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Folgen des IrankriegsBrüssel halbiert Erwartungen an Deutschland

Europa ist stark abhängig von Energieimporten. Die EU-Kommission hat deswegen ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr drastisch gesenkt.

Grund für die schlechten Wirtschaftsaussichten: die Blockade der Straße von Hormus (Foto vom 21. Mai) und die dadurch erfolgten Preiserhöhungen Foto: Majid Asgaripour/reuters

afp | Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Auswirkungen des Irankriegs hat die EU-Kommission ihre Wachstumsvorhersage für Deutschland deutlich gesenkt. In ihrer am Donnerstag veröffentlichten Frühjahrsprognose sagt die Brüsseler Behörde ein Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,6 Prozent statt zuvor 1,2 Prozent für das laufende Jahr voraus. Für den gesamten Euroraum senkte die Kommission ihre Prognose für das laufende Jahr von 1,2 Prozent auf 0,9 Prozent.

Die Kommission nannte als Grund für die schlechteren Aussichten die Erhöhung von Kosten und Preisen durch den Energiepreisschock infolge der Blockade der Straße von Hormus wegen des Irankrieges. Die Preiserhöhungen wirkten sich auf Reallöhne und Gewinnspannen aus und bremsten somit die Nachfrage.

„Der Konflikt im Nahen Osten hat einen schweren Energieschock ausgelöst und Europa noch stärker auf die Probe gestellt, da es bereits mit einem instabilen geopolitischen und handelspolitischen Umfeld konfrontiert ist“, erklärte EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis. Er forderte die EU auf, ihre Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen weiter zu verringern.

Da die Europäische Union Nettoimporteur von Energie ist, sind die 27 Mitgliedsstaaten äußerst anfällig für Schwankungen der Energiepreise. Viele EU-Staaten haben versucht, die Energiekosten für Verbraucher und Unternehmen mithilfe von Steuersenkungen, Obergrenzen für Kraftstoffpreise und anderen Maßnahmen zu begrenzen. Brüssel hat die Länder jedoch dazu aufgerufen, nur zeitlich befristete und gezielte Maßnahmen zu ergreifen. „Die Situation dürfte sich 2027 leicht verbessern“, erklärte die Kommission. Voraussetzung ist aber, dass sich die Lage auf den Energiemärkten entspanne.

Inflation könnte auf 3 Prozent steigen

In ihrer Prognose geht die Kommission zudem von einem starken Anstieg bei der Inflation aus. Demnach dürfte die Gesamtinflation in der Währungsunion bis Ende des laufenden Jahres 3,0 Prozent statt der im Herbst vorhergesagten 1,9 Prozent erreichen. Für das kommende Jahr sagte die Kommission eine Preissteigerung von durchschnittlich 2,3 Prozent voraus. Im November war sie noch von 2,0 Prozent ausgegangen.

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