäre es das, aber wir sind hier nunmal in Deutschland. Hier wird Autopolitik gemacht, Basta!

    • @PeterArt:

      Ironie An



      Genau, das regelt sich über den Preis und hat den Vorteil, daß die ganzen Armen und Habenichtse Platz auf der Straße machen und somit gibt es auch weniger Stau, wenn der Filius mit seinem neuen Spielzeug mit Echtleder, Geburtstagsgeschenk von Vati in die Großstadt fährt zum Abschleppen von MittellosInnen.



      Ironie Off

      Sorry, aber Ihr Kommentar geht echt an den Bedürfnisse und Notwendigkeiten der jungen Führerscheinmachenden vorbei.

      Stichwort Arbeit!



      Für fast alle Handwerksberufe ist eine Fahrerlaubnis zwingende Voraussetzung

      • @AuchNeMeinung:

        Es war nie die Rede davon, dass gar niemand mehr den Lappen machen soll. Es braucht aber auch nicht jeder einen Schweißerschein. Dass in einem Umfeld, in dem sonst stets der Klimaschutz (auch um den Preis von Opfern) hochgehalten wird, gleich gereizt reagiert wird, wenn auf den positiven Effekt geringeren Autoverkehrs hingewiesen wird, spricht allerdings Bände.

  • Ein Ansatzpunkt wäre auch die absurde Aufsplittung in unzählige Fahrscheinkategorien zurückzufahren.



    Wenn man Trekker fahren darf, darf man noch kein Auto bedienen, ergo 2 mal den Schein machen, um einen größeren Anhänger ziehen zu dürfen, noch einen Schein dazu...

    • @nutzer:

      Das stimmt. Früher war das anders. Wenn ich in meinen Führerschein schaue zu was ich von Anfang an angeblich befähigt war :-) Hier hat wahrscheinlich nicht nur die Sicherheitslobby sondern auch die Fahrschullobby eine Rolle gespielt. Die Verbände spielen auch jetzt eine traurige weil nicht konstruktive Rolle.

    • @nutzer:

      "...absurde Aufsplittung in unzählige Fahrscheinkategorien zurückzufahren."



      Viele Eltern sind erstaunt, was die Einschränkung der Jüngeren angeht, wenn sie ein Wohnmobil oder ein Fahrzeug für einen Umzug mieten wollen.



      Schon der Traktor kann zum Problem werden auf öffentlichen Straßen, bei der heutigen Größe der Fahrzeuge auch kein Wunder.



      "Vorteile des Führerscheins Klasse T



      Frühzeitiger Erwerb ab 16 Jahren



      Wichtige Qualifikation für landwirtschaftliche Betriebe



      Gilt lebenslang ohne regelmäßige Erneuerung



      Umfassende Fahrberechtigung für Traktoren und landwirtschaftliche Fahrzeuge



      Fazit: Der Führerschein für Landwirtschaft und Zukunft



      Der Führerschein Klasse T ist mehr als nur ein Traktorführerschein – er ist ein wichtiger Bestandteil moderner Landwirtschaft. Mit ihm bist du befugt, leistungsstarke Fahrzeuge sicher zu führen und betriebliche Aufgaben selbstständig zu übernehmen."



      Als Quelle: fuehrerschein-bestehen.com



      Selbstverständlich in Deutschland: Bestandschutz für die "Altvorderen".

  • Ob die Kosten für den Lappen wirklich so exorbitant explodiert sind, darf zumindest mal inflationstechnisch hinterfragt werden; zumindest kamen mir 1982 die 1200 zu berappenden DM gemessen an meinem damaligen Bruttolohn auch nicht gerade günstig vor. (bei 12 Fahrstunden). Übrigens wusste man auch damals, dass diese Kosten irgendwann und nicht aus heiterem Himmel auf einen zukommen werden. Wie auch immer: Die Zeit des komplett autonomen Fahrens wird eh kommen und der Lappen obsolet.

  • Hach wenn die Regierung und Bevölkerung doch nur endlich verstehen würde dass Mobilität nicht nur Auto bedeutet. Führerschein, Auto, Versicherung, Sprit, Wertverlust, Reparaturen, hat eigentlich mal wer durchgerechnet ob das langfristig nicht teurer ist als immer ein Deutschlandticket zu haben und sich alle paar Jahre ein neues Rad zu kaufen? 78% leben in Deutschland in Städten wo ein Auto nur selten notwendig sein sollte.



    Apropos Radfahren, das ist und bleibt der beste Einstieg in den Straßenverkehr und auch wenn es erstrebenswert ist dass man dann fast die ganze Strecke getrennt von den Kraftfahrzeugen radelt, lernt man dabei doch so Dinge wie Aufmerksamkeit im Straßenverkehr, interpretieren wie andere sich verhalten etc. Ja, radelt mit euren Kindern schon im Grundschulalter dann brauchen sie später auch weniger praktische Fahrstunden wenn sie unbedingt den Führerschein brauchen.

    • @Thomas Koll:

      "Industrie braucht mobile ArbeitnehmerInnen"

      Gelesen? In sehr vielen Unternehmen kann man ohne Führerschein nicht arbeiten.

  • "Die Koalition will die exorbant teuer gewordenen Führerscheine billiger machen"



    Nein sie machen den Führerschein eben NICHT billiger!



    Die Koalition will die Pflichtstunden massiv einkürzen, bei Überland-, Nacht- und Autobahnfahrten.



    Und das obwohl Statistiken immer wieder belegen, dass Fahranfänger die unfallträchtigste Gruppe stellen - und jeder der Autofahrer ist, weiß, dass gerade Anfänger bei Nacht Entfernungen völlig falsch einschätzen können, auf Autobahnen die höchsten Geschwindigkeiten erreicht werden und die Landstraße jährlich die meisten Todesopfer fordert.



    Auch die Möglichkeit künftig den Theorieunterricht online zu absolvieren senkt vor allem die Qualität der Ausbildung.



    Und - wie schon beim Tankrabatt - gibt es KEINE Verpflichtung der Fahrschulen, die Einsparungen an die Fahrschüler weitergeben zu müssen.



    Die Führerscheinausbildung wird massiv in ihrer Qualität entwertet, Einzelstunden können gar teurer werden, Fahrschüler die durch die Prüfung fallen weil unzureichend vorbereitet sparen nichts und wir alle werden mehr Söhne und Töchter zu Grabe tragen müssen, weil die sich gern überschätzende Jugend ihr junges Leben an Baum, Leitplanke oder im Gegenverkehr verliert.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Dieses Argument mit der Sicherheit sticht meiner Meinung nach nicht. Noch sind wir ja vor der Reform. Aktuell müsste also alles in Butter sein. Ist es aber nicht. Ein junger Fahrschüler der sich freut bald mit seinem Auto rumzuheizen wird nicht durch Fahrschulen "bekehrt" werden können. Er, meist "er", macht es trotzdem. Es gibt aus meiner Sicht aber immer weniger junge Menschen die so geprägt sind. Die heutige Jugend aus meinem Umfeld ist da vernünftiger geworden wie ich es und mein Umfeld in den 80er Jahren waren.

      • @Matthias Patzak:

        Warum müsste alles in Butter sein? Wäre dem so, wäre keine Reform notwendig. Die Frage ist, ob es durch die beabsichtigte Reform besser werden würde. Und da sind die Bedenken von Frau Sehnefeld absolut berechtigt.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Gibt eine einfache Lösung: kein Auto (ausgenommen natürlich Landbevölkerung).

      • @Okti:

        Wo wollen Sie da die Grenze ziehen?



        Was ist Land und was ist Stadt?



        Und was ist mit dem Jugendlichen, der aus der Stadt kommt, aber eine Lehrstelle auf dem Land hat - oder umgedreht?



        Es pendeln sehr viele Menschen zwischen Stadt und Land hin und her...



        Und was ist mit den Städten ohne Bahnhof?



        Es gibt leider reihenweise Städte mit bis zu 50.000 Einwohnern die ohne Bahnhof sind...

    • @Astrid Sehnefeld:

      "senkt vor allem die Qualität der Ausbildung", na wenn jetzt schon, mit dieser Ausbildung, die von Ihnen geschilderten Problematiken bestehen, kann die Qualität schon jetzt nicht so gut sein.

      • @nutzer:

        Für viele spielt die Qualität der Ausbildung ohnehin keine Rolle mehr, wenn sie den Lappen erst mal haben.



        Wie in vielen Schulen läufts wohl auch oft in der Fahrschule:



        Lernen für Tests und Prüfungen, dann das Gelernte löschen.

      • @nutzer:

        So sieht es aus!

    • @Astrid Sehnefeld:

      Sie sind nicht zufällig Besitzerin einer Fahrschule?



      Die Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung sowie mangelnden Physikkenntnisse, dazu übermotorisierte Kleinwagen gepaart mit fehlenden ernsthaften Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen haben nichts mit der Qualität der Fahrausbildung zu tun. Die Verfeinerung der Fähigkeiten erfolgt nur durch Fahrpraxis.

      • @Axel Schäfer:

        Nein, aber Mutter dreier Kinder.