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Entwarnung durch UmweltbundesamtOzonwerte trotz Hitze in moderatem Bereich

Laut Medienberichten schlägt das Umweltbundesamt Alarm wegen hoher Ozonwerte. Völlig übertrieben, sagen die Ex­per­t*in­nen auf Nachfrage selbst.

Fahrradfahrer in Karlsruhe: Die Hitze kann zu erhöhtem bodennahen Ozon führen Foto: Silas Stein/dpa

Hitzewellen können für erhöhte Werte von bodennahem Ozon sorgen – doch trotz des heiteren Wetters besteht momentan kein Grund zur Sorge. Das erklärte das Umweltbundesamt auf Nachfrage der taz. Unter anderem die Bild-Zeitung hatte vor wenigen Tagen berichtet, das Umweltbundesamts schlage angesichts des guten Wetters in Hinblick auf die Ozonwerte Alarm.

Ute Dauert, Leiterin des Fachgebiets Luftqualität beim Umweltbundesamt, machte deutlich: „Eine Warnung ist völlig übertrieben – die hat das Umweltbundesamt auch gar nicht ausgesprochen“, so die Expertin. „Wir rechnen nicht damit, dass in den kommenden Tagen ein großer Anstieg passiert“.

In der Stratosphäre schützt die Ozonschicht uns vor schädlicher UV-Strahlung. Hohe Werte von Ozon in Bodennähe können jedoch Pflanzen schädigen und Menschen gesundheitlich beeinträchtigen. In Bodennähe entsteht Ozon, wenn Luftschadstoffe wie Stickoxide, die zum Beispiel in Verbrenner-Abgasen stecken, und flüchtige organische Verbindungen wie Lösemittel aus Lacken und Farben auf hohe Sonneneinstrahlung treffen.

Gefährlich können hohe Messwerte vor allem für vorbelastete Personen werden. Kopfschmerzen, Atemwegsbeschwerden und Augenreizungen sind mögliche Gesundheitsfolgen. Abhängig sind diese Reizungen vor allem von körperlicher Aktivität – wer sich viel draußen bewegt, atmet durch die erhöhte Atemfrequenz auch mehr Ozon ein. Von Sport während Tageszeiten mit hoher Sonneneinstrahlung sei daher abzuraten. „10 bis 15 Prozent der Menschen reagieren empfindlich auf Ozon“, so Dauert.

Klimawandel verschärft Ozon-Problem

Durch den Klimawandel kommt es immer häufiger auch in Deutschland zu Hitzewellen und somit zu einer begünstigten Bildung von Ozon. Doch laut Dauert ist die Ozonbildung durch eine Absenkung der Vorlaufstoffe kompensierbar. „Wir haben als Menschen mehr Einfluss als der Klimawandel“, betont die Expertin. Letztlich ist natürlich auch der Klimawandel ein Produkt der fossilen Energienutzung und damit menschengemacht.

Im Vergleich zu den 1990er Jahren seien die aktuellen Ozon-Werte sehr viel niedriger. „Damals war Ozon ein Dauerthema, es gab den sogenannten Sommersmog“, erinnert sich die Meteorologin. „Das haben wir so jetzt nicht mehr. Die besonders hohen Ozonspitzen sind weg, weil die Stoffe, aus denen das Ozon gebildet wird, seitdem quasi halbiert wurden.“ Das hat etwa mit der Einführung von Katalysatoren und Partikelfiltern in Autos oder auch industriellen Filteranlagen sowie der zunehmenden Verwendung lösemittelfreier Farben und Lacke zu tun.

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Um die Ozonwerte besser im Blick zu behalten, empfiehlt die Dauert die Luftqualitäts-App des Umweltbundesamts. Sie versorgt Nut­ze­r*in­nen mit stündlich-aktualisierten Infos und schickt vorbelasteten Personen bei einem hohen Index Pushnachrichten.

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