+++ Nachrichten im Nahostkrieg +++: 20 Millionen Barrel Öl passieren Straße von Hormus
Mehr als 20 Millionen Barrel Rohöl haben die Straße von Hormus passiert. Rohöl ist erstmals günstiger als vor Kriegsbeginn.
Ölpreis sinkt erstmals unter Schlusskurs vor dem Irankrieg
Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent ist erstmals unter sein Schlusskursniveau vor Beginn des Irankriegs gesunken. Für ein Barrel Brent bei Lieferung im August wurden am Donnerstag 72,44 Dollar (63,73 Euro) aufgerufen. Dies war weniger als der Schlusskurs von 72,48 Dollar am 27. Februar – dem Vorabend des Beginns des Irankriegs durch US-israelische Angriffe auf das Land.
Die Ölpreise sinken schon seit Tagen. Grund dafür ist, dass immer mehr Schiffe die Straße von Hormus durchqueren können. Iran hatte die für den Welthandel wichtige Meerenge kurz nach Beginn der Angriffe der USA und Israels blockiert, wochenlang kamen de facto keine Schiffe durch die Meerenge. Der Brent-Preis stieg dadurch zwischenzeitlich auf bis zu 119 Dollar pro Barrel. (afp)
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Iran warnt Schiffe vor Durchfahrt ohne Genehmigung
Iran hat Schiffe davor gewarnt, ohne seine Genehmigung die Straße von Hormus zu passieren. Die „einzige zulässige Route“ durch die für den Welthandel wichtige Meerenge werde „von der Islamischen Republik Iran bekanntgegeben“, erklärten die iranischen Revolutionsgarden am Donnerstag. Eine Durchfahrt ohne Genehmigung sei „inakzeptabel und gefährlich“ und werde „angemessene Maßnahmen“ nach sich ziehen.
Iran hatte die Straße von Hormus kurz nach Beginn der Angriffe der USA und Israels Ende Februar blockiert. Wochenlang kamen praktisch keine Schiffe durch die für den Transport von Rohöl und Flüssiggas wichtige Meerenge, was weltweit zu einem starken Anstieg der Energiepreise führte.
In der vergangenen Woche vereinbarten Washington und Teheran ein Rahmenabkommen und nahmen Verhandlungen auf, die binnen 60 Tagen zum Abschluss einer endgültigen Vereinbarung zur Beendigung des Kriegs führen sollen. Einer der Knackpunkte dabei ist die Straße von Hormus. (afp)
Iranische Revolutionsgarden: Neue Route in Straße von Hormus inakzeptabel
Die iranischen Revolutionsgarden bezeichnen eine ohne Abstimmung mit Iran angekündigte neue Schifffahrtsroute in der Straße von Hormus als inakzeptabel und gefährlich. Eine sichere Durchfahrt sei nur auf den von Iran festgelegten Routen möglich, teilt die Eliteeinheit mit. Zudem sei eine Abstimmung mit der Marine der Revolutionsgarden über Funk zwingend erforderlich. Gegen Schiffe, die sich nicht an diese Vorgaben halten, kündigte die iranische Eliteeinheit Maßnahmen an. (rtr)
Trump will 88 Milliarden Dollar – „hauptsächlich“ für Irankrieg
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat beim Kongress die Freigabe von zusätzlichen 88 Milliarden Dollar (77,5 Milliarden Euro) beantragt – „hauptsächlich“ für die Finanzierung des Irankriegs. In dem am Mittwoch eingereichten „wichtigen und dringenden“ Antrag für eine Budgeterweiterung forderte das Weiße Haus allein 67 Milliarden Dollar für das Verteidigungsministerium. Das restliche Geld ist unter anderem für Hilfen für Bauern und Agrarunternehmen sowie Infrastrukturprojekte vorgesehen.
Von den beantragten 67 Milliarden Dollar für das Pentagon sind allein 21 Milliarden für Munition und sonstige militärische Ausrüstung vorgesehen. Weitere 17,3 Milliarden Dollar sind für Operationskosten und 12,1 Milliarden Dollar für nicht näher benannte Geheimprogramme eingeplant.
Zudem fordert das Weiße Haus knapp 768 Millionen Dollar für das Energieministerium, um Maßnahmen zur Nuklear- und Energiesicherheit mit Bezug zum Irankrieg zu finanzieren. Rund 300 Millionen Dollar sollen an das Außenministerium gehen, sie sind für Sicherheitsvorkehrungen an Botschaften in Ländern rings um Iran gedacht.
Der Antrag auf die zusätzlichen Milliarden erfolgte nur einen Tag nachdem der US-Senat für ein Ende des Irankriegs gestimmt hatte. Die sogenannte Kriegsbefugnis-Entschließung (War Powers Resolution) ist ein Ausdruck für den wachsenden Unmut im Kongress. Trump hatte den Militäreinsatz gegen Iran Ende Februar ohne parlamentarische Zustimmung befohlen. Laut US-Verfassung hat aber der Kongress „die Befugnis […], Krieg zu erklären“. (afp)
Teheran wirft der Nato eine „Mitschuld“ im Irankrieg vor
Teheran hat der Nato eine „Mitschuld“ im US-israelischen Krieg gegen Iran vorgeworfen. Nachdem Nato-Generalsekretär Mark Rutte in einem Interview die Unterstützung des Bündnisses für die USA in dem Konflikt hervorgehoben hatte, verurteilte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, dies am Donnerstag im Onlinedienst X als ein „eindeutiges und vernichtendes Eingeständnis der aktiven Mitschuld der Nato an einem rechtswidrigen Angriffskrieg gegen einen souveränen UN-Mitgliedstaat.“ US-Präsident Donald Trump hatte sich zuvor bei einem Treffen mit Rutte in Washington über mangelnde Unterstützung der Bündnispartner beklagt.
Rutte sagte nach dem Treffen mit Trump am Mittwoch im US-Sender Fox News, Hunderte US-Flugzeuge seien während des Krieges von Luftwaffenstützpunkten in Italien gestartet und Rumänien habe den zivilen Luftverkehr eingeschränkt, um Flugplätze zum Auftanken zu nutzen. Er sprach von bis zu 5.000 Starts von US-Flugzeugen aus Europa während des Konflikts. „Land für Land, Verbündeter für Verbündeter haben ihre Stützpunkte für ‚Epischer Zorn‘ zur Verfügung gestellt“, sagte Rutte mit Bezug auf die US-Bezeichnung für den Militäreinsatz in Iran.
Irans Außenamtssprecher Bakaei forderte, dass Italien und Rumänien, „wie auch alle anderen europäischen Länder, die der amerikanisch-israelischen Aggression gegen Iran Unterstützung geleistet haben, ihrer Bevölkerung und der ganzen Welt erklären“ müssten, warum sie sich für eine „Mitschuld“ entschieden hätten an „diesem eklatanten Akt der Aggression und der massenhaften Verübung von Gräueltaten gegen das iranische Volk“.
Italien wies Ruttes Aussagen indes zurück. Laut dem Verteidigungsministerium in Rom vermittelten sie „eine völlig irreführende Botschaft“. Italien habe im Einklang mit bestehenden Vereinbarungen mit den USA lediglich „technische und logistische“ US-Flüge genehmigt, aber keine Kampfeinsätze.
Das Verhältnis zwischen den USA und den anderen Nato-Verbündeten ist seit Längerem angespannt. Trump hatte Länder wie Italien und Deutschland dafür kritisiert, die USA im Irankrieg nicht ausreichend unterstützt zu haben, und er drohte wiederholt damit, sie im Ernstfall nicht zu verteidigen. Der als „Trump-Flüsterer“ bekannte Rutte war in Washington darauf bedacht, die Wogen vor dem bevorstehenden Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara zu glätten. (afp)
Israels Armee: Soldat im Süden des Libanons getötet
Bei einem Einsatz im Süden Libanons ist nach Angaben der israelischen Armee ein weiterer israelischer Soldat getötet worden. Der 32-jährige Armeefahrer sei am Mittwoch bei „Einsatzaktivitäten gefallen“, teilte die Armee am Donnerstag mit. Nach Angaben eines Sprechers überschlug sich das Fahrzeug des Soldaten. Die Zahl der seit Anfang März in Libanon getöteten Israelis stieg damit nach Armeeangaben auf 27, darunter 26 Soldaten und ein ziviler Beschäftigter.
Die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz hatte Libanon Anfang März mit Angriffen auf Israel in den Irankrieg hineingezogen. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Ziele in Libanon und rückte zudem mit Bodentruppen im Süden des Landes vor.
Vergangene Woche unterzeichneten Iran und die USA ein Rahmenabkommen, das eine Waffenruhe in der gesamten Region einschließlich Libanons vorsieht. Es gibt jedoch weiterhin Gefechte zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah. (dpa)
Israel will vorerst nicht aus Libanon abziehen
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat einen Verbleib israelischer Truppen in Libanon angekündigt. Die USA hätten Israel nicht aufgefordert, sich aus dem Nachbarland zurückzuziehen, sagte Katz. Israel werde dort bleiben, solange die libanesische Hisbollah eine Bedrohung für die eigenen Soldaten und die Einwohner im Grenzgebiet darstelle. „Wir ziehen uns nicht zurück, und im Moment gibt es – und das ist ein diplomatischer Erfolg – keine amerikanische Forderung an Israel, sich aus Libanon zurückzuziehen“, sagte Katz.
Nach einem israelischen Luftangriff, bei dem am Mittwoch nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zwei Menschen getötet wurden, kündigte Iran an, die Straße von Hormus erneut zu sperren, durch die zu Friedenszeiten etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Rohöls verschifft wird, aber auch große Mengen verflüssigtes Erdgas und Düngemittel. Teheran hatte einen solchen Schritt am Wochenende schon einmal angekündigt. (ap)
20 Millionen Barrel Öl passieren Straße von Hormus
In den vergangenen 24 Stunden haben laut US-Angaben rund 72 Schiffe mit insgesamt etwa 20 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus passiert. Die Rückkehr zu normalen Öltransporten verzögere sich jedoch wegen iranischer Minen in der Meerenge, sagt US-Energieminister Chris Wright auf dem Reuters Global Energy Forum in New York. Iran werde künftig nicht mehr in der Lage sein, die Straße von Hormus zu blockieren, betont Wright. Selbst ohne ein Abkommen mit Iran würden die USA den Ölfluss durch die Meerenge sicherstellen. (rtr)
US-Rohöllagerbestände fallen auf tiefsten Stand seit 1984
Die gesamten US-Rohöllagerbestände einschließlich der strategischen Reserve SPR fielen in der Woche zum 19. Juni um mehr als 15 Millionen Barrel auf 743,3 Millionen Barrel. Das ist der niedrigste Stand seit Oktober 1984, wie aus Daten der US-Energiebehörde EIA hervorgeht. Die Bestände am wichtigen Öllager Cushing im Bundesstaat Oklahoma sinken demnach auf etwa 19 Millionen Barrel und damit auf den tiefsten Wert seit Oktober 2014. Die USA haben angesichts der Sperrung der Straße von Hormus auf die Vorräte zurückgegriffen. (rtr)
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