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Podcast „Über Rechts“Antifa heißt Feindbeobachtung

Sie wollen die Neue Rechte verstehen: Im Podcast und Blog „Über Rechts“ sezieren zwei Journalisten die AfD und ihr Vorfeld.

Wer die Rechten effektiv bekämpfen will, der muss sie auch verstehen. So oder so ähnlich kann man das Konzept des Podcasts „Über Rechts“ beschreiben. Dort sprechen die Journalisten Nils Schniederjann und Sebastian Friedrich alle paar Wochen über die AfD und ihr intellektuelles Vorfeld.

Da geht es dann etwa um die Frage, ob der Rechtspopulismus nicht nur als Rebellion der Deklassierten verstanden werden kann, sondern auch als „Klassenprojekt von oben“. Oder um die Folgen eines möglichen AfD-Siegs bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt.

Dazu kommen die gepaywallten Sonderfolgen der „Kaderschmiede“. Schniederjann und Friedrich lesen dort Vordenker der Rechten, von „Klassikern“ wie Carl Schmitt bis hin zum Jungeuropa-Autor Benedikt Kaiser. Auf dem gleichnamigen Substack finden sich zudem Analysen zu aktuellen politischen Entwicklungen.

„Über Rechts“

überall, wo es Podcasts gibt

Rechtspopulismus als Faschismus?

Hervorgehoben sei hier etwa die Folge zum Faschismusbegriff: Sollten wir mit Blick auf die heutigen Rechtspopulisten von Faschismus sprechen? Und wie viel Faschismus steckt im bürgerlichen Konservatismus? Die beiden erinnern daran, dass auch in der Union völkisches Denken lange einen Platz hatte.

Andererseits beharrt Schniederjann auf der Unterscheidung zwischen Rechtskonservatismus und Faschismus. Denn „gerade diese Verwischung der Unterschiede“ zwischen rechtem Bürgertum und Faschisten sei ja „eigentlich das Projekt der Neuen Rechten“. Statt überall nur Faschisten zu sehen, plädieren Schniederjann und Friedrich für den Begriff des „autoritären Kapitalismus“, der sowohl ein sich radikalisierendes Bürgertum als auch die AfD als „rechten Flügel“ einfasst.

Mit ihrem Projekt sind die beiden nicht allein. In den USA gibt es mit „Know Your Enemy“ ebenfalls einen Podcast, in dem zwei Linke sich frontal mit rechtem Denken auseinandersetzen. Am Ende wird die freie Gesellschaft womöglich doch auch im Lesekreis verteidigt.

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