+++ Nachrichten von der Hitzewelle +++: 40 Grad am Freitag
Hitzewelle drückt über Westeuropa. Heißester Juni in Frankreich. Alarmstufe Rot in Großbritannien und Italien. Autobahn GmbH rät: Tempolimit beachten.
Autobahn GmbH empfiehlt, Geschwindigkeitsbeschränkung einzuhalten
afp/taz | Nachdem durch die Hitzewelle mehrfach auch Fahrspuren auf Autobahnen in Deutschland beschädigt wurden, hat die Autobahn GmbH versichert, sie kontrolliere wegen der Gefahr von Blow-ups und Betonabplatzungen aktuell verstärkt ältere Autobahnabschnitte.
Beton dehnt sich bei Wärme aus. „Wenn sich der Beton nicht mehr in Längsrichtung ausdehnen kann, entlädt sich die Spannung nach oben.“ Aufwölbungen, sogenannte Blow-ups, treten laut Autobahn GmbH vor allem bei älteren, stark beanspruchten und bereits mehrfach reparierten Betonfahrbahnen auf. Hauptursachen seien eine für heutige Verkehrs- und Klimabelastungen nicht ausreichende Betondicke sowie fehlerhafte Fugen.
Auf ihrer Webseite hat die Autobahn GmbH noch einen wichtigen Hinweis an Autofahrer:innen: „Bei hohen Temperaturen bitte besonders aufmerksam fahren und die geltende Geschwindigkeitsbegrenzung unbedingt einhalten.“ Das klingt so, als sei das an Tagen mit Normaltemperaturen nicht nötig.
Italiens Gesundheitsministerium ruft Alarmstufe Rot für 15 Städte aus
afp | Wegen extrem hoher Temperaturen hat das italienische Gesundheitsministerium für 15 Städte, darunter Rom und Mailand, die höchste Hitze-Alarmstufe ausgerufen. Ab Mittwoch gelte die Alarmstufe Rot zudem für eine 16. Stadt, erklärte das Ministerium am Dienstag. Zu den damit verbundenen Empfehlungen gehört es, sich in den heißesten Stunden des Tages drinnen aufzuhalten, viel zu trinken und nur leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen.
40 Grad am Freitag in Deutschland – neuer Höchstwert
dpa | Bei Temperaturen bis zu 40 Grad könnte am Freitag der bisherige Hitzerekord für den Monat Juni gebrochen werden. Vor allem im Westen und Südwesten könne es passieren, dass diese Marke geknackt wird, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Der bisherige Temperaturrekord für den Monat Juni war am 30. Juni 2019 in Bernburg in Sachsen-Anhalt gemessen worden: 39,6 Grad zeigte das Thermometer damals an.
Waldbrandgefahr steigt noch
dpa | Der Waldbrand-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes wird in den kommenden Tagen voraussichtlich ein steigendes Feuerrisiko anzeigen. Für Donnerstag wird in weiten Teilen des Südens Stufe vier von fünf erwartet – diese steht für „hohe Gefahr“. Für Teile von Brandenburg wird sogar Stufe fünf erwartet („sehr hohe Gefahr“).
Rekordtemperaturen in Frankreich
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afp | Europa stöhnt weiter unter der Hitzewelle – an mehreren Orten kletterte das Thermometer am Montag auf über 40 Grad. Frankreich verzeichnete die höchste jemals im Monat Juni gemessene landesweite Durchschnittstemperatur. Für mehr als die Hälfte des Landes galt die höchste Hitzewarnstufe Rot. Die französischen Behörden meldeten mehrere Hitzetote und mehr als ein Dutzend tödliche Badeunfälle. In Frankreich und Belgien wurden Züge gestrichen. Mit Abkühlung wird erst für Ende der Woche gerechnet.
Der landesweite Index – ein Mittelwert aus Tages- und Nachttemperaturen – lag in Frankreich am frühen Montagabend bei 29,2 Grad, wie der Wetterdienst Météo-France unter Verweis auf vorläufige Angaben mitteilte. Es handele sich um „einen Rekord für den Monat Juni“, der den bisher gemessenen durchschnittlichen Monats-Höchstwert vom 30. Juni 2025 ablöse.
In den französischen Städten Rennes, Bordeaux und Angers wurden am Montag mit 40,6 Grad, 41,9 Grad und 40,9 Grad die höchsten dort jemals gemessenen Temperaturen verzeichnet. Der heißeste im Laufe des Tages gemessene Wert landesweit betrug 43,3 Grad in Chateaumeillant im Département Cher – er stellt jedoch keinen Hitzerekord dar.
Zwei Kinder tot im Auto
dpa/kna/taz | Am Montag wurden in einem Auto in der südfranzösischen Stadt Carpentras zwei Kleinkinder tot in einem Auto gefunden, die Ermittler nannten die Hitze als Todesursache. Die leblosen Kinder im Alter von zwei und vier Jahren waren im Auto ihrer Eltern auf einem Parkplatz entdeckt worden.
In Deutschland hatte die Polizei schon vor Tagen gebeten, Hilfe zu leisten, wenn man bei der Hitze Kinder in einem geparkten Wagen sieht. In einer solchen Situation sollte man sich trauen, die Polizei oder Feuerwehr zu alarmieren, sagte ein Sprecher der Landespolizei Berlin. „Lieber fahren wir einmal mehr zum Ort, als dass wir zu spät sind.“ Auch könne die Polizei helfen, den Fahrzeughalter ausfindig zu machen.
Hitze stoppt Züge in Belgien
afp | Auch in Belgien fielen wegen der Hitze Züge aus. Laut der staatlichen Bahngesellschaft SNCB waren vor allem die Stoßzeiten von den Streichungen betroffen, mit denen technische Störungen und Pannen verhindert werden sollen. Das Königliche Meteorologische Institut erwartete für diese Woche einen Hitzerekord. In den Niederlanden rechneten die Behörden für Ende der Woche mit Temperaturen von bis zu 37 Grad.
Hitzewarnstufe Rot in Großbritannien
afp | In Großbritannien rief der Wetterdienst für Teile Mittel- und Südenglands für Mittwoch und Donnerstag die höchste Hitzewarnstufe Rot aus. In London, Birmingham, Bath und anderen Städten muss demnach mit „außergewöhnlich heißem und schwülem Wetter“ mit Spitzenwerten von bis zu 40 Grad gerechnet werden. Der Hitzerekord für Juni, der bisher bei 35,6 Grad liegt, wird damit wohl gebrochen.
Hitze stoppt Public Viewing in Spanien
afp | Auch der spanische Wetterdienst Aemet warnte „vor extrem hohen“ Tag- und Nachttemperaturen bis Mittwoch. Im spanischen Baskenland wurde am Montag die Alarmstufe rot ausgerufen, als das Thermometer die 40-Grad-Marke überstieg. Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, die Fenster geschlossen zu halten und keine Haushaltsgeräte zu benutzen, die Wärme erzeugen.
Am Sonntag waren bereits in den spanischen Regionen Andalusien und Kastillien-La Mancha Temperaturen von 42 Grad gemessen worden. Die öffentliche Übertragung des WM-Fußballspiels Spanien gegen Saudi-Arabien im Zentrum von Madrid wurde abgesagt.
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