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Israelische Gewalt gegen ChristenOrthodoxe Kirche in Jerusalem spricht von Landraub

In Ostjerusalem haben israelische Behörden ein Gelände beschlagnahmt, das der orthodoxen Kirche gehört. Die spricht von einer Verletzung ihrer Rechte.

Es sind scharfe Worte, die das Orthodoxe Patriarchat von Jerusalem in seiner Mitteilung benutzt. Nach der Beschlagnahmung von kirchlichem Boden im Bezirk Silwan in Ostjerusalem spricht die religiöse Institution nun von Landraub durch die israelischen Behörden.

Am Montag führten laut Rekonstruktion der Kirche israelische Sicherheitskräfte eine Razzia auf dem Land neben einem alten Kloster durch. Das Grundstück, Parzelle 6 des Blocks 29985 soll offiziell registriert sein. Die Be­am­t*in­nen sollen bei der Aktion einen Kirchenvertreter „zwangsentfernt“, seine Ausstattung beschlagnahmt und Bäume entwurzelt haben. Bilder zeigen umgekippte Olivenbäume, die auf dem Boden liegen. Anschließend wurde das Grundstück abgeriegelt.

Gegenstand der Kontroverse ist offenbar eine veraltete städtische Gartenordnung, die 2024 ausgelaufen ist. Die Kirche findet, dies sei kein Grund für Landenteignung. „Die Beschlagnahme dieses privaten Kirchengrundstücks mit seinem christlichen Erbe und seiner religiösen Bedeutung schafft einen gefährlichen Präzedenzfall für die Rechte der Kirche in Jerusalem“, so die Geistlichen. Das israelische Militär bestreitet, sich an der Beschlagnahme beteiligt zu haben, und leitet an die Polizei weiter. Die Polizei ließ die Anfrage unbeantwortet. Die Stadt Jerusalem verneinte ebenfalls, in die Aktion involviert zu sein, und verwies auf die Parkbehörde. Diese antwortete auf Nachfrage nicht.

„Muster eskalierender Angriffe“

Das Patriarchat verbindet den Vorfall mit weiteren, diese zeigten „ein Muster eskalierender Angriffe, die darauf abzielen, die einheimische christliche Präsenz im Heiligen Land zu schwächen“, und spricht weiter von einer „inakzeptablen internationalen Toleranz“ ihnen gegenüber. 2024 hat es laut der Institution 111 Attacken oder Gewalttaten durch Israelis auf Gebäude, Religiöse und Gläubige gegeben.

Nahost-Konflikt

Nach dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 startete das israelische Militär eine Offensive in Gaza, 2024 folgte der Vorstoß gegen die Hisbollah im Libanon. Der Konflikt um die Region Palästina begann Anfang des 20. Jahrhunderts.

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In Gaza etwa haben die israelischen Streitkräfte (IDF) 2023 die St.-Porphyrius-Kirche bombardiert und 18 Menschen dort getötet. Im Juli 2025 wurde die Kirche der Heiligen Familie bombardiert, drei Personen starben und ein Priester trug Verletzungen davon. Zu dem Angriff auf St. Porphyrius sagten die IDF damals, Ziel sei eigentlich ein nahegelegenes Gebäude gewesen, in dem sich eine Hamas-Zentrale befinden sollte. Dabei sei eine Mauer der Kirche beschädigt worden. Zum Angriff 2025 sagten die Streitkräfte, die Kirche sei versehentlich durch fehlgeleitete Munition getroffen worden.

Gewalt auch gegen Christen im Westjordanland

Aber auch im Westjordanland sind Chris­t*in­nen zunehmend mit Gewalt konfrontiert. Christliche Gemeinden wie Taybeh waren bis vor dem Konflikt in Gaza weitgehend von Siedlerangriffen verschont geblieben. Jetzt aber hat sich der Wind gedreht.

Vor etwa einer Woche haben radikale Siedler nach Angaben von Ein­woh­ne­r*in­nen und palästinensischen Feuerwehrleuten diese daran gehindert, einen Brand auf einem offenen Gelände außerhalb des Dorfes zu löschen. Pater Baschar Fawadleh sagt, zunächst konnte die palästinensische Feuerwehr das Gebiet nicht erreichen, weil die Autorisierung durch die israelischen Behörden noch fehlte. Das bestätigte ein Vertreter des palästinensischen Zivilschutzes gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

So weiteten sich die Flammen aus. Eine Gruppe von Ein­woh­ne­r*in­nen versuchte, selbst mit einem Wassertanker das Feuer zu löschen. Doch Siedler aus benachbarten Außenposten hätten die Menschen angegriffen und Fahrzeuge beschädigt. Auch sollen sie mit Feuerwaffen auf die Ein­woh­ne­r*in­nen geschossen haben. Erst als die Autorisierung der israelischen Behörden kam und die palästinensische Feuerwehr zusammen mit der israelischen Polizei anrückte, konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden.

Pater Baschar spricht von einem „Muster der Einschüchterung und ungerechtfertigter Gewalt“. Er sagt, die Ein­woh­ne­r*in­nen von Taybeh möchten nur in Frieden auf ihrem eigenen Land leben können.

Das israelische Militär bestreitet, dass die palästinensische Feuerwehr an der Arbeit gehindert worden sei, und schreibt, seine Truppen hätten die Feuerbrigade erst gerufen, um das Feuer zu löschen.

Brandstiftung durch gewalttätige Sied­le­r*in­nen

Bereits im vergangenen Jahr hatte es am Rande von Taybeh ein Feuer gegeben. Als die taz das Dorf im August 2025 besuchte, waren die verräucherten Brandspuren an einer Mauer der Kirche St. Georg und auf dem sie umgebenden Boden noch sichtbar. Wer das Feuer gelegt hatte, war umstritten. Laut Ein­woh­ne­r*in­nen und Kirchenvertretern waren es gewalttätige Siedler*innen, die die Gemeinde immer häufiger terrorisierten.

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Die IDF sagten, die Tä­te­r*in­nen seien unbekannt. Die israelische Polizei äußerte sich mit Hinweis auf laufende Untersuchungen nicht dazu. Eine israelische Nachrichtenagentur schrieb, laut einem Siedler sei das Feuer keine Brandstiftung gewesen. Der Fall war besonders brisant, denn er hatte internationale Aufmerksamkeit erweckt. Selbst der sonst eher siedlerfreundliche US-Botschafter Mike Huckabee sprach von „Terrorismus“.

Zu den jüngsten Ereignissen schreibt das Orthodoxe Patriarchat, Friedensstiftung beginne „mit der Achtung vor dem Gesetz, dem Eigentum, den heiligen Stätten sowie der Würde der authentischen christlichen Präsenz in Jerusalem“.

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