+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Höhlenkloster in Kyjiw brennt
Bei einem russischen Luftschlag gerät die Hauptkirche des Weltkulturerbes in Brand. EU nimmt Beitrittsgespräche mit Ukraine und Moldau wieder auf.
Wadephul verurteilt russische Angriffe als „ruchlose Attacken“
Außenminister Johann Wadephul hat die nächtlichen russischen Luftangriffe auf die Ukraine scharf verurteilt. Der CDU-Politiker sprach von „ruchlosen Attacken“, die sich unter anderem gegen europäische Kulturgüter von unschätzbarem Wert gerichtet hätten. „Das zeigt: Eine echte Bereitschaft besteht auf russischer Seite bisher nicht, in Verhandlungen einzutreten“, ergänzte der CDU-Politiker mit Blick auf Spekulationen über eine mögliche Wiederaufnahme von Gesprächen über einen Waffenstillstand. Deswegen werde man die Ukraine weiter unterstützen und die Sanktionspolitik gegen Russland fortsetzen.
Während einer neuen Welle russischer Luftangriffe auf die Ukraine war zuvor auch die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Höhlenklosters in Kyjiw in Brand geraten. „Nach operativen Informationen gibt es ernsthafte Schäden auf dem Gelände des Höhlenklosters“, schrieb der Militärgouverneur der Dreimillionenstadt, Tymur Tkatschenko, bei Telegram. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte zu den jüngsten Angriffen auf Zivilisten: „Das sind alles Kriegsverbrechen, die Russland begeht.“ (dpa)
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Russland dementiert Angriff auf Kiewer Höhlenkloster
Russland weist die Verantwortung für den Beschuss und die Schäden an dem historischen Höhlenkloster Petscherska Lawra in Kiew zurück. Vielmehr sei eine US-Luftabwehrrakete vom Typ Patriot in dem Kloster eingeschlagen, teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Die russischen Streitkräfte planten keine Angriffe auf zivile Infrastruktur und nähmen solche auch nicht vor. Ziel des nächtlichen Beschusses seien Fabriken zur Drohnenproduktion gewesen. „Bestätigten Berichten zufolge wurde der Gebäudekomplex der Kyjiwer Petscherska Lawra von einer Rakete des amerikanischen Patriot-Luftabwehrsystems getroffen. Ein möglicher Grund für die Fehlfunktion dieses Systems könnte sein, dass westliche Länder dem Kyjiwer Regime Raketen geliefert haben, deren Verwendungsfrist bereits abgelaufen war“, heißt es in der Erklärung. (rtr)
Bericht: Russland lockert wegen Engpässen Umweltvorgaben für Kraftstoffe
Wegen Engpässen bei der Versorgung erlaubt die russische Regierung einem Zeitungsbericht zufolge einigen Raffinerien die Produktion von Benzin und Diesel mit niedrigeren Umweltstandards für den heimischen Markt. Die bereits im Herbst eingeführte Maßnahme war zunächst bis zum 1. Mai befristet und sei aber nun verlängert worden, berichtet die Zeitung Kommersant. Gestattet seien Abweichungen unter anderem beim Schwefelgehalt. Hintergrund der Engpässe sind monatelange ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und Treibstofflager. In rund einem Dutzend Regionen gibt es Medienberichten zufolge Lieferprobleme. Die Behörden in der Region Udmurtien östlich von Moskau schränken die Abgabe bestimmter Benzinsorten an Tankstellen des Ölkonzerns Tatneft wegen logistischer Probleme vorübergehend ein. (rtr)
Selenskyj fordert von G7 Reaktion auf Russlands Angriff
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Gruppe der sieben großen Industrienationen (G7) zu einer entschlossenen Antwort auf die russischen Angriffe in Kyjiw und anderen Städten aufgerufen. Es brauche mehr Druck auf den Aggressor, mehr Unterstützung für die Luftverteidigung der Ukraine – vor allem zum Schutz vor Angriffen mit ballistischen Raketen, teilte Selenskyj bei Telegram mit. Er wird am Abend beim G7-Gipfel im französischen Évian erwartet. (dpa)
Frankreich: Angriff auf Kyjiwer Kloster kommt Angriff auf Notre-Dame gleich
Frankreich verurteilt die jüngsten Angriffe Russlands auf die Ukraine. Außenminister Jean-Noël Barrot vergleicht den Angriff auf das Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra mit einem Bombardement der Pariser Kathedrale Notre-Dame. „Dies ist ein Unesco-Weltkulturerbe, was für uns in Frankreich so wäre, als ob Notre-Dame oder Saint-Denis bombardiert worden wären, was völlig inakzeptabel ist“, sagt Barrot bei seiner Ankunft zu einem Treffen der EU-Außenminister. Mit Saint-Denis spielt der Minister auf die Kathedrale in dem gleichnamigen bei Paris gelegenen Ort an. Das im Zentrum Kyjiws gelegene Höhlenkloster aus dem Jahr 1051 gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Es wurde bei einem direkten Angriff in der Nacht schwer beschädigt. (rtr)
Mehr als 600 Drohnen bei Angriffen in der Ukraine eingesetzt
Bei schweren Angriffen auf die Ukraine hat Russland nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mehr als 600 Drohnen eingesetzt. Insgesamt habe Russland in der Nacht zum Montag mit 611 Drohnen und 70 Raketen angegriffen, hieß es. Neben Kyjiw, wo Schäden am berühmten Höhlenkloster entstanden, konzentrierten sich die Angriffe laut dem Militär auf die Städte Dnipro und Charkiw. 50 Raketen und 582 Drohnen seien unschädlich gemacht worden, bevor sie ihre Ziele hätten erreichen können, erklärte die Luftwaffe. Nach ersten Erkenntnissen wurden 42 Orte in der Ukraine von 20 ballistischen Raketen und 27 Angriffsdrohnen getroffen. An 12 Orten stürzten Drohnentrümmer zu Boden. (ap)
Selenskyj: Angriff auf Kloster ist Verbrechen an christlicher Kultur
Der russische Angriff auf das Kyjiwer Höhlenkloster ist Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge ein schweres Verbrechen gegen die christliche Kultur. „Ein russischer Angriff auf die Kyjiwer Petscherska Lawra hat die Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Brand gesetzt – eine Kirche, deren Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Und dies ist eines der bislang schwerwiegendsten Verbrechen Russlands gegen die christliche Kultur“, schreibt Selenskyj auf X. Er fordert die G7-Staaten zudem auf, den Druck auf Russland zu erhöhen und die Hilfe für die ukrainische Luftabwehr zu verstärken. (rtr)
Geistlicher: Ikonen des Höhlenklosters vor Brand gerettet
Nach dem Brand auf dem Gelände des weltberühmten Höhlenklosters in Kyjiw sind die alten Ikonen und anderen Heiligtümer des orthodoxen Christentums nach Kirchenangaben in Sicherheit. Es sei eine rasche Rettung liturgischer Gegenstände und der Reliquien organisiert worden, teilte Metropolit Awraamij auf Facebook mit. Sie hätten „nicht nur kirchlichen, sondern auch nationalen und universellen Wert“, sagte der von der staatlich anerkannten Orthodoxen Kirche der Ukraine eingesetzte Vorsteher.
Der Geistliche dankte allen Klosterbrüdern und den anderen Beteiligten der Rettungsaktion für die Erhaltung der Kirchenschätze. Die Beseitigung der Folgen des Angriffs dauere an, sagte er. Russland hatte die Ukraine in der Nacht erneut massiv mit Drohnen und Raketen angegriffen. Dabei geriet auch die Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Brand. Sie ist die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe der Unesco zählenden Höhlenklosters. Awraamij rief die internationale Gemeinschaft auf, sich unter den Bedingungen des andauernden Krieges für den Schutz des geistigen und kulturellen Erbes der Ukraine einzusetzen. Bei den russischen Angriffen auf Kyjiw wurden laut Behörden mindestens 4 Menschen getötet und 25 weitere verletzt. (dpa)
Zerstörungen im nationalen Filmstudio
Der russische Angriff führte auch zu großen Schäden im Nationalen Oleksandr-Dovzhenko-Filmstudio in Kyjiw. In einem der ältesten Filmstudios der Ukraine sei ein Feuer ausgebrochen, teilte Kulturministerin Tetjana Bereschna bei Facebook mit. „Es wurde die größte und älteste Kostümsammlung der Ukraine vernichtet. Im Studio befanden sich rund 100.000 Kostüme und 3 Millionen verschiedene Bekleidungsstücke“, sagte Bereschna, die auch stellvertretende Regierungschefin ist. Neben der Kostümwerkstatt seien weitere Gebäude des Filmstudios beschädigt worden. Benannt ist die zu Sowjetzeiten gegründete Filmproduktionsstätte nach dem ukrainischen Regisseur Oleksandr Dovzhenko (1894-1956).
„Russland greift weiterhin gezielt nicht nur die zivile Infrastruktur und die Zivilbevölkerung an, sondern auch kulturelle Einrichtungen, die die ukrainische Identität, das Gedächtnis und die Geschichte bewahren“, sagte die Ministerin. „Die Zerstörung kultureller Zentren ist ein Versuch, dem Gedächtnis, der Geschichte und der Eigenständigkeit des ukrainischen Volkes einen Schlag zu versetzen.“ (dpa)
Russland: Schwere Angriffe auf ukrainische Rüstungsanlagen
Russland hat nach Angaben seines Verteidigungsministeriums massive Angriffe auf Rüstungsanlagen und Militärflugplätze in der Ukraine geflogen. Die Attacken hätten Städten wie Kyjiw, Charkiw und Dnipro gegolten, teilt das Ministerium mit. Alle Angriffe seien erfolgreich gewesen. (rtr)
Ukrainische Regierung: Neun Tote und Kathedralenbrand in Kyjiw bei russischen Angriffen
Bei russischen Angriffen auf mehrere Städte in der Ukraine sind Behördenangaben zufolge mindestens neun Menschen getötet worden. Bei Angriffen auf die Hauptstadt Kyjiw seien vier Menschen getötet worden, außerdem sei die Unesco-Weltkulturerbestätte Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Brand geraten, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko am Montag im Onlinedienst Telegram. In der nordöstlichen Stadt Charkiw seien fünf Rettungskräfte getötet worden, mindestens neun weitere Menschen seien dabei verletzt worden, gab Innenminister Ihor Klymenko bekannt. Die Einsatzkräfte seien bei Löscharbeiten angegriffen worden.
In Kyjiw meldete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP heftigen Raketenbeschuss. Nach Angaben des Bürgermeisters wurden mehrere Stadtteile getroffen. Der Leiter der städtischen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, meldete sechs Verletzte bei den Angriffen. Später teilte Klitschko auf Telegram mit, die Mariä-Entschlafens-Kathedrale im Bereich des Kyjiwer Höhlenklosters sei durch russische Angriffe in Brand gesteckt worden. Das Dach der Kathedrale stehe in Flammen, erklärte Klitschko.
Zuvor hatte der Regionalgouverneur von Charkiw, Oleh Synehubow, erklärt, bei russischen Raketenangriffen seien zwei Menschen schwer verletzt worden. Auch in anderen Teilen der Ukraine kam es zu russischen Angriffen. In der ostukrainischen Stadt Dnipro wurde ein Mensch verletzt, wie der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleksandr Ganscha, mitteilte. (afp)
Gouverneur: Tote bei Angriff auf Stadt südlich von Moskau
Die russischen Behörden melden drei Tote nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Tula südlich von Moskau. Bei der Attacke seien auch drei Menschen verletzt worden, darunter ein einjähriges Kind, teilt Regionalgouverneur Dmitri Miljajew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. In der Region Tula befinden sich mehrere große Industrieanlagen. Das Gebiet ist bereits wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe geworden. Die Stadt Tula liegt rund 200 Kilometer von Moskau entfernt. (rtr)
Behörden: Zwei Brücken zur Krim bei Drohnenangriff beschädigt
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind zwei Brücken zwischen dem russisch kontrollierten Teil der ukrainischen Region Cherson und der Halbinsel Krim beschädigt worden. Der Verkehr sei ausgesetzt worden, teilt der von Russland eingesetzte Gouverneur Wladimir Saldo auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Auf der von Russland annektierten Krim ist es nach der jüngsten Zunahme von Angriffen zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung gekommen. (rtr)
EU nimmt Verhandlungen in Beitrittsgesprächen mit der Ukraine und Moldau wieder auf
Nach dem Ende einer Blockade durch Ungarn nimmt die EU am Montag die Verhandlungen in den Beitrittsgesprächen mit der Ukraine und Moldau wieder auf. Zunächst geht es dabei um Werte und Grundprinzipien, die beide Länder einhalten müssen, um der EU beitreten zu können. Mehr als zwei Jahre nach Beginn des Ukrainekrieges hatte die EU im Juni 2024 formell Beitrittsgespräche mit der Ukraine aufgenommen. Das komplexe Verfahren dauert üblicherweise Jahre und umfasst Verhandlungen über Themen von der Landwirtschaft bis zur Rechtsstaatlichkeit. Der Beitrittsprozess der Ukraine war wegen des Widerstands der rechtsnationalistischen, ungarischen Regierung unter Viktor Orban zwischenzeitlich ins Stocken geraten. Nach dem Regierungswechsel in Budapest gab Ungarn sein Veto auf. (afp)
Polen lässt wegen russischer Angriffe auf Ukraine Kampfjets aufsteigen
Als Reaktion auf die russischen Luftangriffe auf die Ukraine lässt Polen eigene Kampfjets aufsteigen. Zudem werden bodengestützte Luftabwehrsysteme und die Radaraufklärung in Bereitschaft versetzt, teilen die polnischen Streitkräfte auf der Plattform X mit. Die Maßnahmen sind den Angaben zufolge präventiver Natur. Sie dienen dem Schutz des eigenen Luftraums, insbesondere in den an die Ukraine grenzenden Gebieten. (rtr)
Selenskyj gratuliert Trump zum 80. Geburtstag
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinem US-Kollegen Donald Trump zu dessen 80. Geburtstag gratuliert. „Es gab nicht nur die Gratulationen, sondern auch viele Schlüsselthemen: über den Krieg, dessen Wurzeln, diplomatische Möglichkeiten und die Positionen unserer Partner“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Es sei ein langes und detailliertes Telefonat gewesen. Dabei sei ein Treffen beim am Montag im französischen Évian startenden G7-Gipfel vereinbart worden. Zuvor hatte Selenskyjs Berater Dmytro Lytwyn Journalisten gegenüber von einer Gesprächsdauer von rund 30 Minuten gesprochen. (dpa)
Putin gratuliert Trump zum 80. Geburtstag
Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinem US-amerikanischen Kollegen Donald Trump in einem Telefonat zum 80. Geburtstag gratuliert. Trump sei dabei erneut für eine Einstellung der Kampfhandlungen in der Ukraine eingetreten, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf den außenpolitischen Berater des Kremls, Juri Uschakow. In dem Gespräch seien zudem der Irankrieg und die bilateralen Beziehungen besprochen worden. Dem außenpolitischen Berater zufolge sagte Putin, dass die kürzlichen ukrainischen Angriffe auf „zivile Objekte auf russischem Gebiet“ eine Friedensregelung erschwerten. „Das wurde hervorgehoben“, sagte Uschakow. Jedoch habe der Kremlchef erklärt, dass diese Attacken die „Lage der Ukraine auf dem Schlachtfeld“ nicht ändern würden. Wenn der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Putin reden wolle, könne er weiterhin nach Moskau kommen.
Das „äußerst freundliche“ Gespräch hat laut Uschakow 55 Minuten gedauert. Parallel dazu habe Moskau auch ein Glückwunschschreiben nach Washington geschickt. Es sei das 13. Telefonat der beiden seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 gewesen. Russland führt seit 2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Washington drängt beide Seiten seit Monaten zu einem Friedensschluss. (dpa)
Russische Drohne tötet 73-Jährige nahe Saporischschja
In der Südostukraine ist eine 73-jährige Frau durch eine ferngesteuerte russische Drohne getötet worden. Vier weitere Menschen seien bei dem Angriff auf ein Auto beim Dorf Bilenke verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Saporischschja, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Alle Insassen waren demnach über 70 Jahre. Bilenke liegt unweit des Westufers des Flusses Dnipro, der in dieser Region ukrainische und russische Truppen voneinander trennt. (dpa)
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