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Abkommen zwischen den USA und IranDie Weltwirtschaft hofft

Das vorläufige Abkommen zwischen US-Präsident Trump und dem iranischen Mullahregime dürfte der Weltwirtschaft Wachstum bringen. Doch bis dahin ist noch viel Geduld nötig.

Gleich nach Verkündung des vorläufigen Abkommens zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und Iran stießen die „Diona“ und die „Hero 2“ von der iranischen Küste in See. In den Bäuchen der zwei iranischen Supertanker der Klasse VLCC: 3,8 Millionen Barrel persisches Rohöl. Kurz darauf passierte ein drittes Schiff der National Iranian Tanker Company die bis dahin von der US-Marine verhängte Zone der Seeblockade gegen Iran, wie der Schiffsdatenbank Tanker Trackers zu entnehmen ist.

Noch bevor die Tinte unter dem bilateralen Abkommen trocken war, liefen also am Mittwochmorgen die ersten Ölexporte aus dem Persischen Golf an. Denn in dem Abkommen ist auch vereinbart, dass die iranische Blockade der Straße von Hormus aufgehoben wird, die an normalen Tagen durchschnittlich 94 Frachtschiffe passieren. Allerdings fordern Großreedereien wie Maersk, CMA CGM, die Hamburger Hapag-Lloyd und andere noch konkrete Sicherheitsgarantien wie Minenräumung, militärisch begleitete Konvois und Versicherungsschutz.

462 Schiffe liegen weiterhin an beiden Seiten der Straße von Hormus fest – Öltanker, LNG-Carrier, Containerschiffe und Frachter. Darunter sind nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder auch 46 Schiffe deutscher Reedereien mit rund 1.000 Seeleuten. Hapag-Lloyd sagte der Agentur Reuters: „Wir hoffen, dass Schiffe die Straße von Hormus noch in dieser Woche passieren können.“

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Experten des Energiedatendienstleisters Kpler erwarten indes, dass es Wochen bis Monate dauern wird, bis der Ölfluss wieder normal läuft. Schließlich können nicht alle feststeckenden Schiffe gleichzeitig die Enge passieren, auch die Minenräumung sowie anschließende Sicherheitschecks sollen bis zu sechs Monate dauern. Ohne Minenräumung bleiben Schiffsversicherer zurückhaltend: Die Versicherungssummen liegen mit etwa 2,5 Millionen US-Dollar für einen VLCC Tanker 700 Prozent über Vorkriegsniveau.

Durch die Straße von Hormus wurden vor dem Krieg 20 Prozent des globalen Ölhandels und 25 Prozent der Exporte von verflüssigtem Erdgas (LNG) verschifft. Der verstopfte Transportweg hat die Ölförderung am Golf nach Berechnungen der internationalen Energieagentur um 10,5 Millionen Barrel pro Tag und damit um rund ein Drittel der täglichen Gesamtförderung der Golfstaaten fallen lassen.

Beschädigte Anlagen

Hinzu kommt, dass mehr als 40 Öl- und Gasanlagen in den Golfstaaten durch Raketen- und Drohnenangriffe beschädigt wurden. Dies erfordert Reparaturen, für die die Kosten auf bis zu 58 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Allein in Katars LNG-Kapitale Ras Laffan, in der 17 Prozent der Verflüssigungsanlagen zerstört wurden, soll es 20 Milliarden US-Dollar kosten und bis 2030 dauern, bis alle Schäden behoben sind und wieder voll produziert werden kann.

Bis das Erdöl vom Golf wieder voll fließen kann, wird je nach Zustand der heruntergefahrenen Ölquellen von wenigen Wochen bis zu einem halben Jahr dauern. Fachleute rechnen deshalb damit, dass der Ölpreis nicht zügig auf das Vorkriegsniveau von knapp 72 US-Dollar pro Barrel (je 159 Liter) sinkt. Denn allein die strategischen Ölreserven der USA waren zum Stabilisieren der Preise auf das niedrigste Niveau seit 1983 geleert worden und müssen nun preistreibend an den Märkten zum Wiederauffüllen angekauft werden.

Vom stark gestiegenen und nach Verkünden des Abkommens zuletzt gefallenen Ölpreis hängen in weiten Teilen der Welt Inflation und Wirtschaftswachstum ab. Laut dem unabhängigen ökonomischen Beratungsunternehmen Oxford Economics verringert das Abkommen die Gefahr einer Rezession. Das globale Wachstum dürfte mit 2,4 Prozent aber weiterhin unter den Werten der vergangenen Jahre bleiben: „Das Abkommen beseitigt ein Abwärtsrisiko, erzeugt aber keinen neuen Wachstumsmotor.“

Wirtschaftsweise mahnt zur Skepsis

„Dieses Abkommen ist dafür ganz sicher kein Anlass“, sagte die deutsche Wirtschaftsweise Monika Schnitzer auf die Frage, ob Trumps bisheriger Irandeal ein Hochsetzen der zuvor auf 0,5 Prozent halbierten deutschen Wachstumsprognose rechtfertige. Es habe nur „das Schlimmste verhindert“, dass der Ölpreis lange über 100 US-Dollar pro Fass bleibe. „Der Schaden ist schon angerichtet“, sagte sie im Deutschlandfunk. Die Unternehmen würden ihre durch die monatelang hohen Energiepreise gestiegenen Produktionskosten an die Endverbrauchenden weitergegeben.

Bemerkenswert ist, dass die polnische Regierung – im Gegensatz zur Bundesregierung – nun eine einmalige Sondersteuer für Ölkonzerne beschlossen hat, die während des Krieges zwischen den USA, Iran und Israel von den stark gestiegenen Energiepreisen profitiert haben. Damit sollen umgerechnet fast eine Milliarde Euro eingenommen und so ein Teil der Milliardenbeträge zurückgewonnen werden, die für den Schutz der Verbraucher vor höheren Kraftstoffkosten aufgewendet wurden.

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