Hitze in Frankreich: Sieben Menschen sterben während Rekordtemperaturen
Frankreich hat am Montag den heißesten Maitag jemals gemessen. Fünf Menschen sollen bei Badeunfällen, zwei beim Sport ums Leben gekommen sein.
afp | Infolge der aktuellen Hitzewelle sind in Frankreich nach Regierungsangaben bislang sieben Menschen ums Leben gekommen. Zwei Menschen starben beim Sporttreiben, fünf weitere ertranken, wie Regierungssprecherin Maud Bregeon am Dienstag dem Sender TF1 sagte. Die Todesfälle stünden „direkt oder indirekt“ mit den außergewöhnlich hohen Temperaturen in Verbindung.
Frankreich hat am Montag den heißesten Tag im Monat Mai seit Beginn der Aufzeichnungen registriert und für Dienstag noch höhere Temperaturen vorhergesagt. „Auf ganz Frankreich bezogen war der Montag der heißeste Tag, der seit Beginn der Aufzeichnungen im Mai verzeichnet worden ist“, teilte der französische Wetterdienst Météo France am Dienstag mit. Die Experten erwarteten für Dienstag in einigen Regionen Temperaturen von 33 bis 36 Grad.
„In ganz Frankreich wird es heute noch heißer als am Montag“, erklärte der Wetterdienst. Für acht Départements im Westen des Landes galt ab Mitternacht die Warnstufe Orange. Den Angaben zufolge soll die Hitzewelle bis mindestens Ende der Woche anhalten.
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Auch in anderen Ländern Europas sind im Mai bereits ungewöhnlich hohe Temperaturen gemessen worden. Am Montag hatte Großbritannien einen neuen Rekord für den heißesten Tag im Mai aufgestellt. In Heathrow in der Nähe von London zeigte das Thermometer 33,5 Grad an. In Spanien sagte der Wetterdienst für den Zeitraum von Mittwoch bis Freitag Temperaturen von 36 bis 38 Grad voraus.
Hitzewelle in Deutschland erreicht Höhepunkt
Mit Spitzenwerten jenseits der 30 Grad erreicht die aktuelle Hitzewelle am Dienstag in Deutschland ihren Höhepunkt. Der Deutsche Wetterdienst erwartet in den südwestlichen Landesteilen am Dienstag Temperaturen zwischen 29 und 34 Grad, das Maximum wird demnach im Bereich des Oberrheins auftreten. An den Küsten und im Nordosten bleibt es mit 21 bis 29 Grad kühler.
Anders als zuletzt in Großbritannien ist nach DWD-Angaben hierzulande aber kein neuer Temperaturrekord für Mai zu erwarten. Der bisherige Monatsspitzenwert von 36,6 Grad wurde demnach 1922 in Hamburg gemessen. Er sei aktuell „nicht in Gefahr“, betonte der Wetterdienst in Offenbach.
In den nächsten Tagen soll es hierzulande verbreitet weiter recht heiß bleiben, die Temperaturen sinken aber. Wie der DWD mitteilte, ist am Mittwoch in den südlichen Landesteilen mit Werten von 27 bis 33 Grad, am Donnerstag zumindest im Bereich des Oberrheins nochmals bis zu 30 Grad zu rechnen.
Im Norden bleibt es demnach mit Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad am Mittwoch sowie 18 bis 23 Grad am Donnerstag ohnehin weiterhin deutlich kühler. In der Nacht zu Donnerstag etwa herrscht im Norden bei klaren und wolkenlosem Himmel örtlich demnach sogar die Gefahr von Bodenfrost.
In weiten Teilen Westeuropas herrscht derzeit eine frühsommerliche Hitzewelle. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge ist sie die Folge einer sogenannten blockierenden Wetterlage, bei der sich ein Hochdruckgebiet aufgrund einer Wellung von atmosphärischer Jetstream-Strömung für eine längere Zeit festsetzt. In diesem sinkt Luft ab und erwärmt sich dabei.
Ungehinderte Sonneneinstrahlung aufgrund weitgehend fehlender Wolken führt demnach zu immer stärkerer Aufheizung, zudem strömt ohnehin heiße und trockene Luft aus Nordafrika in das Hochdruckgebiet. Dadurch bildet sich ein sogenannter Hitzedom. Laut DWD liegt Deutschland aber nur am Rand der Heißluftglocke. „Ansonsten wären auch hier Rekorde in Gefahr.“
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