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Ministerin Dorothee Bär zur Bafög-ReformAutos sind in diesem Land besser dran als Studierende

Kersten Augustin

Kommentar von

Kersten Augustin

Forschungsministerin Dorothee Bär erklärt die Bafög-Erhöhung für gescheitert. Statt das zu bedauern, beleidigt sie Studierende.

Dorothee Bär will von der Bafög-Reform plötzlich nichts mehr wissen Foto: Bernd von Jutrczenka

W as sagt man bei einer Trauerrede? Man könnte sein Beileid ausdrücken und freundliche Worte finden über den Verstorbenen. Was man aber unbedingt vermeiden sollte, ist, nachzutreten.

CSU-Wissenschaftsministerin Dorothee Bär hat sich anders entschieden. Sie hat in einem Interview lapidar die geplante Bafög-Erhöhung beerdigt – offenbar ohne Absprache mit dem Koalitionspartner SPD, der an der Reform festhalten will. Bär dagegen scheint ein mögliches Scheitern aber nicht einmal zu bedauern. Bafög, das sei schließlich keine „Vollkasko-Versicherung“. Und ein Nebenjob habe noch keinem geschadet.

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Eigentlich plant die Koalition, den Bafög-Anteil für die Unterkunft von 380 auf 440 Euro anzuheben. Das reicht in den meisten Städten nicht für ein WG-Zimmer, wäre aber ein Fortschritt. Auch der allgemeine Bafög-Satz soll schrittweise steigen. Die gesamte Reform würde 1 Milliarde in dieser Legislatur kosten, die Erhöhung der Wohnkostenpauschale aber nur etwa 70 Millionen in diesem Jahr.

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Man kann Dorothee Bär entgegnen, dass schon heute drei Viertel der Studierenden arbeiten. Man kann darauf hinweisen, dass der Bildungserfolg schon heute in kaum einem Land so von der Herkunft abhängt wie in Deutschland. Man kann auf ihre Polemik aber auch mit Polemik antworten und fragen, warum die Bundesregierung drei Milliarden Euro für die Subvention von E-Autos hat, aber kein Geld für Studierende. Um die „Vollkasko“-Metapher aufzugreifen: In Deutschland sind Autos besser dran als Studierende.

Aber selbst wenn man wie Bär die Bafög-Reform für nicht finanzierbar hielte: Warum tritt die Ministerin auch noch nach? Familienministerin Karin Prien zeigt gerade bei der Debatte ums Elterngeld, wie man auf Sparzwänge auch reagieren kann – mit der Frage: Wie lässt sich mit weniger Geld mehr erreichen?

Dorothee Bär dagegen ruft den Studierenden zu: Jetzt habt euch mal nicht so. Statt klug umzuverteilen, begründet diese Bundesregierung ihre Reformen immer wieder mit Herablassung und Unterstellungen. Wenn sie bei dieser Haltung bleibt, fährt sie mit Karacho gegen die Wand. Und bei Vorsatz zahlt keine Vollkasko-Versicherung.

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Kersten Augustin
Ressortleiter Inland
Kersten Augustin leitet das innenpolitische Ressort der taz. Geboren 1988 in Hamburg. Er studierte in Berlin, Jerusalem und Ramallah und wurde an der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München ausgebildet. 2015 wurde er Redakteur der taz.am wochenende. 2022 wurde er stellvertretender Ressortleiter der neu gegründeten wochentaz und leitete das Politikteam der Wochenzeitung. In der wochentaz schreibt er die Kolumne „Materie“. Seine Recherchen wurden mit dem Otto-Brenner-Preis, dem Langem Atem und dem Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet.
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49 Kommentare

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  • Frau Bär weis für wen sie da zu sein hat und für wen nicht.



    Nach Unten treten gehört zur DNA der Union, aber die anderen konsevativen Parteien (SPD, Grüne) holen schnell auf.



    Von etwa 2,9 Mill. Studierenden erhalten 11 % BAFÖG, also 220.000.



    Würde jeder Empfänger 60 €/Monat mehr erhalten, so wären dies 13,2 Mill. €/Monat oder 148,5 Mill. €/Jahr.



    Das sog. Sondervermögen für Infrastruktur und Klima umfasst 500 Mrd. €.



    Die BAFÖG-Erhöhung beträgt 0,03168 % vom Sondervermögen.

    • @Ralf:

      Ohne Frau Bär oder ihren Vorstoß hier verteidigen zu wollen. Aber die Rechnung ist von vorn bis hinten falsch.



      Bafög ist ein Bundesmittel. Das Sondervermögen ist für 12 Jahre angelegt. Davon kann der Bund 300 Mrd zur Investition nutzen, 100 Mrd die Länder und 100 Mio sind für den Klimafonds vorgesehen. Rechnet man das aufs Jahr runter, bleiben also 25 Mrd für den Bund übrig. Damit würde die Erhöhung 2% des Sondervermögens in Anspruch nehmen.

  • Na ja, es entspricht gleich mehreren Ideologien der weder christlichen noch sozialen Union:

    - Kürzung von Bafög verschärft die Chancenungleichheit, bei der wir im internationalen Vergleich sowieso schon "gut" im Rennen liegen. Schon immer ein Anliegen der Union gewesen.

    - Es ist ein weiterer Beweis der kompletten Wirtschaftsinkompetenz der Union. Ein Land wie Deutschland, das keine Rohstoffe hat, lebt von Bildung. Gut, empathische humanistische Bildung ist der Union sowieso fremd und eher unterwünscht, aber auch die MINT-Bildung, die Kanonenfutter für unsere Wirtschaft produzieren soll, leidet darunter.

    Also aus csU-Sicht alles richtig gemacht.

  • In meiner Studienzeit in Kiel bin ich freitags und sonnabends Taxi gefahren. Desweiteren beim NDR in Kiel als Studioassistent gearbeitet. BAFÖG musste zurück gezahlt werden.



    Die Nebenbeschäftigungen kosteten wertvolle Studienzeit. Darum brauchte ich länger bis zu meinem Abschluss.



    Jedes Jahr gibt's eine Erhöhung der SGB II Leistungen. Auch Abgeordneten Diäten werden jedes Jahr angepasst.



    Was erlaubt sich diese Ministerin da eigentlich?!



    Eine Unverschämtheit sondergleichen!

  • Eine sinnvolle Reform wäre es Bafög zu reduzieren für Städte mit angespanntem Mietmarkt. Aktuell schicken deutsche Eltern ihre Kids an die großen renommierten Unis in den Städten, während viele kleine Unis in der Provinz teilweise +30% Studierende aus dem außereuropäischen Ausland haben ganz besonders hier im Osten. Berlin und Co hätten ihre Unis schon längst in die Provinz abgeben sollen, wo es ja dringend junger Leute bedarf. Eine Erhöhung des Bafög ist deshalb nicht nötig. Für den Preis eines WG-Zimmers im Bafög kannst du bei uns eine 3-Zimmerwohnung mieten.

    • @Šarru-kīnu:

      Dieser Kommentar zeugt leider von nicht allzuviel Verständnis, wie Forschung funktioniert. Gerade wenn man international mitreden will, gibt es bei vielen Forschungszweigen sehr spezialisierte Gruppen. Da kann man nicht einfach sagen "ich gehe halt auf die Feld-, Wald- und Wiesen-Uni nach Hintertupfingen.

      Wenn es beim Studium freilich um "ich mach später mal was mit Medien" und einem Bachelor im Brötchenverkaufen geht, dann haben Sie Recht. Das produziert zwar nur weitere völlig sinnlose Jobs, von denen wir sowieso schon viel zu viele haben, aber das kann man auch an der Baum-Schule lernen. Das stimmt.

    • @Šarru-kīnu:

      Shure. Umsiedeln - die Phalanx ist lang - wa!

      “Irgendwie schön - die ganze Stadt voller intelligenter Gesichter!“ als er mich im Studium besuchte!;)

      Sie ahnen es - klein im Westen - .…



      Mittelhessen - Mbg/Lahn 🧐🙀

      (btw - meine Bude: 50,-DM bei Frau Kutscher unterm Dach juchhe! 🤣 ;))

  • Über 1.500 Stiftungen im Land vergeben Stipenden.



    Auch ruhig mal Deutschlandstipendium in die Suchmadchine eingeben. Zwei unserer Junx's haben beste Erfahrungen damit machen dürfen. Zurückzuzahlen brauchte man auch nix.

  • Ja, so ist das halt, wenn die Regierung einfach so vom Himmel fällt. Die armen Deutschen ...

  • Wäre es sinnvoll stattdessen für die, die es benötigen die Möglichkeit eines Kredits auszudehnen?



    Vielleicht macht es auch Sinn, die Studiengänge zu fördern, bei denen wir dringend Menschen benötigen.

    • @Sole Mio:

      wer kein geld hat, bekommt auch keinen kredit, deswegen gibt es ja das bafög das nur zu 50% zurückerstattet werden muss. um mehr soziale mobilität in einem land zu ermöglichen, in dem die vermögensungleichheit so groß ist, wie in keiner anderen westlichen industrienation.

  • Das schlimmste an diesen „Sparmaßnahmen“ ist, dass sie der Wirtschaft selbst sogar massiv schaden. Wenn man armen Menschen Geld gibt, fließt es im Grunde komplett in die Wirtschaft. Das Geld wird eben ausgehen. Für Miete, Lebensmittel, Bücher, Bonbons, Zigaretten, was auch immer. Was ist der Wirtschaft egal. Sie ist kein Wesen, kennt keine Moral. Ihr ist es auch egal, wer das Geld ausgibt. Hauptsache der Geldfluss ist da.

    Streicht man jetzt im großen Stil Gelder, dann muss man dafür sorgen, dass andere mindestens das gleiche Geld zusätzlich ausgeben. Ansonsten schrumpft die Wirtschaft.

    Genauso wie jetzt viele Gering- und Normalverdiener jetzt den Gürtel enger schnallen müssen. Dann sparen sie eben. Dann sparen sie am Bäcker, am Auto, am Urlaub, am Restaurant, am Handwerker, wo auch immer. Wenn die Lücke keiner ausgleicht, sind die Bäcker bald da, wo die Fleischer jetzt schon sind. Nahezu komplett weg gespart.

    Darum ist es eine volkswirtschaftliche Binsenweisheit, dass der Staat in der Krise Geld in Umlauf bringen muss und sich dafür in guten Zeiten zurück zieht, um keine unnötige Konkurrenz zu machen.

    • @Adan:

      So logisch das ist, ist es offensichtlich nicht ins Bewusstsein der wirschaftsinkompetenten Union und auch sonst vieler anderer Priester des Neoliberalismus reinzubekommen.



      Aber schön, hier in der Kommentarspalte so jemanden anzutreffen. Sowas wünschte man sich auch von unseren selbsternannten "Wirtschaftsweisen", von denen eigentlich nur Herr Truger mit Verstand glänzt.

  • Offenbar hält das aber niemanden vom Studium ab.

    • @FraMa:

      Es gibt nicht für alle eine Alternative zum Studium. Ich kann zum Beispiel nicht mit Kunden oder ständig wechselnden Leuten arbeiten, habe keinerlei handwerkliche Begabung, brauche ein einigermaßen festes Umfeld und muss mental gefordert sein. Ich habe nach anderen Möglichkeiten gesucht, aber genau nichts gefunden. Ebenso gibt es neben meinem eigenen Feld nichts, das ich mal eben als Nebenjob finden könnte. Durch mein Studium kann ich einen Beruf ausüben, der mir liegt, bei dem ich auch ein Mehrwert sein kann. Ohne hätte ich keine Perspektive.

    • @FraMa:

      Das glauben Sie. Das Studieren teuer ist, hält durchaus einige vom Studium ab, die dazu eigentlich geeignet wären, aber aus Kontexten mit wenig Geld und wenig Unterstützung kommen.

    • @FraMa:

      Doch! Immer weniger Studierende nehmen das Bafög in Anspruch.

  • Vollkasko - Na logo! Gell



    “Bär wuchs in der unterfränkischen Gemeinde Ebelsbach auf, wo ihr Vater Werner Mantel (1947–2022), ein CSU-Politiker, von 1996 bis 2002 als Bürgermeister amtierte.[4][5] Während ihrer Schulzeit war sie mit dem AFS für ein Jahr als Austauschschülerin in den USA. Nach dem Abitur 1999 am Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg studierte sie als Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München und am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin mit einem Abschluss als Diplom-Politologin 2005.“



    Geil



    Fehlt nur noch der zB Mettmann-Spruch



    “Eure Armut kotzt mich an!“ Porsche-Aufkleber

    Na Mahlzeit

    • @Lowandorder:

      Gerade im DLF wurde Frau Bär zitiert, sie hatte also gesagt dass sie während des Studiums arbeiten musste weil sie wegen des Einkommens ihrer Eltern nicht BAfög-berechtigt war..

      • @Gerald Müller:

        Stipendium überlesen?!

    • @Lowandorder:

      Und hat all der Aufwand etwas bewirkt, das man als förderlich für ihr Amt bezeichnen könnte? Eher zweifelhaft. Außer Träume von Lufttaxis, sich von Söder beleidigen lassen ("Wenn wir auch nichts von dir erwarten, Doro.") und dümmliche Sprüche ist da nichts. Arme Doro, schon ein Scheißleben.

      • @Peter Lorenz:

        Alte ⛳️🏌️‍♀️ Regel!



        Never up - never in!



        & btw



        Alles selbst serviert - wa!

        Wer sich ohne Not solch einem Hanswurst angedient hat - mein Bedauern hält sich aber sowas von mehr als in Grenzen •

  • Von der Schulbank (mit Umweg Studium) direkt in die Politik. Arbeiten und den täglichen Kampf ums "Überleben" kennt sie nicht. Da wird man vergeblich auf Verständnis für die Nöte von Studierenden warten.

    • @Il_Leopardo:

      "Arbeiten und den täglichen Kampf ums "Überleben" kennt sie nicht."

      Richtig. Das ist ja auch häufig mein Gedanke, wenn es beispielsweise mal wieder heißt dass die CO2-Steuer zwingend regelmäßig steigen muss.

  • Warum wird hier gegen die E-Auto-Prämie gepoltert?



    Das macht wirklich gar keinen Sinn.



    Dabei gäbe es mit dem Dienstwagenprivileg eine indirekte Subvention, die erstens viermal so viel kostet wie die E-Auto-Pramie und die zweitens, im Gegensatz zur E-Auto-Prämie keinerlei Nutzen für Umwelt, Klima und Gesundheit bringt. Das wäre für mich viel einleuchtender gewesen.



    Ansonsten möchte ich zum Bafög sagen, dass ich beide Seiten verstehen kann. Das der Bafögsatz zum sorgenfreien Studieren nicht reicht, keine Frage. Das kostenloses Studieren weltweit nicht die Regel ist, vergessen aber auch viele.



    Deutsche Studenten sind ziemlich gut gestellt. Es gibt genügend Länder, auch Industriestaaten, wo du mit mehreren hunderttausend Euro Schulden aus dem Studium kommst.



    Und, bitte nicht falsch verstehen, aber es studieren bereits zu viele🫣



    Vom letzten Geburtsjahrgang liegt der Anteil der Studienanfänger bei 56%.



    Das ist der Nachteil des immer weiter verwässerten Abiturs.



    Dann kommt halt die Selektion übers Geld. Das ist falsch, es sollten die Fähigsten studieren. Aber 56% eines Jahrgangs ist zu viel.



    Es braucht auch noch Handwerker, Verkäufer, etc...

    • @Astrid Sehnefeld:

      Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit unter Personen



      ohne Schulabschluss,



      ohne Berufsausbildung,



      mit Berufsausbildung,



      mit angefangenem Studium,



      mit abgeschlossenem Studium?

    • @Astrid Sehnefeld:

      "aber es studieren bereits zu viele🫣"



      Aha, und woran genau machen sie das fest? Vielleicht daran, dass die Arbeitslosenquote von Akademikern nur ungefähr halb so hoch ist wie die durchschnittliche? Oder daran, dass sie deutlich überproportional zum BIP beitragen?



      "Es braucht auch noch Handwerker, Verkäufer, etc..."



      Wenn man den Bedarf an einfacheren Tätigkeiten deckt indem man Leute die auch KI-Chips oder Krebsmedikamente entwickeln könnten davon abhält ihr Potential auszuschöpfen ist das nicht nur ein persönliches Drama, sondern auch volkswirtschaftlicher Irrsinn.

    • @Astrid Sehnefeld:

      >Dabei gäbe es mit dem Dienstwagenprivileg eine indirekte Subvention<

      Wo wird hier was subventioniert? Der Arbeitnehmer muss 1% vom Bruttolistenpreis monatlich versteuern. Einen Jahreswagen privat zu kaufen ist auch bei Vollfinanzierung deutlich billiger als den hypothetischen Neupreis bei Dienstwagennutzung als Einnahme zu versteuern.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Nehmen wir an, dass ich ihnen zur überhöhten Quote der Studierenden zustimme… ist es denn gerecht, dass nur die, die einen starken finanziellen Background haben, studieren können?



      Wenn wir uns politisch dazu entscheiden, Ausbildungsberufe zu fördern, darf doch das Portemonnaie meiner Eltern nicht darüber entscheiden wohin mich mein Weg führt, oder?



      Dann sollte es doch um Leistung gehen und im Falle eines Studiums einen Einstellungstest geben.

      • @Angst Hase:

        Schweiz 2020 30 % Akademikerquote.



        Auch die Schweiz hat ein duales Berufsbildungssystem neben der gymnasialen Oberstufe.



        Die Akademikerquote beträgt 2013 in Irland 39,7 %, Neuseeland 40,6 %, Großbritannien 41,0 %, Australien 41,3 %, Korea 41,7 %, USA 43,1 %, Israel 46,4 %, Japan 46,6 %, Kanada 52,6 %, Russland 53,5 %.

      • @Angst Hase:

        Ich schrieb: "es sollten die Fähigsten studieren."



        Also sehe ich das wie sie.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Wer die Allgemeine Hochschulreife erworben hat (Abitur) hat den Nachweis zur Eignung für ein Hochschulstudium erbracht.



      Außerdem gibt es noch die Regelung des numerus clausus:



      Medizin



      Zahnmedizin



      Jura



      Pharmazie



      Psychologie



      Ingenieurwesen



      Mathematik



      Naturwissenschaften



      Sozialwissenschaften



      Geisteswissenschaften



      Kunst & Design



      Reicht Ihnen das noch nicht als Selektionsinstrumente?

      • @Il_Leopardo:

        Der NC selektiert leider gar nichts.



        Wer den NC nicht erreicht, kann sich dennoch seinen Platz einklagen - da werden wieder die bevorteilt, die genügend Geld haben und sich Anwalt und die 10.000€ "Startgebühr" fürs Studium leisten können.



        Oder ich schreibe mich für ein Semester im europäischen Ausland ein und wechsle dann an eine deutsche Uni, siehe Sportstudenten für Lehramt die früher ein Semester nach Österreich gingen oder Medizinstudenten...



        Oder der NC führt zu Wartesemestern. Da 'verstopfen' dann die Studenten andere Fächer die sie ersatzweise anstudieren (im Bestfall, meist nur sich einschreiben), bis die Wartezeit fürs Wunschfach überbrückt ist.

        • @Astrid Sehnefeld:

          Bei einem Wechsel aus dem Ausland, also "Seiteneinstieg" in ein höheres Fachsemester, müssen aber im Wunschstudiengang Studienplätze freigeworden sein durch Fachwechsel / Hochschulwechsel / Studienabbruch. So jedenfalls Praxis an meiner Uni.



          Und das mit den Wartesemestern klappt auch nur, wenn man sich in einem NC-freien Studiengang parkt.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Und wo bitte schwingt die Lady hier den Hobel?

  • Die Politik dieser Regierung ist unterirdisch. Studenten sollen sehen, wie sie zurechtkommen, aber für die trägen Autofahrer die immer noch Explosionsheizungsmotoren fahren sind 1,5 Milliarden für eine Benzinsteuersenkung sofort zu organisieren.



    Die Zukunft dieses Landes ist CDU/CSU und SPD komplett egal.

    • @Semon:

      Ach ja, das altbekannte Märchen vom „armen Studenten“ gegen den „trägen Autofahrer“. Polemik ersetzt hier jede Differenzierung. Die Benzinsteuersenkung war keine Liebeserklärung an Verbrennungsmotoren, sondern ein kurzfristiges Kriseninstrument, um explodierende Lebenshaltungskosten abzufedern – auch für Pendler, Handwerker, Pflegekräfte und Lieferdienste, die sich ihr Verkehrsmittel nicht ideologisch aussuchen können.

      Studierende verdienen bessere Unterstützung, keine Frage. Aber soziale Politik ist kein Nullsummenspiel, bei dem man Gruppen gegeneinander ausspielt, um moralische Überlegenheit zu demonstrieren. Wer ernsthaft glaubt, man sichere „die Zukunft des Landes“, indem man breite Bevölkerungsschichten finanziell überfordert, betreibt Symbolpolitik statt Verantwortung.

      Und der pauschale Vorwurf, etablierten Parteien sei die Zukunft egal, ist bequem, aber billig.

      • @Zippism:

        Was für explodierende Kosten? Wer mit dem ÖPNV fährt, wer im HomeOffice arbeitet oder wer gar schon auf E-Auto umgestellt hat (wie z.B. mein Sohn, seine Freundin und falst alle in meinem Bekanntenkreis), hatte keine "Explodierenen Kosten" - jedenfalls nicht an diesen Erdölauschschankbetrieben.

        Aber all die Personen, müssen jetzt das pampern der Explosionsheizungfetischisten durch diese Fossil-Regierung (wird Merz nicht bald 70?) mit bezahlen!

        Und was "arme Studenten" betrifft. Das wird ja in diesem Land erfolgreich vermieden, dass auch arme junge Leute mit Talent studieren. Wer braucht schon Ingenieure, gelle?

      • @Zippism:

        Der Tankrabatt ist volkswirtschaftlich unsinnig. Wenn aufgrund der Verknappung des Angebots der Einkaufspreis steigt, steigt natürlich auch der Preis beim Verbraucher. In einer Marktwirtschaft würde man erwarten, dass die Verbraucher, die flexibel sind, sich zurückhalten und aufgrund der sinkenden Nachfrage die Preise wieder sinken.



        Aber die Bundesregierung hält lieber die Nachfrage hoch...

    • @Semon:

      Sie machen die Politik, welche sie versprochen haben: Klientelpolitik für die oberen, reichen 10%. Die Bürger innen dieses Landes sind selbst schuld, da sie diesen Müll gewählt haben.

    • @Semon:

      Polemik finde ich auch nicht gut…

      • @Sole Mio:

        das ist gar keine polemik, sondern eine nüchterne tatsachenbeschreibung

  • Als ehemalige Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung aus CSU-Elternhaus kann sie sich einen derartigen Zynismus natürlich erlauben. Worin ihre Qualifikation für das Amt, außer gut vernetzt zu sein, besteht, ist mir sowieso völlig unklar.



    Der Union geht es vor allem darum, die bestehenden Verhältnisse zu zementieren und eine vertikale Durchlässigkeit der Gesellschaft nach Kräften zu verhindern.

    • @Flix:

      Genau das.

    • @Flix:

      "Der Union geht es vor allem darum, die bestehenden Verhältnisse zu zementieren und eine vertikale Durchlässigkeit der Gesellschaft nach Kräften zu verhindern."



      ... garniert mit Empathielosigkeit gegenüber den Schwächeren.

    • @Flix:

      …anschließe mich



      (ps ihrs las ich erst achteran

  • CDU/CSU halt. Bin wenig überrascht. DEREN Kinder und die ihrer Klientel brauchen auch aller Regel kein BAFöG, da die Eltern wohlhabend genug sind, um ihren Kindern ein "vollkasko-versichertes Studium" zu ermöglichen. Ein eigenes Auto gibt es schon zum Abi, und die Studi-Wohnung wird auch von Mama und Papa getragen.

  • Bafög ist ein (bescheidener) Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit. Man muss es übrigens zurückzahlen. Soviel zu Vollkasko.

    Dorothee Bär sind die Studierenden aus nichtbegüterten Verhältnissen völlig egal. Was ja eigentlich bereits klar sein sollte, wenn man ihr mal 5 Minuten zugehört hat.

    Ob das langfristig besonders smart ist, Frau Forschungsministerin?

    Schließlich heißt Ihre Partei christlich SOZIALE Union und wird - noch - von knapp 40% der Bayern gewählt.

    Wie gesagt, noch. Denn selbst die Bayern werdens irgendwann checken.

    • @Stavros:

      Den Bayern kann man einen Kartoffelsack mit Aufschrift CSU hinstellen und der wird dann gewählt. Immer.