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Streit zwischen Meloni und TrumpSchluss für Italiens „Brückenbauerin“

Zwischen dem US-Präsidenten und Europas größter Trump-Versteherin Giorgia Meloni ist es aus. Hintergrund waren der Irankrieg – und ein Foto beim G7-Gipfel.

Erneut attackiert Donald Trump Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni – jene Frau, die bis vor zwei Monaten als seine engste Verbündete in Europa galt und sich ihrerseits immer als „Brückenbauerin“ zwischen den USA und der EU stilisiert hatte.

Am Freitag gab der US-Präsident dem italienischen TV-Sender La7 ein Telefoninterview, in dem er Meloni offen demütigte. Die beiden waren einige Tage zuvor auf dem G7-Gipfel im französischen Evian aufeinandergetroffen. Trump kommentierte, Meloni habe ihn dort um ein gemeinsames Foto „angefleht“, das sie „um jeden Preis gewollt“ habe – und es dann auch bekommen, weil er „Mitleid“ mit ihr gehabt habe.

So weit, so gewohnt. Von Trumps Bully-Qualitäten können auch andere europäische Staatenlenker wie Keir Starmer, Emmanuel Macron, Friedrich Merz ein Lied singen. Ungewohnt allerdings war, dass Meloni in gleicher Münze zurückzahlte und umgehend ein Video postete, in dem sie Trumps Behauptung vom erbettelten Foto scharf zurückwies („völlig erfunden!“). Sie und Italien „flehten nie um etwas“.

Was meine Popularität angeht, war meine Freundschaft zu Ihnen gewiss keine Hilfe

Giorgia Meloni über Donald Trump

Am Samstag dann legte Trump auf Truth Social noch einmal nach: „Wieder und wieder“ habe Meloni ihn angebettelt, behauptete er und nannte auch gleich den angeblichen Grund. In Italien habe sie Probleme mit ihrer Popularität, „womöglich, weil sie die USA abwies, als es darum ging, Iran daran zu hindern, eine Atombombe zu bekommen“. Jetzt aber, nachdem die USA Iran besiegt hätten, wolle sie sich wieder als Freundin der USA präsentieren, aber: „No thanks!!!“

Vermeintliche Brückenbauerin

Erneut kam Melonis Retourkutsche. „Was meine Popularität angeht, war meine Freundschaft zu Ihnen gewiss keine Hilfe“, erklärte sie und fügte hinzu, „ich schlage vor, dass Sie sich um Ihre Popularität kümmern.“

Der Konflikt steht einerseits dafür, dass Trump wohl endgültig die Erwartung zu den Akten legt, er könne in Meloni eine treue Alliierte innerhalb der EU haben – auch sie findet sich jetzt als ganz gewöhnliche, unzuverlässige Europäerin eingeordnet.

Andererseits wird Meloni dies zum Anlass, ihrerseits einen Strategiewechsel vorzunehmen. In den eineinhalb Jahren von Trumps Präsidentschaft hatte sie bisher immer „die Einheit des Westens“ gepredigt und sich selbst als transatlantische „Brückenbauerin“ präsentiert.

Der Brückenbau bestand allerdings vor allem darin: Meloni führte sich als größte Trump-Versteherin auf, als einzige europäische Regierungschefin, die zu seiner Amtseinführung eingeladen wurde (wo sie allerdings in der letzten Reihe saß). Im Zollstreit zwischen den USA und der EU verfocht sie immer einen weichen europäischen Kurs, bezeichnete den US-Überfall auf Venezuela als „legitim“, schickte ihren Außenminister als Beobachter zum Gaza-Board of Peace. Zum Irankrieg wusste sie nur zu sagen, sie könne den Angriff der USA und Israels „weder teilen noch verurteilen“ – und sie schlug Trump für den Friedensnobelpreis vor.

Showdown mit der Nato

Jetzt aber – dafür stehen Melonis scharfe Antworten auf Trump – ist Schluss mit der italienischen Unterwürfigkeit, jetzt zählt nur noch, so ihre Worte, „meine Fähigkeit, Italiens nationale Interessen zu verteidigen“, auch gegen den US-Präsidenten. Dies könnte in der Tat ihre Popularität zu Hause steigern: Dort haben nur 15 Prozent der Bür­ge­r*in­nen ein positives Bild von Trump, während ihn knapp 80 Prozent ablehnen.

Schon bald werden die beiden einander jedenfalls wiedersehen, auf dem Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara. In seinem Anwurf gegen Meloni, sie habe den USA im Irankrieg die Unterstützung verweigert, hatte Trump schon hinzugefügt: „Die Nato übrigens auch!“ Gut möglich also, dass in Ankara der italienisch-amerikanische Krach hinter Trumps Showdown mit den Noch-Verbündeten auf der europäischen Seite, der Nato, zurücktritt.

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