+++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Moskauer Ölraffinerie bei ukrainischem Drohnenangriff in Brand geraten
Die Ukraine attakiert wieder die russische Öilindustrie mit Drohnen. Lukaschenko: Ukraine und Russland müssen Kompromisse schließen. Selenskyj bei G7-Gipfel.
Moskauer Ölraffinerie brennt
Eine Ölraffinerie am Stadtrand von Moskau ist nach Angaben der örtlichen Behörden bei einem ukrainischen Drohnenangriff beschädigt worden und in Brand geraten. Bei dem Vorfall sei niemand verletzt worden, schrieb der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin, am Dienstag im Onlinedienst Max. Die vom Staatskonzern Gazprom betriebene Raffinerie liegt im Verwaltungsbezirk Kapotnja im Südosten Moskaus. Sobjanin zufolge fing die Luftabwehr über Moskau in der Nacht zum Dienstag 60 ukrainische Drohnen ab. Die Nachrichtenagentur Tass sprach von einem der größten Angriffe auf die russische Hauptstadt in diesem Jahr.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass Kyjiw für den Angriff verantwortlich sei. Die Region Moskau habe die Reichweite der ukrainischen Langstreckenwaffen zu spüren bekommen, schrieb er in Onlinediensten: „Eine Ölraffinerie wurde aus einer Entfernung von 500 Kilometern getroffen.“ Er bezeichnete die Attacke als „angemessene Antwort auf die russischen Angriffe“ auf die Ukraine. Bei einer russischen Angriffswelle waren am Montag in der Ukraine elf Menschen getötet worden. Auf dem Gelände des zum Weltkulturerbe gehörenden Höhlenklosters in Kyjiw geriet die Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Brand. Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren fast täglich mit Raketen- und Drohnenangriffen. Die Ukraine reagiert mit Gegenangriffen auf russisches Staatsgebiet, insbesondere auf Ziele der Öl- und Energieinfrastruktur. (afp)
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Großbritannien: Neue Sanktionen gegen russische Schattenflotte
Großbritannien weitet seine Sanktionen gegen die russische Schattenflotte aus. Dutzende Schiffe werden der Regierung in London zufolge auf die Sanktionsliste gesetzt. Sie stünden im Verdacht, russisches Öl und Gas in Drittländer zu transportieren. Die Maßnahmen richteten sich auch gegen Finanzinstitute und einen Versicherer sowie die Yandex Bank, ein mit dem russischen Militärgeheimdienst verbundenes Netzwerk. Insgesamt umfasse das Paket 70 neue Maßnahmen. „Diese Sanktionen zielen auf die Schiffe, das Geld und die Akteure ab, die die russische Kriegswirtschaft stützen und damit die europäische Sicherheit bedrohen“, erklärt Premierminister Keir Starmer. Er nimmt derzeit am G7-Gipfel in Frankreich teil. (rtr)
Macron begrüßt Selenskyj bei G7-Gipfel in Frankreich
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist auf dem G7-Gipfel in Frankreich eingetroffen. Der französische Präsident Emmanuel Macron empfing Selenskyj am Dienstag in Évian-les-Bains am Genfersee. Außerdem sprachen Bundeskanzler Friedrich Merz und die Regierungschefs von Großbritannien, Kanada, Italien und Japan mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Anschließend sollte am Vormittag eine Arbeitssitzung mit den G7-Staats- und Regierungschefs zur Erörterung des Ukrainekrieges stattfinden. Der Irankrieg hat in den vergangenen Wochen den russischen Invasionskrieg gegen die Ukraine in den Hintergrund gedrängt. Macron erklärte, er werde versuchen, Trump davon zu überzeugen, die Ukraine weiterhin zu unterstützen und den Druck auf Russland zu erhöhen, um ein Friedensabkommen zu erreichen. (ap)
China dementiert Vorwürfe zu Ausbildung russischer Ukraine-Kämpfer
China hat Aussagen der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas dementiert, wonach die Volksrepublik russische Soldaten für den Ukrainekrieg ausgebildet haben soll. „Diese Behauptungen entbehren jeder faktischen Grundlage“, sagte Außenamtssprecher Lin Jian in Peking. Die Aussagen seien reine Verleumdung und Anschwärzung, erklärte er weiter. Kallas hatte am Montag bei einem EU-Außenministertreffen in Luxemburg gesagt, die EU habe Berichte verifiziert, wonach das chinesische Militär russische Militärangehörige für den Kampf in der Ukraine ausgebildet habe. Man prüfe nun sorgfältig die möglichen Auswirkungen.
Ein EU-Beamter erklärte, es habe diese Trainingsaktivitäten an mehreren Orten in China gegeben und es seien mehrere Hundert russische Soldaten ausgebildet worden. Einige von ihnen seien später im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt worden. China verurteilte Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine bislang nicht und gibt Moskau durch seine Haltung Rückendeckung. Der Volksrepublik wurde außerdem immer wieder vorgeworfen, die russische Militärindustrie durch die Lieferung wichtiger Güter, die für zivile, aber auch militärische Zwecke einsetzbar sind, zu unterstützen. (dpa)
Russland: Drohnentrümmer lösen in Region Krasnodar Brand in Öllager aus
Herabstürzende Trümmerteile einer Drohne haben Behördenangaben zufolge einen Brand in einem Öllager in der südrussischen Region Krasnodar verursacht. Es gebe keine Opfer, teilen die örtlichen Behörden auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Anlage befindet sich in der Gegend von Poltawskaja unweit der von Russland annektierten Halbinsel Krim. (rtr)
Lukaschenko: Russland und Ukraine müssen Kompromisse schließen
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko ruft Russland und die Ukraine zur Kompromissbereitschaft auf, um den seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg zu beenden. Ein militärischer Sieg sei für beide Seiten unrealistisch, sagt der enge Verbündete des russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem am Montag veröffentlichten Interview des Fernsehsenders Al Arabija. Zwar rückten die russischen Truppen weiter vor, jedoch litten beide Kriegsparteien unter einem Mangel an Soldaten. Lukaschenko erklärt weiter, dass die Ukraine von seinem Land nichts zu befürchten habe. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte angedeutet, dass neue russische Angriffe von belarussischem Gebiet aus erfolgen könnten. Belarus hatte Russland im Jahr 2022 den Einmarsch in die Ukraine über sein Territorium gestattet und die Stationierung russischer Atomwaffen geduldet. (rtr)
Ukraine kündigt Reform ihrer Wehrpflicht an
Im Bemühen um neue Rekruten im russischen Angriffskrieg hat die Ukraine eine umfassende Reform ihres Wehrpflichtsystems angekündigt. Die neuen Verträge böten „klar definierte Dienstbedingungen“, erklärte der ukrainische Verteidigungsminister Mychailo Fedorow am Montag in Onlinediensten. Ihnen liegt demnach „ein neues System der finanziellen Unterstützung sowie mehr Vorhersehbarkeit und Kontrolle über den eigenen Dienst“ zugrunde. Die neuen Verträge bieten dem Minister zufolge zudem lukrative Gehälter für Frontsoldaten. Sie reichen demnach von durchschnittlich 300.000 Hrywnja pro Monat (umgerechnet etwa 5.770 Euro) bis zu maximal 460.000 Hrywnja für besonders riskante Einsätze.
Fedorow zufolge können sowohl aktive Soldaten als auch Zivilisten ab Montag neue Verträge mit einer Laufzeit von sechs bis 24 Monaten unterzeichnen. Nach Beendigung des Dienstes werde „eine garantierte Zurückstellung gewährt, welche die bisherige Dienstzeit und Kampferfahrung berücksichtigt“. Es war zunächst unklar, wie das System in der Praxis funktionieren sollte. Die Änderungen erfolgen angesichts der seit Jahren anhaltenden Schwierigkeiten, neue Rekruten für die ukrainische Armee zu gewinnen. Sie ersetzen das alte System der unbefristeten Wehrpflicht. Dabei wurde von den Eingezogenen erwartet, bis zum Ende der russischen Invasion zu kämpfen.
Als Russland 2022 die Ukraine überfiel, waren die Rekrutierungsbüros der Armee überfüllt mit Freiwilligen, die das Land verteidigen wollten. Im Laufe des Krieges kam die Rekrutierung neuer Soldaten aber nur schleppend voran. Nunmehr sind fast alle neuen Rekruten Wehrpflichtige, die sich nicht aus freien Stücken gemeldet haben. Ukrainischen Medienberichten zufolge hat die Armee zudem mit massenhaften Desertionen zu kämpfen. (afp)
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