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Bericht über antimuslimischen RassismusDie alltägliche Ausgrenzung

Daniel Bax

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Daniel Bax

Der Hass auf Muslime gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Doch Widerspruch dagegen gibt es hierzulande viel zu wenig.

E in Mann in Edinburgh läuft mit einer Axt in der Hand durch die Straßen und greift nahe einer Moschee wahllos Menschen an, bis ihn die Polizei überwältigt. Ein 23-jähriges Mitglied der CDU in Krefeld verbreitet in den sozialen Medien, er würde gern alle Muslime „vergasen“. Vor einem Monat greifen zwei jugendliche Terroristen in den USA eine Moschee an und töten drei Menschen. Sie wollten ein Massaker verüben und ihre Tat live im Internet streamen.

Über 4.000 antimuslimische Vorfälle wurden im vergangenen Jahr allein in Deutschland registriert, im Durchschnitt gut elf Vorfälle pro Tag. Darunter fallen tätliche Angriffe auf Schulkinder, Bombendrohungen gegen Moscheen und sogar Morde, bei denen Gerichte nicht immer ein antimuslimisches Motiv erkennen wollen. Die große Mehrheit bilden aber Vorfälle in der Schule, bei der Wohnungssuche oder bei Behörden sowie, besonders häufig, rassistische Beschimpfungen im Internet: die ganz alltägliche Ausgrenzung.

Sie fällt nicht vom Himmel: Rechtsextreme Influencer von Laura Loomer bis Tommy Robinson verbreiten ihren Hass auf Muslime weltweit millionenfach im Netz, einflussreiche Unterstützer wie Tech-Billionär Elon Musk verstärken ihn auf ihren Plattformen. Rechte Parteien weltweit schüren Angst vor Muslimen, und rechte Publizisten verbreiten auch in hiesigen Talkshows vor Millionenpublikum die Mär, Deutschland werde von Islamisten „unterwandert“. Widerspruch dagegen gibt es kaum.

Während scharfe Polemik gegen Israels Kriege regelmäßig zum „Antisemitismus-Skandal“ aufgebauscht wird, geht selbst handfester antimuslimischer Rassismus hierzulande häufig als Kavaliersdelikt durch. Diese Gleichgültigkeit erklärt womöglich auch das betretene Schweigen, mit dem große Teile der deutschen Öffentlichkeit auf den Völkermord in Gaza blicken – so, als wäre Deutschland selbst daran nicht beteiligt. Diese Toleranz gegenüber der Intoleranz ist ein Problem, denn sie gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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Daniel Bax

Daniel Bax Redakteur

Daniel Bax ist Journalist und Autor und schreibt über Politik, Kultur und Gesellschaft in Deutschland. Er arbeitet als Themenchef im Regieressort der taz und hat mehrere Bücher veröffentlicht: “Angst ums Abendland” (2015) über antimuslimischen Rassismus und “Die Volksverführer“ (2018) über den grassierenden Rechtspopulismus. Sein aktuelles Buch "Die neue Lust auf Links" über das Comeback der Linkspartei ist Ende 2025 im Goldmann Verlag erschienen. Impressum: Daniel Bax c/o taz, die tageszeitung. taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Friedrichstr. 21, 10969 Berlin
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3 Kommentare

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  • Ja, antiislamischen Rassismus gibt es, und der ist, wie Antisemitismus, zu verurteilen - der Unterschied zum Antisemitismus ist aber, dass die "jüdische Weltverschwörung" immer nur ein reines Hirngespinst war, während es durchaus fanatische Muslim:innen gibt, die ein "weltweites Kalifat" anstreben. Die ganz große Mehrheit der Muslim:innen hierzulande allerdings lehnt dies - durchaus auch im eigenen Interesse - ab.

  • Aif welche Datenerhebung bezieht sich Bax? Warum schafft er keinen Artikel ohne Whataboutism gen Israel? Warum ist der Islamismus für ihn so unproblematisch?

  • Ich habe erstmal meine Schwierigkeiten mit dem Begriff "antimuslimischer Rssismus". Sind Muslime eine Rasse? Gibt es menschliche Rassen überhaupt? Die Antwort heisst wohl bei beiden Fragen "nein".

    Religionsfeindliche Taten gibt es in Deutschland zwischen Chrsiten und Muslimen, Muslimen und Christen, Juden und Christen, Muslimen und Juden. Das sollten wir uns doch auch vor Augen halten. Eine Organsiation die sich mit diesen Themen beschäftgit sollte das alles integrieren, ansonsten erweckt sie den Verdacht von einer Gruppe instrumentiert zu werden.