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Syrischer Aktivist Hassan Akkad„Gebt uns das Geld, das ihr uns schuldet“

Der Aktivist und Filmemacher Hassan Akkad fordert von reichen Landsleuten zugesagtes Geld für den Wiederaufbau seines Landes ein. Das hatte Konsequenzen.

Hassan Akkad ist ein syrisch-britischer Aktivist und Filmemacher. Er wurde im saudi-arabischen Riad geboren, wuchs in Syrien auf und arbeitete dort als Englischlehrer. Ein Jahr lang sammelte er Geld für eine Kamera. Dann arbeitete er als Fotograf, filmte die Proteste gegen die syrische Regierung im Jahr 2011. „Das führte leider zu zwei Inhaftierungen, bei denen ich gefoltert wurde. Mir wurden Gliedmaßen gebrochen, weil ich eine Kamera hielt“, sagte er 2023. Er überlebte die Folter, doch gegen ihn wurde ein Berufsverbot verhängt.

2015 floh er nach Großbritannien. Dort debattierte er gerne mit Rechten, korrigierte ihre Grammatik, so erzählt er es. Und er stieg ins Filmbuisness ein. Mit einer GoPro-Kameria hatte er seine über 80 Tage währende Reise auf dem Schlauchboot übers Mittelmeer gefilmt. Das Material war Teil der BBC Dokumentation „Exodus: Unsere Reise nach Europa“, die 2023 einen Bafta-Film-Award gewann. 2022 wurde er britischer Staatsbürger.

In der Klatschpresse war Akkad auch schon: Als angeblicher neuer Partner der Schauspielerin Emma Watson („Harry Potter“), mit der er gut befreundet ist. Im September 2025 interviewte er Watson für das Online-Magazin Hollywood Authentic. Damals sagte er: „Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, jemals wieder nach Damaskus zurückzukehren, und dann, nach 13 Jahren Abwesenheit, ging es plötzlich.“ Damals hatte er wohl noch mehr Hoffnung in die Regierung des neuen Machthabers al-Sharaa, der im Dezember 2024 den Diktator Assad gestürzt hatte. Doch wie er damals bereits wusste: „Veränderungen können sich blitzschnell ergeben.“

Im Juni startete er nun eine Kampagne, die für viel Furore sorgte. „Gebt uns das Geld, das ihr uns schuldet“, prangerte er diejenigen an, die Geld für den Wiederaufbau in Syrien zugesagt, aber nicht gezahlt hatten. Er postete die Klarnamen und Videos, darunter ein verpixeltes Video von sich als Fahrer in einem weißen Mazda-Van, die als öffentliche Mini-Busse durch die Stadt fahren. „Leute, wer hat noch nicht bezahlt? Zahl, Habibi“. Manche der Videos wurden millionenfach geklickt.

Kampagne gegen Assad-Profiteure

Akkads Kampagne richtete sich auch gegen Syrer, die vom Assad-Regime profitiert hatten. Sie sollten nun zur Rechenschaft gezogen werden, fand Akkar. Das wäre unter dem Assad-Regime niemals möglich gewesen. Doch sie war auch al-Sharaas Behörden ein Dorn im Auge.

Am 17. Juni saß Akkad mit Freunden in einem Café in Damaskus, als fünf Sicherheitskräfte hinein kamen, sein Handy verlangten und ihn festnahmen. So beschreiben es Freunde, Anwesende und eine Stellungnahme der Kampagne.

Die Kriminalpolizei steckte ihn in Untersuchungshaft. Prominente Geschäftsleute, Medienschaffende und Unternehmen hatten mehrere Anzeigen gegen ihn erstattet, erklärte der zuständige Staatsanwalt. Das staatliche Cybersicherheitsteam habe Beschwerden wegen „Online-Verleumdung, Beleidigung und übler Nachrede“ erhalten. Der Fall sorgte für Entrüstung, vor allem, weil wohl alte Gesetze aus Assads-Zeiten die legale Grundlage für die Verhaftung gaben.

Der Fall sorgte für Entrüstung, vor allem, weil wohl alte Gesetze aus Assads-Zeiten die legale Grundlage für die Verhaftung gaben

Einer der Kläger war Journalist Mousa al-Omar. Er unterstützt öffentlich den Übergangspräsidenten Ahmad al-Scharaa und hatte 10.000 US-Dollar versprochen – für den Wiederaufbau in der Stadt Homs. Akkar hinterfragte, ob er diese bezahlt habe. Nachdem der Fall öffentlich Wellen geschlagen hatte, zog al-Omar die Klage zurück. Syriens Justizministerium meldete am Sonntag, das Cyberkriminalitätsgesetz werde überarbeitet. Man wolle die Bürgerrechte schützen.

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